Autor: Andreas Masuth
Verlag: Romantruhe
Produktionsjahr: 2014
Länge: 56 Minuten 22 Sekunden
Die Sprecher:
Nicolai Tegeler
Lena Taege
Bernd Vollbrecht
Peter Groeger
Christian Rode
Lutz Harder

Inhalt:
Ein Fischerdörfchen an der Küste der See wird von einem Tag auf den anderen von wirklich bösen und grausamen Geschehen heimgesucht. Menschen sterben, Viehherden und Anbauflächen werden getötet und zerstört und Existenzen drohen zerstört zu werden. – Ein alleinstehender junger Mann wird verdächtigt, für alles verantwortlich zu sein. Aber was niemand weiß, es ist der auf dem Friedhof der namenlosen beerdigte Seemann, welcher die Phänomene hervorruft. Er ist nämlich nicht ein über Bord gespülter Seemann, sondern ein Nöck. Ein Wesen, was unbedingt wieder der See übergeben werden muss.
Ein einzelner älterer Mann hat den Durchblick und macht sich auf den Weg, das Dorf und die ganze Nordseeinsel zu retten. Allerdings braucht er eine Komplizin, welche nichts von ihrem bevorstehenden Schicksal weiß.
Mein Hörerlebnis:
Zunächst einmal ist die Situation klar. Da sind zwei Männer am Ufer eines Gewässers zugange und aus dem, was sie reden, habe ich geschlossen, dass es wohl Fischer sind, die das nächste Auslaufen vorbereiten wollen. – Das geht so lang gut, bis sie eine Leiche finden.
Ich fand es jetzt nicht weiter verwerflich, dass sie sich das Geld des vermeindlichen Seemannes einverleiben wollen und ihn dann aus dem Wasser holen, um ihn zu beerdigen. Es ist ja nicht gesagt worden, dass er irgendwelche Anzeichen gehabt hätte von etwas, das eben nicht menschlich ist. Ich glaube, ich hätte auch nicht anders gehandelt. Ok, was seine Habseligkeiten angeht, bin ich mir da nicht so sicher, aber irgendwelche Behörden hätte ich sicher benachrichtigt, um ihn fachgerecht behandelt zu wissen.
Im Dorf jedenfalls, häufen sich ab dann die seltsamen Ereignisse. Als ob die Ernteausfälle in der letzten Saison und die damit verbundenen Einbußen nicht schon schlimm genug gewesen wären, gibt es jetzt Winde, ohne dass dafür die Saison wäre. Oder Sturmfluten spülen Tiere von der Weide und versalzen die Wiese. Weiter Menschen scheinen zu Tode zu kommen oder erscheinen nach ihrem Versterben dann doch wieder auf der Bildfläche. – Das Ganze spitzt sich zu, als riesige Krebse an Land kommen und mal eben die Menschen töten und fressen und am Ende die komplette Insel heimsuchen wollen.
In dem ganzen Chaos hat es ein Liebespaar, aus dem ich nicht so recht schlau geworden sind. Der Mann kann sich durchaus ein Leben mit der jungen Frau vorstellen, aber sie weiß wohl noch nichts von ihrem Glück. Wie der Vater der Braut zu dieser Liebschaft steht, ist nicht ersichtlich, da das nicht thematisiert wird. Fakt ist aber, dass der junge Mann dann Probleme bekommt, weil er angeblich verdorbenes Korn zur Mühle geschafft hat. Er soll nun also auch für dieses ganze aktuelle Chaos verantwortlich zu sein. – Als es dazu kommt, dass er eingesperrt und und seinem Schicksal überlassen wird, ist aber bereits ein alter Mann unterwegs, der als einziger zu wissen scheint, wie man dem Spuk irgendwie beikommen kann.
Was ein Nöck sein soll, musste ich erst einmal googeln. Nachdem ich dann aber eine Erklärung für diese Sagengestalt hatte, wurde mir einiges klar. Es war logisch, was über dieses Wesen erzählt wurde und hat sowohl zum Ort des Geschehens gepasst, als auch zu den Ereignissen, die hier geschehen sind.
Das Rätsel ist gelöst und das Problem wird beseitigt. Allerdings war das Ende dann nicht wirklich nach meinem Geschmack. Das Opfer, was es gebraucht hat, war für meinen Geschmack zu hoch, aber das komplette Geschehen wurde zu einem Ende gebracht und der zurückgebliebene Lover konnte dann auch so sein Vorhaben noch umsetzen.
Fazit:
Nach einer Durststrecke, was die Folgen des Geister-Schockers angeht, war das hier mal wieder ein wirklich richtiger Lichtblick. Die Handlung konnte mich fesseln, war bis zu einem gewissen Grad glaubhaft und ansonsten einfach nur ein sehr unterhaltsames Seemannsgarn. – Auch wenn die ganze Handlung auf einer Sagengestalt beruht, hatte sie einen gewissen Unterhaltungswert, der mir wirklich Spaß gemacht hat.
Die Namen waren mir am Ende ein bisschen viel und ich habe vieles durcheinandergeschmissen. Es war aber nicht so schlimm, dass ich darüber den Faden verloren hätte.
Den Ort des Geschehens hätte ich mir noch etwas genauer verortet gewünscht. Es wurde zwar kurz erwähnt, dass sich das alles auf Amrum zugetragen haben soll, aber wenn das zu einem früheren Zeitraum geschen wäre, hätte ich persönlich sicherlich noch mehr aus der Handlung ziehen können.
In jedem Fall wurde hier die Sagengestalt wirklich sehr gut hergenommen und in eine gelungen Story eingearbeitet. Die Geräuschkulisse war an einigen Stellen sehr gut und treffend gemacht, war an anderen Stellen dann aber wieder zu sparsam. – Aber man kann sich als Hörer auch viel selber ausmalen. Ich hatte jedenfalls stellenweise ein wirklich sehr großartiges Kopfkino.
Eine gelungene und unterhaltsame Story, die mir ein Stück meines Arbeitstages wirklich kurzweilig und spannend gestaltet hat. – Am Happy End müssen wir hier noch arbeiten, aber wer sagt denn auch, dass Sagengestalten zwingend gut sein müssen






















