
Richard Bachmann
“Der Fluch”
Verlag: Heyne
ISBN: 9-453~02195-9
Länge: 347 Seiten
– gelesen im Juli 2025 –
Ein Buch, aus den Untiefen meines SuB`s, was sich dann aber als schon einmal gelesen herausgestellt hat. – Irgendwas war faszinierend, etwas anderes war nicht so gut.
Klappentext:
Bachmann ist King – Stephen King ist Bachmann Seit in den USA bekannt wurde, dass hinter dem Pseudonym Richard Bachmann der Meister des Horror-Thrillers Stephen Kind steckt, stehen auch die Bachmann-Romane an der Spitze der Bestseller-Liste! Billy Halleck aus Connecticut hat nur ein einziges Problem: er wiegt 50 Pfund zu viel. Als er einer alten Zigeunerin begegnet, nimmt sein bisher so angenehmes Leben eine verhängnisvolle Wendung. Billy verliert plötzlich an Gewicht. Zuerst ist er erfreut darüber, dann beunruhigt, schließlich zu Tode erschrocken … (Quelle: Lovelybooks.de)
Inhalt:
Billy Halleck für ein gutes und vor allem gewichtiges Leben. Bis zu dem Tag, an dem er aus der Gerichtsverhandlung kommt, bei der er mal Angeklagter war und nicht als Anwalt. Ein Hinterbliebener der Frau, die er überfahren hat, verlucht ihn mit dem einem einzigen Wort. „Dünn“ ist ab diesem Tag sein neues Leben.
Wöchentlich nimmt er erschreckend schnell ab. Pfund für Pfund wird er erst schlank, dann dünn, dann dürr. Und niemand in seiner Gegend will ihm glauben, dass er verflucht ist. Die weiteren Opfer des Zigeuners halten sich bedeckt und ertragen ihre Leiden still und im Verborgenen.
Einzig Halleck macht sich ab einem gewissen Punkt auf die Suche nach der Zigeunertruppe, um den Fall von Mann zu Mann zu klären, was aber ohne die Hilfe eines Freundes nicht geht.
Fazit:
Dieses Buch stammt bei mir aus einem der vielen sterbenden öffentlichen Bücherschränke. Dementsprechend zerfleddert kommt es daher, was mir aber die Handhabung am Ende sehr erleichtert. Noch mehr Leserillen, als das Buch schon hat, kann es wohl kaum bekommen. Am Ende war mir aber bekannt, dass es sich bei Bachmann um keinen Geringeren als Stephen King handelt. Und von King wollte ich schon länger mal wieder etwas lesen.
Die Handlung selber ist wenig spektakulär, plätschert im Prinzip so vor sich hin. Gespickt mit Vorurteilen gegen das fahrende Volk bleibt das was geschehen ist, zunächst im Dunkel, kristallisiert sich aber in verschachtelten und wirklich stellenweise komplizierten Schachtelsätzen heraus.
Billy Halleck, als Protagonist, lebt eigentlich ein ganz gutes Leben. Vor allem lebt er ein gewichtiges Leben und macht daraus, dass es ihm gut geht, keinen Hehl. Statussymbole vorm Haus und die Bilderbuchfamilie, welche aber durch sein Abnehmen nach und nach zerbricht. – Ich habe nicht verstanden, was die Frau gleich für ein Theater macht, als ihr Mann anfängt, schlank und attraktiv zu werden. Sicher, als es dann anfängt, wirklich krankhaft auszusehen, wäre Hilfe schon angebracht gewesen, aber wenn der Mann der Meinung ist, die Ursache zu kennen, kann ich ihn doch nicht einfach für unmündig erklären lassen. – Steckt da eventuell nichts weiter als die Angst dahinter, dass der Versorger der Familie wegfallen könnte …
Die Aktion, bis er die Zigeunertruppe dann gefunden hat, war wenig spektakulär, dass man dann wörtliche Rede auch noch in deren Sprache abdruckt, die wahrscheinlich kaum jemande spricht, wenn sie überhaupt das war, was die so von sich geben, war übertrieben.
Dass sich die Story dann im Prinzip auch noch doppelt, indem man einen Teil der Handlung mal aus dieser, dann aus jener Sicht erzählt, hat noch einmal ein paar Seiten extra Stoff gegeben, hat mich aber am Ende nur gelangweilt. Ich muss nicht wirklich alles bis ins kleinste Detail wissen, was wann und wie passiert ist.
Gleich am Anfang ist mir aufgefallen, dass hier wirklich einige Tippfehler schon auf der ersten Seite vorhanden waren. Aber was will ich eigentlich … Das Buch stammt aus dem Jahr 1985 und genau so sah es auch aus. Zerfleddert, viele Knicke, das Papier hat zehn Kilometer gegen den Wind nach Gammel gerochen … Das Ganze ist so schlimm, dass ich dieses Werk wahrscheinlich direkt in die nächste Bücherzelle oder in den Müll entsorgen werden. Das vermodert mir ja mein komplettes Bücherregal.
Die Schrift war sehr klein, was mir das Lesen ziemlich erschwert hat und mich immer wieder zu Pausen gezwungen hat.
Der Text wirkt stellenweise durch allerlei philosophische Anwandlungen sehr in die Länge gezogen und künstlich aufgebauscht. – Das wäre vom Schreibstil her, sicherlich auch besser gegangen.
Die Story selber war im Grunde ganz interessant. Aber die Vorurteile gegen Zigeuner haben mir stellenweise ganz schön auf den Magen geschlagen. Manchmal frage ich mich, ob ich es hier überhaupt mit erwachsenen Menschen zu tun hatte, so wie die mit der Sache umgegangen sind.
Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Ja, ist halt ein altes Buch, aus der Zeit gefallen, aber auch damals hätte man durchaus einiges besser machen können. Irgendwie hat mich eine Art Hassliebe das Buch zu Ende lesen lassen.






