Autor: Earl Warren
Verlag: Romantruhe
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2013
Länge: 58 Minuten 26 Sekunden
Die Sprecher und ihre Rollen:
Helgo Liebig
Karen Schulz-Vobach
David Riedel
Andi Krösing
Enno Kalisch
Bert Stevens

Inhalt:
Auf einer Modenschau verunglückt das Starmodel. Ausgerechnet der „Traum in Weiß“ wird ihr zum Verhängnis und bricht ihr beim Auftritt das Genick. – Ihr Verlobter, der Designer des Kleides, kann seinen Verlust nicht verwinden und will mit schwarzer Magie seine Liebste aus dem Totenreich zurückholen.
Das Ritual klappt, zumindest zum Teil. Der Körper seiner Verlobten ist wieder am Leben, in ihm steckt aber nicht mehr das liebe Wesen seiner Freundin, sondern eine grausame Vampirlady. – Sie hat nichts anderes im Sinn, als ganz Paris mit Vampirismus anzustecken.
Der beste Freund des Designers macht sich Sorgen um seinen Kumpel, nach einem seltsamen Anruf. Gemeinsam mit seiner Verlobten reißt er zu dem Anwesen, um nach dem Rechten zu sehen. Allerdings soll dieser Ausflug zum härtesten Test in seinem Leben werden, da auch seine Verlobte von der inzwischen auf dem Anwesen umhergehenden Vampirlady nicht verschont bleibt.
Mein Hörerlebnis:
Der Erzähler hat mich direkt in die Folge hineingezogen und mir eine Modenschau beschrieben, wie ich sie nie besuchen wollen würde. Im nächsten Moment hört man, dass ein Unglück geschieht, erfährt aber noch nicht mehr, sondern muss abwarten, bis der Arzt die endgültige und grausame Diagnose stellt.
Was der Designer jetzt vor lauter Trauer abzieht, hörte sich ganz schön schmalzig an. – Mir ist klar, dass die Verzweiflung des zurückgelassenen Bräutigams gezeigt werden sollte, aber dann gleich ein schwarzmagisches Ritual, welches die Verstorbene zurückholen soll … Es war doch von vornherein klar, dass das nicht gut gehen konnte.
Das Ritual selber, war am Ende gar nicht so spannend dargestellt. Aber der Gehilfe hat ja mal mehr als gepasst. Ich hab mir hier einen leicht debilen buckligen, älteren Mann vorgestellt, der einfach nur komplett versessen darauf ist, seinem Herrn zu Diensten zu sein. Der war fast schon bildhaft dargestellt.
Das Ritual geht dann also schief und die Vampirlady erwacht. – Einfach nur herrlich, wie der liebeskranke Designer hier in seinen Hoffnungen enttäuscht wird und nur langsam kapiert, was genau er da jetzt angerichtet hat.
Dass der Fluch am Ende nicht nur auf dem Anwesen bleibt, war mir von vornherein klar. Die Story aber, wie sich das ganze in die Welt hinein verteilen soll, war ja fast schon genial. Wie die ersten „Gehilfen“ schon freiwillig ankommen und ihren Hals hinhalten. – Nichts anderes sehe ich in der Aktion, dann auch noch wirklich auf diesem Anwesen zu übernachten, wenn der Eigentümer abgereist ist.
Die Vorfälle in der Nacht sind wirklich sehr gut dargestellt und haben mir ein wirklich herrliches Kopfkino beschert und mich förmlich sehen lassen, was die Lady für ein Spielchen mit ihren Opfern treibt. Es wird hier mit wirklich einfachen Klischees gearbeitet, die zeigen aber durchaus ihre Wirkung. Sowohl bei den Opfern als auch als Handlung.
Das Finale, bzw. Ende, war fast schon ein wenig vorauszusehen. Es ist klar, dass der Spuk noch eingedämmt wird, wie das allerdings geschieht, zeigt noch einmal das volle Klischee der Liebe auf. Der einzige Überlebende der Aktion ist dann gezwungen, seine Verlobte endgültig zu töten, was ihm natürlich alles andere als leicht fällt. Das potentielle Opfer fährt noch einmal alle möglichen Manipulationen auf, um den Tod zu verhindern, aber ich fand es gut, dass die Vernunft am Ende gesiegt hat.
Fazit:
Die Handlung war mal eine Vampirstory der etwas anderen Art. Wirklich interessant, dass bei einem wiederweckten Leichnam nicht so etwas wie ein Zombie herauskommt, sondern eine Vampirlady mit mehr als dunkelschwarzen Gedanken.
Allein der Ort der Handlung hatte etwas so schon sehr Geheimnisvolles und Anheimelndes an sich. Ich glaube, das Anwesen ist gar nicht wirklich ins rechte Licht gerückt worden und hätte mit Sicherheit viel mehr Aufmerksamkeit verdient. – Ich habe mir beim Hören wie eine alte Burg in klein vorgestellt. Mit dicken Steinmauern, die schon von Efeu überwachsen sind und sowas.
Die Klangkulisse war wirklich sehr gut dosiert, in diesem Fall. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Wobei ich gerade die Schritte etwas unrealistisch dargestellt waren, aber der ganze Rest war wirklich super in Szene gesetzt und hat die Sprache wirklich sehr gut unterstützt und ein gutes Miteinander erzeugt.
Wirklich neu und überraschend war die Handlung nicht. Aber sie hat mich in jedem Fall gut unterhalten und hatte eine ausreichende Länge, dass es nicht noch eine dieser ominösen Kurzgeschichten hinterher gebraucht hat. – Doch diese Folge war in jedem Fall ein Volltreffer.






