[EBook] John Grisham – „Das Fest“

John Grisham
„Das Fest“
Verlag: Heyne
ISBN: 9-783-453-41286-6
Länge: 208 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Anders als erwartet, aber eine sehr unterhaltsame Lektüre. Humor, Spannung und Unterhaltung inklusive.

Klappentext: Wie wäre es, Weihnachten einmal ausfallen zu lassen?

Ein Dezember ohne Weihnachten? Der Weihnachtsboykott wird für das amerikanische Ehepaar Luther und Nora zu einem regelrechten Spießrutenlauf, verstößt er doch gegen die gesellschaftlichen Konventionen ihrer kleinen Gemeinde. Mit seiner urkomischen Weihnachtskomödie beweist John Grisham, dass er auch als Humorist unschlagbar ist. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Die Tochter nabelt sich ausgerechnet dann ab, als Weihnachten schon in Sicht ist, die Ehefrau ist nur noch am Heulen und Walt hat so gar keinen Bock auf Weihnachten. – Er bucht eine Kreuzfahrt in die Südsee. Inselhopping, gutes Essen, ganz viel Sonne und KEIN Weihnachten.
Die Vorbereitungen laufen. Die Diät schlägt an, sie werden im Solarium schön braun und zum Gespött der Nachbarschaft. Ihre Weihnachtsverweigerung kann keiner verstehen.

Und dann… einen Tag vor der Angst, ruft die Tochter an, dass sie nach Hause kommt und ihren Verlobten mitbringt. Die ganze himmlische Ruhe ist dahin. Denn nun muss alles im Eiltempo erledigt werden. Die Tochter soll nie im Leben von der aberwitzigen Weihnachtsverweigerung erfahren.

Fazit: Es war definitiv anders, als ich es erwarte hatte. Gibt es nich einen zweiten, einen humoristische Autor, der John Grisham heißt? Anders kann ich mir diese Art Buch mit diesem Namen nämlich nicht erklären.
Auf jeden Fall ist das Buch nicht sehr umfangreich. Es lässt sich sehr einfach lesen. Eine einfache und seichte Unterhaltung ist es eben. – Ich konnte dem Ehepaar alles so gut nachempfinden. Sie wollten raus, sie wollten Weihnachten mal anders… Und dann kommt es wieder anders. – Aber warum haben sie ihrer Tochter nicht einfach gesagt, was Sache ist.
Kleine Nebenhandlungen, die dann aber immer schnell in die Haupthandlungen wieder einfließen, beleben alles ein wenig. Dieser Umstand hat mich bei der Sache bleiben lassen. Ansonsten wäre alles wohl flach und langweilig geworden.
Eine höhere Bildung ist für diese Lektüre nicht nötig. Alles ist beschrieben, dass auch Otto Normalverbraucher alles ohne Problem versteht. Die Lektüre war sogar als Feierabendlektüre bestens geeignet. Einfach los lesen, abschalten und entspannen.
Zum Schluss flossen sogar ein paar Tränen der Rührung. Die Nachbarn konnten schon richtig fies und verständnislos sein, aber als es dann darauf ankam, klappte alles super. Da war kein Fragen und kein Betteln nötig. Es klappte einfach.

Auch wenn dieses Buch so ganz anders war, als ihr es von ihm gewohnt seit, kann ich es euch trotz allem ans Herz legen. Es war wirklich alles da. Humor, Klischee, Unterhaltung und Kurzweil. Alles war einfach zu lesen, auch wenn man kaputt und abgeschlafft vom Tag war.
Ok, das Buch ist vom Erscheinungsdatum her nicht mehr das Jüngste. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. – Ich war jedenfalls angenehm überrascht. Versucht es doch auch mal.


[EBook] Kathy Reichs – „Knochenjagd“

Kathy Reichs
„Knochenjagd“
Reihe: Temperance Brennan (15)
Verlag: Heyne
ISBN: 9-783-453-43771-5
Länge: 400 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Von Toten Babys, die am Ende zu einen Betrug wegen Diamanten führen. – Die Welt spinnt!

Klappentext: Tempes neuester Fall beginnt wie ein Albtraum: In einer verlassenen Wohnung liegt, eingewickelt in ein Handtuch, die Leiche eines Neugeborenen. Und bald tauchen noch zwei weitere tote Babys auf. Die fi eberhafte Jagd nach der Mutter beginnt. Ist sie überhaupt die Mörderin? Ihre Spur führt Brennan und ihren Kollegen Ryan tief in die kanadische Einöde – und in das Revier eines eiskalten Killers … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Gleich zu Beginn erst einmal zwei tote Babys in einer Wohnung. Dazu Polizeiangehörige, die das Ganze mächtig mitnimmt. Nach der Hinzunahme eines Leichensuchhundes kommt auch noch ein drittes totes Baby dazu.
Die Ermittlungen bringen recht schnell eine Verdächtige zutage. Die ist aber inzwischen auf und davon.
Tempe und Ryan machen sich mit einem dritten Kollegen auf den Weg, um ihr zu folgen. In Yellowknife werden sie zwar fündig, doch es bringt ihnen nicht viel, da die Verdächtige genau dann erschossen wird, als sie reden will.
Tempe kommt der Lösung trotz einer Entführung in ein Bergwerk und einem weiteren toten Baby gefährlich nahe.

Fazit: Der Einstieg allein, mit den zwei toten Babys war schon mal typisch Brennan-Romane. Die Spladdereffekte, für die ich auch die Serie so liebe, dürfen natürlich auch im Buch nicht fehlen. Und zack, war ich in der Handlung mal direkt angekommen.
Allerdings bekommt man gleich zu Beginn der Handlung auch jede Menge französische Begriffe um die Ohren gehauen. Diese Tatsache hat mich auch in den vorangegangenen Bänden schon gestört. Und hier war das nicht weniger so.
Zeitweise hat es unendlich erscheinende wissenschaftliche Erläuterungen. Sei es vom Verwesungsprozess, von der Autopsie oder von der Funktionsweise irgendwelcher Maschinen vom Bergbau oder von Land, welches man bearbeiten will. Sachen, die zwar in dem Moment irgendwie zu Handlung gehören, aber mich in dem Moment auch komplett raus geschmissen haben. Das war ziemlich ärgerlich. Denn das Thema mit brutal ermordeten Kindern ging auch mir so ziemlich an die Nieren.
Außerdem hat es mich genervt, dass Frau Reichs die Kapitel immer und immer wieder mit einer Sensation beendet hat. Die Ermittler hatten etwas gefunden, was sie ein gutes Stück voran gebracht hat. Aber der Leser hat es nicht erfahren. Er war also gezwungen, auch das nächste und das darauf folgende Kapitel zu lesen. – Das hat auf der einen Seite gut zur Spannung beigetragen, aber es auch unheimlich schwierig gemacht, überhaupt mal eine Lesepause einzulegen. Und wenn ich dann gezwungen war aufzuhören, bin ich nur extrem schwer wieder ins Hier und Jetzt zurück gekommen. – Dafür nach der Lesepause aber um so schneller wieder in die Handlung hinein.
Handelnde Personen waren nicht viele da, sodass ich auch in die Namen recht schnell rein gekommen bin. Zwar war ich etwas verwirrt, weil eine Person gleich mehrere Namen hatte, aber am Ende fand ich es einfach nur interessant. Das Krankheitsbild werde ich auf jeden Fall mal googeln. Kann nur gut für die Allgemeinbildung sein…

Also ich war einfach nur noch begeistert. Einfach genial, was die Autorin hier für eine Handlung hin gezaubert hat. Man hätte auch total gelangweilt von den Ermittlungen lesen können. Statt dessen wird ein riesiger Betrugsfall daraus… Ja, ich spreche hiermit eine mehr als klare Leseempfehlung aus. Wobei es keinen abschrecken braucht, dass es sich hier um eine Buchreihe handelt. Das macht gar nichts, denn die Bücher sind jedes für sich eine eigene Story und ein abgeschlossener Fall. Auf die chronologische Reihenfolge braucht nicht geachtet zu werden.


[EBook] E.M. Forster – „Die Maschine steht still“

E.M. Forster
„Die Maschine steht still“
Verlag: Hoffmann und Campe
ISBN: 9-783-455-40571-2
Länge: 42 Seiten

– gelesen im Juni 2022 –

Überraschen kurz, das Ganze.

Klappentext: In E. M. Forsters Dystopie leben die Menschen in einer unterirdischen, abgekapselten Welt mit allem Komfort: Das ganze Leben ist durch die Dienstleistungen der »Maschine« perfekt geregelt. Die Menschen haben kein Bedürfnis mehr nach persönlichen Begegnungen, man kommuniziert nur über die Maschine, die über allem wacht. Ihr Handbuch ist zu einer Art Bibel geworden, die Menschen sind gefangen in ihrer absoluten Abhängigkeit von der Technik, die sie nicht mehr kontrollieren können. Doch nach und nach geht das Wissen, das hinter der Maschine steckt, verloren und das System wird anfällig für Pannen …
E. M. Forsters visionäres Werk wirft Fragen auf, die von großer Aktualität sind: Wie kann der Mensch seine Selbstbestimmung wahren gegenüber Maschinen, die immer stärker unser Leben bestimmen? (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Vashti lebt ihr Leben in ihrer Wabe. Bereitwillig lebt sie einen Rhythmus, den die Maschine ihr vorgibt.
Ein Anruf ihres Sohnes Kuno verändert ihr Leben. Er will mit ihr reden, jedoch nicht über die Maschine, sondern von Angesicht zu Angesicht.
Nicht nur die Reise ist beschwerlich, sondern wirklich auch das, was Kuno ihr zu sagen hat. Er hat vollkommen nicht maschinelles Gedankengut. Sie kann nicht verstehen, wie er so aus der Art schlagen konnte. Sie will Kuno nie mehr sehen.
Doch eines Tages passiert das, was niemand sich jemals vorstellen konnte. Die Maschine bleibt stehen. Nichts geht mehr. Die Menschen verlieren alle ihre Annehmlichkeiten und bemerken, wie sinnlos ihre Abhängigkeit doch war.

Fazit: Ich habe ja zunächst Wunder was gedacht, wie toll dieses Buch sein würde. Und dann stellt sich das Ganze als eine eigentlich uralte Story heraus. Die Erstveröffentlichung war 1909 und ich habe meine Erwartungen erst einmal ein ganzes Stück zurückgenommen. Und das alles noch, bevor ich die Lektüre überhaupt begonnen hatte …

Die Story startet direkt mitten im Geschehen, wie es für eine Kurzgeschichte nicht unüblich ist. Und die jetzt konstruierte Welt ist die pure Science-Fiction. Die Menschen haben sich einander und der Natur abgewandt. Elterliche Pflichten enden mit der Geburt und die Menschen erzeugen Ideen.
Von der hier herrschenden Technologie kann man teilweise heute noch nur träumen und alles in allem scheint mir das hier beschriebene Leben nicht sonderlich erstrebenswert. Der Mensch hängt komplett von einer Maschine ab. Die Maschine sorgt für Luft, Unterhaltung, für den Schlafplatz und einiges mehr. Der Mensch bekommt seine Bedürfnisse komplett erfüllt und muss sich um nichts einen Kopf machen.
Wenn ich es nicht genau gewusst hätte, das es sich hier um so ein altes Werk handelt, wäre ich im Leben nicht drauf gekommen.
An der Schreib- bzw. Ausdrucksweise hat man gemerkt, dass jetzt nicht ganz so modern ist, aber ansonsten hat sich alles sehr gut lesen lassen. Ich hatte ein wirklich faszinierendes Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Die Bilder, die da entstanden sind, hatten wirklich etwas von einer Apokalypse. Richtiggehend faszinieren.
Wenn das Ganze jetzt noch ein Roman mit mehr Umfang gewesen wäre, hätte man da aber etwas richtig Gewaltiges daraus machen können. – Vielleicht eine Fanfiction?
Das Format des Ebooks war ein seltenes PDF, aber die Seitenaufteilung war auch für das relativ kleine Display eines normalen Readers sehr gut geeignet. Da hatte ich wirklich absolut keine Probleme. Es war eben wirklich einfach nur zu kurz.

Ich bewerte dieses wirklich sehr kurze Ebook nicht mit voller Punktzahl. Der Stoff hat ein richtiges Buch verdient. Zu gern wäre ich noch mehr in diese Welt eingetaucht und hätte gern mehr über den Zustand der Erde und der Menschheit erfahren. So war es eben nur eine Art Betthupferl.

[EBook] Thomas A. Barron – „Merlin und der Zauberspiegel“

Thomas A. Barron
„Merlin und der Zauberspiegel“
Verlag: dtV Verlagsgesellschaft
ISBN: 9-783-423-70673-5
Länge: 296 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Von einem sterbenden Wald, alten Bekannten und der Zukunft…

Klappentext: Merlin übt seine Zauberkünste. Ein misslungener Springzauber versetzt ihn und Hallia ins verhexte Moor, wo Merlins Schwert von einem Vogel entführt wird. Bei ihrer Suche treffen sie auf einen jungen Mann, Ector. Merlin droht der tödlichen Verletzung eines Killerkäfers zu erliegen. Heilung kann nur der magische Schlüssel bringen, eines der sieben weisen Werkzeuge Fincayras. Als sie ihn nach zahllosen Abenteuern gefunden haben, erscheint Merlins alte Gegenspielerin Nimue: Schlüssel gegen Schwert, lautet ihr Angebot.

Merlin setzt den Schlüssel jedoch ein, um den Zauber zu brechen, den sie über die Moorghule verhängt hat. Das Schwert steckt fest in einem Stein, nur Ector kann es herauszuziehen. Er gesteht, dass er aus einer anderen Zeit stammt, und verspricht, Merlin durch den Zeitspiegel nach Gramarye zu seinem Meister zu bringen, der ihn wird heilen können. Die wallenden Zeitnebel bringen sie zu Ectors Meister, der zu Merlins Verblüffung denselben Namen trägt wie er: Merlin steht sich selbst gegenüber! Und Ectors richtiger Name ist Artus. Ein Festmahl zu dritt krönt das ungewöhnliche Zusammentreffen. Auf dem Weg zurück durch die Zeitnebel wird Merlin klar, dass sein wahres Bild in ihm selbst liegt. Er hat den ‚Spiegel, der kein Licht braucht‘ entdeckt.

Auch der vierte Teil der Merlin-Saga ist voller Leidenschaft und Tiefgründigkeit und bereichert die Legende um eine faszinierende neue Dimension. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Merlin will gerade seinen Schatten unter Kontrolle bringen, als ein Ballymag verletzt am Ufer des Flusses auftaucht. Merlin kann ihn heilen. Der Ballymag kann aber kein Vertrauen in das Menschenmonster fassen. Und als Merlin ihn an einen sicheren Ort schicken will, landen er und Hallia in einem sterbenden Wald.
Merlin kann zwar einen einzelnen Baum retten, jedoch nicht den ganzen Wald. Dazu muss er heraus finden, was genau los ist. – Klar ist, dass sich der Sumpf, das Heim des Ballymags ausgebreitet hat. Und dass die Moorghule im Sumpf ihr Unwesen treiben und alles töten und fressen, was da greucht und fleucht.
Merlin wird einmal mehr angegriffen. Dieses Mal sind es seltsame Käfer, die ihn zwar nicht stechen, ihm aber eine seltsame Schlinge auf die Haut legen, die dann in ihn hinein gekrochen ist und sein Leben bedroht. Merlin muss nun neben dem Wald, auch sich selber retten.
Ein Junge kann ihm helfen. Ein Junge, dem er später in seinem Leben noch einmal wiedersehen wird.
Die Reise durch den Spiegel gibt dem noch jungen Zauberer einige Anregungen, was sein Denken und Handeln betrifft. Denn seine Zukunft scheint eine lange zu sein.

Fazit: Gleich zu Anfang landet der Leser in der Welt von Merlin. Diesem ehrgeizigen jungen Zauberer. Und gleich am Anfang habe ich gemerkt, dass man die Reihe von und um Merlin unbedingt der chronologischen Reihenfolge nach lesen sollte. Zwar sind die Bände jeweils abgeschlossen, aber sie bauen aufeinander auf. Figuren tauchen wieder auf oder werden erwähnt. Die dann nicht zu kennen ist eine Schande.
Auch den Schreibstil von Herrn Barron lerne ich total zu lieben. Die Ich Form in der die Merlinbände geschrieben sind, verwirrt mich zwar immer wieder, aber wenn dann die verschiedensten Geschöpfe von Fincayra auftauchen, mit ihren niedlichen Wortschöpfungen, lockt es mir wieder und wieder ein Schmunzeln aufs Gesicht.
Die Handlung war so beschrieben, dass ich die wirklich seltsamen Geschöpfe, die Umgebung und die Handlung gut vor meinem geistigen Auge sehen konnte. Der Film in meinem Kopfkino war farbenprächtig und spannend. Die vielen seltsamen Gestalten waren eigentümlich und zeugten von einer Menge Fantasie des Autors. – Ich habe am Buch geklebt. Ich war gefesselt, habe extra langsam und aufmerksam gelesen, um nur ja jede noch so kleine Kleinigkeit mitzubekommen. Und da dass Buch nicht mal 300Seiten stark war, hatte ich es dann auch leider innerhalb kürzester Zeit durch.
Ich kann diese Buchreihe für Fantasyfans einfach nur empfehlen. Es lohnt sich, auch wenn sie schon was älter ist.

[EBook] Clive Cussler – „Der Schatz des Piraten“

Clive Cussler & Robin Burcell
„Der Schatz des Piraten“
Reihe: Fargo-Reihe (8)
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9-783-734-10510-4
Länge: 448 Seiten

– gelesen im Juni 2022 –

Nach einem wirklich gigantischen Rezi-Exemplar, führte mich mein Sub mal wieder zu einem schon etwas älteren Werk.
Clive Cussler ist bereits verstorben, hat seiner Nachwelt aber jede Menge guten Stoff hinterlassen.

Klappentext: Faszinierende historische Fakten, packende Action, mitreißende Charaktere

Die Schatzjäger Sam und Remi Fargo wagen etwas Neues: einen Erholungsurlaub! Doch als sie durch Zufall nicht nur auf eine Leiche, sondern auch noch auf eine Schatzkarte stoßen, können sie nicht widerstehen. Die Spur führt sie von Kalifornien nach Arizona, von Jamaica nach England. Ihr Gegner im Rennen: ein von diesem Schatz besessener Milliardär. Er ist Sam und Remi immer einen Schritt voraus, und sie kommen ihm nicht näher. Immer wieder werden ihre Anstrengungen sabotiert. Das lässt für sie nur einen Schluss zu: In ihrem Team ist ein Verräter!
Archäologie, Action und Humor für Indiana-Jones-Fans! Verpassen Sie kein Abenteuer des Schatzjäger-Ehepaars Sam und Remi Fargo. Alle Romane sind einzeln lesbar. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Eigentlich wollten Sam und Remi Fargo wirklich nur Urlaub machen. Zu keiner Zeit hatten sie den Schatzkartenfund beabsichtigt. – Und doch stürzen sie sich in das Abenteuer.
Gefakte Bootsbesatzungen bringen sie in Lebensgefahr, und doch winden sie sich da wieder raus. Selma ist es, die das Buch als das Original erkennt, was Remi eigentlich nicht erworben hat und schon ist ihr Gegenspieler auf den Plan gerufen.
Sam und Remi scheinen einen Verräter in ihren Reihen zu haben, können den aber nicht finden und geben dann doch nicht auf.
Ein spannendes Abenteuer, was Sam und Remi ihren Urlaub immer wieder aufschieben lässt und sie von Amerika bis nach England führt.

Fazit: Ich habe lang gebraucht, bis ich mitbekommen habe, dass es sich bi den Büchern von Cussler um Serien handelt. In diesem Fall ist es eben das Ehepaar Fargo, welche sein Abenteuer nach dem anderen erlebt. Allerdings ist jede Folge für sich genommen ein abgeschlossenes Abenteuer ,und die chronologische Reihenfolge muss nicht zwingend eingehalten werden.
Dieses Buch start mit einer langen Liste von Namen, aus verschiedenen Zeitepochen und Bereichen. Und die Liste war nicht gerade kurz, was mir ein wenig Angst gemacht hat. – So viele Namen und dazu meine Namensschwäche. Das versprach heiter zu werden.
Die Handlung startet dann aber moderat mit einem Prolog, bei dem ich bereits sehr gut den Bezug zum Titel herstellen konnte. Die Richtung der Handlung war somit klar und nicht untypisch für die Fargos.
Aufgefallen ist mir hier, dass sich eine Art Running Gag durch fast die komplette Handlung zieht, bei dem die Fargos ihren Urlaub wieder und wieder verschieben. Der kommt wirklich in den unpassendsten Momenten und ich konnte immer wieder darüber schmunzeln.
Ansonsten schraubt sich die gesamte Handlung mit einem stetigen Auf und Ab dem großen Finale zu. Dabei verschläft es die Protagonisten fürs Finale nach England. Burgen und Schlösser hat es hier in jedem Fall genug, um das Geheimnis eine sagenumwobenen Schatzes einzubauen.

Von Anfang an hatte ich hier ein farbenfrohes Kopfkino mit einer mehr als spannenden Handlung vor meinem geistigen Auge. Da wurde ich nur raus katapultiert, als ich über Tippfehler gestolpert bin. Da sieht man mal wieder, dass in den Verlagen auch lediglich Menschen beschäftigt sind. Und so ein Mensch ist eben nun mal nicht perfekt.
Wie bei der langen Namensliste anzunehmen war, bin ich ab und an mal über die Namen gestolpert. Allerdings nicht so krass, dass ich komplett ins Straucheln geraten wäre. Es hat nie lang gedauert, da war ich auch schon wieder drin im Geschehen und hatte am Ende ein wirklich lohnenswertes und tolles Kopfkino.

Ich bewerte dieses Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Spannung von Anfang bis Ende, immer wieder Stellen zum Schmunzeln und doch glaubwürdig und historisch belegt.
Herr Cussler hatte es eben einfach drauf!

[EBook] Thomas Gifford – „Aquila“

Thomas Gifford
„Aquila“
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9-783-404-15118-9
Länge: 367 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

on einem alten Dokument, einem bösen Verdacht und dem Kampf CIA gegen KGB.

Klappentext: Ein über zweihundert Jahre altes Dokument kommt überraschend ans Tageslicht. Der Student, der es entdeckt hat, wird ermordet aufgefunden. Eine junge, forsche Fernsehreporterin lässt nicht locker. Und ein harmloser Geschichtsprofessor aus Harvard, Massachusetts, findet sich plötzlich im Kreuzfeuer der Geheimdienste. Gemeinsam versuchen die beiden ungleichen Verbündeten das Geheimnis zu lüften. Sie stoßen dabei auf eine Verschwörung, welche die Grundfesten der Nation erschüttern könnte. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Im Jahre 1778 kommt eine Wache eines Lagers zu einem Papier, dass nicht nur seine Weltansicht erschüttert. Sollte der große George Washington wirklich ein Verräter sein?
1975 wird wegen eben jenem Papier ein Student ermordet. Doch auch er hat das Papier nicht mehr. Statt dessen wird sein Professor in die Sache mit herein gezogen. Er wird von seltsamen Gestalten überfallen, muss fliehen, verliebt sich auf der Flucht in eine Reporterin und gerät an die Grenzen seiner körperlichen Belastbarkeit.
Die vermeintliche Sicherheit ist eine Falle, alte Bekannte sind nicht das, was sie jahrelang vorgegeben haben und noch mehr Unschuldige werden in die Sache hinein gezogen.
Hat George Washington wirklich sein eigenes Land verraten?

Fazit: Ich war enttäuscht, denn ich habe etwas anderes erwartet, als es dann am Ende gewesen ist. Erwartet hätte ich Mystik. Geboten wurde mir dann aber Geschichte und Krimi. Na ja und Krimi ist so eine Sache bei mir. Das ist jetzt nicht wirklich Mein Lieblingsgenre.
Stellenweise fand ich die Handlung und Empfindungen der Protagonisten zu intensiv beschrieben. Die Handlung wurde dann gestoppt. Es wurde stellenweise langweilig. – Hier habe ich dann nur noch überflogen, bin aus der Handlung geflogen, aber später immer wieder gut hinein gekommen.
Einen Kopfkinofilm hatte ich nicht. Liegt meiner Meinung nach an den zu starken Beschreibungen. Es hat meine Fantasie irgendwie abgetötet.
Gepackt hat es mich trotzdem. Ich war gefesselt und habe mit den Protagonisten mit gefiebert. Ich war komplett baff, als sich die Romanze entwickelt hat und als ein kleiner Professor einen Mord begehen konnte.

Ob ich hier jetzt eine Empfehlung aussprechen soll, kann ich gar nicht sagen. Das Buch hat gefesselt, keine Frage. Aber irgendwas hält mich davon ab, dieses Buch als Volltreffer zu bezeichnen. – Ich würde sagen: Versucht es einfach, wenn es euch anmacht.


[EBook] Kathy Reichs – „Fährte des Todes“

Kathy Reichs
„Fährte des Todes“
Reihe: Tempe Brennan (1)
Verlag: Blessing
ISBN: 9783641137946

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Eine Wasserleiche und Tempes Fähigkeiten führen zu einem schnellen Ende.

Klappentext: In den Wäldern um den Mountain Island Lake in North Carolina lauert der Tod besonders auf alle, die ins Beuteschema gefährdeter Raubvögel passen – denn für sie wurde in der Nähe das Carolina Raptor Center eingereichtet. Doch Edith Blankenship, eine junge Biologiestudentin, fand hier allem Anschein nach den Tod durch die Hand eines Artgenossen, ihre Leiche findet sich in einer alten Sporttasche. Tempe Brennan, als forensische Anthropologin mit der Untersuchung betraut, heftet sich an die Fersen eines offenbar skrupellosen Mörders – ohne zu ahnen, wie gut sich ihr Widersacher auf täuschen, tarnen und zuschlagen versteht… (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Tempe Brennan will sich einen schönen Tag mit einer Freundin machen. Allerdings kommt der Anruf dazwischen, dass etwas am Ufer eines Sees gefunden wurde.
Nach einer holprigen Fahrt kann Tempe einen Plastiksack mit einer Leiche ans Ufer bringen. Allerdings ist diese Leiche komplett und passt somit nicht zu den vier Knochen, die sie gerade im Labor untersucht.
Doch die Leiche kann als Studentin identifiziert werden. Diese hatte ein Verhältnis mit ihrem Professor, der aber verheiratet war. Das Opfer wurde stranguliert. Der Täter war auf jeden Fall kleiner als das Opfer. Dieser Fakt trifft auf die betrogene Ehefrau zu.
Doch des Rätsels Lösung ist eine andere. Die Täterin fühlt sich auch betrogen. Tempe kommt ihr gefährlich nahe und muss am Ende einmal mehr im ihr Leben fürchten.

Fazit: Es war auf jeden Fall ein kurzer Spaß. Das ganze Buch hatte gerade einmal 84 Seiten. Und davon waren auch noch welche für eine Leseprobe verwendet worden. Ich hatte das Buch in nicht mal 2 Stunden zu Ende gelesen. Und dann war ich leicht enttäuscht. Aber eben nicht wegen der Story, sondern eben weil sie so kurz war.
Von der Handlung her war es so, wie ich es von der Reihe gewohnt war. Auch wenn es kurz war, so waren doch alle Elemente vorhanden, die ich erwartet hatte.
Dann war alles so beschrieben, dass ich es ohne Probleme verstanden habe. Keine Fachbegriffe, keine Namen, die mich aus der Handlung hinaus geworfen hätten. Das absolute Lesevergnügen, wie es besser nicht hätte sein können. – Aber eben leider viel zu kurz.
Der Film in meinem Kopfkino lief in vielen farbenprächtigen Bildern. Ich habe die gefundene Leiche gesehen. Ich habe mit Tempe die Panik geschoben, als sie in Lebensgefahr war und ich habe diese armen Hunde in ihren viel zu kleinen Käfigen sehen müssen.

Auch wenn das Buch kurz war, so bekommt es doch trotz allem die volle Punktzahl. Ein kurzes und gutes Lesevergnügen.


[EBook] Ralf Isau – „Der verbotene Schlüssel“

Ralf Isau
„Der verbotene Schlüssel“
Verlag: cbj
ISBN: 9-783-641-04975-1
Länge: 408 Seiten

– gelesen im Juni 2022 –

Klappentext: Ein Buch über die Macht der Fantasie und die Kraft der menschlichen Seele

Manche Dinge bleiben besser für immer unentdeckt.‘ Nur kurz denkt die 14-jährige Sophia an diesen Rat, als sie das Erbe ihres geheimnisvollen Großvaters annimmt: eine komplexe kleine Maschine, die wie ein Uhrwerk voller Zahnrädchen und Halbkugeln aussieht. Als Sophia mit dem Schlüssel – vor dem ein Brief des Großvaters eindringlich warnt – das Uhrwerk aufzieht, findet sie sich in einem bizarren, gefährlichen Reich wieder. Mekanis, das perfekte, gefühllose Land, erwacht durch sie zu neuem Leben. Und Sophia ist keineswegs allein: der Junge Theo ist seit Jahrhunderten in dieser Welt gefangen. Und der dunkle Herrscher des fremden Reichs lauert mindestens ebenso lange auf die unheilvolle Chance, die Sophia ihm jetzt eröffnet. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Sophia, Vollwaise und schon mit Reichtum gesegnet, wird zu einem Notar beordert. Hier bekommt sie eine Erbschaft ausgehändigt, von einem Großvater, den sie noch nicht einmal groß gekannt hat.
Die Erbschaft enthält ein Fabergé-Ei. In diesem Ei befindet sich ein seltsames kleines Maschinchen, welches einem Uhrwerk nicht unähnlich ist. Ein beiliegendes Buch, welches ihr Großvater selber geschrieben hat, warnt sie vor der Nutzung des kleinen Schlüssels. Doch Sophia lässt sich nicht warnen und dreht den Schlüssel.
Sophia landet in einer Welt, in der alles perfekt mechanisch und ohne jedes Gefühl ist. Wände verschieben sich und Sophia muss zusehen, dass sie am Leben bleibt und nicht zerquetscht wird. – Doch in Mekanis lernt sie auch Theo kennen, der die ganze Geschichte kennt. Schon von damals, als die ganze Geschichte noch in der Götterwelt spielt.
Sophia hat nicht nur sich selber in Gefahr gerbracht, als sie am Schlüssel gedreht hat, sondern auch die richtige Welt zum Anhalten gebracht. Ein Zustand, der so nicht bleiben kann. Außerdem sieht sie hier eine Chance, ihre Eltern zu rächen.

Fazit: Ralf Isau war mir als Autor an sich schon gespannt und ich wusste, dass er wirklich sehr fantastische Stories schreiben kann. Ich bin dem entsprechend mit recht hohen Erwartungen an das Buch heran gegangen.
Schon von Anfang an habe ich für dieProtagonistin eine Symphatie empfunden. Ich konnte sie verstehen und ihre Gedankengänge gut nachvollziehen. Ich glaube fast, ich hätte ganz ähnlich reagiert.
Was aber als normal Jugend-Story begann, hat sich dann erst in ein Rätsel und später in ein riesiges Abenteuer entwickelt. Sophia landet in Mekanis, eine Welt, die der Autor wirklich sehr gut durchdacht und aufgebaut hat. Ich hatte wirklich sehr interessante Bilder in meinem Kopfkino, als ich das alles gelesen habe.
Die Story, die Theo erzählt, hat dann noch einmal so eine Geschichte in der Geschichte gegeben. Eine gewaltige Göttergeschichte über die Entstehung und die Geheimnisse des kleinen Uhrwerkes, welches an dieser Stelle schon die Ursache allen Übels war.

Ich hatte bei der Lektüre ein richtig farbenfrohes, bzw. technisches Kino vor meinem geistigen Auge. Ich habe diesen komischen Mann vor mir gesehen, mit seinen leuchtenden Augen. – Die hätten mir persönlich auch Angst gemacht. Auch ohne dieses ganze Hintergrundwissen.
Alles hat sich gut und flüssig lesen lassen. Wobei ich sagen muss, dass ich bei dieser Geschichte in der Geschichte eine Weile gebraucht habe, bis ich begriffen habe, warum der Autor das eingebaut hat. Aber das hat nicht wirklich lang gedauert und es hat sich mir ein wirklich fantasiereiches Gesamtbild ergeben.
Vom Verständnis her hatte ich stellenweise gut zu tun, dass ich hinterher gekommen bin. Besonders dann, als ich beim Lesen abspannt oder müde war. Die Lektüre hat schon ein gewisses Maß an Konzentration erfordert. Zumal auch viel aus der Götterwelt eingeflossen ist, mit der ich nun so gar nicht vertraut bin. – Aber wenn man sich auf alles eingelassen hat, war die Lektüre wirklich die pure Fantasy und eine sehr gelungene Mischung aus fast realer Geschichte und Fantasie.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Ralf Isau hat mir einmal mehr bewiesen, dass er es eigentlich richtig gut drauf hat und in meinem SuB wesentlich mehr Beachtung finden müsste. Gut durchdacht, fantastischer Weltenbau und eine rundum gelungene Geschichte mit Happy End. Genau so muss es sein.

[EBook] Robert Harris – „Konklave“

Robert Harris
„Konklave“
Verlag: Heyne
ISBN: 9-783-453-43903-0
Länge: 368 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Eine Konklave, wie sie wohl nie Außenstehender erleben wird. Es sei denn, man liest dieses Buch.

Klappentext: Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner … Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Der Papst ist tot. Sofort tritt ein altes Szenario in Kraft, das jedes mal gleich ist, wenn ein Papst verstorben ist. Die Wohnung wird versiegelt, die Geschäfte ruhen und der Papst wird einbalsamiert, beigesetzt und schon steht ein Konklave an.
Bei einem Konklave wetteifern Menschen aus den verschiedensten Ländern um das höchste Amt der Kirche. Jeder Favorit ist darauf bedacht, sich im besten Licht darzustellen. Kein Skandal der Vergangenheit darf ans Licht gelangen. Doch diese Skandale gibt es nun einmal. Es handelt sich hier schließlich auch nur um Menschen.
Kurz bevor das Konklave beginnt, schlägt ein Kardinal auf, den keiner kennt. Der Papst hat ihn ernannt, ohne jemanden einzuweihen.
Der Neue scheint harmlos zu sein. Ruhig und bescheiden scheint er sich in die Gemeinschaft einzufügen. Doch es steckt mehr in diesem kleinen Phillipino.
Trotz eines Bombenanschlages und diverser Abweichungen der alten Vorschriften und Statuten kann sich am Ende ein Skandal abwenden lassen. Oder ist die Entscheidung wirklich eine Gute?

Fazit: Dieses Buch hat mich gefordert. Es hat mich aber auch gefördert und gefesselt. Eben genau so, wie man es sich bei einem guten Buch vorstellt.
Zunächst einmal muss gesagt werden, dass es sich hier um ein Buch handelt, was im Endeffekt ein Konklave beschreibt, wie es wirklich ist. Langwierig, geprägt von Jahrhunderte alten Riten und Vorschriften. Dem entsprechend zäh gestaltete es sich auch, bis ich in der Handlung drin war. Aber als es dann voran ging, kamen auch die ersten Fehltritte der Kardinäle ins Spiel. Es sind halt am Ende auch nur Menschen, die ein Leben vor der Kirche hatten. Und genau diese kleinen Katastrophen machen dieses Buch so interessant.
Ich glaube, dieses Buch musste so ausführlich be- und geschrieben werden. Nur so war es wohl möglich das alles so darzustellen. Dem Leser das Gefühl zu geben, wirklich dabei gewesen zu sein.
Beschrieben war alles so, dass ich zwar nicht durchgehend, aber doch zumindest ausschnittsweise einen Film in meinem Kopfkino laufen hatte. Hin und wieder bin ich über das lateinische Zeugs gestolpert. Oder über die teilweise sehr schwer formulierten Gebete und Bibelstellen. Aber auch daran habe ich mich dann schnell gewöhnt. Es war nicht wichtig für die Handlung, also konnte ich es auch ruhigen Gewissens überlesen.
Das Buch war anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Deswegen war es in gewisser Weise ein Experiment. Denn sind wir mal ehrlich, die Kirche interessiert mich nicht wirklich. Die will ja am Ende auch nur mein Geld. – Aber diese alten Zeremonien, dieses starre Festhalten an alten Traditionen… Das kann doch nicht weltoffen und modern sein.

Ich habe es gern gelesen. Und ich wünsche mir mehr von dieser Sorte Bücher.

[EBook] Simon Beckett – „Totenfang“

Simon Beckett
„Totenfang“
Reihe: David Hunter (5)
Verlag: Rowohlt
ISBN: 9-783-499-27531-9
Länge: 560 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Der Roman kommt nur schleppend in Fahrt. Aber ist er mal in Fahrt, dann wirds unaushaltbar spannend.

Klappentext: Hunter is Back!Leo Villiers ist spurlos verschwunden. Der Spross der einflussreichen Familie soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben – und wird verdächtigt, sie und sich selbst umgebracht zu haben. Als man an einer Flussmündung eine stark verweste Männerleiche findet, scheinen die Vermutungen bestätigt. Doch dem forensischen Anthropologen David Hunter kommen Zweifel. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, der definitiv zu einer anderen Leiche gehört. Während seiner Nachforschungen kommt Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus der Familie Trask unter, die ihm mit unverhohlener Feindseligkeit begegnet. Und sie scheinen nicht die Einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben.

Inhalt: Dr. Hunter glaubt, dass seine Laufbahn als forensischer Antropologe beendet ist. Selbst der Chef seiner Fakultät hat schon durchblicken lassen, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wird.
Doch ein Anruf ändert diesen Zustand rapide. Er wird zur Bergung einer Wasserleiche gerufen. Irgendwo, in einem kleinen Städtchen an der Küste. Und als ob eine Leiche noch nicht schlimm genug wäre, schaltet sich ein einflussreichen Geldsack mit ein, der ziemlich schnell den Deckel auf die Sache machen will.
Doch Hunter spielt der Zufall mit in die Tasche. Eine Autopanne bringt ihm eine dicke fette fiebrige Erkältung und die Bekanntschaft einer Frau. In Gesellschaft dieser Frau birgt er einen einzelnen Fuß aus einem Fluss der Backwaters. Dieser Fuß gehört zu der bereits geborgenen Leiche, passt aber nicht zur ersten Identifikation.
Das Unglück eines Kindes fördert eine weitere Leiche zutage. Hunter wird mehr über die mehr in den Fall hinein gezogen. Unter anderem auch, weil er glaubt, sich neu verliebt zu haben. Er tappt gemeinsam mit einem Kollegen in eine falsche Richtung. Dadurch wird eine lang vermisste Leiche gefunden, der Fall aber endgültig aufgeklärt. Allerdings such ein lang zurück liegender. Und der, der am Ende ungeschoren davon kommt, ist ausgerechnet ist der einflussreiche Geldsack…

Fazit: ¨Totenfang¨ ist auf keinen Fall das beste Werk von Simon Becket. Aber trotz allem kann man es ruhig mal gelesen haben.
Als erstes gibt es einmal den gewohnt spladderigen Einstieg. Der Leser bekommt erklärt, wie und in welcher Reihenfolge eine Wasserleiche in ihre Einzelteile zerfällt. Erst dann gibt es den Einstieg in die Handlung, die dann aber erst einmal so ziemlich seicht vor sich hin fließt. Dr. Hunter wird quasi nicht gebraucht und das lässt alles erst einmal ein wenig sinnlos wirken. – Aber auch das kommt noch.
Nachdem der Leser die Nebensächlichkeiten wie die Autopanne, die Krankheit und die ersten Feindseligkeiten überwunden hat, tut sich ihm eine ländliche Welt auf, wie sie typischer nicht sein kann. Die Leute wollen mit den ¨Städtern¨ eben nichts zu tun haben und lassen sie das auch spüren.
Dr. Hunter stolpert eher unabsichtlich mehr und mehr in die Handlung hinein. Fast so, als würde er das alles nicht wollen, aber das Schicksal mal so gar nicht auf ihn hört. Und als dann auch noch Gefühle ins Spiel kommen, wird es mal ganz verzwickt. Dr. Hunter ist hin und her gerissen, zwischen beruflicher Distanz und einer zarten aufkeimenden Liebe.

Die Handlung ist so beschrieben, dass dem Leser immer noch genügend Raum für die eigene Vorstellungskraft bleibt. – Ich hatte einen lebhaften Film in meinem Kopfkino laufen, der mich gerade zum Schluss hin dann total an die Handlung gefesselt hat. Es will schon etwas hießen, wenn ich meine übliche Schlafenszeit mal übergehe, weil ich noch wissen möchte, wie das Buch ausgeht. Nein gerade am Schluss wird es so spannend, dass ich einfach nicht in der Lage war, das Buch auf Seite zu legen.

¨Totenfang¨ ist ein Teil einer Reihe. Allerdings muss man die Hunter-Reihe nicht unbedingt der chronologischen Reihenfole entsprechend lesen. Die Bücher bauen zwar hier und da aufeinander auf, aber alles was man wissen muss, um das Gelesene zu verstehen, bekommt man grob noch einmal umrissen. So, dass es nicht langweilig wird, man aber genau weiß,worum es geht.
Ich würde dieses Buch jetzt nicht als Bestes der Reihe einstufen. Aber es ist schon lesenswert. Besonders, wenn man auf spladderige Einzelheiten steht. Dann ist das Buch ganz genau das Richtige!