[Rezensionsexemplar] Kayla Strazza – „Cold Neighbourhood“

Kayla Strazza
„Cold Neighbourhood“
Verlag: KIJU
ISBN: 9-783-907-18908-5
Länge: 134 Seiten

– gelesen im November 2021 –

Der Verlag nahm über das Kontaktformular dieses Blogs mit mir Kontakt auf und hat mir dieses Buch als Rezensionsexemplar angeboten. Dafür herzlichen Dank.
Meine Meinung hat dieser Umstand aber in keiner Weise beeinflusst und ich schreibe über das Buch genau das, was ich auch denke.

Klappentext: Es sollte eine ganz besondere Woche mit viel Spass werden, Izzys Geburtstagsgeschenk an Aris: ein Kurztrip nach Italien, anschliessend an ihren einwöchigen Schulausflug, nur er und sie. Keine Schule, keine Eltern, stattdessen das Meer, Strandpartys und Freiheit! Doch Aris hat ein Geheimnis, und seine Vergangenheit holt ihn ein. Aber nicht nur er verbirgt etwas: Wer ist dieser Domenico, den sie auf einer Party kennenlernen, wirklich? Jeder Tag bringt neue Überraschungen, und am Ende ist es nicht nur einer, der für seine Liebe und sein Leben eine wichtige Entscheidung treffen muss.

Ein Buch über die Liebe, verpasste Chancen und den Mut, zu sich selbst zu stehen. (Quelle: Lovelybooks.de

Inhalt: Izzy und Aris, zwei beste Freunde im Italienurlaub. Gemeinsam wollen sie einfach ihre freie Zeit ohne Aufsicht genießen. Das gestaltet sich allerdings nicht so ganz einfach, denn Aris hat ein Problem mit zu vielen ihm unbekannten Menschen. Er ist in Menschenmassen einfach unsicher und versaut sich durch seine Fluchtreationen vieles selber. – Seine sexuelle Orientierung macht ihm das Leben auch nicht gerade einfacher.
Dann trifft er auf Domenico. Was für ein Anblick, Aris verliebt sich sofort in ihn, muss aber feststellen, dass er eine Freundin hat. – Aber auch Domenico trägt ein Geheimnis mit sich herum. Aris kann ihm auf seien Art helfen und auch Domenico zeigt Aris auf, dass vieles gar nicht so falsch ist, was er macht.
Aris will in diesem Urlaub an sich arbeiten. Er weiß, dass er mit seinem Fluchtverhalten vieles nur verschlimmert.
Liebe, Hass, Erwartungsdruck und Geheimnisse lassen die beiden eine Chance verpassen, die für Domenico eine Entscheidung nach sich zieht, die wohl niemand erwartet hat.

Fazit: Die Autorin geht noch zur Schule. Sie wurde in der Schweiz geboren und schrieb dieses Buch im zarten Alter von 14 Jahren. – Daraus hat der Verlag aber bei seinem Angebot schon kein Geheimnis gemacht. Ich war dann allerdings ziemlich hin und her gerissen. Sollte ich das Buch eines Kindes lesen? Auf der anderen Seite hatte es ein Verlag veröffentlicht. Also konnte es so schlecht nicht sein. Ok, am Ende war ich neugierig, was ein Mädchen mit 14 Jahren wohl für ein Buch schreiben würde.
Anfangs ist die Geschichte noch eher eine seichte. Es geht um nette Urlaubstage zweier Teenies, die sie gemeinsam verbringen. Wobei schnell klar ist, dass der Junge ein Problem zu haben scheint. Panikattacken in den ungünstigsten Momenten, nicht wirklich einfach, was soziale Kontakte angeht und wohl auch noch schwul.
In nur einem einzigen Handlungsstrang nimmt der Urlaub seinen Lauf. Immer mal wieder tauchen Probleme auf und ich dachte schon, dass es das gewesen sein soll. Aber da habe ich mich geirrt. Zum Ende hin kommt ein weiterer Charakter mit Problem dazu. Die Jungen wollen sich gegenseitig helfen und dabei kommen zwischenmenschliche Probleme auf, die man so vorher nicht erwartet hat.
Die Handlung spaltet sich dann stellenweise auch auf und wird aus Sicht der verschiedenen Charaktere geschrieben. Auf diese Weise erhält man noch mehr Einblicke in das Denken und Handeln der verschiedenen Personen. Allerdings bekommt man so auch einen Einblick, warum der eine Charakter so massive Probleme hat. – Am Ende läuft es auf ein logisches, aber doch schockierendes Finale hinaus, welches ich so nicht habe kommen sehen und was mich komplett mitgenommen hat.

Diese Lektüre erfüllt in jedem Fall gleich zwei Lehraufträge. Zum Einen macht es auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam, welches im Verborgenen existiert, aber es existiert und macht somit eine gewisse Gruppe von Menschen unglücklich. Zum anderen ist viel wörtliche Rede im Englischen enthalten. – Mich persönlich hat das ja ein wenig genervt, weil ich kein Bock auf Fremdsprachen habe. Aber wenn man das dann noch einmal genauer betrachtet, lernt der Leser so ein wenig Englisch, was man durchaus auch im Leben gebrauchen kann und zum anderen passt es hervorragend in die Situation der Handlung gestaltet so alles noch lebensechter und glaubhafter.
Dieser Stoff für ein 14-jähriges Mädchen in genau dieser Umsetzung ist schon mächtig gewaltig. So tiefgründig, so auf ein gesellschaftliches Problem anspielend und so erschreckend real. Ich war positiv überrascht und musste die Lektüre nach dem Beenden erst einmal sacken lassen, bevor ich überhaupt in der Lage war, diese Rezi zu schreiben.
Das Buch kommt als Hardcover daher. Allerdings meiner Meinung nach qualitativ sehr hochwertig gebunden und stabil. Dadurch, dass es auch nicht sehr dick ist, liegt es bequem in der Hand und auch von der Größe her kann man es super in fast jede Tasche stecken und einfach mitnehmen.
Das Papier war sehr hochwertig, blütenweiß und angenehm dick. Das Buch hält es in jedem Fall aus, mehrfach gelesen zu werden und durch viele Hände zu gehen. – Ich überlege, es der hier örtlichen Bibliothek zu vermachen. Aus mehrfachen Gründen. Zum einen ist die Story es wert, oft und viel gelesen zu werden und zum anderen bekommt so eine kleine Dorfbibliothek nicht gerade viel Geld. Da diese aber bei uns sehr gut frequentiert ist, macht es für mich Sinn, das Buch da hinzugeben. – Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch durchaus auch als Schullektüre Sinn macht. Auf jeden Fall zeitgemäßer als Goethes Faust und viel mehr Inhalt, den man auf das heutige Leben anwenden kann. Zeitgemäßer Unterricht, wenn man so will.

Ich bewerte das Buch auf jeden Fall mit den vollen 5 von 5 möglichen Sternen.
Es gehört einfach honoriert dass sich ein Mädchen mit 14 Jahren schon Gedanken um dererlei Probleme macht und dann in der Lage ist, das so zu schreiben, dass das Ende mehr als schockt und erst einmal verdaut werden muss. Ein guter Stil und vor allem, noch ganz viel Potential für weitere Werke. Weiter so Kayla!

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