Autor: André Minninger
Regie: Heikedine Körting
Musik: Andris Zeiberts, Jens-Peter Morgenstern, Betty, George und Jan-Friedrich Conrad
Verlag: EUROPA
Produktionsjahr: 2023
Länge: 1 Stunde 7 Minuten
Die Sprecher und ihre Rollen:
Erzähler – Axel Milberg
Justus Jonas, Erster Detektiv – Oliver Rohrbeck
Peter Shaw, Zweiter Detektiv – Jens Wawrczeck
Bob Andrews, Recherchen und Archiv – Andreas Fröhlich
Tante Mathilda – Karin Lieneweg Professor Douglas Bancroft – Jürgen Thormann
Butler Vernom – Jürgen Holdorf
Miss Mortimer – Heidi Schaffrath
Elwood Shoreland – Martin May
Darian – Marc Zabinski

Inhalt:
Die drei Detektive erhalten einen Anruf von Professor Bancroft. Dieser versucht gerade, das geheimnisvolle Voinich-Manuskript zu übersetzen, braucht dazu aber unbedingt Ruhe, die ihm aber in seinem Haus fehlt. Immer wieder stört ihn infernalischer Krach in seiner Arbeit, den aber niemand lokalisieren kann.
Die drei Detektive verdächtigen erst einmal die beiden Hausangestellten und lassen sich unter einem Vorwand in der Villa des Professors einquartieren. – Hier werden sie zwar Zeuge des Krachs, können ihn aber auch nicht lokalisieren. Aber sei werden Zeuge davon, wie ein Motorradfahrer eine Bowlingkugel im Garten des Professors hinterlässt, welche mit einer Drohung beschriftet ist. – Genau dieser Motorradfahrer bedroht dann auch Bob auf dem Schrottplatz, als die drei Detektive von Tante Mathilda zur Arbeit gerufen worden sind.
Die Jungs ermitteln zunächst erst einmal in die vollkommen falsche Richtung, als ihnen bei einer erneuten Lärmattacke der Zufall zur Hilfe kommt. – Sie konnten keinen Lautsprecher finden, weil diese so neu, modern und flach sind, dass sie unter der Tapete verschwinden konnten.
Der Urheber des Krachs ist gefunden und dann hilft ihnen ein weiterer Zufall, bei der kompletten Aufklärung. Nicht die Arbeit des Professors ist der Stein des Anstoßes, wie zunächst geglaubt, sondern das fehlende Ohr für die Leute, die er für seine Freunde hält.
Mein Hörerlebnis:
Die Folge beginnt schon hochgradig unangenehm. Der Professor will zwar die Hilfe der Jungen, ranzt und schnauzt sie aber von Anfang an voll, als wären sie bereits seine Angestellten und müssten sich alles gefallen lassen. – Einmal mehr bewundere ich Justus hier für seine Geduld. Ich hätte bei diesem Vogel schon längst aufgelegt und hätte ihn sein Ding machen lassen.
Die Jungs erscheinen dann also in der Villa dieses Professors und haben es mit einem versnobten Butler und einer überfreundlichen Dame in der Funktion von Haushälterin und Sekretärin zu tun. – Diese Frau allerdings, kommt sehr schnell hinter den Trick und durchschaut, dass die Jungen nicht das sind, was sie vorgeben zu sein.
Der Vorfall mit der Bowlingkugel im Garten scheint erst einmal so überhaupt nicht in den Fall hineinzupassen, da sich schnell herausstellt, wer dieser Typ gewesen ist und aus welchem Grund er das getan hat, was er getan hat. Zwar sieht es auch so aus, als wolle er vom Professor Geld, aber warum sollte er ihn dann von der Arbeit abhalten, die ihm das gewünschte Geld einbringen könnte …
Die Haushälterin bzw. Sekretärin durchschaut die Jungs recht schnell und wird dann auch in die Ermittlungen einbezogen. Bereitwillig und ohne mit der Wimper zu zucken, hilft sie den Jungs sogar mit kleinen Tricks und Kniffen. – Allerdings, so stellt sich später heraus, weiß sie, dass die Jungs auf dem Holzweg sind, und hilft ihnen deswegen.
Der Zufall bringt Justus den Geistesblitz und damit des Rätsels Lösung. Er kombiniert, zählt eins und eins zusammen, erfragt noch einmal ein paar Fakten und kann dann schlussfolgern, was passiert ist. – Zwar haben sie auch hier den falschen Täter im Visier, können die Tat aber genau dann beobachten, als sie passiert. Der Lärm, der immer mal wieder in der Villa tobt, hat absolut nichts mit der Arbeit des Professors zu tun, vielmehr soll es die Arbeiten im Keller übertönen, welche nicht von legaler Natur sind.
Der Professor hatte in seinem Weinkeller all die Jahre einen Schatz an der Wand und schien sich dem nicht einmal bewusst zu sein. Auch hier bangt er um seinen Wein, statt um den wirklichen Schatz an seiner Kellerwand.
Das Ende ist hochdramatisch, bringt die Jungs noch einmal in Gefahr und offenbart die wahre Natur der Sekretärin bzw. Haushälterin. Außerdem bekommt der Professor sein Fett weg, was sein Verhalten denen gegenüber angeht, die er für seine Freunde gehalten hat.
Fazit:
Die Folge beginnt mit einem Aufreger und bestätigt am Ende die Natur des Anrufers. Das ganze Hörspiel über frage ich mich, warum seine Angestellten bei ihm bleiben. Der Vogel ist so von sich selber überzeugt, dass er ringsrum, ums ich herum, absolut nichts mitbekommt, die Leute reihenweise vor den Kopf stößt und es nicht einmal merkt. Sogar die Jungs dürfen sich die eine oder andere Packung von ihm abholen, dass ich mich frage, warum sie bei ihm geblieben sind.
Die Schauspieler haben ihre Sache allesamt wirklich gut gemacht. Aber besonders überzeugend fand ich hier definitiv den Professor. So einen falschen Fünfziger muss man erst einmal spielen können.
Die Story selber ist auch glaubwürdig und innovativ. – Da bringt man einfach mal eine neue Form von Lautsprecher ins Spiel und schon bekommt der komplette Fall eine Wendung, mit der ich nie im Leben gerechnet habe. Und dann muss man sich so etwas auch erst einmal einfallen lassen. – Auch so eine Leistung, die sich sehen lassen kann.
Ich war gefesselt, ich konnte allem gut folgen. Ich fand es realistisch und nicht abgehoben oder komplett konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Deswegen ordne ich die Folge im oberen Bereich mit ein. – Man merkt auch an der technischen Entwicklung in der Handlung, dass ich mich langsam aber sicher den aktuellen Folgen nähere und quasi Up to Date bin.







