Autor: Andreas Masuth
Musik: Tom Steinbrecher
Regie: Gerd Naumann
Verlag: Romantruhe
Erschienen: 16. August 2024
Länge: 60 Minuten
Die Sprecher und ihre Rollen:
Ritter – Mark Bremer
Tod – Lutz Harder
Teufel – Hanns Jörg Krumpholz
Hexe – Marion von Stengel
Bürgermeister – Bernd Vollbrecht
Mechthild – Laurine Betz

Inhalt:
Der Ritter zieht allein durch die Ländereien seines Lehnsherren, um die noch lebenen Menschen in die Burgmauern zu bringen, damit sie dort die schreckliche und verzehrende Pestepidemie aussitzen können. – Allerdings findet der Ritter nur noch Tod und Krankheit vor, wenn er in die Dörfer und Siedlungen kommt. Statt dessen trifft er zunächst auf den Tod, der ihm in diesem Fall das Leben rettet und kann so seine Suche mit einem neuen Freund im Rücken fortsetzen, um dann auf den Teufel zu treffen, welcher seinem Ruf einmal mehr gerecht wird und den Ritter mit einer Finte in seine Dienste stellt.
Nachdem der Tod und der Ritter dem Teufel ein Schnippchen schlagen konnten, setzt der Ritter tapfer und unbeirrt seinen Weg fort, nur um am Ende in einer Burgruine seinem Schicksal tapfer und ohne zu zögern entgegen zu treten.
Mein Hörerlebnis:
Schnell wird klar, dass hier die Hauptperson mal wieder die Rolle des Erzählers übernimmt und quasi in Form von Selbstgesprächen das erzählt, was er gerade macht oder erlebt. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich das Setting begriffen hatte, um was es geht und was das hier alles soll. – Als das dann aber geschehen war war es dann doch einigermaßen spannend, wenn auch zum Ende hin recht zusammenhanglos.
Wir haben einen Ritter, der scheinbar von seinem Herrn durch die Lande geschickt wird, die paar überlebenden Menschen einzusammeln, damit sie auf die Burg kommen und dort vor der Pest geschützt sein sollen. – Der Ritter hat aber nicht nur seine Gefährten bereits verloren, welche mit ihm losgezogen sind, sondern findet auch nur noch tote und kranke Menschen, die kurz vorm Tod sind.
Als er dann dem ersten scheinbar lebenden Menschen begegnet, war mir gleich klar, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Dieser Typ macht so seltsame Andeutungen und redet kryptisch. Aber eben doch deutlich genug, dass ich noch vor dem Ritter mitbekommen habe, dass der Tod hier einem Menschen das Leben gerettet hat, jedoch nicht genommen. – Tod und Ritter werden so eine Art Freunde, was irgendwie schon lustig klang, als sie immer so miteinander gefrotzelt und geredet haben.
Später in der Handlung, glaubt der Ritter erneut, einen Überlebenden der Pest gefunden zu haben, gerät durch eine Finte, aber an den Teufel, der ihn erst einmal in seine Dienste stellt. – Hier fand ich es fast schon amüsant, wenn ich das Kopfkino hatte von den Leichen, die sich immer wieder selber ausgegraben haben und dem erschöpften Ritter, der immer und immer wieder neue Gräber ausheben musst, um die Leichen wieder unter die Erde zu bringen. – Das Ding war ein Schabernack vom Teufel, wie der aufmerksame Hörer hier bereits mitbekommen haben sollte, aus dem der Ritter von seinem neuen Freund, dem Tod wieder befreit wird.
Dann entdeckt der Ritter, mitten im unwegsamen Gelände, eine alte Burg. Von außen eine Ruine, von innen brunkvoll ausgestattet mit einer rauschenden Festgesellschaft, welche unbeeindruckt von dem Grauen außerhalb der Mauern, ihre gute Laune feiert. – Aber auch das ist nichts weiter als ein Trugbild längst vergangener Zeiten und er stößt auf den Geist einer scheinbar wunderschönen jungen Frau, welche mit einem Fluch belegt ist. – Klar, dass der Fluch gebrochen werden muss, wenn die Folge zu Ende sein soll.
Tod und Teufel geben sich im Finale ein Stelldichein und machen klar, dass der Teufel nicht immer gewinnen kann. Wenn so ein dahergelaufener Ritter einen Freund wie den Tod hat, dann kann auch der Teufel mal verlieren.
Fazit:
Das Cover fand ich hier tatsächlich ziemlich gelungen. Erst einmal muss ich endlich mal erwähnen, dass mir die gesamte Aufmachung dieser Serie wirklich sehr gut gefällt. Diese scheinbar zerlaufende Schrift und dieses eindringliche Gelb auf schwarzem Grund. – Doch, kann man machen und hat in jedem Fall einen sehr hohen Wiedererkennungswert.
Ansonsten sind hier so ziemlich alle Elemente abgebildet, die in der Story auch vorkommen. Die Burg des Lehnsherren, der aber tatsächlich nicht wirklich eine Rolle hat. Die Kuttengestalt ist sicherlich der Tod und das schwarze Wesen vielleicht der Teufel. Der Ritter, als eigentlicher Hauptcharakter ist nicht abgebildet. Aber ich könnte mir vorstellen, dass dafür die Burg steht.
Wenn ich es am Ende betrachte, war mir die ganze Zeit, als wurde hier eine alte Sage vertont und zu einem Hörspiel umfunktioniert. So etwas kann sich doch kein Mensch wirklich ausdenken. Das muss einfach eine alte Überlieferung sein, die sich der Autor hergenommen und vertont hat.
Die Schauspieler haben einen guten Job gemacht. Zusammen mit den spärlichen Hintergrundgeräuschen konnte ich die Bedrohung durch die Pest und die seltsamen Begebenheiten wirklich sehr gut fühlen und nachvollziehen. Es ergab sich ein rundherum schlüssiges Bild.
Die Story selber war jetzt nicht so originell, dass ich diese Folge ganz oben mit einordnen würde. Trotz allem hatte sie irgendetwas Interessantes an sich, was mich dann doch bei der Stange bleiben lies und dies Folge im Mittelfeld meiner persönlichen Rangliste einordnen würde.






