
André Milewski
“Der Choral der Hölle”
Reihe: Vulkane (1)
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B091F1RRLV
Länge: 327 Seiten
– gelesen im Juni 2025 –
Ich hatte diese Bücher auf meiner Wunschliste und habe sie, aus Versehen, gleich beide auf einmal gekauft. Aber auf meinem SuB liegen sie auch ganz gut. – lol
Klappentext:
Im Jahr 1883 will Leonhard Mahler im weit entfernten Java sein Glück finden – wie viele andere Europäer sucht er den schnellen Reichtum. Leonhards Onkel lebt bereits in der niederländischen Kolonie, doch er ist nicht der ehrbare Geschäftsmann, für den sein Neffe ihn hält … Dagegen versucht Femke, die Tochter eines niederländischen Kolonialbeamten, fortzukommen von diesem Ort und löst dabei einen Skandal in der Gesellschaft von Javas Hauptstadt Batavia aus. Und dann ist da noch Bimo, ein junger javanischer Taschendieb, der davon träumt, irgendwie nach Europa zu gelangen. Doch all ihre Pläne, Wünsche und Hoffnungen rücken plötzlich in den Hintergrund, als eine Katastrophe über sie und ihre Welt hereinbricht. Jetzt geht es nun nur noch um eines: überleben! (Quelle: Amazon.de)
Inhalt:
Leonhard Mahler macht sich auf den Weg ins ferne Java. Seine Eltern sind nun beide verstorben und er möchte sein Glück bei seinem Onkel finden.
Der Onkel lebt bereits in der Kolonie der Niederländer und sucht dort nach lukrativen Geschäften. Gerade will er den großen Fisch an Land ziehen, als ihm sein Neffe quasi dazwischen funkt. – Doch sein versteckter Groll flammt wieder auf und er beschließt, sich nun an seinem Neffen zu rächen.
Eine Fahrt macht Leonhard für seinen Onkel erfolgreich, doch bei der zweiten Fahrt soll es ihm an den Kragen gehen. Ironischerweise rettet ihn die größte Naturkatastrophe, die diese Gegend je erlebt hat. Der Krakatau bricht so heftig aus, dass die komplette Insel danach verschwunden ist und eine riesige Flutwelle die Gebäude an den umliegenden Küsten komplett zerstört hat. Unzählige Todesopfer sind zu beklagen, aber Leonhard betrauert den Tod seines Onkels nicht.
Fazit:
Schon das Coverbild macht klar, um was es hier gehen soll. Das Grundthema dieses und des zweiten Bandes besteht wohl aus Vulkanen. Trotz allem bin ich ohne jede Erwartung an das Buch herangegangen, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, wie man denn Vulkane in einen Roman einbauen will. – Was ich dann bekommen haben, war zwar in jedem Fall historisch, aber mir persönlich war nicht klar, dass die hier beschriebene Katastrophe wirklich in dem Ausmaß geschehen ist. Darüber musste ich mich gesondert informieren.
Ich hatte zunächst einmal gut damit zu tun, mich in der Handlung zurechtzufinden. Vor allem zu den Geschehnissen im Prolog konnte ich erst einmal keinerlei Verbindungen herstellen, bis es dann wieder zu einem Vulkanausbruch kam.
Die Gegebenheiten in der Kolonie waren, gerade für die Einheimischen, mal alles andere als einfach. Durch die Gegebenheiten, welche gerade mit dem kleinen Taschendieb so abgehen, wird mir klar, dass die Niederländer seinerzeit ganz schön einen haben raushängen lassen. – Herr Milewski bringt die Ereignisse seinerzeit sehr gut rüber.
Trotzdem die Handlung auf wahren Begebenheiten seinerzeit beruht, sind trotz allem nicht alle Charaktere wirklich historisch belegt. Er sagt selber, dass der eine oder andere Mensch hier dazuerfunden worden ist.
Das Schicksal der Tochter des niederländischen Richters hat mich noch einmal nachdenklich werden lassen. Sie scheint es gut gehabt zu haben, zumindest nach Außen hin. Scheinbar im Überfluss und Reichtum aufgewachsen, hat auch sie durch den Tod ihrer Mutter ihr Päckchen zu tragen und sieht es nicht ein, eine arrangierte Ehe mit einem Mann einzugehen, der ihr wohl so gar nicht passt. Sie wehrt sich, wird von ihrem eigenen Vater noch über den Tisch gezogen und deckt dann mit einem nicht standesgemäßen Freund eine Ungerechtigkeit auf. – dass sie das dann nicht überleben darf, zeigt mal wieder wie einflussreich ihr Vater und andere Männer in dieser Gesellschaft waren.
Herr Milewski schreibt ja schon immer Romane, welche irgendwie auf historischen Ereignissen beruhen. Aber hier musste ich tatsächlich eine Weile suchen, bis ich begriffen habe, wo das historische Ereignis war. Als ich mich dann darüber informiert hatte, war ich erstaunt, wie bildhaft das eigentliche Ereignis beschrieben waren. Da hatte ich ein wirklich gigantisches Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Und verbunden mit dem Schicksal des Leonhard kam mir das alles noch einmal noch gigantischer vor.
Das ganze Geschehen zwischen den Menschen und die Scharmützel des Onkels haben mich jetzt nicht so wirklich abgeholt. Am interessantesten waren hier wirklich die Begebenheiten mit der jungen Frau, die sich wehrt diese Ehe einzugehen und dann wirklich einiges auf sich nimmt, um genau das zu erreichen.
Vom Schreibstil her, bin ich wieder sehr gut mitgekommen und hatte stellenweise ein gigantisches Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Einzig die holländischen Namen haben mir ganz schön Probleme bereitet. Einfach aus dem Grund, weil sie für meine Ohren und für meinen Verstand absolut nicht geläufig waren.
Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Wahrscheinlich bin ich aufgrund der Geheimakten dieses Autors einfach nur verwöhnt und eben anderes gewöhnt. Im Grunde war die Story aber wieder sehr gut geschrieben und das historische Ereignis geschickt und glaubhaft eingearbeitet.





