Autor: Jack Mortimer
Verlag: Romantruhe
Erschienen: 19. Juli 2024
Länge: 55 Minuten 1 Sekunde
Die Sprecher:
Thomas Arnold
Lisa May Mitsching
Fabian Kluckert
Jan Makino
Gabrielle Pietermann
Luisa Wietzorek
Bert Franzke

Inhalt:
Studienfreunde sind in den Semesterferien unterwegs zu einem See, an dem sie ein paar Tage campen wollen. Doch der eigentlich fröhlich und ausgelassene Trip wird schnell vom ersten Vermisstenfall überschattet. Lautlos und spurlos ist ein Junge aus der Gruppe verschwunden und die andern können ihn, trotz intensiver Suche nicht finden.
Der Plan, mit dem Camper zur letzten Tankstelle zurückzufahren geht schief, da die Autoschlüssel verschwunden sind und das Auto so nicht starten kann.
Noch am selben Tag loszulaufen macht keinen Sinn, da die Dunkelheit zu schnell da wäre und man im Freien übernachten müsste. Im Camper zusammengequetscht wollen sie die Nacht ausharren und werden von einem sehr seltsamen Wesen besucht, welches mehr als seltsam aussieht und alles andere als friedlich zu sein scheint.
Am nächsten Tag, beim Zusammenräumen taucht dann auch der Autoschlüssel wieder auf und die jetzt noch übrigen Studenten machen sich auf den Weg, bleiben unterwegs aber mit einer Reifenpanne liegen.
Auf dem Weg durch den ewig scheinenenden Wald treffen sie auf eine Hütte, in der ein Mann lebt, der sie für eine Nacht bei sich schlafen lassen kann. Doch die Alarmzeichen gehen schnell an, bei dem letzten verbliebenen Jungen in der Gruppe und man hätte dann wohl doch besser auf diese Zeichen gehört und das Weite gesucht. – Hätte …
Mein Hörerlebnis:
Irgendwie wird das ganze Geschehen so aufgezogen, als würde die Story von einem der mitspielenden Typen erzählt. Theoretisch hätte man ihn in dem Stil auch die ganze Story erzählen lassen, aber da es sich hier um eine Hörspielreihe handelt, sollte man schon auch ein Hörspiel bekommen.
Schnell wird klar, dass es sich hier um die hippen Typen vom Campus zu handeln scheint. Der eine Typ wechselt seine Flammen wie Unterhose, der nächste hat nur Blödsinn im Kopf und die Mädchen wollen die Jungs wirklich noch erziehen. Allerdings haben sie noch eine „Linda“ dabei, die wohl recht neu auf dem Campus gewesen sein muss und die eben auch das Gefährt für die Tour besorgt hat. Auf diese Weise hat sie sich wohl mehr oder weniger in die Gruppe hineingezeckt und ist nun wohl dem entsprechend beliebt. – Ich habe mich gefragt, warum sich das Mädchen dieses Gezicke angetan hat. Aber auch das wird im Laufe der Handlung noch aufgeräumt.
Der Titel macht es schon klar, dass hier ein Wendigo im Spiel sein soll. Der Sage nach ein Mischwesen aus Mensch und Monster, das im Wald sein Unwesen treibt und eben ganz gern Menschenfleisch isst. – Diese Gruppe junger Leute wird hier als das willkommene Festmahl für dieses Wesen dargestellt.
Das Verschwinden des ersten Mitreisenden war ja sehr aufwendig dargestellt. Hier gab es noch einmal jede Menge Raum für Zickereien unter den Mädels, wobei sich die Freundin des verschwundenen Typen hier wirklich mal sehr extrem aufgeführt hat. – Das die Linda bei all dem so ruhig bleiben konnte. Ich hätte an ihrer Stelle schon längst das Auto gestartet und wäre damit ab durch die Mitte.
Die Aktion mit der Rückkehr zur Tankstelle ist erst einmal ganz logisch, man wollte Hilfe für den verschwundenen Freund rufen. Das Ding mit dem Autoschlüssel war dann aber wieder mehr als verwirrend.
Als sie dann doch aufbrechen wurde mir selber zum ersten mal klar, dass diese Linda doch ganz schön abgebrüht sein muss, wenn sie beim Auftauchen des Monsters nicht schreit und es ihr so ziemlich egal zu sein scheint, dass ihre Freunde verschwinden. Ich meine, man hört ja auch direkt zu, wie ein zweiter Junge von dem Monster umgebracht wird, welches in der Nacht zum Camper kommt.
Der Rest ist dann fast schon logisch. Die Reifenpanne, das Weiterkommen zu Fuß und dann, oh Wunder, eine Hütte. Mitten im Wald taucht dann komplett im Nirgendwo eine bewohnte Hütte auf. Der Bewohner, ein wirklich sehr seltsamer Kauz, lässt die jungen Leute bei sich wohnen und alles hat mal wieder irgendwie diese Linda angeleiert. – Es kommt, was kommen muss. Zwar etwas anders, als ich es mir im Vorfeld gedacht habe, aber der Typ ist nicht der, der er zu sein scheint und am Ende überlebt diesen Ferientrip nur ein Typ und diese Linda ist mitsamt des komischen Kauzes verschwunden.
Am Ende spricht dann der Typ quasi als Erzähler den Abspann und klärt die ganze Situation auf. – Was soll ich sagne, es hat am Ende alles irgendwie Sinn ergeben. Ich verstehe nur nicht, warum man diesen einen Jungen wirklich hat überleben lassen. Selbst wenn er geflüchtet ist, dieser Wendigo hätte ihn im Wald gefunden, wenn er das gewollt hätte.
Fazit:
Das Monster auf dem Cover ist jetzt nicht unbedingt das, was ich mir unter einem Wendigo vorgestellt habe, aber so wirklich einheitliche Meinungen über das Aussehen dieses Wesens gibt es hier lediglich über die übermenschliche Größe und das Geweih. – Genau das wird hier auf dem Bild nicht wirklich sichtbar.
Die Story ist mal wirklich gut. Gut geschrieben und am Ende auch gut gemacht. Die Handlung hat mich fesseln können, wie war nachvollziehbar und hat mich für die Laufzeit des Hörspiels wirklich sehr gut unterhalten.
Die Schauspieler haben einen sehr guten Job gemacht. Besonders die eine hysterische junge Frau, der habe ich die Rolle ja sowas von abgekauft. Ich dachte echt, dass die wirklich in dem Studio selber zusammengebrochen ist, um das so gut darstellen zu können.
Rundherum eigentlich eine sehr gut gelungene Folge, die ich in meiner persönlichen Rangliste mit an die Spitze setzen würde. – Endlich mal wieder ein Stoff, den man sich ohne Abstriche hat anhören können.






