[Hörspiel] Geister-Schocker 47 – „Der Zirkel des Todes“

Autor: Gunter Arentzen
Verlag: Romantruhe
Produktionsjahr: 2014
Länge: 1 stunde 13 Minuten

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Inhalt:
Es kommt zu seltsamen Mordfällen in London. Es betrifft gefallene Mädchen und die Handschrift sieht nach Jack the Ripper aus, was jedoch unwahrscheinlich ist, da dieser seine Mordserie unentdeckt eingestellt hat.
Lord Becket wird zu den Mordfällen gerufen, obwohl er sich nicht mit weltlichen Verbrechen beschäftigt. Er beschäftigt sich mit dem Übersinnlichen, mit Geistern und Dämonen und für ihn sehen die Morde nach einem wirklich sehr seltsamen Ritual aus. Nur den Täter kann er nicht wirklich ausfindig machen.
Nach einem Besuch bei einer Hellseherin kann er herausfinden, dass es 13 Täter gewesen sein müssen und das seltsame Symbol auf den Leichen stellt dann wohl das der Gruppe dar.
In der Familienbibliothek der ruinösen Burg der Beckets werden der Lord, sein Helfer und seine neue Geliebte fündig, bekommen es aber mit einem wirklich sehr ominösen Nekromanten zu tun.
Das Rätsel um den Orden kann gelöst werden, der Nekromant kann enttarnt werden und dem Spuk wird ein Ende gesetzt. Nur ob es von Dauer ist, bleibt offen.

Mein Hörerlebnis:
Dieses Hörspiel war ein guter Anfang, hat mich am Ende jedoch nicht mehr so fesseln können.
Zunächst einmal, lernt man Lord Becket kennen, der den Schwindel eines Hoteliers entlarvt und später auch seinen Gehilfen, welcher ein wirklich komischer Kauz zu sein scheint.
Die Zeit ist kurz nach den Ripper-Morden zu verorten, denn immer wieder von Jack the Ripper geredet und dass die aktuellen Leichen genau seine Handschrift aufweisen. – Zumindest beim oberflächlichen Betrachten.
Seltsam war dann, dass der Lord zu einem scheinbar normalen Mordfall gerufen wird und der Polizei bzw. dem Pathologen bei der Untersuchung der Leiche noch schön was vormacht. Scheinbar hat er mehr gesehen, als die Gerichtsmedizin. Das mutet schon sehr seltsam an und hat, so wie es dargestellt ist, absolut nichts damit zu tun, dass der Lord eigentlich nur im Übersinnlichen ermittelt.
Den Besuch bei der Wahrsagerin hätte man sich für das Hörspiel sparen können. Diese Dame wurde einfach viel zu klischeehaft dargestellt, als dass hier irgendwas Überraschendes bei rumgekommen wäre.
Die Ermittlungen sind am Ende ein ewiger Kampf zwischen eingefahrenen Schienen und neuen Ansätzen. Der Lord bringt mit seinem Wissen neue Ansätze in die Sache, rettet sogar ein Mädchen vor dem scheinbar sicheren Tod und die Polizei beharrt nach wie vor auf Jack the Ripper.
Die Sache mit der Burg, die sich als Ruine mit unterirdischen Wohnräumen herausstellt, war schon mehr wie seltsam und hat irgendwie nicht so recht ins Bild gepasst. – Das war dann auch der Zeitpunkt, wo ich an der Handlung so ein wenig das Interesse verloren habe. Dass dann da irgendwas mit einem Nekromanten war, der sich als der Verdächtige herausgestellt hat, habe ich nur noch am Rande mitbekommen und fand, dass die Story an dieser Stelle eine wirklich nicht sehr schöne Wendung genommen hat.
Das Ende kam, war gnadenlos aber ehrlich und ich hoffe, dass von diesem Ermittler in der Serie nicht mehr so viel kommt. Dieser Typ hat sich nicht wirklich in mein Gedächtnis gespielt.

Fazit:
Toller Titel, vielversprechender Anfang und dann hat alles so nachgelassen, dass ich das Interesse verloren habe.
Der Zusammenhang mit diesem Zirkel des Todes, den Mordopfern und am Ende dem Nekromantendasein mag vielleicht ganz interessant gewesen sein. Allerdings nicht wirklich gut dargestellt.
Die Schauspieler machen einen guten Job und gerade die Sprecherstimme des Protagonisten war keine unangenehme. Von der Stimme her, hätte ich ihm wirklich länger zuhören können. – Wenn nur die Handlung nicht so gezwungen böse gewirkt hätte. (Zumindest kam es mir so vor.)
Klischeehafte Darstellung vom damaligen Glauben an Magie und Wahrsagerei haben die Faszination ziemlich raus genommen und ich war froh, als ich es überstanden hatte.

Keine sehr gelungene Folge und ich hoffe wirklich inständig, dass da nicht noch mehr Folgen von diesem Lord Becket kommen.

[Ausflug] Titanic-Ausstellung

Die Titanic-Ausstellung befand ich im agra-Messepark in Leipzig. Oder so ziemlich am Rand von Leipzig. Es begrüßte uns jedenfalls ein ziemlich schlammiger und durchlöcherter Parkplatz, der mich schon einmal ganz schön von meiner Vorfreude runter geholt hat.
Am Haupteingang angekommen, ging das Chaos weiter. Zwei Schlangen, keiner wusste, wer sich wo anzustellen hatte und ich wollte, beim Anblick der unorganisierten Menschenmassen direkt wieder raus da. – Wir hatten aber die 28 Euro für die Karte schon gelöhnt.

Nachdem das Chaos irgendwie überwunden war, und wir quasi drin waren, standen da zwar bereits die ersten Ausstellungsstücke, die man aber, aufgrund von noch sehr gepufferten Menschenmassen, kaum bis gar nicht gesehen hat.
Jeder wollte am berühmten Buggeländer ein Foto machen, jeder wollte der erste sein und niemand nahm irgendwie Rücksicht auf den anderen.
Ich habe mich ja mal wieder um jedes Foto gedrückt, mich statt dessen nach den ersten Filmrequisiten umgesehen, die da ausgestellt waren und bin direkt auf den „Klunker“ gestoßen. – Ich habe mir den aber irgendwie imposanter vorgestellt. – sorry

entschuldigt die Belichtung, aber das Licht war für Fotos einfach unterirdisch

Weiter wühlte sich die schlange zäh und unendlich langsam den nächsten Ausstellungsstücken zu. es folgen Vitrinen, in denen auch interaktive Monitore eingelassen waren, wo man sich über das Schiff, also das Original, mal genauer informieren konnte. Wo lag welcher Raum, wie waren die Bedingungen der verschiedenen Klassen, wie ging es auf der Reise zu, wie wurde das Schiff gebaut etc. – Wenn man mal was sehen durfte, eigentlich recht interessant.

Nach dem Vorgeplänkel hatten sich die Massen dann auch ein wenig aufgelöst. Zwar musste ich immer wieder warten, betteln und energischer werden, wenn ich mal ein Bild ohne Menschen drauf machen wollte, aber irgendwann hatte sich ein Trüppchen Menschen um mich gebildet, die das selbe Ansinnen hatten. – Sozusagen gemeinsam kämpften wir uns weiter. Es war dann so gestaltet, als würde der Besucher der Ausstellung selber auf das Schiff steigen.

Gänge waren nachgebildet, immer wieder Texte mit Erklärungen, welche Klasse das hier war, wie die Kabinen ausgestattet waren etc. – Die verschiedenen Tischgedecke wurden gezeigt, eine Einkaufsliste für das Schiff, also was die an Lebensmitteln geladen hatten, wurde aufgezeigt und allgemein ging es um das Leben an Bord. Immer wieder wurden die Klassenunterschiede hervorgehoben, die auch im Film sehr realitätsnah dargestellt waren.

Nachdem man sich auf der berühmt berüchtigten Treppe ablichten lassen konnte, oder einfach mal nen Moment abgepasst hat, diese ohne Menschen zu erwischen, ging es dann schon in Richtung Katastrophe.
In einem immersiven Teil konnte man die Sichtung des Eisbergs aus Sicht des Krähennestes erleben. Leider gingen immer nur vier, maximal fünf Leute auf die Plattform, sodass wir uns an den Rand gestellt haben, aber so gabes auch schon einen gewissen Eindruck.

der Sechstant des Kapitäns der Titnic

Die Brücke war nachgebildet, wo man in den Fenstern noch einmal das Meer gezeigt bekam, bevor es zur Kollission kam. Einige geborgene Sache, besonders die Messinstrumente des Kapitäns, wurden ausgestellt.
Im Anschluss war der Kesselraum nachgebildet, den man auch so rötlich beleuchtet hat und mit einem Heizstrahler klar gemacht hat, dass es hier eben um einiges wärmer gewesen ist, als es gesund gewesen wäre.

der Platz des Funkers

Dann lief der aus den Medien bekannte gang voll, das Licht flackerte und man war quasi untergegangen.

Am Eingang haben wir eine Art Bordkarte bekommen, auf der ein Name eines real mitgefahrenen Menschen stand. Ich war der Chef der Geigenkombo auf dem Kahn und habe die Katastrophe natürlich nicht überlebt. Mein Mann war ein stinkreicher 71 jähriger Mann, der aber auch nicht überlebt hat.

Das V-Brillenerlebnis war noch einmal besonders erwähnenswert. – Für einen extra Obulus bekam man eine V-Brille aufgesetzt und lief damit quasi in ein U-Boot, mit dem man dann auf den Grund des Atlantiks tauchte und so quasi über das Trümmerfeld der Titanic schwamm. – Sehr erlebenswert.
Nur etwas komisch quasi blind über eine Fläche zu laufen. – Man weiß, dass da kein Hindernisse sind, aber über die, die man im Film (über die Brille) eingeblendet bekommt, steigt man trotzdem drüber *lach.

Die Ausstellung an sich ist schon beeindruckend, aber ich werde dann doch den Verdacht nicht los, dass hier einiges gewaltiger insezniert worden ist, als es wirklich war. Die menschliche Tragödie sollte jedem klar sein, aber in der Ausstellung kommt sie, meiner Meinung nach, schon zu kurz.

Es war interessant, keine Frage, aber man hätte das Ding auch besser organisieren können. Die Menschenmassen gehören entzerrt, damit wirklich jeder etwas davon hat.
Ein Altersgrenze fänd ich jetzt auch nicht schlecht. Da müssen nun wirklich keine zwei oder dreijähringen Steppkes drin rumrennen und durch die Gegend krakelen.

[Ebook] Kim Leopold – „Das Herz des Königs“

Kim Leopold
„Das Herz des Königs“
Reihe: Black Heart (16)
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9-783-754-68552-5
Länge: 106 Seiten

– gelesen im Dezember 2024 –

Da freut man sich auf ein Finale, auf Auflösung und Abschluss – und bekommt ein offenes Ende und eine unfertige Handlung …

Klappentext: Das große Finale! Sie sagten, der Palast sei ein sicherer Ort. Doch wie sicher kann etwas sein, wenn die Grenzen von Gut und Böse verwischen, wenn Geheimnisse und Intrigen an der Tagesordnung stehen und wenn jeder bereit ist, für seine Ziele einen hohen Preis zu zahlen? Kim Leopold hat eine magische Welt mit düsteren Geheimnissen, nahenden Gefahren und einem Hauch prickelnder Romantik erschaffen, bei dem Fantasy-Lover voll auf ihre Kosten kommen. Das Herz des Königs – Der Abschlussband der Urban Fantasy Serie Black Heart! (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: Das Ritual, um Willem sein Herz wiederzugeben, geht gründlich schief. Zwar überlebt er wohl, doch die Schule liegt dafür in Schutt und Asche und viele Bewohner in einem Dornröschenschlaf.
Man zieht sich auf eine Casa zurück, leckt seine Wunden, frischt Erinnerungen auf, entdeckt alte Liebesbeziehungen und knüpft neue. In der Schule beginnen Aufräumarbeiten und eine große Vertuschung, während man auf der Casa eine Hochzeit feiert.

Fazit: Hierbei handelt es sich also um das Finale der Black Heart-Reihe. Und ich muss sagen, dass ich schon vor dem Lesen ziemlich enttäuscht war. Für ein Finale hätte ich in jedem fall mal die doppelte Länge erwartet und ein Cover mit mehr Farben. Das hier ist ja schon regelrecht erschreckend schlicht. – Abe Rich habe das Finale erreicht. Allein dieser Umstand lässt mich sehr erleichtert aufatmen.

Im Prolog wird erst einmal das Schicksal offenbar, welches ich mir im vorhergehenden Band bereits zusammengereimt habe. – Hier wurde allerdings alles noch einmal theatralischer dargestellt. Daran merkt man, dass man es hier mit Romance zu tun hat.
Im weiteren Verlauf der Handlung werden die Folgen des Rituals offenbar. Doch statt alles aufzulösen und ein Happy End zu schaffen, schafft die Autorin nichts weiter als eine neue Katastrophe. – Für meinen Geschmack war das kein Finale!
Das Ritual und seine Folgen lassen mich hier gerade an dem ganzen Universum zweifeln. Um einem Wesen sein Herz zurückzugeben, legt man eine komplette Schule in Schutte und Asche und setzt sie außer Betrieb!
Der Rest der Handlung besteht dann au s Aufräumarbeiten, Schadensbegrenzung und dem Auffüllen von Erinnerungslücken. Alte und neue Liebschaften werden entdeckt und aufgefrischt. Dabei bleibt aber der Ort der Handlung im Dunkel und wird nicht weiter erwähnt. – Irgendwie scheint das Finale mit dem Rest der Handlung nichts zu tun zu haben.

Auch im Finale ist die Handlung in hoffnungslos kurze Kapitel aufgespaltet und dadurch komplett auseinandergerissen und zerstückelt. Stellenweise hatte ich den Eindruck, dass durch die künstliche Theatralik die fehlende Spannung aufgehübscht werden sollte. Mich hat das allerdings in keinster Weise abgeholt. Zu viele Namen und genau so viele Ansichten der Handlung sorgen noch für zusätzliche Verwirrung und haben meinen Lesefluss und -spaß erheblich gestört. Alles in allem war die Handlung wenig bis gar nicht mitreisend und hat mich mehr gelangweilt und in jedem Fall sehr enttäuscht zurückgelassen.
Für meinen Geschmack handelt es sich hier um kein wirkliches Finale. Zu viel bleibt einfach offen von den ganzen Strängen, die über die Zeit aufgemacht und behandelt wurden. Im Gesamten muss ich leider sagen, dass die Autorin bei mir einfach nur raus ist. Zu viel hat mir während der gesamten Reihe einfach nicht gefallen.

Bewertung: 2 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 2 von 5 möglichen Sternen.
Ich habe keine Ahnung, was das gewesen sein soll. Das Finale einer so künstlich in die Länge gezogenen Reihe jedenfalls nicht. Dazu bleibt einfach zu viel offen und nicht mal die anfängliche Protagonistin wird noch einmal wichtig gemacht. – Im Gesamten muss ich wirklich sagen, dass die Reihe absolut nichts war.

[Ausflug] Ein Besuch im Bach-Museum

Qasie direkt neben der Thomaskirche liegt dann auch das Bachmuseum, welches wir, einmal beim Aufwasch dabei, gleich mitgenommen haben. – Aufmerksam bin ich eigentlich auch durch so ein V-Brillenerlebnis auf das Haus gewordne, aber das konnten wir nicht wahrnehmen, da es dafür „nur“ spezielle Termine gab. Aber wenn wir schon einmal vor Ort waren, haben wir uns die Ausstellung angesehen und zum Teil auch angehört.

Johann Sebastian Bach lebte von 1685 bis 1750. Heute gilt er als einer der größten Komponisten der Musikgeschichte. Zu seinen Lebzeiten war er vor allem als hervorragender Organist und Musiklehrer bekannt. Er hat ja in seiner Tätigkeit als Thomaskantor auch den Thomanerchor mit in Musik unterrichtet.
So wirklich berühmt wurde er erst nach seinem Tod. Aber ers tammt aus seiner echten Musikerfamilie. Die Bachs waren schon immer Stadtpfeifer, Organisten und Komponisten. Johann Sebastian ist also „nur“ in bekannten Fußstapfen gewandelt.

eine Orgel, an der auch Bach schon gesessen haben könnte

Er war wirklich sehr produktiv. Im Wochentakt lieferte er neue Kantaten für den Gottesdienst ab. Nebenbei kamen dann noch große Werke wie die Matthäuspassion, das Weihnachtsoratorum oder das Wohltemperierte Klavier dazu. Bis heute wird seine Musik gespielt, gehört und studiert.
Außerdem war Bach ein Familienvater. Er hatte 20 Kinder, welche aber nicht alle überlebten. Außerdem ein recht pflichtbewussster Angestellter, der sich regelmäßig mit seinen Arbeitgebern stritt.

In Leipzig verbrachte Bach seine letzten und vor allem wichtigsten Lebensjahre. Als Thomaskantor hatte er für die Musik der Hauptkirchen zu sorgen, war Musiklehrer für den Thomanerchor und hatte im Schlafsaal der Jungen auch einmal in der Woche Aufischt.

Das Bach-Museum ist im so genanten Bose-Haus. Familie Bose war eine Kaufmannsfamilie, welche aber mit Familie Bach befreundet war. Das Haus befindet sich gegenüber der Kantorenwohung, ich welcher Familie Bach lebte.

Zu sehen sind:

  • originale Handschriften und Dokumente (in der so genannten Schatzkammer, in der man aber nicht fotografieren darf.
  • Instrumente aus der Barockzeit (welche stellenweise rein optisch den heutigen doch sehr ähnlich sind)
  • Es hat interaktive Stationen, an denen man Bachs Musik hören oder „auseinandernehmen“ kann. Außerdem könnte man, rein theoretisch, ein kleines eigenes Stück komponieren
  • Man bekommt spannende Einblicke in den Alltag als Komponist, Lehrer und Familienmensch
was haben mich die Notenblötter fasziniert, wenn man bedenkt, dass die ja auch die Notenlienien selber gezogen haben, bevor sie da Stücke einzeichnen konnten. – Was für ein Aufwand!

Ich bin jetzt kein ausgewiesener Klassikliebhaber oder -kenner. Trotzdembin bin ich mit dem Gefühl da raus, Johann Sebastian Bach ein wenig besser kennen gelernt zu haben und ihn stellenweise auch besser zu verstehen. Besonders imponiert hat mir in jedem Fall Bachs Einfluss auf die heutige Musik und ihrer Künstler.


[Hörspiel] Geister-Schocker 48 – „Der Tyrann aus der Tiefe“

Autor: Andreas Masuth
Verlag: Romantruhe
Produktionsjahr: 2014
Länge: 56 Minuten 22 Sekunden

Die Sprecher:
Nicolai Tegeler
Lena Taege
Bernd Vollbrecht
Peter Groeger
Christian Rode
Lutz Harder

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Inhalt:
Ein Fischerdörfchen an der Küste der See wird von einem Tag auf den anderen von wirklich bösen und grausamen Geschehen heimgesucht. Menschen sterben, Viehherden und Anbauflächen werden getötet und zerstört und Existenzen drohen zerstört zu werden. – Ein alleinstehender junger Mann wird verdächtigt, für alles verantwortlich zu sein. Aber was niemand weiß, es ist der auf dem Friedhof der namenlosen beerdigte Seemann, welcher die Phänomene hervorruft. Er ist nämlich nicht ein über Bord gespülter Seemann, sondern ein Nöck. Ein Wesen, was unbedingt wieder der See übergeben werden muss.
Ein einzelner älterer Mann hat den Durchblick und macht sich auf den Weg, das Dorf und die ganze Nordseeinsel zu retten. Allerdings braucht er eine Komplizin, welche nichts von ihrem bevorstehenden Schicksal weiß.

Mein Hörerlebnis:
Zunächst einmal ist die Situation klar. Da sind zwei Männer am Ufer eines Gewässers zugange und aus dem, was sie reden, habe ich geschlossen, dass es wohl Fischer sind, die das nächste Auslaufen vorbereiten wollen. – Das geht so lang gut, bis sie eine Leiche finden.
Ich fand es jetzt nicht weiter verwerflich, dass sie sich das Geld des vermeindlichen Seemannes einverleiben wollen und ihn dann aus dem Wasser holen, um ihn zu beerdigen. Es ist ja nicht gesagt worden, dass er irgendwelche Anzeichen gehabt hätte von etwas, das eben nicht menschlich ist. Ich glaube, ich hätte auch nicht anders gehandelt. Ok, was seine Habseligkeiten angeht, bin ich mir da nicht so sicher, aber irgendwelche Behörden hätte ich sicher benachrichtigt, um ihn fachgerecht behandelt zu wissen.
Im Dorf jedenfalls, häufen sich ab dann die seltsamen Ereignisse. Als ob die Ernteausfälle in der letzten Saison und die damit verbundenen Einbußen nicht schon schlimm genug gewesen wären, gibt es jetzt Winde, ohne dass dafür die Saison wäre. Oder Sturmfluten spülen Tiere von der Weide und versalzen die Wiese. Weiter Menschen scheinen zu Tode zu kommen oder erscheinen nach ihrem Versterben dann doch wieder auf der Bildfläche. – Das Ganze spitzt sich zu, als riesige Krebse an Land kommen und mal eben die Menschen töten und fressen und am Ende die komplette Insel heimsuchen wollen.
In dem ganzen Chaos hat es ein Liebespaar, aus dem ich nicht so recht schlau geworden sind. Der Mann kann sich durchaus ein Leben mit der jungen Frau vorstellen, aber sie weiß wohl noch nichts von ihrem Glück. Wie der Vater der Braut zu dieser Liebschaft steht, ist nicht ersichtlich, da das nicht thematisiert wird. Fakt ist aber, dass der junge Mann dann Probleme bekommt, weil er angeblich verdorbenes Korn zur Mühle geschafft hat. Er soll nun also auch für dieses ganze aktuelle Chaos verantwortlich zu sein. – Als es dazu kommt, dass er eingesperrt und und seinem Schicksal überlassen wird, ist aber bereits ein alter Mann unterwegs, der als einziger zu wissen scheint, wie man dem Spuk irgendwie beikommen kann.
Was ein Nöck sein soll, musste ich erst einmal googeln. Nachdem ich dann aber eine Erklärung für diese Sagengestalt hatte, wurde mir einiges klar. Es war logisch, was über dieses Wesen erzählt wurde und hat sowohl zum Ort des Geschehens gepasst, als auch zu den Ereignissen, die hier geschehen sind.
Das Rätsel ist gelöst und das Problem wird beseitigt. Allerdings war das Ende dann nicht wirklich nach meinem Geschmack. Das Opfer, was es gebraucht hat, war für meinen Geschmack zu hoch, aber das komplette Geschehen wurde zu einem Ende gebracht und der zurückgebliebene Lover konnte dann auch so sein Vorhaben noch umsetzen.

Fazit:
Nach einer Durststrecke, was die Folgen des Geister-Schockers angeht, war das hier mal wieder ein wirklich richtiger Lichtblick. Die Handlung konnte mich fesseln, war bis zu einem gewissen Grad glaubhaft und ansonsten einfach nur ein sehr unterhaltsames Seemannsgarn. – Auch wenn die ganze Handlung auf einer Sagengestalt beruht, hatte sie einen gewissen Unterhaltungswert, der mir wirklich Spaß gemacht hat.
Die Namen waren mir am Ende ein bisschen viel und ich habe vieles durcheinandergeschmissen. Es war aber nicht so schlimm, dass ich darüber den Faden verloren hätte.
Den Ort des Geschehens hätte ich mir noch etwas genauer verortet gewünscht. Es wurde zwar kurz erwähnt, dass sich das alles auf Amrum zugetragen haben soll, aber wenn das zu einem früheren Zeitraum geschen wäre, hätte ich persönlich sicherlich noch mehr aus der Handlung ziehen können.
In jedem Fall wurde hier die Sagengestalt wirklich sehr gut hergenommen und in eine gelungen Story eingearbeitet. Die Geräuschkulisse war an einigen Stellen sehr gut und treffend gemacht, war an anderen Stellen dann aber wieder zu sparsam. – Aber man kann sich als Hörer auch viel selber ausmalen. Ich hatte jedenfalls stellenweise ein wirklich sehr großartiges Kopfkino.

Eine gelungene und unterhaltsame Story, die mir ein Stück meines Arbeitstages wirklich kurzweilig und spannend gestaltet hat. – Am Happy End müssen wir hier noch arbeiten, aber wer sagt denn auch, dass Sagengestalten zwingend gut sein müssen

[Rezensionsexemplar] Lucas Fassnacht – „Pipeline“

Lucas Fassnacht
„Pipeline“
Verlag: ars vivendi
ISBN: 9-783-3-747-20759-8
Länge: 355 Seiten

– gelesen im Februar 2026 –

Dieses Buch wurde mir von Netgalley als kostenloses Rezensionsexempar zur Verfügung gestellt. Hierfür herzlichen Dank. – Meine Meinung hat dieser Umstand nicht beeinflusst.

Klappentext:

Ein explosiver Südfrankreich-Thriller um die Machenschaften einer mysteriösen Firma
Weil die Rhône von Jahr zu Jahr weniger Wasser führt, droht bei einer Reihe von südfranzösischen Atomkraftwerken die Kühlung zu versagen . Notgedrungen wird der deutsche Mittelständler Vogt beauftragt, eine Pipeline zu bauen, die das benötigte Kühlwasser vom Mittelmeer ins Landesinnere pumpen soll.
Die Widerstände sind enorm: Bauernverbände, Umweltorganisationen und die lokale Politik haben jeweils ihre eigenen Gründe, das Projekt verhindern zu wollen. Als eine Pumpstation in Flammen aufgeht, wird die Kommunikationsexpertin Cecilia Thoma von Hamburg nach Avignon beordert. Vorgeblich soll sie die brodelnde Öffentlichkeit beruhigen . Doch als Unbekannte sie mit dem Tode bedrohen, beginnt sie selbst zu recherchieren – und findet heraus: Unter den zahlreichen Kräften, die die Pipeline verhindern wollen, haben die gefährlichsten ihre Wurzeln in der eigenen Firma … (Quelle: https://www.lovelybooks.de/autor/Lucas-Fassnacht/Pipeline-21818971898-w/)

Über den Autor:

Lucas Fassnacht wurde 1988 in Dieburg geboren. Heute lebt er in Nürnberg und ist auch unter Pseudonymen aktiv. Er hat studiert, und zwar: Altgriechisch, Germanistik und Linguistik. Während dem Studium machte er sich als Poetry-Slammer einen Namen und erreichte einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Inhalt:

Die Rhone führt zu wenig Wasser. Das führt dazu, dass die französischen Atomkraftwerke nicht mehr genügend Kühlwasser zur Verfügung haben. Um eine Kernschmelze zu verhindern, sollen teure Meerwasserentsalzungsanlagen und Pipelines gebaut werden, die das Wasser dann quer durchs Land zu den Kraftwerken pumpen. – Diese Pipelines stoßen aber der ortsansässigen Bevölkerung sauer auf. Nicht nur, dass die Atomkraftwerke den Boden immer mehr radioaktiv verseuchen, haben auch die Bauern unter Landenteignung und Wasserknappheit zu leiden. Was läge da näher, als ihnen etwas aus der Pipeline abzugeben. – Das passiert aber nicht.
In dieses explosive Durcheinander wird Cecila Thoma hineingeworfen, soll eigentlich einer sehr unzugänglichen Chefin zur Hand gehen, wird aber fälschlicherweise für jemanden gehalten, der etwas zu sagen hat und somit erst bedroht und dann fallen gelassen. – Sie stellt eigene Ermittlungen an, versuch noch, den Ruf der Firma zu wahren und zu stärken, stößt aber auf Geheimnisse, die es ihr dann nicht mehr möglich machen, zum Wohle der Firma zu agieren.

Mein Leseerlebnis:

Am Anfang hat sich das alles noch wie ein locker leichter Roman lesen lassen, den man eben mal so wegatmet. Die Eröffnung mit dem Partner, der den halben Hausstand auf die Straße schmeißt und die hilflose junge Frau, die aus dem Nichts ein neues Jobangebot, in einem anderen Land, erhält, wirken erst einmal wenig tief oder ereignisreich. – Mit der Ankunft von Cecilia in Frankreich ändert sich das dann aber alles.
Die Chefin ist eine sehr unzugängliche Frau, welche knallhart ihre Ziele verfolgt und dabei ohne Rücksicht auf neues Personal ihren Weg geht. – In dem Moment hat mir die Cecilia erst einmal unheimlich leid getan. Wenn man da so abgeschasst wird, von der Frau, die einem den Einstand eigentlich erleichtern und ermöglichen soll, wäre ich schon schreiend weggerannt.
In jedem Fall hatte Cecilia dann blutige Innereien in ihrem Bett und ich konnte mir nicht erklären, warum man das kleine Licht noch in ihrer ersten Nacht in der neuen Wohnung so fertig machen muss. Schnell wird aber klar, dass hier etwas Größeres im Gange ist und sich das mit der Story erst einmal so nach und nach aufdröseln muss.
Bei der Story sind mir eine ganze Menge Namen, und dann auch noch französische, um die Ohren geflogen, sodass mir Hören und sehen vergangen ist. Leider war es mir dann nicht mehr wirklich zu hundert Prozent möglich, der Handlung zu folgen und Informationen daraus zu ziehen. Ich habe nur noch gelesen, um es gelesen zu haben. Mir war die ganze Zeit klar, dass es hier Leute gibt, die mit falschen Karten spielen, aber es war mir absolut nicht möglich herauszufinden, wer das denn nun genau sein soll.
Was sich aber sehr stark herauskristallisiert, ist die Tatsache, dass die einheimische Bevölkerung bei dem Projekt absolut nicht mitgenommen oder aufgeklärt wird. Das Projekt umgeben Missverständnisse und Ungereimtheiten. – Was dann da allerdings noch alles dahinter stehen soll, wird dann in einem wirklich großen Finale aufgeklärt, aufgedröselt und zu einem Ende gebracht.

Fazit:

Leider hatte ich die ganze Zeit kein Kopfkino. Das war mir bei den vielen, für deutsche Gehirnwindungen auch sehr fremd klingenden Namen, einfach nicht möglich. Ich habe zwischenzeitlich nicht mal mehr wirklich gerallt, wer denn jetzt hier ein Bösewicht und wer ein Mitläufer oder ahnungsloser Angestellter war.
Cecilia selber, als Hauptcharakter, blieb für mich die ganze Zeit undurchsichtig und seltsam. Nicht nur, dass die ganze Zeit nicht wirklich klar war, was für einen Beruf sie da nun eigentlich ausübt, hat sie auch sonst keinerlei Tiefe für mich bekommen. Die kleinen Häppchen mit den toten Eltern und den Therapien hat da nicht wirklich ausgereicht.
Herr Fassnacht hat eine schwer zu beschreibende Art zu schreiben. Er bringt auf der einen Seite ein wenig Lockerheit in eigentlich ernste Themen. Macht durch seine Art, die Handlung aufzubauen, durchaus auch auf gesellschaftspolitische Probleme aufmerksam, aber irgendwie war das für mich dann stellenweise doch ganz schön schwer zu greifen.

Bewertung: 3 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Ich habe mir irgendwie mehr von dem Buch erwartet. Wobei ich sagen muss, dass die Handlung absolut nicht uninteressant war. Aber irgendwie konnte ich nie so wirklich greifen, wer denn nun der Drahtzieher hinter der Sabotage war und was dann am Ende aus den Pipelines geworden ist.

[EBook] Wolfgang Hohlbein – „Göttersterben“

Wolfgang Hohlbein
„Göttersterben“
Reihe: Die Chronik der Unsterblichen (11)
Verlag: Bastei Lübbe (beBeyond)
ISBN: 9-783-732-55911-4
Länge: 373 Seiten

– gelesen im Dezember 2024 –

Für mich ist das hier der 11. Band der Reihe. Und so langsam fange ich an, Herr Hohlbein für seine Ausdauer zu bewundern. Die komplette Chronik ist einfach nur ein gewaltiges Werk.

Klappentext: Als Andrej und Abu Dun im Hafen von Cádiz eintreffen, rüstet sich die mächtige spanische Armada gerade für die Schlacht gegen die Engländer. Doch der Schwertkämpfer Andrej verfolgt seinen eigenen Krieg Z: Er will Loki finden und zu töten. Der gefallene Gott aber ist stärker als jeder Gegner, dem die Unsterblichen bisher gegenübergestanden haben. Während Andrej Lokis Spur verfolgt, muss er erkennen, dass die Blutgier, die er lange unter Kontrolle gehalten hat, sich machtvoll ihren Weg bahnt … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Auf ihrer Suche nach Loki, dem entkommenen Gott, verschlägt es Andrej und Abu Dun nach Cadiz. Hier vermuten sie den Gesuchten, jedoch können sie sich nicht afu die faule Haut legen und suchen. Stattdessen suchen sie nach Arbeit im Hafen, wo Andrej in einen seltsamen Hinterhalt gerät und später in einer Falle ertrinken soll.
Allgemein stoßen die beiden auf noch schlimmere Vampyre, wie sie es selber sind und bekommen es selbst mit dem Rechtssystem der Stadt zu tun.
Ihre Beziehungen verhelfen ihnen zur Flucht nur, um in eine krausame und ungerechte Seeschlacht zu geraten. Und dann auch endlich die Begegnung mit Loki.

Fazit: Mit der Reihe habe ich mir ganz schön was eingebrockt. Das Leben der beiden Vampyre ist geprägt von Höhen und Tiefen, von Freude und Leid. – Auch hier ist wieder eine unbestimmte Zeit vergangen und auch haben wir den Zusammenhang zum vorhergehenden Buch. Zum Glück habe ich die Bücher wirklich in der chronologischen Reihenfolge vor mir.

Zwischen diesem und dem vorangegangenen Buch ist wieder eine unbestimmte Zeit vergangen. Die beiden Vampyre versuchen mal wieder, ihr Geheimnis zu wahren und suchen Zuflucht in einer vollkommen überfüllten Stadt.
Andrej scheint verletzt, durch Schusswaffen. – Übrigens allein daran konnte ich festmachen, dass die Zeit hier weiter vorangeschritten ist. Das Problem allerdings, dass Andrej nicht so schnell oder gar nicht mehr heilt, besteht ja schon länger. Deswegen konnte ich die Beschreibung von Scherz und Leid auch nicht mehr wirklich ernst nehmen. Vielmehr hätte mich mal genauer interessiert, was genau nun eigentlich mit Andrej los ist. Genau das bleibt aber leider verborgen und wird nur vage angerissen.
Das Leben und Treiben in Cadiz wird nur von der brutalen Seite beschrieben. Besonders die Szene mit der Hinrichtung fand ich wirklich sehr brutal. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das wirklich so gewesen sein soll.
Der ganze Stoff kam mir irgendwie unnötig in die Länge gezogen vor. Die beiden Protagonisten geraten in Schwierigkeiten, die sie hätten umgehen können, wenn sie ihre Nasen aus den Dingen herausgelassen hätte. – Ihr eigentliches Ziel schienen sie zunächst aus den Augen zu verlieren.
Auch zwischen Andrej und Abu Dun ist schon lang nicht mehr alles in Ordnung. Die dicke Freundschaft von einst ist gegenseitigem Misstrauen und vielen Missverständnissen gewichen. – Immer wieder reden sie nicht miteinander und leben fast schon eine Feindschaft. Dieser Part der Story nervt inzwischen gewaltig.
Das Finale des Buches ist einmal mehr von einer krausamen und unerbittlichen Schlacht gezeichnet. Andrej und Abu Dun geraten einmal mehr an ihre Grenzen und glauben an einen Triumph. – Am Ende bi ich mir aber nicht so sicher gewesen. Ich glaube nicht daran, dass es so einfach ist, einen Gott zu töten. Ich denke nicht, dass das ausgestanden ist.

Das ganze Buch ist wieder in dem typischen Hohlbein-Stil geschrieben. Ausschweifend, nach allen Richtungen einfach nur tot erklärt und Schachtelsätze, die sich stellenweise über eine halbe Seite erstrecken. Das erfordert ein aufmerksames Lesen und macht mich dem entsprechend langsamer. Sobald ich auch nur angefangen habe, die Zeilen nur noch zu überfliegen, habe ich die eine oder andere Szene einfach nicht mehr für voll genommen oder schlicht und ergreifend verpasst.
Die Zeit, in der die Handlung gerade spielt, ist insofern interessant, dass die ersten Schusswaffen aufkommen. Sowas wie Musketen und Co. Das macht es für die Vampyre ungleich gefährlicher in den Schlachten. Denn auch so einer Kanonen- oder Musketenkugel sind sie genau so ausgeliefert, wie ein normaler Mensch. – Wenn in der Handlung jetzt aber auch noch ein paar mehr technische Neuerungen der Zeit eingebaut worden wären, würde die Story vielleicht sogar noch anders interessant werden.
Ziemlich erleichternd ist die Tatsache, dass die Handlung aus nur einem einzigen Handlungsstrang besteht und man somit nicht so viel zu tun hat, will man alles verfolgen. Alles wird chronologisch erzählt und nach und nach abgearbeitet und somit hat man keine Orts- oder Zeitwechsel. Das macht alles etwas besser verständlich. Doch leider ist mir aufgefallen, dass die Handlung immer wieder in irgendwelche Scharmützel oder sinnlose Kämpfe führt. Es tut mir leid, Herr Hohlbein, aber mit so etwas holt man mich nicht mehr hinter dem Ofen vor.
Immer wenn ich die Lektüre unterbrechen musste, was ich nicht gerade ungern getan habe, bin ich aber immer wieder sehr gut rein gekommen und der Film lief da weiter ab, wo er aufgehört hatt. – Kopfkino gab es hier übrigens nur stellenweise und nicht durchgängig. Bei den vielen Kampf- und Tötungsszenen war ich einfach raus.
Am Ende haben mir dann auch die vielen Namen das Leben und Lesen einfach nur schwer gemacht. Ich habe zum Teil wirklich nur noch darüber hinweg gelesen und nicht mehr wirklich nachverfolgt, wer nun zu wem gehört und warum gerade was macht. Das war zu viel für mich und dann stellenweise noch fremdländisch. Keine Chance mit meiner Namensschwäche.

Bewertung: 4 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Wolfgang Hohlbein hat in jedme Fall eine blühende Fantasie und hat hier mal mehrere Götter in die Handlung geschrieben. Für meinen Geschmack leider vollkommen übertrieben und unnötig. Und das dann auch noch in seinem ausschweifenden Schreibstil. – Die Bücher brauchen in jedem Fall Geduld.

[Ausflug] Eindrücke aus der Thomaskirche

Auf dem Weg von der „Runden Ecke“ zum Auto im Parkhaus, kamen wir an dieser Kirche vorbei. Ehrlich, mir war nicht bewusst, dass es sich hier um die berühmte Thomaskirche handelt. Aber als das dann raus kam dass es sich hier um die Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach handelt, musste ich dann zusehen, ob man rein kommt.

bei dieser Ansicht handelt es sich um die Westfront der Kirche
Das Denkmal von Herrn Bach

Johann Sebastian Bach war seinerzeit gar nicht erste Wahl für die Stelle des Kantors. Man hat vor ihm einige andere in Betracht gezogen, welche aber abgesagt haben. Bach war sozusagen eine Notlösung. – Und er bekam die Chance, sich den Namen zu machen, unter dem wir ihn heute kennen.

Fensterfront und Stützende Säulen

In der Thomaskirche sind 11 von Bachs Kindern getauft worden. Und Herr Bach selber hatte nicht nur die Kantaten für die Gottesdienste zu schreiben, sondern auch einmal in der Woche die Aufsicht bei den Jungs des Thomanerkors und hatte diese auch in Musik zu unterrichten.

Die Kirche hat zwei Orgeln, was mich sehr verwundert hat. Und ich war froh, dass ich mich im Vorfeld auf einer Schautafel informiert habe, welche Orgel nun die ist, die zu Bachs Zeiten schon bespielt worden ist. – Es war die Kleinere, aber irgendwie hat es schon etwas mit mir gemacht, wenn man bedachte, WER da schon dran gesessen hat.

Der Altarraum der Thomaskirche. Unter der Metallplatte ruhen die mutmaßlichen Gebeine Bachs, nachdem er auch nach seinem Tod schon 2 mal umgezogen ist.
Und da ist sie. Die Orgel, an der auch Bach schon einmal gesessen haben soll,

Ich bin ja sonst nicht so für das Kirchengedöns, aber in der Kirche würde ich mir sogar mal einen Gottesdienst antun. – Keine Ahnung, was es ist, aber diese Kirche wirkt nicht so heruntergekommen, wie die bei mir im Ort. Sie ist bebeizt, wirkt nicht übertrieben voller Pomp, sonder eher weltlich und doch irgendwie „gemütlich“. Die Wände sind nicht so abweisend wie bei uns. – Und das hat sicherlich nichts mit Bach selber zu tun.

Meine Woche 7. Kalendewoche 2026

Geärgert:
Über den Egoismus mancher Leute, wenn man gebündelt in eine Ausstellung gelassen wird. – Ich war mal wieder überall im Weg und wäre am liebsten schreiend da raus gerannt.

Gefreut:
Über das imposante V-Brillenerlebnis auf der Titanic-Ausstellung.

Gedacht:
Schön mal wieder raus zu kommen, aber zu Hause ist es auch schön.

Gefragt:
so einiges, diese Woche

Genervt:
Von einer sehr schlechten Einlasssituation bei einer wirklich groß angelegten Ausstellung

Gefühlt:
zuversichtlich

positiv:
Endlich sollte auch ich kleine Landpomeranze mal auf die Titanic kommen *lach

negativ:
Naja, wenn ich die Woche jetzt im Gesamten sehe, war nichts negativ… also nicht so richtig schlimm.

Gelitten:
Das ist zu viel gesagt.

Genossen:
Die Auszeit vom Alltag, als wir am Donnerstag nach Leipzig gefahren sind.

Gewesen:
auf Arbeit, in der Sterburg Brauerei, in der „Runden Ecke“ in der Thomaskirche und im Bachmuseum, bei der Titanicausstellung und am und im Völkerschlachtdenkmal.

Getroffen:
zu viele Menschen

Gesucht:
Souvenirs und gute Fotomotive

Gefunden:
Souvenirs und mehr oder weniger gute Fotomotive

Gelacht:
Ja sicher haben wir auch gelacht. Ich meine, wir warnen unterwegs, haben neue Eindrücke gesammelt und einiges erlebt.

Geweint/Getrauert:
Nein, so schlimm war es nicht. Aber ich war zumindest von den Bildern auf der Ausstellung ziemlich ergriffen.

Gewundert:
Hab ich mich gewundert? – Wüsste ich jetzt nicht wirklich.

Gegessen:
ziemlich viel gutes Zeug

Genascht:
So Schaumwaffeln

Getrunken:
jede Menge Tee, Bierchen bzw. Radler

Gegoogelt:
Auf Maps nach Wegen – man musste ja in Leipzig irgendwie von A nach B kommen.

Gesehen:
Ein paar Folgen aus der Serie „Ghosts“ auf Netflix

Gebastel/Gespielt/Gehandwerkt/Geschrieben:
Nur Rezis

Getan:
verreist gewesen

Gelesen:
„Pipelein“, ein Rezensionsexemplar

Gekauft:
einen neuen Kaffeevollautomaten (Fazit), ein Set Motivstanzer fürs Tagebuch

Gelernt:
Und wenn man noch so viel Stasi-Gedenkstätten besucht. Man erfährt immer wieder neue Kleinigkeiten

Geschenkt (bekommen):
Gleich mehrere Kühlschrankmagneten als Andenken an die tollen Tage

Geschlafen:
jep, auch im Hotelbett recht gut. – Ich hatte anderes befürchtet.

Geträumt:
Geträumt nicht direkt. Aber ich bin am Dienstag (ich hatte Nachtschicht) am Vormittag aus dem Schlaf hochgeschreckt und war komplett der Meinung, ich hätte verschlafen und müsste schnell los. Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte wirklich mein Handy gezückt und in der Firma angerufen, um mich zu entschuldigen. Das wäre komplett blöd gekommen, glaub ich.

Geplant:
Erst mal wieder eine Weile arbeiten, bevor wir im Mai vielleicht die nächste Städtetour machen.

Fazit

Schon am Sonntag, beim Frühstück, ging das Theater mit der Kaffeemaschine los. Irgendein Sensor, der sieht, ob die Schublade unten eingesetzt ist oder draußen, scheint den Geist aufgegeben zu haben. So konnten wir den Kaffeesatzbehälter ausleeren, rein und raus schieben, bis wir schwar wurrden, im Display regte sich nichts mehr. – Was am Sonntag noch mit einem zärtliche Schlag ala DDR, auf die Seite des Einschubfaches geregelt werden konnte, ging am Montag dann aber auch nicht mehr.
Nur gut, dass wir einen namhaften Elektromarkt in ziemlicher Nähe hatten. Dort haben wir eine Maschine, der gleichen Firma und der gleichen Serie, nur eben neu, bekommen, bestellt und zwanzig Minuten Später abgeholt. – Nun sollten die Zipperlein mit dem Kaffeeautomaten erst einmal dem Ende angehören und wir haben das inzwischen älteste Küchenmaschinchen auch mal ausgetauscht. – Mal ehrlich, das Gerät hatte die 10 Jahr schon überschritten. Da lass ich doch nicht mehr für 200 bis 300 Euro reparieren, wenn es ne Neue für 500 gibt ….

Am Donnerstag Nachmittag sind wir dann endlich mal wieder ins Auto gestiegen und haben eine längere Fahrt gemacht. – Es ging nach Leipzig, wo wir einiges geplant haben.
Am Donnerstag sind wir durch einen netten Zufall noch in eine Führung durch die Sternburg-Brauerei gekommen. Für zwei Personen machen die so eine Führung nicht und wir haben einer anderen Gruppe den Arsch gerettet, da sie mit uns die Mindestanzahl von 10 erreicht haben.
Freitag war dann die „Runde Ecke“ geplant. Eine Stasi-Gedenkstätte, in der es rund um die Repräsalien, die politische Erziehung und ihre Folgen, Spitzeltechnik und die Unterlagenbehörde ging. Immer wieder interessant sowas alles. Weil sie auf dem Weg war, haben wir noch die „Thomaskirche“ und das Bachmuseum mitgenommen. – Eindrücke, die wir nicht geplant hatte, die dann aber hochgradig interessant waren.
Am Sonnabend hatten wir dann Karten für die Titanic-Ausstellung, die vollkommen überlaufen und für die Massen schlecht organisiert war. Und wenn man schon einmal in Leipzig ist, dann schaut man sich auch das Völkerschlachtdenkmal mal an. Gehört einfach dazu. – Die Beiträge zu diesen ganzen Erlebnissen kommen dann noch in den nächsten Tagen.

[Ausflug] Runde Ecke Leipzig

Freitag, der 13. Februar 2026 – Wir waren weiterhin, immernoch und endlich mal in Leipzig unterwegs. – Nach einem recht leckeren Frühstück im Hotel, ging es dann mit dem Auto so ziemlich in die Innenstadt von Leipzig. So richtig rein ins Geschehen, wo aber herrlich wenig los war.
Nachdem wir dann auch einen Platz in einem Parkhaus gefunden hatten, ging es in die „Runde Ecke“.

Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ist ein im ehemaligen Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit am Dittrichring in Leipzig beheimatetes Museum über die Geschichte, Struktur und Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR. – Mit zahlreichen Exponaten wurde das Tun und Handeln und die perfiden Methoden dieser DDR-Behörde noch einmal erinnert.

Schon im Hausflur kam einem der sprichwörtliche DDR-Muff entgegen. Es war dunkel gehalten und als ich die Treppe gesehen habe, war mir gleich klar, dass diese Räumlichkeiten für sicherlich einige Leute so etwas wie eine Endstation gewesen sein müssen, wenn sie von hier dann direkt in die Haft gekommen sind.

Die Mitarbeiterin des Museums hätte dann allerdings auch gern mal ein wenig freundlicher sein sein können. – Abre was will man machen, wenn man den ganzen Tag in diesem Muff sitzen muss. – Und ich schwöre Stein und Bein, dass hier wirklich noch dieser typische DDR-Behördengeruch in der Luft hing. Das war sicherlich der original belassene Fußbodenbelag, der diesen typischen Geruch verströmt hat.

Hier habe ich die Kamera mal in ein Büro gehalten, welches genau so gewesen ist. Fensterlos, dunkel, muffig. – Auch innerhalb der Behörde gab es unter den Beamten Geheimnisse. Jeder durfte nur das wissen, was er für die Erledigung seiner Aufgaben wissen musste. Darüber hinaus war ihm nichts bekannt. – Die Schreibmaschine war Standart, Computer hatte man nicht. Dafür aber riesige Aktenschränke voller Akten.
Dieses Bild hing zu DDR-Zeiten in wirklich gefühlt jedem Raum. – Ich weiß noch, dass wir so ein bild auch im Klassenzimmer hatten.
Da in diesem Museum die DDR und ihre Behörden und Beamten im Ganzen beleuchtet wurden, ging es also auch um die NVA und ihre verschiedenen Regimente. – Wachregimente gab es zwei und mein Erzeuger war bei dem harmloseren der beiden. Er stand „lediglich“ an der ewigen Flamme in Berlin oder anderen „Denkmälern“. – Das andere Wachregiment waren dann die, die an der Grenze standen. Man kann sich an einem Finger abzählen, dass diese Männer mit Sicherheit überwacht worden sind. Ich meine, die haben sich auch gegenseitig überwacht.
Abhörtechnik der Stasi. – Da wurden Telefone angezapt, oder Leute vom Nachbartischaus belauscht, oder aber man hatte seine inoffiziellen Mitarbeiter, welche die Behörde mit Infos versorgt hat.
Hier sieht man eine so genannte Kolelrmaschine. Sie wurde zur Aktenvernichtung genutzt. Und zwar hat man in den Trichter oben das zu vernichtende Papier und Wasser gegeben. Unten kam dann ein Papierbrei raus, der später zu Brocken trocknete, die aussahen wie Dreck.
Die ehemaligen Akten …
Vom Verhör ging es in die U-Haft, die dann in etwa so aussah.
Allein die Betten, bequem ist echt anders. – Obwohl die Zelle hier „nur“ nachgebaut war, wurde mir schon kalt, nur indem ich davor stand.
Und was die sich nicht alles für Technik und Maschinchen haben einfallen lassen, damit sie Briefe öffnen konnten, ohne dass es aufgefallen wäre. – Jep, immer war hier Wasserdampf im Spiel, der den Kleber vom Umschlag wieder aufgelöst hat und es möglich machte, den Brief danach wieder zu verschließen. Es gab dann noch Pressen und alles, damit der Umschlag dann wieder so glatt wie vorher war und man ihm die Wasserdampfbehandlung nicht ansah. Briefe wurden abfotografiert, oder sogar abgetippt, bevor sie wirklich entgültig auf die Reise ging.

Es war wirklich nicht schwer, in der DDR als nicht ins System passend bezeichnet zu werden, aber mir ist mal wieder so richtig bewusst geworden, wie du auch als kleines Kind schon in die konforme politischen Richtung getrieben worden bist. Wie man als Mensch von Anfang an nichts wert war, wenn man nicht sich für irgendetwas konformes interessiert oder geeignet gezeigt hat.
Wir haben bei unserem Besuch eine Frau getroffen, welche als Kind mit aller Macht eine zweite Heike Drechsler werden sollte. Sie wurde förmlich in den Leistungssport, von Kindesbeinen an, gepresst. Da saßen die Stasimitarbeiter zu Hause und haben die Eltern fast gezwungen, ihr Kind an den Staat zu verkaufen. Gleichzeitig hat sie aber auch erzählt, dass sie schon mit nicht mal 10 Jahren ominöse Pillen nehmen musste, wo sie sich aber wohl standhaft geweigert hat. – Aber da ist ja schon einiges raus gekommen, dass die Kinder beizeiten einfach nur gedopt worden sind.

Diese Räumlichkeiten, diese Geschichte, die Einzelschicksale sind ganz zu Recht in einem Mahnmal für die heutige Jugend zur Verfügung. – Für uns ging es dann aber noch, spontan und ungeplant, auf die Spuren von Bach, denn die Thomaskirche war ganz in der Nähe. (Doch das soll ein nächster Beitrag werden.)