
Nicole Böhm
„Ist Liebe genug?“
Reihe: Die Chroniken der Seelenwächter (33)
Verlag: Lausch Phantastische Hörbücher
EAN: 4-260-158-97648-0
Länge: 3 Stunden 54 Minuten
Sprecher: Pia-Rhona Saxe, Jan Langer, Cornelia Prescher, Richard Lingscheidt
– gehört im Oktober 2024 –
Ich hinke der Reihe im Moment hinterher, weil ich durch den neuen Job nicht mehr so zuverlässig zum Konsumieren von Hörbücher komme. Das ist schade, aber nicht zu ändern.
Klappentext: Die Ereignisse überschlagen sich. Kedos ist verschwunden, aber ist er auch gebannt?
Die Seelenwächter begeben sich auf die Suche nach dem Dämon, während Akil, Jess und Jaydee erst einmal zu sich kommen müssen. Die Trauer um Ben hängt schwer im Raum, Jess beichtet Jaydee von ihren Visionen, doch sie spürt, wie sich gleichzeitig eine Wand zwischen ihr und ihm aufbaut. Jaydee ringt weiterhin um seinen Verstand. Die Mächte wirken stärker denn je in ihm.
Auf wen hört er am Ende? (Quelle: Thalia.de)
Inhalt: Ben ist Tod. – Das heißt, nicht wirklich, denn er ist jetzt ein Schattendämon. Ein Zustand, mit dem weder er selber noch seine Freunde klar kommen. Während Ben von einer Frau mitgenommen wird, die ihm helfen will, suchen seine Freunde nach ihm, um ihm ebenfalls zu helfen. Für Ben scheint es noch nicht zu spät. Noch kann er als Schattendämon ein Leben führen, in dem er nicht morden muss. Man muss nur die Lösung finden.
Die Ereignisse haben viel zerstört. Nicht nur das Anwesen der Seelenwächter und viele Leben der Seelenwächter. Auch zwischen Jess und Jaydee baut sich so langsam aber sicher wieder eine Distanz auf. Jaydee trägt das Geheimnis mit sich herum, dass seine Erzeugerin immer mehr Macht über ihn bekommt und ihn im Kopf beeinflusst und Jess erzählt auch nur zögerlich von ihren Visionen und der Tatsache, dass sie inzwischen weiß, was und wer ihr Vater ist.
Fast scheint es, als wären die Seelenwächter handlungsunfähig, denn auch im Rat gibt es mal wieder eine Veränderung, mit der man umgehen lernen muss.
Fazit: Was den Titel dieser Folge angeht, war ich ja zunächst skeptisch, ob das, was werden würde. Sobald in einem Buchtitel dies L-Wort vorkommt, bin ich eigentlich raus. – Aber die Reihenfolge wollte es so, dass ich mir dann eben dieses Buch als Nächstes anhören werden. Nun gut …
Der Bezug zum Titel ist hier schon irgendwie logisch. Alles, was hier passiert, hat in irgendeiner Form mit Liebe zu tun. Sei es nun die Liebe als Paar, die bei Jess und Jaydee so langsam aber sicher zu verschwinden droht, oder eben die Liebe zum verstorbenen Ben, als Freund, mit dessen Verlust man umgehen muss.
Vom Stil her, hat sich in den Büchern absolut nichts geändert. Mit verteilten Rollen wird hier aus den verschiedenen Sichten gelesen, wobei ich persönlich aber leider raus bin und nicht mehr so wirklich hinterhergekommen bin, wer nun genau was ist. – So besonders tief hat mich diese Handlung ja schon lang nicht mehr gepackt. Der anfängliche Zauber dieser Reihe und die im Moment unausgeschöpften Möglichkeiten langweilen mich etwas. Ich höre im Prinzip nur noch weiter, weil ich einmal mit der Reihe angefangen habe und weil mich der „Spaß“ über Spotify nicht wirklich etwas extra kostet.
Die einzelnen Geschehnisse werden aus der Sicht der verschiedenen Leute geschildert, was dann am Ende alles auch sehr ausführlich macht. Die Handlung stockt stellenweise, weil es nur noch um Gefühle und Gedanken geht. Vieles wird sich gegenseitig gebeichtet, was für den Hörer bereits vergangene Ereignisse noch einmal präsent macht. – Die Reihe ist schlicht und ergreifend zu lang gezogen.
Statt hier endlich langsam mal zu einem Ende zu finden, wird in dieser Folge noch ein Problem aufgemacht. Die Rolle von Jess ihrer Mutter ist so ein bisschen in der Versenkung verschwunden, bekommt aber jetzt wieder den Part des Problems. Die Frau scheint im Kopf im Gestern festzuhängen und bekommt dadurch psychische Probleme. Sie will mal wieder aufgeben und muss von den anderen, die eh schon genug um die Ohren haben, aufgefangen und beschützt werden. – Und der Kreis beginnt von vorne.
Die Sprecher machen ihren Job. – Nicht mehr und nicht weniger. – Am Ende können sie auch nur das lesen, was die Autorin einmal geschrieben hat. Ich fand sie von der Stimme her, ganz passend ausgesucht, aber das war es dann auch schon wieder. Den Überblick, wer denn nun wessen Sichtweise liest, habe ich aufgrund der langen Pause schon lang verloren und kann wirklich nur noch Jess heraushören. – Aber deren Gedanken und Erlebnisse sind auch nicht mehr so spannend wie noch zu Anfang.
Die Reihe selber wird zu Kaugummi. Mit jeder Folge hoffe ich, dass man hier die Ereignisse endlich mal geordnet bekommt und mit einem Neuanfang für die Seelenwächter auf einem neuen Anwesen, endlich so etwas wie ein Happy End herbeigeführt werden kann. – Aber stattdessen werden immer wieder neue Probleme aufgemacht.
Die Reihe wird irgendwie von Folge zu Folge langweiliger. Waren es erst noch die wirklich übertrieben mächtigen Monster und Dämonen, die wenigstens ein paar Kampfhandlungen in die Szenerie gebracht haben, wird diese Folge ausschließlich vom Gefühl der Trauer und der Sorge getragen. – Definitiv kein Buch für Menschen, die sowieso schon mit Depressionen oder Ähnlichem zum kämpfen haben.
Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
In jedem Fall kann man Frau Böhm, mit dieser Reihe, einen unheimlichen Fleiß und Durchhaltevermögen nachsagen. Aber was den Inhalt angeht, lässt sie leider von Folge zu Folge immer mehr nach. – Es packt mich einfach nicht mehr, diese ewige Gefühlsduselei.







