
Simon Beckett
„Flammenbrut“
Verlag: Argon
ISBN: 9-783-839-89032-5
Länge: 6 Stunden 56 Minuten
Sprecher: Johannes Steck
– gehört im Juli 2025 –
Auf der Suche nach neuem Hörfutter auf Spotify, bin ich mal wieder auf Simon Beckett gestoßen. Ich habe schon einige Bücher aus seiner Feder gelesen und wollte das, was ich noch nicht kenne, nun als Hörbuch konsumieren.
Klappentext:
Ihr sehnlichster Wunsch wird ihr zum Verhängnis …
Die junge Geschäftsfrau Kate Powell steht mit beiden Beinen erfolgreich im Leben. Nur ihr sehnlichster Wunsch blieb bisher unerfüllt: ein Baby. Ein anonymer Spender kommt für sie jedoch nicht in Frage. Also gibt Kate eine Annonce auf, um einen geeigneten Vater zu finden. Alex Turner scheint der perfekte Kandidat. Aber das Äußere eines Menschen kann ein gefährliches Trugbild sein, manchmal sogar ein lebensgefährliches … (Quelle: Lovelybooks.de)
Inhalt:
Kate Powell steht mitten im Leben. Ihre eigene Werbeagentur läuft gut, aber ihr fehlt noch etwas zu ihrem Glück. Sie möchte ein Kind. Was sich als Single allerdings einigermaßen schwierig gestaltet. – Eine künstliche Befruchtung soll es richten, aber bitte nicht mit einem anonymen Spender. Sie möchte sich den Vater ihres Kindes selber aussuchen.
Eine Zeitungsannonce bringt sie mit Alex Turner zusammen. Als klinischer Psychologe und ganz netter Mann möchte sie ihn als Spender haben. Jedoch ist die zwischenmenschliche Beziehung schon vor dem ersten Befruchtungsversuch zu weit fortgeschritten, als dass sich ihre Wege dann trennen könnten.
Kate wird schwanger und stürzt damit in ihren ganz persönlichen Alptraum ab. Gerade hat sie ihren positiven Schwangerschaftstest bekommen, kontaktiert sie Alex auf seiner Arbeit und tritt damit eine Verkettung unglücklicher Ereignisse in Gang, die ihr Leben gehörig durcheinanderbringen.
Alex ist nicht Alex Turner. Er ist kein Psychiologe, sondern Patient des Mannes, für den er sich ausgegeben hat. Und er ist Pyromane und hochgradig jähzornig. Er will Kate fertig machen, weil sie SEIN Kind ermordet hat. – Eine Rufmordkampagne und eine anschließende Falle bringen das Fass zum Überlaufen.
Fazit:
Das Cover ist rein weiß, mit einer blutroten Schrift gestaltet. – Ich erinnere mich, das sich bereits ein Buch in solcher Aufmachung von Beckett gelesen habe und irgendwie enttäuscht war. Der Thrill liegt hier ganz anders, als bei seinen Hunter-Büchern. Aber ich wollte dem Ganzen noch eine Chance geben, weil der Titel schon einigermaßen spannend klang.
Die Handlung beginnt mit absolut null Thrill oder Spannung. Bei mir hat das Verhalten des Widersachers von Kate erst einmal nichts weiter als Kopfschütteln ausgelöst. – Wir haben da die Frau, welche auch nur versucht, sich ein Leben und einen Job aufzubauen, endlich einen Erfolg verzeichnen kann, der sie wirklich einen großen Schritt weiter bringen kann und dann muss sie sich so etwas gefallen lassen. – Ein Wunder, dass sie keine weiteren Schritte unternimmt.
Inmitten von Diskussionen mit der besten Freundin und einer eigenen Entscheidung reift der Plan, sich ein Baby Mittels künstlicher Befruchtung einpflanzen zu lassen. – die Ausgangssituation, keinen anonymen Spender zu wollen, habe ich noch sehr gut verstanden. Diese Spender mittels einer Anzeige finden zu wollen, war auch noch sehr gut nachvollziehbar. Aber was sich dann daraus entwickelt hat, hat bei mir Fragezeichen hinterlassen.
So, wie der Text geschrieben war, habe ich noch nachvollziehen können, dass man sich mal persönlich unterhält und das Frau versucht, den Hintergrund abzuklopfen von dem potentiellen Erzeuger ihres Kindes. Dass sich dann daraus so schleichend eine Beziehung entwickelt, hatte dann schon fast etwas von einem Kitschroman und wollte nicht so recht zur Handlung passen.
Gerade als für Kate der größte Traum in Erfüllung gehen sollte, kommt dann die große Wende. Ein Mord macht aus ihrem großen Glück einen absoluten Trümmerhaufen, der sich dann auch wirklich bis in den geschäftlichen Bereich hinein zieht. Der klinische Psychologe stellt sich als schizophrener Fake heraus und Kate hat von da an mächtig zu leiden. Das geht wirklich fast bis zur Ruinierung ihres Geschäftes.
Der Täter zeigt, gerade am Ende, dann sein wahres Gesicht und fährt sprichwörtlich seine ganz persönlichen Krallen aus. Und ich hatte Mühe überhaupt noch mitzubekommen, wo genau denn jetzt der Thrill in der Sache liegt. Kann diese noch frische Schwangerschaft diesen ganzen Stress wirklich überleben und hat der Täter am Ende sein Rachemotiv verloren?
Die Spannung ist in diesem Buch nicht durchgehend vorhanden. Anfangs irregeführt dachte ich, dass das Problem von Kate ganz woanders liegt, als es dann am Ende gelagert war. Trotzdem haben sich gerade die ersten zwei Drittel des Buches nicht nach Thriller angefühlt. Vielmehr war es bis dahin ein Roman, der zwischen Freundschaft und persönlichen Wünschen hin und her pendelte. Warum der Autor dann zwischendrin den Augenmerk so auf den Streit der Freundinnen gelegt hat, konnte ich im Nachhinein nicht wirklich nachvollziehen. Aber er hat Wirkung damit erzielt, indem mir genau diese Szene so in Erinnerung geblieben ist.
Das letzte Drittel wird mit dem Mord eingeleitet und dem nun folgend einstürzenden Kartenhaus für die Protagonistin. Scheint es zunächst nur ein persönlicher Schlag zu sein, den sie vielleicht noch irgendwie hätte verkraften können, folgt ein wahrer Psychoterror darauf, dem sogar die Polizei machtlos gegenüber steht. Und gerade das Finale muss sowohl für die Protagonistin ein wahrer Alptraum gewesen sein, als auch für mich. Ich hatte keine Ahnung, ob ich mir wünschen sollte, dass die Schwangerschaft nicht spätestens jetzt zerstört werden würde oder ob wenigstens das ungeborene Leben bleiben durfte.
Das Buch war nicht von Anfang bis Ende spannend, sondern wirklich erst zum Schluss. Ich war in Ansätzen versucht, die Lektüre wirklich abzubrechen, als es erst einmal nur um die Frauenfreundschaft und das gewünschte Baby ging. Nicht im Traum hätte ich mir einfallen lassen, dass da so ein Ding daraus entwachsen kann.
Der Sprecher hat einen wirklich sehr guten Job gemacht. Er hat eine wirklich tolle Gabe sein Sprechtempo den Gegebenheiten anzupassen und somit der Handlung noch etwas mehr Leben zu geben. Da gehört schon etwas dazu, einem einfachen Text so viel Leben einzuhauchen.
Die Handlung selber war schon ganz geschickt gestaltet, wartet aber zu lang, bis sich hier wirklich herauskristallisiert, was genau hier nun noch passieren soll. – Keine Ahnung, ob ich das Buch jetzt gut oder schlecht bewerten soll. Aber eine Entscheidung muss her.
Gedenk der Tatsache, dass es sich in meinem Fall um eine gekürzte Lesung handelt, bin ich der Meinung, dass das so ausreicht. Ich habe keine Ahnung, was da alles rausgekürzt wurde, aber so wirklich spannende Sachen können es nicht gewesen sein, wenn man auch so noch genug von dem ganzen Theater mitbekommt.
Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Die drei Sterne stehen für mich bei einer neutralen Bewertung. Das Buch hatte durchaus seine Pluspunkte, hat mich aber nicht komplett aus den Socken gehauen. Wie gesagt, mit seinem Kommissar und seinen Fällen, konnte mich Beckett wesentlich mehr fesseln.






