
Clive Cussler
„Die Titanic-Verschwörung“
Reihe: Isaac Bell (10)
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9-783-641-25062-1
Länge: 414 Seiten
– gelesen im Februar 2025 –
Der 10. Band der Reihe von und mit Isaac Bell hat erst einmal die maximale Verwirrung bei mir gestiftet. Allerdings hat sich das dann auch wieder aufgeklärt und Herrn Cussler als wirklich geschickten Strategen dastehen lassen.
Klappentext:
Als jungem Marineingenieur gelang Dirk Pitt, dem heutigen Direktor der NUMA, sein vielleicht größter Triumph: die Bergung der Titanic . Doch gleichzeitig war es eine Niederlage, denn das seltene Element Byzanium, das sich hätte an Bord befinden sollen, war nicht dort.
1911: Der Tod von neun Menschen führt den Detektiv Isaac Bell auf die Spur einer weltumfassenden Verschwörung. Byzanium, ein neues Element mit einzigartigen Eigenschaften, wurde entdeckt, und skrupellose Kriminelle schrecken vor nichts zurück, um es zu kontrollieren. Bell sieht nur eine Möglichkeit, um sie aufzuhalten und das Morden zu beenden: Er muss das Byzanium selbst in seinen Besitz bringen und für immer vor den Verschwörern verbergen. Er fasst einen gewagten Plan – und dafür kommt ihm die Jungfernfahrt des ebenso gigantischen wie luxuriösen Passagierschiffs RMS Titanic gerade recht. (Quelle: Lovelybooks.de)
Inhalt:
Ein historisches, wenn nicht sogar das erste Uboot wird bei Bauarbeiten im Hafen von New York aufgefunden und kein geringerer als Dirk Pitt kann es vor den Gewalten des Wassers retten. – Dabei entdeckt er das Tagebuch des Isaac Bell, der seinerzeit rund um die Geschehnisse der Bergung und Verbringung des Byzantiums verwickelt war. Dabei sind nicht wenger als 9 Bergleute verstorben, weil skrupellose Geschäftemacher unbedingt an das seltenste der auf der Erde befindlichen Materialien kommen wollen.
Isaac Bell betätigt sich hier als Seemann, Bergmann, Schmuggler, Dieb und ganz nebenbei als Detektiv. Allerdings kann er die Katastrophe des Verschwindens des Materials nicht verhindern. Unbewusst verhindert er hier allerdings seinen und auch den Tod seiner Ehefrau Marion.
Fazit:
Ein typisches Coverbild für ein Buch von Clive Cussler. Und irgendwie auch passend zum Titel. Denn man sieht einen gut gekleideten Mann am Hafen stehen, vor der Titanic, die ab da wohl zu ihrer Jungfernfahrt mit den bekannten Folgen aufbrechen will. Das Schicksal des stolzen Schiffes ist wohl jedem bekannt, aber nicht das Einzelschicksal eines Mannes, der diese Fahrt macht, ohne sie je gewollt zu haben.
Am Anfang des Buches war ich gleich erst einmal maximal verwirrt. Statt von Isaac Bell hat man hier erst einmal von Dirk Pitt gelesen. – Der Held einer anderen Reihe von Clive Cussler, in der Zeit viel weiter voraus, als es Isaac Bell ist und dann doch so archäologisch wie nur was. – Nicht falsch verstehen, der Fund dieses ersten Ubootes war sehr interessant, die Umstände mehr als nervenaufreibend und spannend, aber ich wollte doch etwas ganz anderes lesen. Nämlich, wie Isaac Bell mal wieder in einem Fall ermittelt.
Die Verwirrung hat sich dann aber nach einer harten Aktion, wie ich sie von Dirk Pitt nicht anders gewohnt bin, sehr gut und schlüssig aufgelöst. Herr Cussler hat hier einfach durch ein Tagebuch auf die Ereignisse vor der Jungfernfahrt der Titanic hingelenkt.
Das Erz, um welches es hier die ganze Zeit geht, ist mir aus dem Buch „Hebt die Titanic“ bekannt und nimmt auch durchaus auf die Ereignisse in diesem Dirk Pitt-Roman Bezug. Aber man muss dieses Buch nicht zwingend gelesen haben, um hier zu verstehen, um was es geht. Es handelt sich hier schließlich um die Vorgeschichte zu dem Dirk Pitt.
Die Handlung passt in jedem Fall in das Amerika am Anfang des 20. Jahrhunderts. Dampftechnik, wo man nur hinschaut, wilde und harte Kerle und was hier besonders hervorkommt, die Schere zwischen arm und reich wird hier sehr gut dargestellt. Man merkt ganz deutlich, dass unser Lieblingsdetektiv hier wirklich nur so reagieren kann, wie er reagiert, weil er den finanziellen Hintergrund hat.
Die Story selber ist sehr spannend und gerade was die Krankheit der Bergleute angeht, war ich sehr hin und her gerissen. Es war nicht die Rede davon, dass dieses Erz eventuell radioaktiv strahlen könnte. Aber spätestens als dann diese Marie Curie mit ins Spiel kam, wusste ich, wo der Hase langläuft. Die Bergmänner waren doch nach dem Bergen des Erzes verstrahlt bis unter die Schädeldecke.
Der Protagonist mimt jedenfalls mehr als einmal wieder den McGiver seiner Zeit. Was der für Tricks und Kniffe auffährt, wundert es mich gar nicht, dass er am Ende zu seinem Ziel gekommen ist, was er sich gesteckt hat. – Zum Teil wenigstens.
Ich hatte beim Lesen die meiste Zeit ein farbenfrohes Kopfkino vor meinem geistigen Auge und war, was die Handlung angeht, schon sehr gefesselt. Trotz allem hat die Lektüre gewisse Probleme bereitet, einfach weil mir alles so übertrieben mit Kampfszenen aufgepuscht vorkam. Isaac Bell ist hier wirklich von einem Ärger zum anderen gestolpert und musste nebenbei noch seinen Job erledigen. – Das hat den Stoff etwas übertrieben wirken lassen. Aber im Kern schon sehr interessant.
Man merkt, dass Herr Cussler eine ganze Menge Ahnung von Eisenbahn- und Schiffstechnik hat. Schon allein die ausführliche Beschreibung von Locks oder Schiffen, die vollen Namen und das große Augenmerk auf die Technik, haben schon sehr viel hergemacht. – Für nicht technikinteressierte könnten diese Details fast schon langweilig und uninteressant wirken.
Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Für die volle Punktzahl hat es leider nicht ganz gereicht, da mir die Handlung zum Teil künstlich aufgepimpt vorgekommen ist. Ich bin mir nicht sicher, ob es für dies Story wirklich über 400 Seiten gebraucht hat.





