
Michael Tsokos
„Sind Tote immer leichenblass?“
Verlag: Knaur
ISBN: 9-783-426-78824-0
Länge: 186 Seiten
– gelesen im Februar 2025 –
Ein weiteres, hoch interessantes, Sachbuch aus der Feder, bzw. den Fingern von Michael Tsokos. – Lernen wir mal wieder was, ohne dozierenden Unterton.
Klappentext:
In Sind Tote immer leichenblass? nimmt Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner, Professor Michael Tsokos, die gängigen Klischees und Irrtümer rund um die Arbeit im Sektionssaal aufs Korn. Mit seinem Sachbuch räumt er mit den oft bizarren Darstellungen der Rechtsmedizin in Krimis auf und zeigt, wie weit diese von der Realität entfernt sind. Spannend und realitätsnah informiert Tsokos über die tatsächlichen Mittel und Methoden der modernen Gerichtsmedizin .
Werden Mordopfer tatsächlich von den Angehörigen in der Rechtsmedizin identifiziert? Sind Rechtsmediziner wirklich bei der Verhaftung eines Verdächtigen dabei? Nehmen sie gar an der Vernehmung von Zeugen teil? Szenen wie diese gehören zum Standardrepertoire von Fernsehkrimis. Doch mit der Realität haben sie nichts zu tun. Meist handelt es sich um Klischees von Vorgängen im Sektionssaal.
Die tatsächlichen Abläufe und die Gründe erläutert Michael Tsokos in diesem Buch. Er entlarvt eingefahrene Klischeebilder und verzerrte Darstellungen der Vorgänge im Obduktionssaal und erteilt nebenbei einen Grundkurs in Rechtsmedizin. Das ist lehrreich und äußerst spannend. Ein Buch, das nicht nur für Fans von Sebastian Fitzek und True Crime Büchern fesselnd ist, sondern auch für alle, die sich für Kriminalistik , Forensik und die Aufklärung von Mordfällen interessieren. Sind Tote immer leichenblass? ist ein erzählendes Sachbuch, das zeigt: Nichts ist spannender als die Wirklichkeit. (Quelle: Lovelybooks.de)
Inhalt:
In diesem kleinen Büchlein räumt Herr Dr. Michael Tsokos mit den gängigsten 40 Irrtümern über die Rechtsmedizin auf. Das geht los mit der Definition, was Rechtsmedizin ist, und wie sie sich von Pathologie unterscheidet. Er räumt weiterhin damit auf, dass Angehörige der Verstorbenen eben nicht an den Seziertischen stehen und ihre Leute identifizieren müssen und auch mit den essenden, rauchenden und ermittelnden Rechtsmedizinern räumt er auf und stellt klar, wo seine Aufgaben liegen und wo nicht.
Nein, Tote sind nicht immer leichenblass. Genaugenommen eigentlich nie, wegen der Leichenflecken, Fäulnisveränderungen und anderweitigen Beschädigungen wie Hämatomen, Wunde etc. – Interessant, kurz und kurzweilig.
Fazit:
Erschienen ist das Buch im Jahr 2016, geschrieben von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner Dr. Michael Tsokos. Aufmerksam auf ihn und seine Bücher bin ich über Instagram geworden, wo er mit interessanten und informativen Videos aus dem Leben seines Hundes und seinem Arbeitsleben die Menschen unterhält.
Es handelt sich nicht um das erste Buch, was ich aus seiner Feder lese und ich finde die Aufmachung des Covers für ein Sachbuch mit diesem Kaliber fast schon zu lachs und leicht. Nackte Füße mit Zettel am Zeh und ein Comic-Tsokos sollen die Leute zum Lesen des Büchleins animieren. – Ich hätte das Buch im Regal gelassen, wenn ich nicht wüsste, von wem es ist und worum es gegangen wäre. Solche Cover sprechen mich absolut überhaupt nicht an.
In 40 kurzen Kapiteln, plus Vorwort und Nachwort, erläutert Prof. Dr. Tsokos seine Ansichten zu den verschiedenen angesprochenen Sachverhalten. Mir ist dabei nur aufgefallen, dass es scheinbar wirklich viele, für mich wirklich unverständliche Mythen über die Rechtsmedizin und den Umgang mit den Verstorbenen gibt. – Mir ist bewusst, dass es bei einer Obduktion durchaus blutig und ruppig zugehen kann. Das ist aus den Videos immer sehr gut zu erkennen. Jedoch hat doch das ganze Tun und Lassen einen Zweck. Ich finde es also mehr als lachhaft, dass wirklich noch Leute glauben, die Angehörigen des Verstorbenen würden an den Sektionstisch bestellt, um den Menschen zu identifizieren.
Außerdem hatte ich beim Lesen ein wirklich herrliches Kopfkino vor meinem geistigen Auge, wie so ein Rechtsmediziner in der einen Hand das Skalpell und in der anderen Hand das Mettbrötchen mal eben einen Kommissar von der Polizei über den Stand der Dinge aufklärt. – Auch so ein Mythos, der sich dank der einschlägigen TV-Formate wohl nach wie vor hartnäckig hält.
In jedem Fall geht Herr Dr. Tsokos mit eben den TV-Formaten absolut nicht zimperlich um und nimmt gerade den Kölner Tatort dazu her, um zu zeigen, wie es eben nicht funktioniert. – Mir war ja gleich klar, dass ein Rechtsmediziner mit Sicherheit nicht ermittelt. Das ist nicht sein Job!
Der Text lässt sich einfach lesen und verstehen. Die Seiten fliegen nur so dahin und schon hatte ich das Buch in nur einer Sitzung durchgelesen. Dabei ist es mir stellenweise schauerartig über den Rücken gelaufen, bei dem was so geglaubt wird und zum Teil sind mir auch Lacher entfleucht, die vielleicht nicht so ganz zum Thema passen.
Untermalt und aufgelockert ist der Text mit comicartigen Zeichnungen, die zum Thema passen, im Stil aber mehr wie Karrikaturen wirken. – Der Professor ist stellenweise gut zu erkennen, aber eben auch nicht eins zu eins nachgezeichnet.
Das Taschenbuch ist fest, aber nicht starr gebunden, ist leicht und liegt gut in der Hand. Das hat das Lesen noch einmal zu einem Vergnügen gemacht. Seitenaufteilung und Schriftgröße sind sehr locker und augenfreundlich gestaltet, sodass auch Dauerlesen kein Problem ist.
Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Auch wenn das Buch nicht das Kaliber hat, wie seine vorherigen Sachbücher über den Beruf des Gerichtsmediziners, war es dann doch lehrreich und eine gute Unterhaltung. Von der Qualität war hier eindeutig ein Dr. Tsokos drin, in den Umschlagseiten, die so gar nicht nach ihm aussehen wollen.








