[Taschenbuch] Michael Tsokos – „Der Totenleser“

Michael Tsokos
„Der Totenleser“
Verlag: Ullstein
ISBN: 9-783-548-377730-8
Länge: 251 Seiten

– gelesen im Oktober 2024 –

Prof. Dr. Michael Tsokos kann sein Wissen und Erleben in seinem Beruf als Rechtsmediziner unheimlich spannend wiedergeben. 12 weitere Fälle, nicht immer ohne Kopfschütteln.

Klappentext: Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner und Bestsellerautor Michael Tsokos hat es täglich mit Toten zu tun, die auf spektakuläre Weise ums Leben gekommen sind. Die hier erzählten Todesfälle dienen als Grundlage einer großen SAT.1-Produktion, die unter dem Titel »Dem Tod auf der Spur — Die Fälle des Prof. Tsokos« ausgestrahlt wird. Darin zeigt uns Michael Tsokos, wie faszinierend die Rechtsmedizin ist und dass die Wirklichkeit spannender sein kann als jeder Krimi. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: In diesem Buch lässt Prof. Dr. Michael Tsokos seine LeserInnen an seinem Berufsleben teilhaben. Anhand einiger auserwählter Fälle schildert er, welches Untersuchungsergebnis die Ermittlungen wie beeinflusst hat und was man aufgrund von Verletzungen und Befunden alles schlussfolgern kann.
Todesfälle sind auch in Deutschland sehr verschieden und einzigartig. Sei es ein Freitod, ein plötzlicher Todesfall aufgrund einer unerkannten Krankheit oder ein sexueller Mord, aufgrund von Wut. – Auch tote Menschen können noch viel von ihrem Schicksal erzählen.

Fazit: Im Original erschien dieses Buch im Jahr 2010. Damals gingen aber das Thema und auch der Mann komplett an mir vorbei. – Als er seine ersten Thriller auf den Markt gebracht hat, wurde ich dann auch buchtechnisch auf ihn aufmerksam.
Das ist das zweite Buch über seine Fälle in der Rechtsmedizin. Und ich muss schon sagen, dass so ein Rechtsmediziner ganz schön was sieht, in seinem Berufsalltag.

Die Warnung im Worwort, dass einem die Fälle durchaus an die Nieren gehen können, hat mich schon irgendwie auf das Buch freuen lassen. – Ich finde , dass man gerade bei diesen Abgründen durchaus mal seine Menschenkenntnis überprüfen kann.
12 Fälle, des Prof. Dr. Michael Tsokos. Jeder auf seine Art unbegreiflich und einzigartig. – Der Mann berichtet in einem sachlichen, aber nicht emotionslosen Tonfall genau das, was er in jenen Situationen und Fällen erlebt und gesehen hat.
Die Fälle sind so ausgewählt, dass der Leser auch immer irgendwie etwas lernen kann. So ist zum Beispiel das, was nach Freitod aussieht, nicht immer einer. Es kann sich auch um einen Unfall im Rahmen der Lustgewinnung handeln.
Es handelt sich hier, im Prinzip, um ein Sachbuch, liest sich aber absolut nicht so. Der Mann hat eine Art zu schreiben, die bei mir in den unmöglichsten Situationen Bilder im Kopf hat entstehen lassen. Ja, ich hatte hier stellenweise ein eher nicht so angenehmes Kopfkino. – Aber ich hatte eines. Und das bei einem Sachbuch. Das muss man auch erst einmal schaffen.
Fachbegriffe lassen sich bei diesem Thema leider nicht vermeiden. Trotzdem liest man hier eben kein medizinisches Fachlatein. Wenn dann doch mal ein lateinischer Begriff unumgänglich ist, wird er direkt erklärt und verständlich gemacht.

Ich hatte mir hier das Taschenbuch gegönnt. Dieses war zwar ordentlich fest und stabil gebunden, aber auch geschmeidig genug, um es relativ bequem in der Hand zu halten.
Die Seitenaufteilung war sehr angenehm und augenfreundlich. Die Schriftgröße war relativ groß und der Zeilenabstand auch sehr großzügig bemessen. – Das hat mich in die Lage verletzt, dauerhaft zu lesen, ohne meine Augen dauerhaft zu überanstrengen. Das war auch gut so, denn im Grunde habe ich das Buch in nur zwei Sitzungen durchgelesen. Und die Unterbrechung war am Ende auch nur der Arbeit geschuldet, auf die ich dann zwischendurch mal gehen musste.
Der Schreibstil ist sehr angenehm. Die Fälle sind alle im normalen, nicht dozierenden, Tonfall erklärt und man versteht auch als Laie, was der Herr Professor da gerade erzählt. Trotzdem es sich hier um ein Sachbuch handelt, kann man sagen, dass dieses Buch aber sowas von ein Pageturner ist. Der pure Wahnsinn!

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Sofern man ein Sachbuch überhaupt mit einer Sternebewertung versehen kann, hat es dieses Buch mehr als verdient. Der Laie bekommt hier ein nicht gerade alltägliches Thema nahe gebracht und kann nebenbei noch eine ganze Menge lernen.

[Ebook] Clive Cussler – „Geheimakte Odessa“

Clive Cussler
„Geheimakte Odessa“
Reihe: Dirk Pitt (24)
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9-783-641-20565-2
Länge: 458 Seiten

– gelesen im August 2024-

Klappentext: Dirk Pitt, der Direktor der NUMA, unterstützt im Schwarzen Meer die Bergung eines Ottomanischen Schiffwracks. Da erreicht ihn der verzweifelte Hilferuf eines Frachters, der angegriffen wird! Aber als Pitt und sein Partner Al Giordino den Schauplatz erreichen, entdecken sie nur noch Leichen. Pitt und Giordino stoßen auf auf einen Zusammenhang mit Schmugglern von radioaktivem Material, einem brillanten Entwickler von Kampfdrohnen und ukrainischen Rebellen. Diese Kombination wird zur größten Bedrohung, der Dirk Pitt jemals gegenüber stand! (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Dirk und sein Kumpel helfen ihren neuen Bekannten von Europol, die auf der Suche nach illegalem radioaktiven Material sind, das spurlos verschwunden zu sein scheint. Sie vermuten die Verpackungskiste auf einem erst kürzlich gesunkenen Boot. Doch bei der Untersuchung eben jenes Wracks, werden sie mit einem Greifarm absichtlich angegriffen und müssen um ein Haar ihr Leben lassen. Sie kommen natürlich lebend da raus, ohne zu ahnen, dass sie quasi in ein Wespennest gestochen haben. Sie hetzen von einer Verfolgungsjagd zur Nächsten, stoßen immer wieder auf versunkene Wracks aus dem ersten und zweiten Weltkrieg und kommen doch immer eine winzige Weile zu spät.
Fast zu spät begreifen sie, welches Spiel hier gespielt wird und was sie nun wirklich verhindern müssen. – Unter Einsatz seines Lebens kann Dirk die entscheidende Detonation der größten Bombe im Spiel noch verhindern, Millionen Menschenleben retten und eine der größten Öko Katastrophen verhindern.
Als allerdings klar wird, warum er das alles inszeniert hat, fragt man sich, was es rechtfertigt, einend dritten Weltkrieg zu riskieren.

Fazit: Der letzte Band der Dirk Pitt-Reihe aus dem Jahr 2016. Wahnsinn, mit der Reihe hat der Mann eine ganz schöne Fleißarbeit abgeliefert.
Am Anfang hatte es ein Personenverzeichnis mit Angabe ihrer Funktion in der Handlung. Schon allein die Latte ließ auf eine action- und ereignisreiche Show schließen, die mir hier bevorstand.

Vom Stil her ist es eigentlich schon irgendwie eine typische Folge von Dirk Pitt. Allerdings ist mir hier mal wieder zu wenig Archäologie und zu viel Politik im Spiel gewesen.
Was die vielen Namen angeht, ging es mir ganz genau so, wie ich das am Anfang vermutet hatte. Es waren schlicht und ergreifend zu viele und ich bin kaum hinterher gekommen, wer jetzt wer war und wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört.
Pitt war mal wieder der absolute Tausendsassa. Er hat sich aus wirklich vielen unmöglichen Situationen wieder heraus manövriert und das mit den unmöglichsten Tricks und Kniffen. Mehr als einmal hätte er schlicht und ergreifend einfach nur tot sein können, ist es aber nie gewesen, was fast schon wieder wie ein Märchen klingt. Am Ende habe ich die Story hier gelesen, einfach nur, um sie gelesen zu haben. Das bedeutet aber nicht, dass hier wirklich restlos alles wirklich ganz genau verfolgt habe. Um ehrlich zu sein, waren mir die ganzen Kampfszenen einfach zu viel. Die habe ich überlesen, ohne sie zu verfolgen. – Trotzdem ist mir die Story schon einigermaßen klar gewesen. Sie bestand im Wesentlichen aus Kriechling von einem Wrack zum Nächsten und vielleicht auch mal von einer Höhle zur nächsten. So lang, bis eben alles irgendwie zu einem Ende gekommen ist.
Die Kinder von Pitt haben zwar auch wieder mitgespielt, die hatten in dieser Folge allerdings eine eher untergeordnete Rolle. – Um ehrlich zu sein, bin ich darum auch ganz froh. Pitt jr. hat einfach nicht den Schneid und die Erfahrung wie sein Vater und gerät mir zu oft in Situationen, in denen er Hilfe braucht.

Leider hatte ich bei diesem Buch kein Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Die Faszination ging hier eher von der Frage aus, warum der Initiator so scharf auf die ganzen Funde ist und was ihn antreibt. – Mit deren Auflösung wartet der Autor aber wirklich bis ganz zum Schluss, sodass ich wirklich auch bis zum Ende am Ball bleiben musst.
Dieser letzte Band der Reihe hat mich leider nicht so wirklich fesseln können und ich hake ihn wirklich unter “ferner liefen” ab. Da war mir zu viel McGiver und zu wenig Indianer Jones im Spiel. Es gab Folgen, da war das andersherum, die haben mir besser gefallen.
Vom Schreibstil her, bleibt sich Herr Cussler in jedem Fall treu. Er streut jede Menge Fachbegriffe aus der Seefahrt ein, erklärt sie nur zum Teil und lässt einen absoluten Leien stellenweise einfach nur ratlos zurück. – Ich finde das schon irgendwie bedauerlich. Ich schlage doch nicht jeden Begriff nach, den ich nicht kenne. Ich erwarte, dass der dann auch erklärt wird. Schön in die Handlung eingebettet. – War hier nun leider nicht der Fall. Aber vom Verständnis her tut das der Handlung keinen Abbruch. Das geht schon in Ordnung.

Bewertung: 4 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Zu der vollen Anzahl hat es leider nicht ganz gereicht. Das käme mir den Büchern gegenüber nicht fair vor, die ich einfach nur gefressen und in Rekordzeit gelesen habe. – Der Grundgedanke war interessant, keine Frage. Das Handeln hätte eine riesige Katastrophe auslösen können, aber die Umsetzung war mir zu wild.

[Buch] Andreas Eschbach – „Kelwitts Stern“

Andreas Eschbach
„Kelwitts Stern“
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 3-404-23232-1
Länge: 444 Seiten

– gelesen im August 2024 –

Ein Fund aus dem öffentlichen Bücherregal, der mich dann am Ende aber irgendwie erstmal komplett überrascht und dann gefesselt hat.

Klappentext: Auf dem Planeten Jombuur ist es üblich, jedem Neugeborenen einen Stern zu schenken. Später dann besucht der junge Jombuuraner diesen Stern, um dort wie von einem Orakel zu erfahren, was das Leben für ihn bereithält.
Eines Tages bekommt auch der unbekümmerte Kelwitt seinen Planeten geschenkt: die Erde
. Auf seiner Orakelfahrt soll Kelwitt die Erde eigentlich nur umkreisen. Doch als er entdeckt, dass sie bewohnt ist, beschließt er entgegen allen Warnungen zu landen und bekommt es prompt mit Geheimdiensten und neugierigen Wissenschaftlern zu tun. Unterschlupf findet er auf der schwäbischen Alb, bei Familie Mattek, was die Probleme nicht kleiner macht … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Kelwitt lebt auf dem Planeten Jombuur, steht kurz vor seiner Großjährigkeit und will vorher eine Orakelreise machen. Es stößt auf einige Missbilligung, dass er diese längst nicht mehr gebräuchliche Tradition leben möchte.
Kelwitt hat die Sonne zu seiner Geburt geschenkt bekommen und möchte sich dort nun ein wenig umsehen. – Er startet seine Reise, stößt bei der Besichtigung der Sonne auf die Erde und auf die Tatsache, dass sie bewohnt ist. Er will das näher erkunden, gerät zu nah an das Gravitationsfeld der Erde und stürzt auf der schwäbischen Alb ab.
Kelwitt will die Gegend erkunden, wo er schon mal hier ist und gerät dadurch in einige Dinge hinein. Zunächst wird er von einem Geheimdienstler aufgelesen, muss mit diesem einen Autounfall durchstehen, trifft dann auf Vater und Tochter Mattik, die ihn mit nach Hause nehmen und beherbergen wollen, bis seine Leute ihn wieder abholen.
Doch Kelwitt fühlt sich nach einer Weile nicht mehr wohl, er klagt über Schmerzen, lässt sich sogar von einem Arzt untersuchen und verursacht außerdem unbewusst einiges Aufsehen rund um die Welt.
Doch gerade, als es fast schon zu spät ist, kann er dann wieder nach Hause entkommen. – Ob er allerdings so viel aus dieser Reise herauslesen kann, steht in den Sternen.

Fazit: Das Buch ist alt. Im Jahr 2001 erschienen und ich habe es aus den Tiefen eines öffentlichen Bücherregals gezogen. Seitdem fristet das Buch sein Dasein in meinem Bücherregal und ich dachte mir, dass ich es doch jetzt mal in Angriff nehmen kann.
Das Buch ist muffig. Ein Taschenbuch, wenig abgegriffen aber mit vergilbten Seiten und das Papier riecht irgendwie muffig. Zum Glück haben wir gerade Sommer und ich kann es draußen, an der Luft lesen. – Ich mag ja den Papiergeruch, auch alten, aber der hier ist dann doch etwas sehr stark ausgeprägt. Und ich glaube, ich werde das Buch nach der Lektüre auch wieder in einem öffentlichen Bücherschrank entsorgen.

Ich bin so ziemlich ohne jede Erwartung an das Buch herangegangen. Ich habe seinerzeit nur gesehen, dass es von Andreas Eschbach ist und dachte mir, dass man es ja mal versuchen kann. Zumal Science-Fiction immer so ein Ding ist. Wenn es ein komplett durchtechnisiertes Szenario ist, interessiert es mich dann eher weniger und ich breche ab. – Aber hier weiß ich nicht so recht, ob es jetzt wirklich Science-Fiction oder Humor sein soll.
Kelwitt selber scheint nicht das geschickteste Wesen auf seinem Planeten zu sein. Es kommt, wie es kommen muss, und er landet auf der Erde. Dort bekommt er es mit einem wirklich sehr ungeschickten und scheinbar vertrottelten Geheimagenten zu tun, der aber auch nicht locker lässt.
Ist seine Reise auf dem Planeten Erde zunächst noch amüsant und locker, spitzt sich die Lage aber zum Ende des Buches hin immer mehr zu. Es baut quasi alles so aufeinander auf. Aus Gerüchten werden Tatsachen, aus einem Geheimnis ein Forenbeitrag und aus einem Arzt, der es mit der Schweigepflicht nicht so genau nimmt, ein Durcheinander aus den Ideen eines geldgierigen Geschäftsfuzzis und den Interessen der Familie, die nur das Beste für Kelwitt wollen. – So gesehen, ist die Story zwar mächtig an den Haaren herbei gezogen, aber eben doch auch wirklich gut durchdacht. Herr Eschbach hat sich in jedem Fall genau Gedanken gemacht, wie so etwas ablaufen könnte.
Kelwitt als Wesen war wirklich sehr interessant. Das fing bei der Lebensweise und den Ernährungsgewohnheiten an und hörte bei seiner Lernfähigkeit und Wissbegierigkeit auf. Es wirkt so glaubhaft, als dann auch Unsicherheiten aufgetaucht sind. Im Prinzip nicht anderes, als auch die Menschen.
Der Abschied von dem lieb gewonnenen Außerirdischen hatte dann aber durchaus Parallelen zu dem, wie man es in den ganzen einschlägigen Filmen auch schon gesehen hat. Das Raumschiff, der Transportstrahl … – Einzig die humorige Seite hat mich hier mal wieder zum Schmunzeln gebracht.
Aber so eine Augenöffnerblume bräuchte es mal wirklich auf der Erde. Die Erkenntnis, die den Leuten dann hier so gekommen ist, wäre für jeden sicherlich sehr heilsam. Da braucht es nicht so ein Durcheinander, das geht auch im Alltag.

Alles war leicht verständlich geschrieben. Selbst die Beschreibung von Jombuur und den Wesen da, waren sehr gut nachzuvollziehen.
Ein Kopfkino hatte ich dann aber erst ab dem Zeitpunkt, als Kelwitt auf der Erde war und dort in ein Abenteuer nach dem anderen gestürzt ist. Ich konnte mir die entsetzen Gesichter der Personen richtiggehend vorstellen. Und obwohl besagte Grundschullehrerin nur eine kleine Rolle hatte, konnte ich mir gerade diese verkniffene Person wirklich sehr gut vorstellen. – Menschen, bei denen man auch mit Ehrlichkeit keinen Pfifferling gewinnen kann.
Die Schreibweise war einfach, gut verständlich und flüssig. Keinerlei Erklärungen haben die Handlung gestoppt oder langweilige Längen entstehen lassen. – Die Tatsache, dass das hier herrschende Problem wirklich von vielen Seiten beleuchtet worden ist, macht klar, dass es kaum bis gar nicht möglich ist, ein Geheimnis unter mehreren Personen wirklich geheim zu halten.
Der Stoff selber, war jetzt in dem Sinne nicht neu. Das Thema mit den Außerirdischen, die auf der Erde landen und dann verfolgt werden, ist so alt wie die SkyFi, aber irgendwie fand ich dieses Buch wirklich genial. Es hat mich super unterhalten und ich hatte in jedem Fall meinen Spaß damit.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Schnell, spannend, interessant, nie langweilig und doch irgendwie emotional und herzerwärmend. – Ich mochte das Buch einfach. Punkt!

[Buch] Michael Tsokos – „Dem Tod auf der Spur“

Michael Tsokos
„Dem Tod auf der Spur“
Verlag: Ullstein
ISBN: 9-783-548 -37713-1
Länge: 260 Seiten

– gelesen im September 2024 –

Der Tod ist mannigfaltig. Gewollt oder nicht, aber oftmals ungewollt spektakulär. Dieses Buch hat mich emotional komplett gefordert.

Klappentext: Verkohlte Skelette, erschreckende Funde in vernachlässigten Möbelstücken, eine Wasserleiche in ungewöhnlicher Kleidung, verstümmelte Körperteile – täglich hat es Prof. Dr. Michael Tsokos mit Toten zu tun, die mitunter auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen sind.

Dreizehn spannende, wahre und ungewöhnliche Verbrechen – detailreich erzählt von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner und spannender als ein Krimi.

Die Koryphäe der Rechtsmedizin Prof. Dr. Michael Tsokos wird zu Rate gezogen, wenn festgestellt werden muss, ob Selbstmord, ein Unfall oder doch Mord die Todesursache war. Seine rechtsmedizinische Expertise trägt maßgeblich zum Erfolg der Ermittlungsarbeit der Behörden bei. So ist der Rechtsmediziner regelmäßig als Experte im In- und Ausland tätig, beispielsweise für das BKA bei der Identifizierung der Opfer von Terrorangriffen und Massenkatastrophen. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Michael Tsokos ist wohl Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner. In diesem Buch lässt er den Leser hinter die Kulissen seines Berufes blicken. Anhand von 10 Fällen klärt er auf, wie ein Rechtsmediziner vorgeht, wenn er eine Leiche auf den Tisch bekommt. Der Leie bekommt aufgezeigt, anhand welcher Befunde man was ablesen kann und warum es den perfekten Mord im Grunde nicht gibt.
Fachbegriffe fließen mit ein und werden fast nebenbei erklärt. – Für mich hat sich hier ein Bild von einem Berufsalltag ergeben, was die komplette menschliche Gefühlspalette umfasst.

Fazit: Ich habe schon neuere Werke von Michael Tsokos im Regal stehen. Aber irgendwie war ich der Meinung, dass ich alle seine Bücher lesen möchte. Schön in der Reihenfolge, wie sie erschienen sind.
Meine Reise startet mit diesem Buch, aus dem Jahr 2009. – Himmel! Der Mann auf dem Cover erschien da noch Blutung! Und ich musst hart nach dem Buch suchen, und habe es am Ende nur noch gebraucht bekommen. Aber ein sehr guter Zustand. Somit konnte ich damit leben.

Das Buch hat mich von Anfang an komplett gefesselt und in seinen Bann gezogen. Das lag aber auch daran, dass Herr Tsokos einfach unheimlich spannend erzählen kann. Faszinierend beschreibt er seinen Arbeitsalltag. Nüchtern und sachlich beschreibt er Fälle und ist dabei doch nicht emotionslos.
In jedem Fall kommen hier knallharte Fakten auf den Tisch. Wie und wo wird die Leiche gefunden. Wie ist ihr Zusant, welche Untersuchungen sind möglich und welche wurden gemacht. – Fast war es mir, als wäre ich selber an der Aufklärung der Morde beteiligt gewesen. Aber in jedem Fall war ich emotional hier ganz schön gefordert. Es handlet sich schlicht nicht um Fiktion, sondern um die knallharte Realität.
Von allen hier besprochenen Fällen ha mich der de kleinen Jessica am meisten mitgenommen. Ich kann absolut nicht verstehen, wie die eigene Mutter ihr Kind so vernachlässigen kann.
Aber auch Selbstmordfälle bergen so manches Geheimnis und verraten den Grad der Ernsthaftigkeit hinter der Absicht.
Ein spannender, lesenswerter und sehr gut erklärter Einblick in die Arbeit des Rechtsmediziners, der kein Pathologe ist, wie anfangs gleich aufgeklärt wird.

Ich hatte hier ein Taschenbuch in der Hand, welches aber sehr angenehm geklebt war. Es lies sich wirklich sehr gut und angenehm einfach handeln und auch die Seitenaufteilung mit der Schriftgröße war sehr augenfreundlich. – Dauerlesen war absolut kein Problem und somit hatte ich das Buch in quasi zwei Sitzungen durchgelesen.
Die einzelnen Fälle waren sehr gut und sehr bildlich erklärt und ich hatte stellenweise Bilder vor meinem geistigen Auge, die ich lieber nicht gehabt hätte. – Die Seiten sind unter der Lektüre nur so dahingeflogen und eins fix drei war das Buch auch schon wieder zu Ende.
Die ganze Zeit bin ich hier zwischen Fassungslosigkeit und Faszination hin und her gewechselt. Es war spannend, wie verzweifelt Menschen sein können, um solche Taten zu begehen.
Fachbegriffe, die bei diesem Thema unvermeidbar sind, wurden sehr gut erklärt und am Ende bin ich mir fast wie ein kleiner Experte in diesen teilweise verwirrenden lateinischen Begriffen vorgekommen.
Der Mann und sein Beruf faszinieren mich einfach nur total. Ich kann mich einfach nur dazu beglückwünschen, seine Bücher endlich in Angriff genommen zu haben und mir nun jeden Monat eines gönnen zu können.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Ich weiß nicht, wann mich ein Fachbuch so fasziniert hat. Das hier hat mich jedenfalls komplett geflasht und dafür gesorgt, dass ich nun noch überzeugter vom Content dieses Mannes bin.

[Taschenbuch] André Milewski – „Geheimakte Shiva“

André Milewski
„Geheimakte Shiva“
Reihe: Geheimakten (17)
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9-798-332-93204-5
Länge: 347 Seiten

– gelesen im August 2024 –

Endlich wieder eine Geheimakte von André Milewski. So schnell, wie diese seine Bücher sich wegatmen lassen, kann der Mann die nun wirklich nicht schreiben. Aber wenn man die liest, flutscht es einfach.

Klappentext: Boston, 1970

Max Falkenburg genießt nach seinem gefährlichen Abenteuer in der Antarktis die wohlverdiente Erholung mit seiner Frau Jody. Doch viel Zeit bleibt dem Archäologen nicht.
Weit entfernt, in einem verborgenen Tempel tief im Dschungel Indiens, lauern „Die Kinder Shivas“, ein uralter Kult, der fest entschlossen ist, das mystische Vermächtnis von Shiva, dem Zerstörer, zu entfesseln und eine unvorstellbare Katastrophe biblischen Ausmaßes über die Menschheit zu bringen.

Max und Jody, und ihre Freunde Joe Carter und Leo Dragajew, verschlägt es nach Indien, wo sie den Kampf gegen den Kult aufnehmen und sich dunklen Ritualen, tödlichen Fallen und erbarmungslosen Feinden stellen müssen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und das Schicksal der Welt liegt in ihren Händen. (Quelle: Amazon.de)

Inhalt: Eigentlich wollten Max und Jody nur zu ihren Eltern, da die Krankheit der Mutter inzwischen sehr weit fortgeschritten ist. Doch sie werden aus dem Londoner Museum entführt und finden sich in Indien wieder, so die Kinder Shivas Max seine Hilfe erzwingen wollen, um eine heilige Kammer zu öffnen.
Nicht nur Max und Jody sind in diesen Fall verwickelt, sondern auch der Vizedekan der Uni und sein Freund Joe. Auch diese beiden sind parallel zum Ehepaar Falkenburg entführt worden, um den letzten Teil des Manuskripts zu übersetzen, und an den Schatz zu kommen.
Im Laufe der Handlung trifft man viele bekannte Gestalten aus vorangegangen Büchern wieder und zusammen ergibt das alles wieder ein großartiges Abenteuer, gespickt mit Geheimnissen, seltsamen Funden und einem fiesen Cliffhanger am Ende.

Fazit: Das Cover ist gestaltet, wie es für die Geheimakten typisch ist. Ein in Gelb gehaltenes Buch, wo in diesem Fall die Shiva-Statue abgebildet ist. – Mit dem Kult selber habe ich mich noch nicht wirklich befasst. Das war für mich eine der vielen Sekten, die existierten, für mich aber vollkommen abseits dem Radar waren. – Ich war gespannt, was Herr Milewski hieraus machen wollte und das auch noch in die bisher geschehenen Ereignisse einbauen wollte.

Die Handlung geht schon wieder komplett typisch los. Max ist ein gefragter Mann und seine Feinde, die Familie von Steinheim, kann oder will ihn einfach nicht in Ruhe lassen. Es ist mal wieder ein von Steinheim, der ihn in eine Sache hineinziehen will, an der er kein Interesse hat.
Max und Jody geraten in die Sache, ob sie das wollen oder nicht. Aber vorher wird es noch familiär, als die Tochter mal wieder in den Schoß ihrer Familie zurückkehrt, weil sich der Krankheitsverdacht, den ich damals wegen ihrer Mutter hatte, komplett bestätigt hat. – Die Familienangelegenheiten haben sich in keiner Weise gelockert, aber zumindest konnten sie der Mutter ein wenig helfen.
Die Handlung switchte in diesem Buch sehr interessant umher. Es waren genau drei Stränge, die sich langsam aber sicher zum großen Finale in dem Berg hingearbeitet haben. – Klingt lustig. Aber es ist wirklich so, dass alle entführten Personen und die, die freiwillig mitspielen, hier wirklich Stück für Stück erst zum Berg hin und dann mehr oder weniger freiwillig hineingelangen.
So richtig hochgradig interessant ist dieses Buch wirklich erst am Ende geworden, als wieder diese Indianer Jones-Vipes aufgetaucht sind. Diese Situation in der Kammer, das Geschehen, der Fanatismus der Sektierer und der Pragmatismus der Gefangenen. Spätestens hier hatte ich ein gewaltiges Kopfkino vor meinem geistigen Auge und habe das Buch nur so in mich rein gefressen.

Ich hatte hier zum größten Teil ein Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Auch wenn ich die Handlung vom Stil her etwas anders fand, als die bisherigen Bände dieser Reihe, habe ich an den Zeilen geklebt und wenn man mich gelassen hätte, hätte ich die 347 Seiten auch so schnell mal eben weggeatmet.
Ich habe vieles verstanden, konnte keine langweiligen Längen finden und hatte zu einem sehr großen Teil wieder ein großartiges Kopfkino vor meinem geistigen Auge.
Wenn Herr Milewski nicht am Ende des Buches mit Fiktion und Wahrheit aufgeräumt hätte, hätte ich im alles, was er hier beschrieben hat, volle Kanne abgekauft und zu einhundert Prozent geglaubt.
Ich weiß nicht wie Herr Milewski das immer und immer wieder anstellt, aber auch dieses Buch war der pure Pageturner. Einmal angefangen, war es nicht mehr möglich, das Lesen zu pausieren. Ich war komplett gezwungen, weiterzulesen. Es ging einfach nicht anders. – In dem Fall war es sehr gut, dass Wochenende war und ich meine Umwelt einfach mal Umwelt sein lassen konnte.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Einfach nur der pure Wahnsinn. Ich habe die Reihe durch einen dumme Zufall flür mich entdeckt und bin binnen kürzester Zeit zu einem absoluten Suchti geworden. Ich finde es immer wieder faszinierend, was Herr Milewski aus tatsächlichen Gegebenheiten macht und dann eine Story daraus bastelt, die gar nicht mal so abwegig klingt.

[Taschenbuch] Christian Moerk – „Eminenza“

Christian Moerk
„Eminenza“
Verlag: Ullstein
ISBN: 9-783-548-26771-5
Länge: 523 Seiten

– gelesen im August 2024 –

Ein Buch von meinem SuB, von dem ich allerdings etwas ganz anderes erwartet habe, als ich es am Ende bekam. Eine Enttäuschung war es nicht, aber auch kein richtig guter Stoff.

Klappentext: Eine Entdeckung, die alles verändern könnte. Eine Geheimgesellschaft, die den Lauf der Dinge diktiert. Und ein junger Mann auf der Suche nach der Wahrheit: Als der Wissenschaftler Victor Tallent einen Weg findet, den Hunger auf der Welt für immer zu beenden, gerät er ins Visier des »Rats der Zehn«, einer jahrhundertealten venezianischen Organisation, die für ihre Ziele über Leichen geht. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Viktor Talent hat die Entdeckung seines Lebens gemacht. Mit dem von ihm entschlüsselten Genom von Reis kann er das Hungerproblem auf der Welt beseitigen. Doch die Präsentation auf einer Konferenz geht gründlich schief und der Schuss, der ihm gelten sollte, verfehlt ihn. Was er allerdings auch nicht weiß, dass der Rat der zehn ihm schon längst auf den Versen ist, weil seie einfach ihr Gleichgewicht der Welt waren wollen und Viktor seine Entdeckung dafür absolut nicht geeignet ist.
Viktor verliebt sich in Venedig, ohne zu ahnen, dass seine Liebe nicht die ist, die sie vorgibt zu sein. Als gebrochener Mann kehrt er zu seinen Eltern zurück, immer rastlos auf der Suche nach seiner Liebe, die er dann aber wiederewarten findet. Doch bis die beiden glücklich werden können, ist es noch ein langer Weg.

Fazit: Ein Buch, auf das ich durch eine befreundete Leseratte aufmerksam geworden bin. Sie hat es seinerzeit schon aus einem öffentlichen Bücherschrank gezogen, also musste ich auch etwas aufwendiger suchen, bis ich es in mein Bücherregal stellen konnte. Und nun wollte ich es dann auch endlich lesen.
Das Buch ist im Jahr 2006 im Original erschienen und wurde aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Mein Buch war gebraucht, hatte schon vergilbte Seiten. Leserillen sind ja etwas, was ich einem Taschenbuch nicht antun würde. Hier waren sie aber vorhanden und haben mir so das Lesen schon irgendwie erleichtert, da ich nicht die ganze Zeit auf Habacht sein musste. Man kann gut sagen, dass ich mit diesem Buch mal wieder so richtig ausgiebig geschmökert habe. Einziges Manko an der Sache, war der leicht muffige Geruch des Papiers. Aber das lies sich aushalten.

Die Story selber war eine andere, als ich es erwartet habe. Ich habe ehrlich gesagt mehr über den Reis und dieses Genom erwartet. Statt dessen war diese eigentlich sensationelle Entdeckung dann aber doch mehr Randthema und es ging mehr darum, dass Viktor fast die ganze Zeit auf der Flucht gewesen ist.
Im Grunde genommen, war das Buch für mich ein einziges Durcheinander von Verfolgung und Flucht. Hinzu kam das Liebesdrama, dem sich der eigentlich geniale Forscher hingegeben hat und somit sein Leben ruiniert hat. Statt von seinem Misserfolg etwas Neues aufzubauen, sucht er jahrelang nach seiner Geliebten, die er dann findet und enttäuscht feststellen muss, dass die Frau eben nicht das ist, was sie vorgab zu sein.
Genau genommen gehen die Probleme für den Mann erst so richtig los, als er seine verflossen geglaubte Liebe wiederfindet. Er hatte sich diesen ominösen Rat gut vom Hals geschafft, weil sie glaubten, mit ihm am Ziel zu sein. Aber dadurch, dass er sie wieder findet und dann sein Leben mit ihr teilen will, halst er sich diese verrückte Vereinigung von Neuem auf.
Über den Rat und seine Ziele ist jetzt so viel auch nicht in die Handlung eingeflossen. Da hätte man für ein besseres Verständnis auch etwas mehr erzählen können. So war das für mich nur eine Ansammlung von Leuten, die sich wohl ihren eigenen Profit nicht versauen wollten.
Der Schauplatz ist mit der Stadt Venedig insofern geschickt gewählt, dass es hier eine ganze Menge alter Geschichten gibt, die hier mal passiert sein sollen. Die Stadt hat auch heute noch ihre Geheimnisse und scheint den Hauch der Vergangenheit noch immer auszuströmen. – Genau das kam bei den verschiedensten Szenen sehr gut rüber. Venedig ist hier einfach nur glaubhaft und fast real dargestellt.
Am Ende war ich dann noch einmal ein wenig enttäuscht, als dann mit der Auflösung um die Identität von Viktor seiner Geliebten auch endlich die Verbindung zum Prolog geschlagen wird und das am Ende doch irgendwie vollkommen unwichtig ist. – Diese Auflösung sollte wohl noch einmal wie ein Paukenschlag einschlagen, allerdings ist das an mir vollkommen vorbeigegangen.

Das Buch war, wie gesagt, komplett anders, als ich mir das im Vorfeld gedacht habe. Ich habe mir einen spannenden wissenschaftlichen Krimi erhofft, indem es mehr um die geniale Möglichkeit geht, gegen den Hunger auf der Welt anzukämpfen. Stattdessen war es eine Mischung aus Liebesdrama und durchgeknallter Agentenstory. Sicherlich gut recherchiert und Recherchelücken mit Fantasie aufgefüllt, aber eben nicht das, was ich erwartet habe.
Einzig die Stadt Venedig ist hier irgendwie gut rüber gekommen. Das Feeling in dieser Stadt, das Ambiente und die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten sind wirklich sehr gut rüber gekommen und ich habe nun noch weniger Lust, in dieser Stadt mal Urlaub machen zu wollen.
Mit der Schreibweise des Buches hatte ich zum Teil ganz schön zu kämpfen. Ich hatte es schwer, richtig in die Story rein zu kommen und war stellenweise von den wirklich sinnlosen Dialogen komplett angepisst. – Da wurden Sachen bis ins kleinste Detail breitgetreten, die haben mich überhaupt nicht interessiert.
Leider hatte ich beim Lesen kein Kopfkino, was das Buch noch einmal einen Tacken uninteressanter. Zwar hat mich das Schicksal der jungen Frau ein Stück weit berührt, aber eben nicht so, dass man darauf eine Spannung hätte aufbauen können.

Bewertung: 3 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Im Grunde genommen war das Buch keine Enttäuschung, aber auch kein Reinfall. Ich habe es gelesen, um es gelesen zu haben. Ein Buch weniger auf meinem Sub, aber das war es dann auch schon wieder. Eine Story mit potential, die meiner Meinung nach nur anders hätte umgesetzt werden müssen.

[Ebook] Clive Cussler – „Die Kuba-Verschwörung“

Clive Cussler
„Die Kuba-Verschwörung“
Reihe: Dirk Pitt (23)
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9-783-641-16922-0
Länge: 409 Seiten

– gelesen im Juli 2024 –

Der Monat war noch nicht ganz zu Ende, aber mein Want to read-Stapel war schon abgearbeitet. Also habe ich mal wieder etwas in meinem SuB gewühlt und bin auf einen Cussler gestoßen. Ein fast schon Garant für gute Unterhaltung.

Klappentext: Dirk Pitt untersucht eine Umweltkatastrophe in der Karibik, da gerät er in einem Machtkampf auf Kuba zwischen die Fronten. Währenddessen forschen seine Kinder – Marineingenieur Dirk und Ozeanografin Summer – nach einem Aztekenartefakt, das den Fundort eines gigantischen Schatzes offenbaren soll. Doch es befand sich an Bord des Schlachtschiffs Maine , das 1898 im Hafen von Havanna zerstört wurde. Inmitten der größten Gefahr treffen die drei aufeinander. Sie hatten bereits vorher ausweglose Situationen zu bewältigen – aber noch nie war es so eng wie dieses Mal … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Im Meer tauchen vermehrt Todeszonen auf, denen die NUMA auf den Grund gehen soll. Dirk Pitt und Kollegen machen sich auf den Weg, um die Ursache für diese Erscheinungen zu finden.
Bei ihren Untersuchungen rütteln sie eine nicht legale unterseeische Grabung wach, die am Ende ihr Geheimnis waren wollen und ihren Gewinn dabei zu maximieren gedenken.
Die Geschwister Pitt Junior sind auf einer eigenen Mission unterwegs, welche sie einen sagenhaften Stein ausgraben lässt, der aber auch wieder nur geldgierige Haie auf den Plan ruft. Noch ehe sie auch nur ansatzweise irgendwas an dem Stein entziffern oder forschen können, wird er ihnen auch schon wieder entwendet und die Geschwister geraten mal wieder in einen Kampf auf Leben und Tod.

Fazit: Schon das Cover ist actiongeladen und spiegelt genau das wieder, um was es hier in diesem Buch geht. Mal wieder Gut gegen Böse. In Form von einem Umweltsünder und der NUMA, die die Katastrophe verhindern will.

Dirk Pitt ist mal wieder in Höchstform. Schon am Anfang kann er ein Taucherteam aus einer aussichtslosen Situation retten und somit verhindern, dass es zu Todesopfern kommt. Aber geklärt ist die Sache in keinem Fall, denn der Verdacht einer Sabotage liegt sehr nah.
Die Handlung spielt zu der Zeit, als Castro verstorben ist und Kuba mal wieder das Ziel hatte, moderner und aufgeschlossener zu werden. Dabei ist in einer harmlos wirkenden Handlung die Korruption mehr als offensichtlich. – Fast könnte man glauben, dass es ganz genau so gelaufen ist.
Die Handlung hat mich von Anfang an gut in den Bann gezogen. Ganz besonders fand ich hier den Part der Geschwister Pitt, welche durch Zufall archäologische Ausgrabungen getätigt haben, die am Ende dann mit dem Fall ihres Vaters zusammenhängen sollten. Und das nur, weil ein Möchtegernmachthaber auf nichts weiter als Macht und Geld aus war.
Die Situation in Kuba wurde jetzt nicht bis ins kleinste Detail beschrieben, aber trotzdem konnte ich mir von dem Leben und der Unterdrückung in diesem Land ein gutes Bild machen. Weniger hilfreich waren hier die ganzen spanischen Namen. Da hatte ich mit meiner Namensschwäche absolut keine Chance, auch nur ansatzweise wirklich hinterherzukommen. – Allerdings hat dieser Umstand der Story keinen Abbruch getan. Die war so oder so fesselnd und hat einfach nur von ihrer Handlung und den Gedankengängen des Ganoven gelebt.
Zum Teil hatte ich ein wirklich skrupelloses Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Manche Gedankengänge waren einfach nur rücksichtslos as fuck und ich konnte nicht anders, als einfach nur den Kopf schütteln. – Das sich die auserkorenen Opfer da wehren, war ja mal mehr als logisch.
Die Tochter von Dirk Pitt war gerade zum hin ein wenig wehleidig. Die Show, die sie bei ihrer Rettung abgezogen hat, hat nicht wirklich zu ihrer sonst so harten Art gepasst, aber das war dann auch schon einzige Punkt, der mich an diesem ganzen Buch gestört hat.

Ich habe Rezensionen gefunden, die hier gesagt haben, dass die Autoren einen Durchhänger hatten. Allerdings kann ich diese Meinung absolut nicht nachvollziehen. – Diese Handlung hier hat durch ihre Fakten und Ereignisse gelebt. Es brauchte keine ellenlangen und komplizierten Fachbegriffe der Schiffkskunde. Die wissenschaftlichen Zusammenhänge waren zwar mit Fachbegriffen, aber doch verständlich erklärt, sodass ich als Leie da super mitgekommen bin und das Gefahrenpotential erkannt habe. – Von so etwas lebt doch eine gute Story. Da braucht es kein großes Tamtam.
Ich habe alles flüssig und schnell lesen können. Ich war an die Handlung förmlich gefesselt und konnte während der Lektüre wirklich wunderbar von meinem aktuellen Alltag abschalten und die Welt um mich herum vergessen. – Alles genau das, was ein gutes Buch ausmacht.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Nicht so langatmig wie manch anderer Band dieser Reihe. Herrlich bildliche Beschreibungen von Örtlichkeiten und keine künstlich aufgepimpten Actionszenen. Einfach nur blankes Abenteuer Ala Dirk Pit. – So stelle ich mir ein gutes Buch vor.

[Buch] Bernd Stelter – „Mode, Mord und Meeresrauschen“

Bernd Stelter
„Mode, Mord und Meeresrauschen“
Reihe: Camper-Krimi (4)
Verlag: Lübbe
ISBN: 23-783-785-72857-4
Länge: 333 Seiten

– gelesen im Mai 2024 –

Klappentext: Tod auf dem Laufsteg: Marc van de Velde, berühmtester Modemacher der Niederlande, bricht bei der Modenschau in Middelburg tot zusammen; sein roter Samtsmoking ist blutdurchtränkt. Das Publikum ist entsetzt, denn allen ist klar: Es war Mord! –
Piet van Houvenkamp, Inspecteur der Polizei von Middelburg und alles andere als modeaffin, durchfährt gerade den Tunnel unter der Westerschelde und plant ein ganz besonderes Wochenende, als ihm der Anruf seiner Assistentin einen Strich durch die Rechnung macht: Er muss ermitteln!

Schlimm genug – und dann kommen auch noch die deutschen Camper vom Camping de Grevelinge dazu, auf deren Unterstützung van Houvenkamp wie immer lieber verzichten würde.. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Anne und Jutta sind auf einer Modenschau. Marc van de Velde, berühmt, beliebt, begabt. Und dann hat Jutta die Karten gewonnen und nicht kaufen müssen. Das wird ein toller Abend.
Doch erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt. Der große Designer hat ein anderes Finale, als er es geplant hat. Er liegt tot auf dem Laufsteg, statt sich im Applaus zu sonnen.
Es ist klar, es war Mord. Denn eine große Schneiderschere kann man sich kaum selber zwischen die Schulterblätter rammen.
Die Polizei, allen voran Piet von Houvenkamp, ermittelt unverzüglich. Wobei Piet hier ein romantischer Abend versaut wird und er seine Liebe verloren zu haben scheint. – Doch er kann ermitteln und seiner Liebe hinterhertelefonieren.
Die lustigen Camper, derzeit wohnhaft auf dem Camping de Grevelinge, ermitteln auch mit. Schließlich haben zwei Mitglieder ihrer Truppe den Mord live miterleben müssen. Das sollte doch genügen Anhaltspunkte für eine Ermittlung liefern.
Eine lustige Truppe mit halbherzigen Ermittlungsversuchen, eine Polizei, die ernsthaft ermittelt und nicht lang braucht, bis sie eine Spur hat und am Ende von der lustigen Truppe auf den Täter aufmerksam gemacht wird.

Fazit: Bernd Stelter war mir als Autor bisher komplett neu und unbekannt. Ich kannte ihn als Kabarettist und von 7 Tage 7 Köpfe. Deswegen war ich auch total baff, als ich mir sein Programm ansehen wollte und im Vorfeld ein riesiger Tisch vor Ort stand, auf dem einige seiner Werke lagen, die man erwerben konnte. – Das Wort „Camping-Krimi“ fand ich irgendwie lustig. Und ich habe mir diesen vierten Band seiner campenden Ermittler gekauft. Ich dachte, ich versuche es einfach mal. Die Widmung und das Autogram haben das Buch dann noch einmal eine Nummer wertvoller gemacht. Ich bin stolz, auf meinen neuen Schatz im Bücherregal.

Gleich zu Beginn musste ich mich erst einmal an die Schreibweise in diesem Buch gewöhnen. Bernd Stelter schreibt genau in dem Wortlaut, in dem er auch spricht und das ist so ein wenig vornehm, gespickt mit einigen Fremdwörtern, aber doch sympathisch, lustig und irgendwie bildhaft. – Deswegen war ich von Anfang an auch gleich in der Handlung drin.
Die Handlung selber ist bei mir fast ein wenig in Vergessenheit geraten. Irgendwie hat mich seine Erzählweise mehr amüsiert, als alles andere. Dabei hat er aber sowohl die ernsthaften Ermittlungen der Polizei beschrieben, als auch die halbherzigen Versuche der Camper. – Und die Camper sind eine mehr als lustige Truppe. Das muss man ihnen lassen. Die haben Humor, sind ehrgeizig aber dann doch irgendwie stümperhaft und stellenweise sehr dilettantisch. Deswegen habe ich es auch richtig gefeiert, dass es ihr Tipp war, der die Polizei dann wirklich auf die richtige Spur gebracht hat.
Dieser Krimi liest sich absolut nicht, wie die herkömmlichen Krimis, die im Regal stehen. Die Polizei allein ist durch die privaten Probleme des einen Ermittlers um vieles menschlicher, als es in herkömmlichen Krimis rüber kommt. Und dass das Ganze dann noch in den Niederlanden spielt, sorgt für wirklich sehr lustige Namen, mit denen ich zwar stellenweise so meine Probleme hatte, aber das tat der Handlung keinen Abbruch.
Die ganze Zeit über waren mir die Ermittlungen irgendwie egal. Ich habe mich mehr über die Camper amüsiert. Deren Gewohnheiten, der Umgang untereinander und das, was sie aus den Situationen machen, war wirklich öfter mal zum Lachen und haben mir das Buch richtig versüßt.

Ich hatte beim Lesen ein wirklich herrliches Kopfkino und habe vergessen, dass ich einen Krimi lese. Der Fall selber war ja fast Nebensache und somit konnte ich das Buch genießen und habe Gefallen daran gefunden. Außerdem habe ich beschlossen, dass ich auch Band 1 bis 3 jetzt jeden Monat ein Buch erwerben werde, um es gleich zu lesen. – Hier lohnt es sich für mich, am Ball zu bleiben.
Die Namen der handelnden Personen haben mir einige Probleme bereitet. Ich konnte sie zum Teil nicht wirklich auseinanderhalten, habe die Handlung aber trotzdem kapiert und hatte einen Film vor meinem geistigen Auge ablaufen.
Der Fall selber war zwar in irgendeiner Weise ziemlich spektakulär, aber interessiert hat er mich nicht wirklich. Dazu war dieses Buch anderweitig einfach nur ein Feuerwerk an Eindrücken und Geschehnissen.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Trotzdem ich reihenmäßig das Pferd mal wieder von hinten aufgezäumt habe, bin ich sehr gut mitgekommen. Ich werde mir die vorherigen drei Bande aber auch noch zu Gemüte führen. Das muss einfach so.
Aber ich habe alles sehr gut verstanden und wurde sehr gut unterhalten. Ich denke, das bringt schon einmal eine ganze Menge.

[Buch] André Milewski – „Geheimakte Antarktis“

André Milewski
„Geheimakte Antarktis“
Reihe: Geheimakten (16)
Verlag: Selfpublishing (über Amazon)
ISBN: 9-798-877-88670-4
Länge: 383 Seiten

– gelesen im April 2024 –

Endlich wieder ein Abenteuer von Herrn Milewski. – Ich war gespannt, was in der Antarktis passieren sollte. Diese Region ist Archäologenkreisen ja weniger bekannt. Ich wüsste nicht, dass man da jemals etwas gefunden hätte.

Klappentext: Boston, 1970: Max Falkenburg erreicht die Nachricht, dass sein bester Freund und Kollege, Professor Joe Carter, auf einer Forschungsmission in der Antarktis verschollen ist. Von der CIA wird Max gebeten, dorthin zu reisen, um die Arbeit seines Freundes fortzuführen. Während sich seine Frau Jody in Boston mit unerwarteten Problemen herumschlagen muss, entdeckt Max, dass unter dem Schnee und Eis der Antarktis etwas verborgen liegt, was die Welt in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Dessen ungeachtet versucht er alles, um seinen verschollenen Freund Joe finden.

Im Wettlauf gegen die Zeit muss Max nicht nur seine Überlebensfähigkeiten in der erbarmungslosen Kälte beweisen, sondern sich auch mit CIA und KGB auseinandersetzen, die im Namen ihrer Nationen tief in die frostigen Abgründe der Antarktis vorgedrungen sind. Doch in der eisigen Stille lauern düstere Geheimnisse … (Quelle: Amazon.de)

Inhalt: Max Falkenburg bekommt Besuch von der CiA, von der er erfährt, dass sein freund und Kollege Joe Carter in der Antarktis verschollen ist. Max und sein Kollege Leo sollen ebenfalls zur McMurdo-Station reisen. Jedoch nicht, um Joe zu retten, sondern vielmehr um seine Forschungen weiter zu betreiben und das Tor zur Stadt unter dem Eis zu öffnen.
In der Antarktis angekommen, gehen Leo und Mys einen Kompromiss ein. Einbesuch in der russischen Forschungsstation geht gewaltig schief und die Flucht in einem der Kettenfahrzeuge der Russen gerät zu einem riesigen Abenteuer unter dem Eis. Die Rettung von Joe ist dann fast schon purer Zufall.
Jody ist auf ihre eigene, nicht ungefährliche Art, in die Geschehnisse eingebunden. Aber auch hier hat sie den Verrat unter den Ganoven auf ihrer Seite.

Fazit: Endlich wieder ein Abenteuer mit Max Falkenburg und Co. Die Reihe hae ich nach meiner Entdeckung unter selbst auferlegtem Zwang so nach und nach „aufgearbeitet“. (Ich habe mich gezwungen, nicht alle Bücher sofort zu kaufen und zu lesen, sondern langsam zu machen.) Danach erfolgte eine Zwangspause, weil Material gefehlt hat. Und nun kann es auch weitergehen. – Endlich.
Dieses Abenteuer sollte unsren Lieblingsarchäologen in die eiskalte Antarktis führen. – Ein Landstrich, der nicht gerade für archäologische Funde bekannt ist. – Ich war also gespannt, was mich hier erwarten würde.

Die Handlung wird von Anfang an aus allen betreffenden Gesichtspunkten beleuchtet und es wird klar, dass hier wider alles mitmischen und entdecken will, was Rang und Namen hat. Alte bekannt tauchen in der Handlung auf und auch an Action und Bedrohungen fehlt es nicht.
Max Falkenburg, der Protagonist dieser Reihe, tritt verhältnismäßig schnell und unbürokratisch seine Mission und Reise an. Erst dann tauch die obligatorische Geheimakte auf und auch der Leser bekommt endlich nötige Informationen. Bis dahin ist aber auch schon einiges passiert und die ersten Verstrickungen und Zwischenfälle sind aufgetreten. – Da hatte das Abenteuer noch nicht einmal richtig begonnen.
Im Endeffekt liegt das Hauptaugenmerk dieser Folge mehr auf den Verstrickungen zwischen den Geheimdiensten der Länder Amerika und Russland. Hinzu kommt hier noch der Fund unter dem Eis und der Zusammenhang zwischen dem Manuskript und den Übersetzungen.
Dem Fund unter dem Eis hätte ich ja noch etwas mehr Raum gegeben. Die Archäologie kommt mir hier etwas zu kurz, aber Herr Milewski selber hat gesagt, dass er dieses Thema noch nicht ausgereizt hat.

Das Taschenbuch ist wieder sehr stabil geklebt. Es könnte durchaus ein mehrfaches Lesen durchhalten, ohne dass es auseinanderfledderd. – Mir hat es allerdings ein paar Probleme bereitet, den Buchrücken unbeschädigt zu lassen. Ich hasse Leserillen und bin bei Taschenbüchern dann immer übervorsichtig, solche Exemplare ja nicht in den Buchrücken zu knicken. Aber ich habe es geschafft und habe das Buch gelesen, ohne dass der Buchrücken Schaden genommen hat.
Schriftbild und Seitenaufteilung sind wirklich sehr augenfreundlich gemacht. Und auch der innere Rand auf den Seiten ist angemessen breit, dass ich das Buch nicht gewaltsam zerknittern musste.
Der Schreibstil war gewohnt flüssig und bildhaft. Erklärungen haben die Handlung nicht gestoppt. Es gab zu keiner Zeit irgendwelche Längen, die die Handlung gestoppt hätten. Es ging immer voran und irgendwelche Beschreibungen und Erklärungen haben sich super in die Handlung eingefügt und sie zu keiner Zeit gestoppt.
Ich war von Anfang bis Ende komplett gefesselt und in der Spannung gefangen. Dazu kam ein absolut realistisches Kopfkino, was ich vor meinem geistigen Auge gesehen habe. – Der Milewski-Effekt hatte mich beizeiten wieder in seinem Bann. Ich kann nach wie vor nicht sagen, was der Mann macht, aber bei seinen Büchern versinke ich immer schlagartig in der Handlung, vergesse alles um mich herum und bin in der Handlung gefangen. Wenn das leider notwendige reale Leben nicht gewesen wäre, hätte ich die Lektüre auch an einem Stück durchgesuchtet und hätte keine Pausen gemacht. Aber auch so waren Unterbrechungen kein Problem. Egal wie lang ich pausieren (musste), ich bin immer wieder schnell und gut in die Handlung hinein gekommen. Der Film lief weiter und ich war wieder schlagartig in der Handlung gefangen.
Mit den Namen hatte ich hier eher weniger Probleme, da vieles alte Bekannte aus vorangegangenen Folgen waren. Nur mit diesen ganzen russischen Namen und Bezeichnungen bin ich etwas gestolpert. Aber das lies sich verschmerzen. So wichtig waren die Russen in dem Fall dann auch nicht.
Bei den Geheimakten handelt es sich um eine Buchreihe. Allerdings ist die chronologische Reihenfolge zwar angenehm, aber für das Verständnis der einzelnen Bände nicht zwingend notwendig. Jedes Buch handelt hier quasi einen Fall, eine Expedition ab. Und wenn es Zusammenhänge zu anderen Bänden gibt, dann werden die noch einmal kurz erklärt. Das reicht völlig, um alles zu verstehen.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Ich war von Anfang an gefesselt. Viele alte Bekannt sind wieder mit von der Partie gewesen und der Milewski-Effekt hat mich das Buch fast komplett durchsuchten lassen. Es ist einfach gut, wenn gewohnte Qualität das bleibt, was man gewohnt ist.

[Buch] Verena Kolb – „Extinctia“

Verena Kolb
„Extinctia“
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9-798-399-68304-1
Länge: 386 Seiten

– gelesen im April 2024 –

Verena Kolb, eine Frau, deren erstes Buch mich schon komplett gefesselt hat. Endzeitszenarien sind ihr Dind und das merkt man auch an diesem Buch. – Einfach nur die pure Spannung.

Klappentext: „Willkommen bei der Begnadigung, Nummer Sieben!“
Ein Luftzug kräuselte ihr offenes Haar und veranlasste sie, nach oben zu schauen.
Über ihrem Kopf schwebte eine Drohne.
„Die Regeln sind einfach …“

Frankfurt. Zwei Jahre nach Ausbruch der tödlichen Krankheit Extinctia: Eine junge Frau erwacht in den Ruinen eines Hochhauses. Weder weiß sie, wer sie ist, noch was die tätowierte Zahl auf ihrer Stirn bedeutet. Sie weiß nur eines: Um zu überleben, muss sie einen brutalen Wettkampf gegen andere Gefangene gewinnen. Schnell merkt sie, dass niemand ist, wer er zu sein scheint. Nicht einmal sie selbst …

Düster, unvorhersehbar, spannend – Ein erschreckend aktueller Endzeit-Thriller, der unter die Haut geht. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Sie wacht in einem kahlen und fensterlosen Raum auf. Sie weiß nicht, wer sie ist, wo sie ist und warum sie da ist. – Sie findet sich nach einer Explosion aber in einem Krauseman Spiel auf Leben und Tod wieder.
Am Ende des Spiel findet sie sich in einer Welt wieder, deren Menschheit durch „Extinctia“ stark reduziert ist. Wieder sind hier Häscher auf den Fersen, die ihr Etas anhängen wollen. Doch sie findet mehr heraus, als den Initiatoren der Begnadigung leib sein kann.
Während sie nach der Wahrheit sucht, verfolgt Amy, heimlich still und leise ihren Plan.
Die Säuberung hat begonnen und muss zum Ziel gebracht werden.

Fazit: Verena war, zum zweiten Mal in Folge, auf der Thüringenmesse vertreten und hatte auch im Jahr 2024 ein neues Buch mitgebracht. – es war mir eine Ehre, dieses dann auch zu kaufen. Die nette Widmung hat dann nochmal einen drauf gesetzt.
In diesem Fall handelt es sich um einen Thriller. Ihr erstes Buch war eine Dystopie. – ich habe aber die leise Hoffnung, dass das ein dystopischer Thriller wird.
Der Buchdeckel, mit diesem Zeichen, leis allerdings eine ganze Menge Alarmglocken bei mir schrillen. Dazu die Blutspritzer und die Skyline einer Stadt im Hintergrund. Das versprach mir schon mal eine ganze Menge.

Die Handlung des Buches ist in drei Teile aufgeteilt, deren Titel beim Lesen ihren Sinn entfalten. Und alles beginnt mit einem wirklich grausamen spiel auf Kosten von verurteilten Verbrechern und zur Unterhaltung von Menschen. Schon hier wir dklar, dass die Welt eine andere ist, als wir es gewohnt sind. Es herrscht eine postapokalyptische Stimmung. Und die Spielteilnehmer sind stellenweise wirklich seltsam.
Allgemein kann man sagen, dass der Menschheit wohl die Menschlichkeit abhandengekommen ist.
Die Protagonistin ist ein Opfer. Sie wacht quasi in einem mehr als perfiden Spiel auf. Ohne Gedächtnis und ohne plan, was hier eigentlich gerade los ist. Sie versucht, in diesem perfiden Spiel zu überleben und irgendwie as Beste aus der Situation zu machen. Nebenbei katapultiert es sie in einem unheimlichen Tempo durch eine Welt, in der sich die Menschen vor einer absolut tödlichen Krankheit fürchten und scheinbar nichts dagegen ausrichten können. Nach und nach kommt die hier herrschende Wahrheit ans Licht. Es zeigt, wie perfide die Menschen miteinander umgehen und wie selbstbezogen doch jeder am Ende ist.
Aus einem verwirrenden Spiel mit durchnummerierten Menschen wruden nach und nach Personen mit Namen und einem Hintergrund. Aus einer unscheinbaren Antagonistin wurde eine Drahtzieherin und aus ihrer „Säuberung“ eine Schweinerei mit einem unvorstellbaren Ausmaß. – Das ganze Buch hat mich komplett in Atem gehalten. Und wenn da nichts das reale Leben gewesen wäre, hätte ich es wohl direkt am Stück durchgesuchtet.
Der Cliffhanger am ende, war dann besonders gemein. Ich habe jetzt den Eindruck und auch die Hoffnung, dass es mnoch irgendwie weitergeht, das irgendjemand von den „Guten“ wiedererwartend doch noch überlebt hat und sich die Story noch wendet. Die Menschheit kann doch nicht zu einhundert Prozent verdorben sein.

Schon am Anfang ist mir aufgefallen, dass das komplette Taschenbuch in einem sehr augenfreundlichen und angenehmen Schriftbild gedruckt ist. Die Zeilenabstände und die Schriftgröße sind einfach perfekt, wenn man Dauerlesen möchte, ohne sich die Augen zu verrenken.
Der Erzählstil ist angenehm und flüssig. Erklärungen fließen sehr gut in die Handlungen mit ein und stoppen sie nicht. Langweilige Längen fehlen und irgendwie geht immer an irgendeiner Stelle etwas voran. Die Namen sind für mich zum Teil etwas verwirrend gewesen, aber dann musste ich einfach etwas langsamer lesen und schon war mir klar, wer wer ist und wo sie sich gerade befinden. – Die eingebauten Grafiken in schwarz-weiß machen noch einmal einen besonderen Reiz aus und werten das Buch optisch in jedem Fall um Längen auf. Nicht, dass es die Handlung nötig hätte, aber in jedem Fall war das noch einmal ein nette Gimmick.
Der Weltenbau war spannend, bildhaft und absolut fesselnd. – Ich habe mich in den zerstörten Städten selber wandeln sehen, hatte ein Kopfkino, wie es besser nicht sein konnte und irgendwie auch überlegt, ob es so eine Krankheit nicht wirklich geben könnte. Ich meine, es gibt genug verrückte Wissenschaftler auf der ganzen Welt, die im Grunde zu genau so etwas im Stande wären, wie es sich hier am Ende herauskristallisiert hat. Die Handlung hat mich jedenfalls vollständig gefesselt und kaum von dem Stoff loskommen lassen.
Details und handelnde Personen runden das Bild dieser Apokalypse jedenfalls noch ab. Sie zeigen auf, wie die Menschheit noch immer nicht begriffen hat, dass man bessre zusammenhalten sollte, statt sich noch gegenseitig die Hölle heiß zu machen. Interessante Details zeigen die Entartung, wie sie auch wirklich zum Teil vorherrscht.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Grausam, fesselnd, voller menschlicher Abgründe und einem krankhaften Fantatismuss einzelner Personen. In einer postapokalyptischen Welt, wie sie glaubhafter nicht konstruiert sein kann. – Ich war einfach nur geflasht und habe es durchgesuchtet.