[Taschenbuch] Victoria Hislop – „Insel der Vergessenen“

Victoria Hislop
„Insel der Vergessenen“
Verlag: Diana TB
ISBN: 9-783-453-35444-9
Länge: 432 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Ich befürchtete ein schmalziges Familiendrama und bekam glaubhaft beschriebene Geschichte, die mich gefesselt hat.

Klappentext: Auf den Spuren der Vergangenheit ihrer Familie reist die Archäologin Alexis nach Kreta. Nicht weit entfernt vom Heimatdorf ihrer Mutter entdeckt sie die Insel Spinalonga, bis 1957 Griechenlands Leprakolonie. Endlich erfährt sie, welche Rolle die Insel der Vergessenen über Generationen hinweg im Leben ihrer Familie gespielt hat. Noch ahnt sie nicht, wie stark das Geflecht aus Intrigen, Verrat und enttäuschter Liebe auch ihr eigenes Leben bestimmt … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Alexis, eine junge Archäologin macht mit ihrem Freund Urlaub auf Kreta. Sie weiß, dass die Wurzeln ihrer Familie auf dieser griechischen Insel zu finden sind. Ihre Mutter jedoch, hüllt sich in Schweigen, was ihre Vergangenheit angeht. Also will Alexis auf diesem Weg etwas über ihre Vergangenheit erfahren.
Durch eine Freundin ihrer Mutter, die noch immer in Plaka lebt, erfährt sie alles über die tragische Vergangenheit ihrer Familie. Sie erfährt vom tragischen Tod ihrer Urgroßmutter, von der Krankengeschichte ihrer Großmutter und sie erfährt, warum ihre eigene Mutter so wenig über sich und ihre Familie sprechen will.
Ihre Familie ist eine tragische Mischung aus Lepra und dem Leben auf Spinalonga, Verrat und Intrigen, Mord und grenzenloser Leidenschaft.

Fazit: 429 Seiten aus Papier und Pappe lassen sich ganz schön unbequem halten, wenn man lange Zeit nichts als Ebooks gelesen hat. Die sind schon wesentlich bequemer. Und wenn man dann noch nicht in der Lage ist, dem Buchrücken einen Schaden zuzufügen, wird es gleich noch einmal schwieriger.
Trotzdem habe ich mich mit Feuereifer an die Lektüre gestürzt. Ich war auf Kreta, ich hatte von Plaka gehört und Spinalonga besucht. Das hat der ganzen Story noch einmal einen besonderen Kick gegeben, weil ich ja an einigen Schauplätzen selber gewesen bin und mir so besser vorstellen konnte, wie es auf Spinalonga ausgesehen hat. Welche Wege die Protagonisten wann zurück gelegt haben und wie anfällig die Insel für den Wind war.
Aber auch so hat die Story viel Spannendes an sich gehabt. Der Leser bekommt das Gefühl, dass die Autorin selber auf der Insel gelebt hat, weil sie von der Lepra geheilt worden ist. Der erste Schreck, als die Lepra am eigenen Körper entdeckt wurde, die Angst vor der unbekannten Kolonie und dem Elend und dann die Hoffnung der Menschen, als bekannt wurde, dass man nah an einem Heilmittel dran ist. Das alles ist so super beschrieben, dass ich es vor meinem geistigen Auge komplett miterlebt habe.
Als die Leute dann die Insel alle verlassen konnten, musste ich beim Lesen sogar eine Träne verdrücken. Das alles war so dermaßen emotional, dass ich gar nicht anders konnte, als ein Tränchen zu verdrücken.
Kein Wunder also, dass ich das Buch in genau zwei Anläufen durch hatte. Vorgenommen hatte ich mir ein Wochenende, aber gebraucht habe ich einen Freitag Abend und einen halben Sonnabend. – Eigentlich eine Schande, wenn man bedenkt, wie lang so ein Autor an einem Buch schreibt…
Trotzdem habe ich mich schnell an den Umstand mit dem physischen Buch gewöhnt. Die Seitenaufteilung war sehr augenfreundlich und Dauerlesen in dem Moment gar kein Problem. Die Schrift war angenehm groß und auch an den Stil der Autorin hatte ich mich sehr schnell gewöhnt. Und schon war ich einer komplett anderen Welt, habe mit den Protagonisten gelitten, gebangt und geliebt.
Nach der einen Leseunterbrechung bin ich auch ganz schnell wieder in die Handlung hinein gekommen. Die Kapitel waren zwar recht lang, wären meiner Meinung nach aber auch nicht nötig gewesen. Sie haben lediglich die Handlung etwas übersichtlicher gestaltet, weil es dann irgendwann drei Orte waren, an denen die Protagonisten verteilt waren.

Die volle Punktzahl für ein Buch, was mich so dermaßen gefesselt hat, wie ich es lang nicht mehr erlebt habe. Es war einfach nur das pure Lesevergnügen, trotz des doch recht ernsthaften Hintergrundes.
Ich bereue diese Lektüre nicht und ich spreche ganz ausdrücklich eine Leseempfehlung aus. Es lohnt sich. Man taucht in eine ganz eigene Welt ab, die durch Weltkrieg, Weltanschauungen und die Lepra so viel Leid erfahren hat und doch noch heute ihre Traditionen wahrt und ehrt.


[Taschenbuch] Heidi Rehn – „Das Spiel der Hoffnung“

Heidi Rehn
„Spiel der Hoffnung“
Verlag: Knaur
ISBN: 9-783-426-51592-1
Länge: 512 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Das Schicksal einer Halbjüdin, die durch die Intrigen eines verwöhnten Mädchens und Schwulitäten gerät.

Klappentext: 1927 scheint die ganze Welt von einem Taumel ergriffen. Zwischen Berlin und München, Monte Carlo und Paris herrscht ausgelassene Aufbruchstimmung. Niemand ahnt, wie nah am Abgrund man sich in Wahrheit befindet. In vollen Zügen genießt Ella ihr junges Eheglück mit dem gutsituierten Unternehmersohn Jobst. Ihre gemeinsamen Reisen führen sie nach Montreux und Paris sowie an die italienische und französische Riviera, in mondäne Casinos und Varietés. Einzig Jobsts rätselhafte Geschäftstermine, zu denen er immer mal wieder verschwindet, manchmal gleich für mehrere Tage, behagen Ella gar nicht. Doch verbirgt ihr Mann wirklich etwas vor ihr – oder entspringt ihr Misstrauen nur ihrem eigenen schlechten Gewissen, weil sie selbst mehr als ein Geheimnis hütet? (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Ella Withkamp will den Professor in München eigentlich nur kennen lernen. Seine Adresse fand sie im Nachlass ihrer Mutter. – Dass sie dann aber den Sohn eines münchener Unternehmers kennen und lieben lernt, war so nicht geplant.
Die Hochzeit ist dann auch ziemlich schnell und klein. Und trotzdem hat Ella in ihrer Schwägerin auch eine erbitterte Feindin gefunden. Viktoria will ihr mit aller Macht die Tour vermasseln und engagiert dafür sogar einen Privatdetektiv. Er soll Sachen über Ella heraus finden, die sie selber nicht weiß.
Jobst , ihr Ehemann , will von ihrer Vergangenheit nichts wissen. Er lebt seine Liebe zu ihr und verschwindet immer mal wieder zu Geschäftsreisen und Terminen. Er macht aus deren Inhalt und Zweck ein Geheimnis.
Es kommt , was kommen muss. Mitten im großen Glück , als Ellla und Jobst eine Reise nach Paris unternommen haben, tauchen Fotos aus Ella Ihrer Vergangenheit auf. Genau diese Fotos sorgen für einen großen Bruch in der Ehe und einen riesengroßen Krach im Hause der Schwiegereltern. Ellas jüdische Wurzeln werden plötzlich zum Thema und Ella ergreift dir Flucht . Sie versteckt sich im anonymen Berlin.
Ein Freund von Jobst, der schon immer ein Talent für den richtigen Augenblick hatte, taucht aber auf, holt sie aus ihrem Tun heraus und fährt mit ihr zu ihrem Jobst. Denn auch der hat es in seiner Familie nicht mehr ausgehalten und will sein Glück am Spieltisch versuchen. Doch Ella und Jobst müssen klären, wie es weiter gehen soll. Denn Ella hat inzwischen festgestellt , dass sie ein Kind erwartet.

Fazit: Ich war angenehm überrascht von dem Buch. Ich habe es gewonnen und am Ende gar nicht gewusst, worauf ich mich dann bei der Lektüre am Ende einlasse. Dann aber wurde ich positiv überrascht.
Zum einen handelt es sich hier um eine ziemlich normal Familiengeschichte. Gut, sie spielt in den 1920er Jahren, aber auch das ist jetzt noch nicht so die Sensation. Auch die Handlung ist eigentlich typisch Drama in der gehobenen Gesellschaft. Aber was das Ganze so spannend macht, ist die Tatsache, dass Hitler unterschwellig schon mitspielt. Jeder kennt um die Geschichte dieses schreienden Emporkömmlings und genau so zeigt er sich auch in der Handlung. Und da die Protagonistin auch noch Halbjüdin ist, ist die Spannung vorprogrammiert. Schon allein um der tatsächlichen Geschichte wegen. Jeder weiß, was mit Juden angestellt wurde.
Ansonsten lässt es sich schön flüssig lesen und die Handlung ist leicht verständlich. Alles ist so beschrieben, dass man es leicht versteht und ruhig auch mal etwas abgespannt sein kann, beim Lesen. Einzig das Kopfkino brauchte immer etwas, bis es angesprungen ist. Aber wenn es dann angesprungen war, zeigte es mir Bilder, die besser nicht sein konnten.
Dauerlesen war möglich und notwendig . Einmal angefangen und in die Handlung vertieft , war so schnell nicht mehr davon los zu kommen. Ich habe gelesen, war in der Zeit vollkommen vertieft und habe meine Umwelt komplett dabei vergessen. So gefesselt hat mich das Ganze .

Ich kann für dieses Buch einfach nur wärmstens eine Leseempfehlung aussprechen. Ehrlich, ihr macht damit absolut nichts falsch. Und wer weiß , vielleicht eröffnet sich euch ja auch ein neues Genre, so wie mir.

[Buch] Wolfgang Bahro & Andreas Kurzt – „Immer wieder Gerner“

Wolfang Bahro & Andreas Kurtz
„Immer wieder Gerner“
Verlag: Riva
ISBN: 9-783742-31215-0
Länge: 219 Seiten

– gelesen im März 2022 –

Einmal mehr ein Griff in mein Regal mit den Printausgaben. Mein Finger landete mit geschlossenen Augen auf dem Buchrücken dieser Biografie. – Gut, dann eben das Buch. Schließlich habe ich es mal geschenkt bekommen und das sollte doch auch geehrt werden.

Klappentext: Rechtzeitig zu seinem 60. Geburtstag blickt Wolfgang Bahro auf sein bisheriges Leben zurück, in dem Rechtsanwalt Jo Gerner eine besonders große Rolle spielt. Diesen Juristen mit einem fatalen Hang zu ungesetzlichen Handlungen verkörpert Bahro in der Kultserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten seit 1993. Und zwar so gut, dass er damit zum Publikumsliebling wurde. Obwohl es ein Leben vor Gerner gab und sogar eines neben ihm gibt, in dem Bahro erfolgreich Theater spielt und eigene Kabarettprogramme aufführt, überstrahlt dieser Typ alles. Wolfgang Bahro ist immer wieder Gerner und spricht jetzt ganz offen über sein Leben als Bösewicht der Nation. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Wolfang Bahro gibt schon seit einer gefühlten Ewigkeit den Bösewicht Dr. Jo Gerner in der RTL-Vorabendserie „GZSZ“. In diesem Buch schreibt er mit Andreas Kurtz so etwas wie seien Memoiren.
Die Kindheit beschreibt er jetzt nicht so ausführlich, wie andere das vielleicht getan hätten. So kann er seine Eltern zu einem großen Teil aus dem Buch und somit aus der Öffentlichkeit raus halten. Aber ansonsten gibt es viele interessante Teil über seine schauspielerischen Anfänge, Stolpersteine und Sackgassen. Bis hin zu eben dieser, seiner Paraderolle.
Er schreibt darüber wie er sich mit GZSZ weiter entwickelt hat, reist auch kurz sein Privatleben unter dem Drehstress an, gibt Einblicke hinter die Kulissen und was er an gemeinnützigen Sachen so alles macht.
Ein sehr interessanter Mann.

Fazit: Dieses Buch kommt im Hardcover daher, ist in Schwarz gehalten, so dass es aussieht, als stünde Herr Bahro in einem dunklen Raum, und nur sein Gesicht wird etwas angeleuchtet. So gesehen sieht es fast edel aus.
Ansonsten hat es noch die nötigen Angaben, die ein Buchcover so braucht. Als da wären Autorennamen, Titel und Untertitel und die Nennung des Verlages. – Der hat mir nicht gesagt. War mir bis dato vollkommen unbekannt. Aber darauf soll es ja bei einem Buch jetzt nicht gerade ankommen.

Die Seitenaufteilung war sehr augenfreundlich. Eine angenehme Schriftgröße und anderhalbzeilige Abstände haben meinen Augen sehr gefallen und ich konnte dauerhaft lesen, ohne eine Überanstrengung fürchten zu müssen.
Das Buch selber war sehr straff gebunden, sodass ich immer Angst hatte, ich mache den Buchrücken kaputt, wenn ich es zu weit aufschlage. Das hat das Halten beim Lesen etwas umständlich gestaltet, aber mit dieser, meiner Meise, lebe ich ja schon länger. Ich kann defekte Buchrücken einfach nicht haben. So war das auch hier. – In jedem Fall würde das Buch so einiges aushalten. Es ist qualitativ in Ordnung.

Der Inhalte ist in einfachen Worten geschrieben. Keine Fachbegriffe, keine hochgestochenen und langatmigen Sätze. Dafür aber den einen oder anderen Witz, der mir immer mal wieder das Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert hat.
Alles war in praktische und nicht zu lange Kapitel unterteilt und ich hätte jederzeit eine Lesepause einlegen können, wenn ich es denn gewollt hätte. Aber hier kann man wirklich sagen, dass mich diese Biografie wirklich komplett gefesselt hat. Es war eben alles nicht einfach nur trocken runter gelabert, sondern irgendwie hat man dem Text schon angemerkt, dass Herr Bahro Spaß an seinem Job bei GZSZ hat und dass er noch lang nicht ans Aufgeben denkt.
Mit seinen 219 Seiten war das Buch nicht gerade umfangreich. Aber auch auf diesen wenigen Seiten findet der interessierte Leser jede Menge Informationen zu seinem Idol. – Ich habe einiges erfahren, was ich bisher noch nicht wusste. Und ich sehe sowohl den Charakter, als auch den Schauspieler dann mal ein wenig mit anderen Augen.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Für eine Biografie war dieses Buch wirklich unheimlich humorig, ehrlich und kurzweilig. Ein bewegtes Leben, was bei mir auch sehr viel bewegte Bilder in meinem Kopf erzeugt hat.

[Buch] Angelina Whalley – „Der Grenzgänger“

Angelina Whalley
„Der Grenzgänger“
Verlag: Arts & Sciences
ISBN: 9-783-937-25616-0
Länge: 293 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Dieser Mann ist einfach nur der pure Wahnsinn!
Auch wenn seine Wegbegleiter nicht alle verständlich schreiben, sein Leben ist spannend!

Klappentext: Wer ist Gunther von Hagens? Für die einen ist der Schöpfer von KÖRPERWELTEN ein Hochstapler, für andere ein Genie und für wieder andere ein Monster und Störenfried. Erstmals geben verwandte, private und berufliche Weggefährten aus allen Lebensabschnitten tiefere Einblicke in diese umstrittene Persönlichkeit. Die Herausgeber Dr. Angelina Whalley und Prof. Franz Josef Wetz haben in dem Buch Geschichten und Anekdoten zusammengestellt, die bislang unbekannte Seiten dieses eigenwilligen Anatomen in den Lichtkegel der Öffentlichkeit treten lassen. Dabei erzählen sie Ernstes und Witziges, Aufregendes und Anstößiges, in jedem Falle aber Abenteuerliches und Spannendes über eine rätselhafte Figur unserer Zeit. Wie die Steine eines Mosaiks fügen sich die bebilderten Beiträge von der Kindheit über die Republikflucht bis zum Uni-Anatomen und Ausstellungsmacher zu einer facettenreichen Begegnung mit dem Erfinder der Plastination und seinem Werk zusammen.

Gunther von Hagens, der das Buch anlässlich seines 60. Geburtstages überreicht bekam, war überrascht von der Vielschichtigkeit der Beiträge und der Auswahl der Erzähler: „Dieses Buch hat mir vergessenes Leben zurück geschenkt. Ich war überrascht, wie viele Erlebnisse ich inzwischen einfach vergessen hatte. Dazu gehören meine frühen Präparierversuche an Kleintieren im Wald meiner Heimatstadt genau so wie meine ersten Fehlschläge in der Plastination. Alles in allem werde ich in diesem Buch treffender und vielseitiger anatomiert, als es mir selbst je möglich wäre.“ (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: In dem Buch geht es um Gunther von Hagens und sein Leben. Zu Wort kommen Leute, die ihn ein Stück seines Lebens begleitet haben. Zum Beispiel ein Schulkamerad von Oder aber ein Leidensgenosse aus dem Strafvollzug. Die beiden haben wegen versuchter Republikflucht im Stasi-Knast gesessen.
Studenten und Schüler erzählen über die Arbeit mit und für ihn. Seine zweite Frau und auch ein Sohn aus erster Ehe kommen zu Wort.
So kristallisiert sich das Leben dieses Mannes mit vielen Höhen und Tiefen heraus.

Fazit: Gunther von Hagens ist ein ganz normaler Mann. Er hat seine Ecken und Kanten wie jeder Mensch und hat sich durchs Leben beißen müssen. – Genau das wird in diesem Buch klar. Es ist auf jeden Fall besser als jede herkömmliche Biografie. Alles kommt wesentlich glaubhafter rüber.
Manche Leute, hier in diesem Buch, schreiben wirklich unterhaltsam und kurzweilig. Einige wenige aber leide auch gespickt mit Fachbegriffen. Diese Leute habe ich einfach überflogen. Für diese Möchtegerns war mir meine Zeit zu schade.
Allen in allem war es aber gut, dass die Schrift hier so angenehm groß war. Dauerlesen war ohne Probleme möglich.
Einzig das Buch selber war nicht so handlich. Glanzpapier und broschiert ist keine bequeme Kombi. Ich musste es beim Lesen immer wieder irgendwo abstützen. Ansonsten ist mir die Hand eingeschlafen und der Arm fing an und tat weh.

Aber auf jeden Fall ein lohnenswertes Buch. Ich glaube, das lese ich nicht nur einmal!

[Buch] Mario Giordano – „Apocalypsis“

Mario Giordano
„Apocalypsis“
Verlag: Lübbe
ISBN: 9-783-404-27149-8
Länge: 324 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Das Abenteuer eines Journalisten, der unverhofft zwischen die Fronten eines geheimen Krieges gerät.

Klappentext: Papst Johannes Paul III. ist zurückgetreten und spurlos verschwunden. Der Journalist Peter Adam stellt Nachforschungen an. Er stößt auf einen Orden, der seit Jahrhunderten gegen die Kirche arbeitet: Die Träger des Lichts. Die Verschwörer wollen den Weltuntergang herbeiführen. Sie stützen sich auf die Prophezeiung des Malachias: Der letzte Papst wird sich den Namen „Petrus II.“ geben. Mit ihm soll das Ende aller Tage kommen. Der vorletzte Name auf der Liste des Malachias ist der Name des verschwunden Papstes – Johannes Paul III.

Peter stößt auf ein weiteres Geheimnis: Seine leiblichen Eltern sollen bei einem Unfall ums Leben gekommen sein. Doch tatsächlich gehörten sie einst zu den Trägern des Lichts. Peters eigene Vergangenheit ist eng mit den dunklen Mächten verbunden: Für die Verschwörer ist offenbar er selbst der Schlüssel zur Apokalypse … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Peter Adam ist in Rom. Der Papst ist zurück getreten und ein neues Konklave steht an. Aber Peter hatte eine Vision, in der der Vatikan in einer riesigen Explosion erschüttert wird, es gibt viele Tote… Am Ende wird Peter verfolgt, weil man denkt, dass Peter die Explosion verursacht hat.
Peter muss fliehen, will gleichzeitig Ermittlungen anstellen und stellt am Ende fest, dass er einen Zwillingsbruder hat. Dieser Zwillingsbruder gehört einer Art Sekte an, die ein ergebener Feind der Kirche ist. Sie wollen diese um jeden Preis in ihrer jetzigen Form vernichten.
Peter deckt weiterhin die nicht ganz koscheren Machenschaften im Vatikan auf, er verliebt sich in eine Nonne, schläft mit ihr und muss feststellen, dass diese Nonne die Tochter des zurück getretenen Papstes ist…
Und am Ende ist er wirklich für die Explosion verantwortlich.

Fazit: Pure Spannung und Verschwörungstheorien ala Dan Brown. Genau so bildhaft, genau so spannend und genau so „abgedreht“. Genau so fundiert recherchiert und dem entsprechend sind Wahrheit und Fiktion auch miteinander verwoben. – Das Lesen hat Spaß gemacht und auch das teilweise sehr kirchenlastige Geschwafel war zwar zwischenzeitlich hart an der Grenze zum Langweiligen, hat aber immer wieder die Kurve gekriegt.
Einzig, wenn ich total abgespannt war, hatte ich Probleme, das Gelesene auch zu verstehen. Aber auch nach längeren Pausen bin ich immer wieder richtig schnell in die Handlung hinein gekommen.
Seitenaufteilung und Schriftbild waren so gut, dass ich ohne Probleme auch Dauerlesen konnte, ohne dass ich Probleme mit den Augen bekommen hätte.

Die Idee des Buches fand ich super umgesetzt. Ich habe förmlich an der Handlung geklebt. – Und am Ende ist auch die Kirche nichts weiter als eine machthungrige Firma, die korrupt, intrigant und total verbissen ihr Ziel von noch mehr Macht und Einfluss verfolgt.

[Buch] Mark & Lydia Benecke – „Aus der Dunkelkammer des Bösen“

Mark & Lydia Benecke
„Aus der Dunkelkammer des Bösen“
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9-783-785-76046-8
Länge: 431 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Ob Kampusch oder Vergewaltiger. Hinter jedem Verbrecher steckt eine demolierte Psyche…

Klappentext: In der Dunkelkammer des Bösen rücken wir ganz nah heran an erstaunliche Verbrechen. Wir treffen auf Killer wie Dr. Holmes, den ersten bekannten Serienmörder der USA. 1893 baute dieser Gaskammer, Krematorium und Präparationstische, um Hunderte von Menschen zu foltern und zu töten. Wir widmen uns Vergewaltigern, Nekrophilen, Sadisten, Sexualmördern und anderen Tätern. Wir schauen in ihr Innerstes und wir besuchen sie im Knast. Wir fragen uns: Wie entstehen „Monster“? Gibt es kaltblütige Killer wirklich, oder sind sie Opfer der Umstände? Müssen Täter pädophil sein, um sich an Kindern zu vergehen? Was steckt hinter den Fällen Fritzl und Kampusch, und waren das grausige Ausnahmen?

Inhalt: Markus und Lydia Benecke nehmen die Täter in diesem Buch nicht etwa in Schutz. Vielmehr klären sie psychische Hintergründe der zweifellos schlimmen Taten auf. Echte Fällen dienen hier als Aufhänger. Es geht zum Beispiel um Pädophilie und ihre verschiedenen Formen. Es geht um Vergewaltiger und ihre Hintergründe und Lügenkonstrukte. Darum, was die Täter an Leichen fasziniert und das auch Nekrophilie verschiedene Ausprägungen haben kann.
Interessante Einblicke, die man so nie bekommen würde.

Fazit: Das waren mal Einblicke, die ein Normalverbraucher so schnell nicht bekommt. Und dieser Umstand macht das Buch unheimlich interessant. – Nicht, dass die Täter in Schutz genommen werden sollen. Ihre strafe sollen sie auch bekommen. Aber mitunter ist eine psychologische Betreuung auch recht sinnvoll.
Das Schriftbild und die Seitenaufteilung waren sehr augenfreundlich. Dauerlesen war zumindest dann möglich, wenn man geistig noch aufnahmefähig ist.
Das Buch selber war leicht und handlich. Der Krampf in der Hand blieb aus und der hässlich Knick auf dem Buchrücken ist auch nicht gekommen. Ich bin ja sowas von begeistert!
Ein wirklich lohnenswertes Buch. Ein Thema, was immer mal wieder aktuell wird. Die Leute regen sich über die Straftäter auf, aber keiner hinterfragt, warum si das gemacht haben. Was zu ihrer desolaten Psyche geführt hat…
Ziemlich interessante Sache das!

Das Buch lohnt sich wirklich! Tut euch auch so etwas ruhig mal an!

[Buch] Rachel E. Carter – „Die Kandidatin“

Rachel E. Carter
„Die Kandidatin“
Reihe: Magic Academy (3)
Verlag: cbt
ISBN: 9-783-570-31245-2
Länge: 445 Seiten

– gelesen im Februar 2022 –

Mir war einfach mal wieder nach einem Taschenbuch von meiner Leseliste. Also dann mit der Reihe über die magische Akademie weiter.

Klappentext: Der Kampf um die Schwarze Robe duldet keine Liebenden …

Die 20-jährige Ryiah hat es geschafft – sie ist Kriegsmagierin von Jerar! Doch sie träumt immer noch von der Robe des Schwarzen Magiers, dem Mächtigsten aller Kriegsmagier. Ry hat ein Jahr, um sich auf das prestigeträchtige Turnier um den nächsten Schwarzen Magier vorzubereiten. Dabei muss sie gegen einen Gegner antreten, den sie noch nie besiegt hat: kein Geringerer als ihr Verlobter Prinz Darren … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Ryiah scheint ihr Glück gefunden zu haben. Sie hat die Erlaubnis, ihren Prinzen zu heiraten, wird vom König im Palast akzeptiert und darf vorher auch noch Dienst als Magierin verrichten. Zwar mit einer Leibwächterin im Schlepptau, aber daran muss sie sich wohl nun gewöhnen.
Im Regiment findet sie nicht so recht Anschluss und kapselt sich immer mehr von den anderen ab. Einzig ihre alten Freunde halten nach wie vor zu ihr, versuchen sogar, sie dazu zu bewegen, sich mehr mit den anderen abzugeben. – Doch Ryiah trainiert lieber für das große Turnier, in dem sie die Chance hat, die erste Magierin des Reiches zu werden.
Auf dem Turnier offenbart sie wahre Grausamkeit des Königs. Er will Blut sehen und schreckt nicht davor zurück, auch diejenigen zu bestrafen, die einfach nur das Turnier abbrechen und sein perfides Spiel nicht mitmachen wollen.
Doch den größten Kampf fechtet Ryiah nicht im Ring der Arena, sondern im Palast. Wem kann sie noch trauen? Wer lügt und wer erzählt die Wahrheit und ist es am Ende der König, der für die Überfälle im eigenen Land verantwortlich ist? Was genau weiß ihr Prinz und wie weit kann sie seinem Bruder trauen? Lohnt es sich, mit der Familie überhaupt warm zu werden?

Fazit: Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich den ersten und zweiten Band dieser Reihe gelesen habe und somit kann ich nicht sagen, dass dieser Band nahtlos an den vorangegangenen anknüpft. In jedem Fall aber, geht die Story weiter. Und wenn man den Stoff zu einhundert Prozent komplett verstehen möchte, macht es wirklich sehr viel Sinn, die vorangegangenen Bände auch zu lesen.
Es handelt sich um Romantasy, was zwischendrin auch wirklich richtig gut raus kommt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass das hier für mich der beste Band von allen dreien war. Die Handlung plätscherte anfangs einfach mal vor sich hin. Die Protagonistin versucht, ihren Platz in ihrem Leben zu finden. Sie mag ihren Prinzen, lernt ihn aber auch näher kennen, was der Beziehung so gar nicht guttut. Es gibt Eifersuchtsszenen, Streit und Versöhnungen. Doch am Ende bereiten sich alle auf den großen Wettkampf vor, bei dem man die schwarze Robe des ersten Magiers gewinnen kann. Hier müssen unsere beiden Liebenden gegeneinander antreten. Ob sie das wollen oder nicht. Das Regelwerk muss befolgt werden. – Jedoch kommt bei dem Wettkampf eine riesengroße Gemeinheit des amtierenden Königs ans Licht, der auch mir das kalte Grausen beigebracht hat. Als ich das genau Ausmaß dessen, was da passiert, erfasst habe, hat es mir die Gänsehaut auf die Haut getrieben und ich konnte die Wut der Protagonistin so nachempfinden. Aber eben auch die Tatsache, dass ihr am Ende doch die Hände gebunden waren. – So gemein.
Zum Finale hin war dann noch einmal alles offen, was die Liebe der beiden angeht, aber auch bis das Ergebnis da ist, braucht es noch einige Schicksalsschläge und Haken in der Handlung, die man sich als Autor auch erst einmal einfallen lassen muss.
Irgendwie wurde der Romantik hier nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie man es sich für Romantasy eventuell wünschen würde.

Alles war mit leichten Worten gut beschrieben, dass ich der Handlung dauerhaft gut folgen konnte. Genau genommen war ich hier richtiggehend gefesselt und habe das Buch in zwei etwas länger dauernden Sitzungen durch gehabt. So schnell habe ich schon lang kein Buch mehr „gefressen“. – Aber ich wollte einfach wissen, wie die Sache aus geht.
Das Ende ist auf der einen Seite eine Art Abschluss, birgt aber auch noch jede Menge Stoff für mindestens noch ein weiteres Buch. Allerdings weiß ich nur von drei Bänden dieser Reihe. Ich sollte eventuell noch einem recherchieren, ob die Story nicht doch noch irgendwie weiter geht.
Die Erzählweise war stellenweise ziemlich langatmig. Das waren dann immer die Stellen, wo die Handlung für mich stehengeblieben ist und erst einmal nur Romantik angesagt war. Mein Film im Kopfkino hat angehalten und stellenweise war ich genervt, weil ich viel lieber gewusst hätte, wie die Story denn nun ausgehen sollte. Und in dem Moment ging es aber nicht vor und nicht zurück und ich hätte aus der Haut fahren können.

Ich habe jetzt schon etwas länger kein Taschenbuch mehr gelesen und das Halten des Buches war für mich stellenweise nicht gerade bequem und endete einmal sogar in einem Krampf meiner linken Hand. Aber, ich habe es geschafft, dass nicht eine Leserille den Buchrücken verunstaltet. Eine Sache, ich so gar nicht ab kann.
Die Seitenaufteilung war sehr augenfreundlich. Die Schrift nicht zu klein und nicht zu groß. Der Zeilenabstand anderhalbzeilig und somit hat man sich auch auf einer Seite nicht so lang aufgehalten. Aber das Gefühl, mal wieder echtes Papierrascheln zu hören und der Geruch des echten Papieres waren schon einmal mehr ein Leseerlebnis.
Das Buch ist hochwertig geklebt und kann bei angemessener Behandlung durchaus auch mehrere Lesedurchgänge aushalten. Flexibel genug zum guten Lesen, aber stabil genug, dass nicht gleich jede Seite rausfleddert.

Ich bewerte das Buch mit den vollen 5 von 5 möglichen Sternen.
Ich wurde wirklich sehr gut unterhalten. Der Romantik wurde nicht ganz so viel Aufmerksamkeit geschenkt, sodass trotz allem noch eine gut und spannende Story dabei herauskam. Es hatte alle Elemente da, die es für ein gutes und spannendes Buch braucht und ich war rundherum richtig gut unterhalten.

[Buch] Robert Mawson – „Das Lazaruskind“

Robert Mawson
„Das Lazaruskind“
Verlag: Goldmann
ISBN: 9-783-442-44678-0
Länge: 414 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Spannend, bahnbrechend und so typisch menschlich. Hauptsache Paragraphen werden eingehalten. Der Mensch ist erst einmal egal.

Klappentext: Der sensationelle Bestseller des neben Nicholas Evans wohl erfolgreichsten britischen Autors unserer Tage. Nach einem tragischen Unfall liegt die kleine Frankie im Koma. Als ihre Familie von einer Ärztin hört, die Kinder aus diesem Schattenreich zurückgeholt hat, schöpft sie neue Hoffnung. Tatsächlich gelingt es Dr. Elizabeth Chase, eine Verbindung in jene dunkle Traumwelt aufzubauen, in die Frankie geflohen ist. Doch das Mädchen hat die Schwelle zum ewigen Schlaf überschritten. Gemeinsam mit Frankies Bruder Ben macht sich Dr. Chase auf zu einer Expedition in das dunkle Paradies am Grunde unseres Seins – dorthin, wo der Tod näher ist als das Leben … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Ben muss seine Schwester und deren Freundin zur Schule begleiten. Er findet das peinlich. Also will er nur mal eben über die Straße, um sich eine Rolle Pfefferminz zu holen. Er glaubt, die Mädchen bekommen das nicht mit. Doch dann muss er den schrecklichen Unfall mit ansehen.
Frankie, seine Schwester, leigt im Koma und Ben ist psychisch so angegriffen, dass er weißes Haar bekommt.
Die Eltern, die getrennt leben, raufen sich durch diesen Schicksalsschlag wieder einigermaßen zusammen. Die Hoffnung, dass Frankie wieder wach wird, hält sie hoch. – Doch man tut in der Klinik nichts weiter, als Frankie zu überwachen.
In den USA gibt es eine Klinik, die sich auf Patienten wie Frankie spezialisiert hat. Dort soll Frankie hin gebracht werden. Dich die Entscheidung fällt nicht leicht und ist auch eine finanzielle Frage. Auch Bein sein Zustand macht mehr und mehr Sorgen.
In der Klinik angekommen, beginnt man zwar mit der Behandlung, aber von Geld ist keine Rede mehr. Nur nach und nach stellt sich heraus, welche Probleme das Institut gerade hat.
Gerade als die Behandlung von Frankie auf einem guten Weg ist, wir der Chefärztin die Handhabe entzogen. Unter dem Deckmantel vom Kindeswohl bringt man Ben und Frankie in große Gefahr.
Die Eltern und das Team des Instituts müssen zu drastischen Mitteln greifen.

Fazit: Zum größten Teil war die Story einfach nur spannend. Ständig habe ich mit den Protagonisten gehofft und gebangt. Mehrfach habe ich mich auch dabei ertappt, wie ich ihnen den einen oder anderen Ratschlag geben wollte.
Dann gab es allerdings auch einen Teil, in dem es um die Eheprobleme der Protagonisten ging. Denen hat der Autor für meinen Geschmack etwas viel Raum gegeben. Aber auf der anderen Seite hat wohl auch das irgendwie zur Handlung gehört…
Der ganze Text war in einer einfachen Sprache geschrieben. Die notwendigen medizinischen Fachbegriffe erklärten sich von selber oder wurden erklärt. Ansonsten blieb noch genügend Platz für die Fantasie und Vorstellungskraft des Lesers und die Handlung ging immer schön voran.
Lesepausen waren alles andere als toll. Ich habe es gehasst, wenn ich das Buch mal zur Seite legen musste. – Aber dann bin ich auch ohne Probleme wieder in die Handlung hinein gekommen.

Das Thema der Handlung ist halt auch nicht so abwegig. Die alternative Medizin, zu der alles Neue und Andere zählt, hat noch immer keinen guten Ruf. Und genau darum ging es doch hier. Um eine innovative und neue Methode, Koma-Patienten zu behandeln. Und dann kommen die Paragrapenreiter und machen alles wieder kaputt…

In diesem Sinne kann ich nur sagen: Tut euch dieses Buch an! Es ist herzergreifend und spannend. Man ist fast gezwungen, es in einem Ritt durchzulesen.

[Buch] Julia Tavalaro & Richard Tayson – „Bis auf den Grund des Ozeans“

Julia Tavalaro & Richard Tayson
„Bis auf den Grund des Ozeans“
Verlag: Herder
ISBN: 9-783-451-06967-3
Länge: 224 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Spannung und Anspannung, Trauer und Hilflosigkeit und dann dieser Kampfgeist. – Diese Frau hat meine Bewunderung!

Klappentext: Eines Tages erwacht eine junge Frau in einem Krankenhausbett. Sieben Monate lag sie im Koma. Als sie nun die Augen öffnet, bemerkt dies niemand. Es ist der Beginn eines Alptraums – ihr Körper ist vollständig gelähmt, nur die Augen kann sie bewegen. Man betrachtet sie als hirntot, und behandelt sie auch so. Erst nach sechs Jahren kommt eine junge Therapeutin auf die Idee, dass Julia sich doch verständigen kann. Und dann schreibt sie mit ungeheurer Energie und Lebenslust das Unglaubliche auf. Aus ihrer Geschichte spricht weniger Anklage als die tiefe Weisheit, die heitere Gelassenheit und die unglaubliche kämpferische Kraft einer starken Frau. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Julia Tavalero lebt mit ihrem Mann und Tochter ein ganz normales Leben. Bis zu dem Tag, an dem sie zwei Schlaganfälle erleidet und ins Koma fällt. Als sie wieder aufwacht, ist sie nicht in der Lage sich bemerkbar zu machen. Sie bekommt alles mit, insbesondere die Gemeinheiten. So wird ihr beim Duschen absichtliche Wasser in den Luftröhrenschnitt gespritzt. Dadurch hatte sie das Gefühl zu ertrinken. Sie wurde als Gemüse oder halb totes Stück Fleisch beschimpft. Sie wurde im Bett nicht gedreht und hat sich dadurch wund gelegen. Die Schmerzen müssen fürchterlich gewesen sein…
Eines Tages bekommt Julia Besuch von einer Therapeutin. Erst die entdeckt, dass die Patientin alles mitbekommt. Nach endlosen zwei Jahren beginnt man endlich, Julia zu fördern.
Es beginnt ein langer Kampf für Julia. Doch sie will ein Stück ihres Lebens zurück. Neue technische Errungenschaften helfen ihr in den Rollstuhl und zu einem Schreibkurs. Julia wird Autorin.
Und dann schreibt sie, Buchstabe für Buchstabe, ihre Geschichte auf.

Fazit: Diese Frau, völlig gelähmt, den oft mies gelaunten Pflegeschwestern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert – diese Frau hat einen Willen, den man so schnell kein zweites Mal findet. Und dabei ist sie nicht mal von Hass oder Racheglüsten getrieben. Und sie hätte die Weiber sowas von verklagen können…
Der Text hat mir des öfteren mal die Haare hoch stehen lassen. Entweder vor Rührung odr vor Fassungslosigkeit. Ich musste einfach weiter lesen. Konnte gar nicht anders. Mich hat einfach interessiert, wie es für diese tapfere Frau weiter geht.
Der Text ist keine leichte Kost, aber in einfachen Worten geschrieben. Medizinische Fachausdrücke wurden zwar verwendet, aber auch gleich erklärt. So konnte man den Faden gar nicht verlieren.
Das Buch selber war leicht, dünne und auch beim Dauerlesen ohne Krampf sehr gut in der Hand zu halten.

Die fünf Sterne hat sich die Schreibe auf jeden Fall verdient. Ich gehe sogar noch weiter und spreche eine absolute Leseempfehlung aus! Tut euch diese Zeilen an, unbedingt!

[Buch] Michael Schophaus – „Im Himmel warten Bäume auf dich“

Michael Schophaus
„Im Himmel warten Bäume auf dich“
Verlag: Pendo
ISBN: 9-783-858-42387-0
Länge: 190 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

190 Seiten Hoffnung, Spannung, Liebe und Drama. Emotionen pur!

Klappentext: Zwei Jahre hat Jakob Zeit, sich unbeschwert zu entwickeln. Dann kommt die Diagnose: Neuroblastom, eine Krebsart, die vor allem bei Kindern auftritt. Was nun beginnt, ist ein verzweifelter Kampf gegen die Krankheit, Monate zwischen Hoffnung und Bangen. Doch Jakob liebt das Leben. Er sucht sein Glück und findet es in den unbeschwerten Momenten, wenn er nicht ans Bett gefesselt ist oder von Schmerzen gequält wird: beim Radfahren, beim Malen – und bei seinen geliebten Bäumen.§Mit erschütternder Unmittelbarkeit beschreibt der Vater, was Jakob und die Familie durchmachen – die Hoffnungen, die in die Medizin gesetzt werden und die unerträglichen Situationen im Großbetrieb Krankenhaus, die Tage, an denen Jakob nur leidet, an der Chemotherapie, dem Tumor, den Schmerzen, und die Tage, wo er zu Hause spielt, wo es Hoffnung gibt und Freude.§Ein sehr persönliches und ergreifendes Buch, das bewußt macht, was wirklich wichtig ist im Leben. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Das Glück könnte für Familie Schophaus perfekt sein. Sie haben sich ein Leben aufgebaut, Kinder und an und für sich ein glückliches Leben. Zumindest so lang, bis der Mutter beim Füttern des kleinen Jakob eine geschwollene Wange entdeckt. Mit einem Aufschrei des Entsetzens leitet sie eine Zeit ein, die für die Familie alles andere als leicht ist.
Der kleine Jakob wird nun von einem Arzt zum anderen geschleppt. Er muss Untersuchungen noch und nächer über sich ergehen lassen und am Ende wird es ein Neuroplastom fest gestellt. Eine Art Krebs, die bei Kinder selten gut verläuft. – Aus 90% Chance werden 50%, dann 20% und zum Schluss nur noch 5%.
Michael Schophaus betreut seinen Sohn während der langen Zeit des Leidens. Eindrucksvoll beschreibt er die Hochnäsigkeit der Ärzte, dieses machtlose Gefühl der Eltern und im krassen Gegensatz dazu das sonnige Gemüt des kleinen Jakob.

Fazit: Anrührend war es. Ich habe geweint, bei der Lektüre. Ich habe dem lebensfrohen Zwerg die Heilung so gegönnt… und dann das.
Man merkt, dass das Buch vom Vater selber geschrieben wurde. Niemand sonst konnte das so authentisch rüber bringen. – Obwohl er sich am Anfang in seinem Berufsdeutsch verfangen hatte, ließ es dann nach und der Text war zwar leicht verständlich, aber nicht unbedingt leicht zu verdauen.
Das Buch ist klein und handlich. Es hätte gut in meine Handtasche gepasst, wenn es denn irgendwo mit hin gemusst hätte. Aber das tat nicht not, da ich es in einem Sitz durchgelesen hatte.
Was mir allerdings etwas gegen den Strich ging, es kamen so Leute wie seine Ärztin, eine Kindergartenerzieherin und ein Pfaffe zu Wort. Die haben alles an Emotionen wieder zerschrieben, was der Vater vorher so mühsam aufgebaut hatte. Schade eigentlich.

Ansonsten aber ein durchaus lesenswertes Buch. Eine kleine Lektüre für zwischendurch, für man sich aber Muse und Zeit nehmen sollte. Der Stoff ist alles andere als leicht zu verdauen.