[Buch] Angela Merkel mit Beate Baumann – „Freiheit“

Angela Merkel mit Beate Baumann
„Freiheit“
Verlag: Kiepenhauer & Witch
ISBN: 9-783-462-00513-4
Länge: 736 Seiten

– gelesen im Januar 2025 –

Nach einer sprichwörtlichen Odysee, bis ich das Buch mein Eigen nennen konnte und einem anfänglichen Leseverbot, habe ich es dann aber förmlich verschlungen. – Für ein Sachbuch war ich hier echt schnell.

Klappentext:

16 Jahre trug Angela Merkel die Regierungsverantwortung für Deutschland, führte das Land durch zahlreiche Krisen und prägte mit ihrem Handeln und ihrer Haltung die deutsche und internationale Politik und Gesellschaft. Doch natürlich wurde Angela Merkel nicht als Kanzlerin geboren. In ihren gemeinsam mit ihrer langjährigen politischen Beraterin Beate Baumann verfassten Erinnerungen schaut sie zurück auf ihr Leben in zwei deutschen Staaten – 35 Jahre in der DDR, 35 Jahre im wiedervereinigten Deutschland. Persönlich wie nie zuvor erzählt sie von ihrer Kindheit, Jugend und ihrem Studium in der DDR und dem dramatischen Jahr 1989, in dem die Mauer fiel und ihr politisches Leben begann. Sie lässt uns teilhaben an ihren Treffen und Gesprächen mit den Mächtigsten der Welt und erhellt anhand bedeutender nationaler, europäischer und internationaler Wendepunkte anschaulich und präzise, wie Entscheidungen getroffen wurden, die unsere Zeit prägen. Ihr Buch bietet einen einzigartigen Einblick in das Innere der Macht – und ist ein entschiedenes Plädoyer für die Freiheit. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt:

Ein autobiografisches Buch von und mit Angela Merkel. Sie beginnt in ihrer Kindheit, berichtet von den Repressalien, die sie in der DDR, genau wie alle anderen auch, erleiden musste und wie sie dann doch ihren Weg gegangen ist. Wie eingeengt ihr Weg in der DDR war und wie sie am Ende in der Politik gelandet ist.
Ihr Leben als Bundeskanzlerin hatte es ganz schön in sich und war geprägt von so manchem Ereignis, mit denen und mit den einhergehenden Entscheidungen sie hier gnadenlos abrechnet. Sie gesteht sich Fehler ein, bleibt aber auch dabei, wo sie noch heute überzeugt ist, dass es nur so ging.
Ein interessanter Stoff über eine Person, die ich bei der Lektüre noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen gelernt habe.

Fazit:

Ich wollte das Buch ursprünglich bei NetGalley als Rezensionsexemplar haben, konnte es aber nicht bekommen. Um ehrlich zu sein, war ich aber auch nicht bereit, für ein Buch 42 Euro zu bezahlen, also dachte ich, dass ich es eben nicht lesen werde. Dann habe ich es aber zu Weihnachten bekommen, genauer gesagt, noch vor Weihnachten, hatte dann aber eben auch bis zum 24. Dezember ein Leseverbot für dieses Buch. – Es war schlimmer für mich, das Buch da zu haben und es nicht lesen zu dürfen, als es nicht zu haben und es nicht lesen zu können.

Als ich es dann endlich lesen durfte, war ich sehr schnell drin in der Lektüre, habe klein Angela vor mir gesehen, wie sie mit anderen Kindern gespielt hat. Habe sie mit dem Halstuch in der Pionierorganisation mitwirken sehen und hatte einen wirklich herrlichen Kopfkinofilm über ihre Kindheit vor meinem geistigen Auge. Sie hält nicht hinterm Berg, wie es sie in die DDR verschlagen hat und dass auch sie es hier stellenweise ganz schön gemein schwer hatte.
Auch in der Ausbildung konnte ich dem Stoff noch sehr gut folgen, vieles nachvollziehen und habe es bedauert, dass auch hier den Studenten Steine vor die Füße geworfen worden sind. – Da kann man mal sehen, dass die in der DDR wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun hatte. – Ich selber habe das allerdings nicht so wirklich mitbekommen, da ich zu DDR-Zeiten noch sehr jung war und eher den Nachteil in der Vereinigung und in der Änderung des Schulsystems mittendrin für mich gesehen habe.
Die politische Karriere beginnt bei Frau Merkel eher schleichend. Sie hat eine Möglichkeit gesucht, etwas Gutes in der Welt zu bewirken, in der sie lebt. Sie mitzugestalten und ist dabei in die Politik gerutscht. Hat sich dort dann innerhalb der Parteien hochgearbeitet, bis sie sich zur Wahl als Bundeskanzlerin gestellt hat. – Der Rest sollte bekannt sein. Was aber nicht bekannt ist, dass sie im Nachhinein viele ihrer Entscheidungen gar nicht mehr so selbstverständlich für gut heißt. Sie räumt Fehler ein und kann diese klar und deutlich benennen, schreiben wie sie es besser anders gemacht hätte und wälzt hier keine Schuld von sich ab, sondern steht dazu.

Ich konnte dem Text wirklich sehr gut folgen. – Allerdings muss ich dazu sagen, dass es nach einem anstrengenden Arbeitstag eher nicht so gut lief. Ich habe das Buch als ein Wochenendbuch gelesen und es immer als etwas Besonderes betrachtet, wenn ich diesen dicken Wälzer zur Hand nehmen konnte und wieder ein Stück mehr erfahren habe.
Der Bildteil war hier wirklich sehr ausführlich und ein bunt bebilderter Querschnitt durch ihr Leben, der dem Text zum Teil noch einmal eine Menge mehr Leben eingehaucht hat.
Der Text selber hat sich, trotz dem Schwerpunkt Politik, sehr gut lesen lassen. Sie ergeht sich nicht in stundenlangen Litaneien über Parteien und ihre Zusammensetzung, wer was zu bestimmen hatte und was das mit ihr gemacht hat. Vielmehr nimmt sie einzelne Fälle her und erklärt ihre politischen Entscheidungen oder räumt eben Fehler ein. Das macht den Stoff nicht ganz so trocken und abgehoben. Man merkt gut, dass auch Frau Merkel nichts weiter als ein ganz normaler Mensch ist.
Meine Ängste haben sich hier, zum Glück nicht bestätigt und der Stoff war gut verständlich, sehr gut be- und geschrieben und hat mich wirklich sehr gut unterhalten. Ich möchte fast behaupten, dass das Buch durchaus ein Volltreffer war.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Trotzdem es wirklich schwer war, also vom Gewicht, war es für dieses Thema dann doch irgendwie ein Leichtgewicht. Frau Merkel erzählt hier alles in einer normalen, nicht abgehobenen Sprache und bleibt durch eingeräumte Fehler menschlich und nahbar.
Wen Frau Merkel als Person interessiert, dem kann ich das Buch nur wärmstens an Herz legen.

[Taschenbuch] Lucas Fassnacht – „Die träumende KI“

Lucas Fassnacht
„Die träumende KI“
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9-783-745-92416-9
Länge: 159 Seiten

– gelesen im Dezember 2024 –

Das erste Buch, was ich aufgrund einer Anzeige bei Facebook gekauft habe. – Wird wohl auch das letzte gewesen sein, wenn ich mir das so recht überlege.

Klappentext: Kann KI uns helfen, kreativer zu schreiben? Was sind die typischen Fallstrick e und wie entlocke ich ihr ihr wahres Potenzial? Ist es möglich, mit ChatGPT einen originellen Plot zu entwickeln, meine Figuren glaubwürdiger zu gestalten oder ihnen spannende Dialoge in den Mund zu legen? Hilft die KI mir über Schreibblockaden hinweg? Lucas Fassnacht ist als Autor und Creative-Writing-Lehrer mit allen Tücken des Schreibprozesses bestens vertraut, und weiß, welche technischen Hacks wann weiterhelfen. Seine kurze Anleitung für den kreativen Umgang mit dem bekanntesten ChatBot ist das reinste Lesevergnügen – und garantiert dem menschlichen Geist entsprungen. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Es handelt sich um einen Schreibratgeber, welcher aber nicht vorgibt, was es für Techniken für Schreibprobleme gibt, sondern macht klar, wie man Chat CPT zum Schreiben nutzen kann. Dabei geht es nicht darum, CPT die alleinige Arbeit machen zu lassen, sondern vielmehr, wie man CPT unterstützend nutzen kann.
Anhand vieler Beispiele und ganz besonders an dem einer konkreten Story erklärt Lucas Fassnacht, was er meint, wenn er etwas behauptet und macht den Stoff so begreifbarer.
Im Endeffekt kommt es darauf an, die richtigen Prompts für sein eigenes Projekt zu finden und das erfordert eben den einen oder anderen Versuch.

Fazit: Ich bin durch eine Facebookanzeige auf das Buch gestoßen und dann eine geraume Weile draum herumgeschlichen. Am Preis hat es nicht gelegen, vielmehr bin ich immer irgendwie der Meinung, dass es nicht gut sein kann, wenn man es auf Facebook bewerben muss um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber dann habe ich mir eben auch gesagt, dass man das nicht herausfinden kann, wenn man es nicht mal versucht. Also habe ich es gewagt.

Im Grunde handelt es sich hier um einen (weiteren) Ratgeber auf dem Markt der vielen so gearteten Bücher. – Allerdings einer, der sich mit einem ziemlich modernen Thema befasst. Es geht darum, wie man Chat CPT für sein Scheiben nutzen kann. Und damit meine ich nicht, dass man einfach ein Buch schreiben lässt, sondern vielmehr, sich beim Schreiben unterstützen zu lassen. – Die Kernaussage in allen Kapiteln war hier aber auch nichts Neues. Es geht im Grunde darum, dass man die Prompts einfach so genau wie nur irgend möglich formulieren muss, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Anfangs war alles wirklich sehr theoretisch und ich wollte die Lektüre abbrechen. Da ich aber selber mit Chat CPT im Moment mehr herumspiele, dachte ich mir, dass ich durchaus mal weiter lesen kann.
Die Theorie wird im Laufe des Buches mit vielen Fallbeispielen untermalt, die mich allerdings in den wenigsten Fällen wirklich gecatcht haben. Es werden Filme und Serien genannt, die ich nicht kenne, bzw. nicht gesehen habe. Somit waren diese Beispiele für mich schon auch irgendwie kryptisch.

Das Buch war klein und leicht und sehr stabil geklebt. Fast schon ein wenig zu steif war das ganze Buch, was das Auseinanderhalten der Seiten erschwerte. Allerdings kam hier das sehr handliche Format des Buches wieder positiv hervor. Es lies sich sehr gut festhalten, wenn man die Arme immer irgendwie abstützen konnte.
Im Grunde ist das Buch nicht dick und kann durchaus in einem Rutsch gelesen werden. Aber es geht hier darum, auch etwas zu lernen. Meine Empfehlung wäre hier aber wirklich, sich das Buch erst einmal komplett durchzulesen und dann alles noch einmal Stück für Stück durchzuarbeiten. Eventuell auch schon an einer konkreten eigenen Geschichte. So wird die hier vorgeführte Theorie zur Praxis und am Ende vielleicht zu einer eigenen neuen Routine.
Leider muss ich sagen, dass das Buch am Ende für mich dann schon ziemlich enttäuschend war. Wenn man die Kernaussage hernimmt, fragt man sich, warum der Kerl da so ein komplettes Buch dafür gebraucht hat. Chat CPT braucht unbedingt eine klare Ansage, wenn es funktionieren soll. Um das mitzuteilen, braucht es keine 159 Seiten.

Bewertung: 3 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Ich habe mir, ehrlich gesagt, mehr von dem Buch erwartet, als ich am Ende bekommen habe. Irgendwie hat das Buch auf mir gewirkt, als hätte es KI selber geschrieben.

[Taschenbuch] André Milewski – „Geheimakte Hypberborea“

André Milewski
„Geheimakte Hyperborea“
Reihe: Geheimakten (18)
Verlag: Selfpublishing
ASIN: B0DPBH2K7S (Amazon)
Länge: 374 Seiten

– gelesen im Dezember 2024 –

Wuhuuuuu…. Endlich wieder eine Geheimakte! Diese Reihe ist einfach nur der Garant für das absolute Lesevergnügen.

Klappentext: Eine vergessene Zivilisation. Eine verborgene Wahrheit. Öffne die Geheimakte Hyperborea.
Max Falkenburg ist in höchster Sorge um seinen Freund Leo Dragajew, der sich immer noch in den Klauen der „Kinder Shivas“ befindet. Als dieser dann überraschend in Griechenland auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse. Mehrere Geheimdienste nehmen die Verfolgung auf. Doch für Max gilt es nicht nur, seinen Freund zu retten, sondern auch den uralten Mythos von Hyperborea ergründen. Ein Ring, der einst Alexander dem Großen gehörte, könnte der Schlüssel dazu sein – wäre er nicht seit Ewigkeiten verschollen.

Währenddessen stehen die ›Kinder Shivas‹ kurz davor, ihr Ziel zu erreichen und die Menschheit ins Verderben zu stürzen. Können Max und seine Freunde die Welt retten, oder sind sie dazu verdammt, dabei zuzusehen, wie alles in Flammen aufgeht? (Quelle: amazon.de)

Inhalt: Max Falkenburg ist zurück, kann aber seine gewohnte Arbeit nicht normal aufnehmen. Zu groß ist die Sorge um seinen Freund Leo. Dieser befindet sich noch immer in der Gewalt der Kinder Shivas. Und die wollen nichts Geringeres, als den Untergang der Welt.
In Griechenland tauch Leo in einem Museum auf, wo er einen Diebstahl begeht. Der Startschuss für Max in ein neues Abenteuer. Immer auf den Spuren von Leo Dragajew, um diesen aus den Fängen der Sekte zu befreien. – Doch Max gerät auch in die Fänge der Kinder Shivas und seiner Helfer. Für sie muss er das Geheimnis um Hyperborea entschlüsseln.
Max, seine Frau Jody und ihre Freund Carter bezahlen ihre Faszination fast mit dem Leben.

Fazit: Mehr durch Zufall habe ich gesehen, dass eine neue Geheimakte erscheinen sollte. Es war mir schlicht und ergreifend Ehrensache, dass ich mir dann auch dieses Buch gekauft habe. – Dass ich dann noch etwas früher dran gekommen bin, war ein mehr als nettes Gimmig, dass ich so nicht erwartet, aber sehr gern angenommen habe. Gelesen war es dann schnell.

Die Handlung setzt scheinbar direkt am Ende des vorangegangenen Bandes an. Ich fand es ja fast amüsant, wie die Sekretärin ihrem Chef erklären muss, wo der Hase langläuft. – Doch der richtige Ärger lässt leider auch nicht lang auf sich warten.
Einmal mehr ist es sehr spannend, wie Herr Milewski diese Ansammlung Menschen darstellt, die wirklich der Meinung sind, dass sie die Menschheit vernichten können. Diese Menschen im Zusammenhang mit der Sage von Hyperborea und den Gewalten, die davon ausgehen, haben eine sehr interessante Story ergeben.
Das Feeling a la Indianer Jones war im archäologischen Teil in jedme Fall wieder vorhandne. Dieser Teil war wieder sehr interessant und hat in mir mal wieder die Lsut auf ähnliche Abenteuer geweckt. – Allerdings hat mich die Darstellung von Hyperborea selber nicht wirklich überzeugen können. Dass das nichts weiter als Technik gewesen sein soll, konnte mich nicht überzeugen. Der Zusammenhang mit Wasser hat mir nicht gepasst.
Ein weiterer, wirklich sehr interessanter Fakt, war die Tatsache, dass ein Mensch auf unerklärliche Weise in einem Bann steht. – Ich kannte den Charakter aus einem vorhergehenden Band und er war hier wirklich wie ausgewechselt. So rapid würde doch ein Archäologe mit keiner Fundstätte vorgehen.
In jedem Fall lässt das Ende eine ganze Menge Raum für weitere Bücher. Auch wenn Hyperborea erst einmal abgeschlossen scheint, sind da draußen noch jede Menge weitere Rätsel, die auf Mys und seine Freunde warten.

Dieses Buch hat mir wieder vom Anfang bis zum Ende ein wirklich herrliches und spannendes Kopfkino beschert. Die Handlung war mit leichten Worten aber sehr bildhaft und fließend erklärt. Es hatte keinen Längen oder anderweitig langweilige Stellen und hat somit den absoluten Pageturner abgegeben. – Es war ein Lesevergnügen, wie ich sie nur selten habe, aber eben leider dadurch ein kurzes Vergnügen. Denn eins fix drei, war der Stoff auch schon wieder ausgelesen. Die Realität ringsrum war komplett vergessen und ich war mal wieder komplett in der archäologischen Welt und seinen spannenden Abenteuern gefangen.
Gerade dieser Band hat sich sehr als Fortsetzung des vorangegangenen Bandes gelesen. Hier würde ich jetzt wirklich dazu raten, die Bücher wirklich der chronologischen Reihenfolge nach zu lesen. Nur so kann man die Entwicklung des Max Falkenburg so verfolgen, dass alles zusammen ein wirklich schlüssiges Bild ergibt. Und meiner Meinung nach, machen die Bücher nur so auch wirklich richtig Spaß.
Herr Milewski ist es wieder sehr gut, gelungen eine mir bisher unbekannte Legende oder Sage so mit den realen Gegebenheiten zu verknüpfen, dass ich wirklich hätte annehmen können, dass das alles genau so möglich ist. – In jedem Fall war der Stoff mal wieder die pure Spannung.
Die doch relativ vielen Namen konnte ich aber hier sehr gut auseinanderhalten und zuordnen, weil es genau die handelnden Charaktere waren, die ich schon aus vorangegangenen Büchern kannte. Somit stellte auch das und meine Namensschwäche hier kein Problem dar.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Ein weiteres, wirklich sehr spannendes Abenteuer des Max Falkenburg. Ich war, wie immer, komplett gefesselt und konnte kaum von dem Stoff lassen. Dementsprechend schnell hatte ich das Buch dann auch durch und stand da mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Da ist noch so viel frei für weiter Abenteuer. Einfach nur herrlich.

[Taschenbuch] Michael Tsokos – „Deutschland misshandelt seine Kinder“

Michael Tsokos
„Deutschland misshandelt seine Kinder“
Verlag: Droemer
ISBN: 9-783-426-30234-7
Länge: 316 Seiten

– gelesen im Dezember 2024 –

Ein viel zu schlichtes Cover für diesen Stoff. Ich habe vieles erwartet. Aber nicht das, was ich dann bekommen habe.

Klappentext: »Die Rechtsmediziner Saskia Guddat und Michael Tsokos haben eine erschütternde Anklageschrift verfasst.« Stern

Das deutsche Kinder- und Jugendschutzsystem versagt mit grausamer Regelmäßigkeit. Die beiden Berliner Rechtsmediziner legen den Finger in eine schmerzende Wunde: Polizei-Statistiken verzeichnen etwa 4000 schwere Kindesmisshandlungen pro Jahr in Deutschland. Die Dunkelziffer ist jedoch enorm. Experten gehen von mehr als 200 000 Fällen aus – mit steigender Tendenz. Jeden Tag werden in Deutschland mehr als 500 Kinder von Erwachsenen durch ihr familiäres Umfeld misshandelt. Fast jeden Tag wird ein Kind durch körperliche Gewalt getötet.

Die renommierten Rechtsmediziner Michael Tsokos und Saskia Guddat von der Berliner Charité über skandalöse Missstände im Kinderschutzsystem

Die Rechtsmediziner Michael Tsokos und Saskia Guddat schildern das schockierende Ausmaß der Gewalt. Und sie decken gravierende Missstände auf: Der Kinder- und Jugendschutz versagt auf ganzer Linie. Sozialarbeiter schreiten oft nicht ein und gefährden das Leben der Kinder. Ärzte deuten aus Unkenntnis Misshandlungsspuren falsch, und Richter sprechen in Zweifelsfällen vorschnell die angeklagten Eltern frei.

Ein aufrüttelndes Buch, das die Missstände im deutschen Kinderschutz schonungslos offenlegt und dringend notwendige Veränderungen anmahnt.

Anhand vieler Beispiele aus der rechtsmedizinischen Praxis zeigen die Autoren, wie wir Gesundheit und Rechte der Kinder auch in Deutschland besser schützen können. Vor allem aber fordern sie ein beherztes Einschreiten gegen Kindesmisshandler – und gegen all jene, die die alltägliche Misshandlung von Kindern durch Wegschauen, Verharmlosen und Tabuisieren begünstigen. (Quelle: Lovleybooks.de)

Inhalt: Kinderschutz ist ein weites Feld, jeder Fall anders gelagert und doch läuft alles darauf hinaus, dass nicht jedes Kind die ihm zustehende gewaltfreie Erziehung bekommt.
In diesem Buch berichtet Dr. Tsokos von erschreckenden Fehlentscheidungen von Gericht und Jugendamt, von bequemen Beamten und überlasteten Familienhelfern. Anhand von ergreifenden Schicksalen sind Gesetzestexte und Urteile anschaulich verdeutlicht und Verbesserungsvorschläge fürs System begründet.
Unsere Kultur des Wegschauens begünstig Kinderleid und schützt Täter. – Allein diese Lektüre kann in Köpfen schon viel bewirken.

Fazit: Das doch eher schlichtere Cover hätte mich wirklich an dem Buch vorbeigehen lassen, wenn ich es im Laden gesehen hätte. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich es wohl nie gelesen hätte, wenn ich mir nicht alle Bücher von Herrn Tsokos vorgenommen hätte. – Zumal das Thema „Kinder“ eben nicht wirklich meins ist. Ich habe keine und sehe mich für den Nachwuchs anderer Leute nicht verantwortlich. – Klingt hart, ist aber so.

Dieses Buch ist in jedem Fall anders gelagert, als die anderen Bücher, in denen Herr Tsokos von seinen Fällen spricht. Hier schlägt er durchaus auch mal einen belehrenden oder dozierenden Ton an. – Wer will es ihm verdenken, wenn man lesen muss, was im Kinderschutz alles falsch läuft und wie handlungsunfähig die Opfer sind.
Nicht nur die Fallbeispiele ziehen hier jeden halbwegs emphatischen Menschen Schuhe und Strümpfe aus. Vielmehr hat mich hier auch verwundert, dass mein allgemeines Misstrauen gegenüber dem Jugendamt in mehr als einem Fall bestätigt wird. – Er spricht das Thema Kindesadoption am Rande an und triggert da genau meine Bedenken, die mich von diesem Schritt abgehalten haben. Ich hätte nie im Leben ein Kind adoptiert bekommen. – Gut, dass ich mir diese Nervenzerreisprobe erspart habe. Ich hätte sie save verloren.
Nachdem ich über den anfänglichen Teil hinaus war, der mich unsäglich wütend gemach hat, wurde s für mich verständlicher. Die Wut klang ab und ich wurde betroffen. – Die Fallbeispiele haben deutlich gemacht, dass am ganzen System Nachbesserungen erforderlich sind.
Es handelt sich hier zweifelsfrei um ein Sachbuch, was nicht nur Kindesmisshandlung aufdeckt und begreifbar macht. Auch Fehler im System werden benannt, die für mich vieles begreifbar machen. – Gerade was meine Gedanken zum Thema Adoption angeht, es war gut, dass ich mich dahingehend nicht erniedrigt habe.

Machen wir uns nichts vor. Das Thema Kinder und ganz besonders der Kinderschutz ist ein brandheißes Thema in diesem Land. Wir schreiben uns auf die Fahnen, wirklich alles für Kinder zu tun, sie zu schützen und zu hegen und zu pflegen und dann wird in einem einzigen Buch aufgezeigt, dass das komplette System marode und überlastet ist und immer mehr menschliches Versagen dazu führt, dass Kinder eben doch leiden müssen. Das Buch soll viele wachgerüttelt haben. Es gab fiese Stimmen gegen den Text und wohl leider nur wenige, die wirklich aufmerksam gelesen haben und jetzt versuchen etwas zu ändern.
Der Anfang war für mich ziemlich zäh. Ich konnte mit den Zahlen und Statistiken wirklich nur wenig anfangen und war kurz davor, alles zu überblättern. Als dann aber die ersten Fallbeispiele erörtert, erklärt und auseinandergenommen wurden, hatte ich ein Kopfkino von den blutigsten Horrorfilmen, die ich je gesehen habe. Ich war stinksauer auf das System und Möchtegerneltern, die ihren Kinder sowas antun.
Zwischendurch hat es immer wieder einen Gesetzestext, den ich dann kaum noch hören konnte. Mir persönlich war dann klar, dass jedes Kind das Recht auf gewaltfreie Erziehung hat. Auf der anderen Seite habe ich dann aber die rotzfrechen Gören in meinem Alltag gesehen, wo ich mir denke, dass da nur noch ne Tracht helfen würde …
Was das System und sein Versagen angeht, hat Herr Tsokos wirklich sehr sinnvolle Lösungsansätze, die wirklich etwas bringen würden, wenn man sie endlich angehen würde. – Da denke ich mir aber wieder, dass dieses System nie im Leben noch geändert wird. Man kann doch von Beamten nicht verlangen, dass sie was ändern.
Trotz allem war das Buch gut lesbar, eingängig, wachrüttelnd und verständlich. – Mich lässt es fast ohnmächtig zurück, das ich weiß, dass ich an dem Ganzen leider nichts ändern kann. Denn, als ich einen Verdacht bei den zuständigen Behörden angezeigt habe, ist da ganz genau nichts passiert. Warum sollte ich mich also noch einmal in die Nesseln setzen.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Sofern man ein Sachbuch, gerade mit diesem Thema, überhaupt bewerten kann, bekommt das hier die volle Punktzahl. Noch ausführlicher kann man ein Thema wohl kaum beleuchten.

[Ebook] Kim Leopold – „Das Herz des Königs“

Kim Leopold
„Das Herz des Königs“
Reihe: Black Heart (16)
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9-783-754-68552-5
Länge: 106 Seiten

– gelesen im Dezember 2024 –

Da freut man sich auf ein Finale, auf Auflösung und Abschluss – und bekommt ein offenes Ende und eine unfertige Handlung …

Klappentext: Das große Finale! Sie sagten, der Palast sei ein sicherer Ort. Doch wie sicher kann etwas sein, wenn die Grenzen von Gut und Böse verwischen, wenn Geheimnisse und Intrigen an der Tagesordnung stehen und wenn jeder bereit ist, für seine Ziele einen hohen Preis zu zahlen? Kim Leopold hat eine magische Welt mit düsteren Geheimnissen, nahenden Gefahren und einem Hauch prickelnder Romantik erschaffen, bei dem Fantasy-Lover voll auf ihre Kosten kommen. Das Herz des Königs – Der Abschlussband der Urban Fantasy Serie Black Heart! (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: Das Ritual, um Willem sein Herz wiederzugeben, geht gründlich schief. Zwar überlebt er wohl, doch die Schule liegt dafür in Schutt und Asche und viele Bewohner in einem Dornröschenschlaf.
Man zieht sich auf eine Casa zurück, leckt seine Wunden, frischt Erinnerungen auf, entdeckt alte Liebesbeziehungen und knüpft neue. In der Schule beginnen Aufräumarbeiten und eine große Vertuschung, während man auf der Casa eine Hochzeit feiert.

Fazit: Hierbei handelt es sich also um das Finale der Black Heart-Reihe. Und ich muss sagen, dass ich schon vor dem Lesen ziemlich enttäuscht war. Für ein Finale hätte ich in jedem fall mal die doppelte Länge erwartet und ein Cover mit mehr Farben. Das hier ist ja schon regelrecht erschreckend schlicht. – Abe Rich habe das Finale erreicht. Allein dieser Umstand lässt mich sehr erleichtert aufatmen.

Im Prolog wird erst einmal das Schicksal offenbar, welches ich mir im vorhergehenden Band bereits zusammengereimt habe. – Hier wurde allerdings alles noch einmal theatralischer dargestellt. Daran merkt man, dass man es hier mit Romance zu tun hat.
Im weiteren Verlauf der Handlung werden die Folgen des Rituals offenbar. Doch statt alles aufzulösen und ein Happy End zu schaffen, schafft die Autorin nichts weiter als eine neue Katastrophe. – Für meinen Geschmack war das kein Finale!
Das Ritual und seine Folgen lassen mich hier gerade an dem ganzen Universum zweifeln. Um einem Wesen sein Herz zurückzugeben, legt man eine komplette Schule in Schutte und Asche und setzt sie außer Betrieb!
Der Rest der Handlung besteht dann au s Aufräumarbeiten, Schadensbegrenzung und dem Auffüllen von Erinnerungslücken. Alte und neue Liebschaften werden entdeckt und aufgefrischt. Dabei bleibt aber der Ort der Handlung im Dunkel und wird nicht weiter erwähnt. – Irgendwie scheint das Finale mit dem Rest der Handlung nichts zu tun zu haben.

Auch im Finale ist die Handlung in hoffnungslos kurze Kapitel aufgespaltet und dadurch komplett auseinandergerissen und zerstückelt. Stellenweise hatte ich den Eindruck, dass durch die künstliche Theatralik die fehlende Spannung aufgehübscht werden sollte. Mich hat das allerdings in keinster Weise abgeholt. Zu viele Namen und genau so viele Ansichten der Handlung sorgen noch für zusätzliche Verwirrung und haben meinen Lesefluss und -spaß erheblich gestört. Alles in allem war die Handlung wenig bis gar nicht mitreisend und hat mich mehr gelangweilt und in jedem Fall sehr enttäuscht zurückgelassen.
Für meinen Geschmack handelt es sich hier um kein wirkliches Finale. Zu viel bleibt einfach offen von den ganzen Strängen, die über die Zeit aufgemacht und behandelt wurden. Im Gesamten muss ich leider sagen, dass die Autorin bei mir einfach nur raus ist. Zu viel hat mir während der gesamten Reihe einfach nicht gefallen.

Bewertung: 2 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 2 von 5 möglichen Sternen.
Ich habe keine Ahnung, was das gewesen sein soll. Das Finale einer so künstlich in die Länge gezogenen Reihe jedenfalls nicht. Dazu bleibt einfach zu viel offen und nicht mal die anfängliche Protagonistin wird noch einmal wichtig gemacht. – Im Gesamten muss ich wirklich sagen, dass die Reihe absolut nichts war.

[Taschenbuch] Michael Tsokos – „Die Klaviatur des Todes“

Michael Tsokos
„Die Klaviatur des Todes“
Verlag: Knaur
ISBN: 9-783-426-78583-6
Länge: 330 Seiten

– gelesen im November 2024 –

Ich bin so gehypt von diesem Mann. Er hat einen hochinteressanten Job und erzählt darüber so interessant und lehrreich. – Ich liebe es!

Klappentext: Ein Toter auf einer Berliner Straße – Opfer eines heimtückischen Mordes oder ein tragischer Unfall? Eine grausam verstümmelte Frauenleiche – war es ein brutales Sexualverbrechen? Ein Ehepaar mit schweren Vergiftungssymptomen – standen die beiden auf der Todesliste des russischen Geheimdiensts? Der Rechtsmediziner Michael Tsokos wird immer dann von den Ermittlungsbehörden um Hilfe gebeten, wenn sie mit ihrer Aufklärungsarbeit nicht weiterkommen. Er soll herausfinden, was die Toten nicht mehr erzählen können: War es Mord? War es Suizid? Oder war es ein Unfall? (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Ein tätowierter Torso in einem Koffer, Leichenteile in Berlin verteilt und ein Alkoholproblem, ein Hilferuf einer Ehefrau mit einem wirklich seltsamen Geschmäckle und zahlreiche, sowie einfallsreiche, Fälle von Selbstbeibringung und dem Versuch Aufmerksamkeit zu bekommen, oder anderen eins auszuwischen.
Ein mehr als grausamer Fall des Münchausen-Stellvertreter-Syndroms hat mich an der Elternschaft so einiger Leute zweifeln lassen.
Aufklärung über die mannigfaltigen Unfälle mit und durch Kohlenmonoxyd, die Gedankengänge eines Sexualstraftäters und die Eifersuchtsfolgen eines spanischen Mannes. – Interessante und gut erklärte Fälle, die die deutsche Justiz beschäftigt haben.

Fazit: Ein Buch aus dem Jahre 2014. Michael Tsokos war noch nicht die Nummer auf Instagram, aber als Gerichtsmediziner schon ein gefragter Mann.
Auf dem Cover hält er mit ernstem Gesicht einen alten Instrumentenkoffer in die Kamera. Ganz wirksam auf einen Sektionstisch gestützt. – Es sollte wieder um Fälle aus seinem Berufsalltag gehen. Ich war gespannt.

Michael Tsokos ist wohl der bekannteste Rechtsmediziner Deutschlands. Und dieses hier ist das dritte Buch, in dem er Fälle beschreibt, die ihm in seiner Karriere untergekommen sind. Er betont immer wieder, dass so ein Gerichtsmediziner unvoreingenommen sein muss, aber auf menschlicher Ebene ist das sicher alles andere als einfach.
Besonders negativ angesprochen hat mich der Fall der Mutter, die ihrem Kind extrem schadete, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Leser bekommt das Geschehen hier unverblümt erklärt und kann sich nur an den Kopf fassen. Nicht nur, dass das Kind fast gestorben wäre, so hat auch eine komplette Krankenhausabteilung massiv Probleme bekommen. – Dafür fand ich das Strafmaß viel zu gering bemessen.
Der Fall des Sexualstraftäters hat mich sehr tief in die menschlichen Untergründe blicken lassen. – Nach außen hin so unscheinbar und zurückgezogen und innen voller Hass und Wut. – Getroffen hat es einen vollkommen unbeteiligten Menschen auf brutalste Art und Weise.
Die deutsche kriminelle Landschaft steht der internationalen wohl in nichts nach. Herr Tsokos wird hier sicherlich auch nicht gerade die schlimmsten seiner Fälle ausgewählt haben. Trotzdem ist der Stoff für den unbedarften Otto Normal ziemlich hart und schockierend. Der brutale Alltag eines Rechtsmediziners, den aber niemand sieht. Es sind nicht immer nur unentdeckte Herzleiden oder Blutgerinnsel.

In diesem Buch finde ich die Schrift etwas klein und die Seitenaufteilung etwas missraten. Der rechte Rand, den es so breit nicht bräuchte, ist großzügig bemessen und auf der linken Seite geht alles etwas eng zu. Besonders, wenn man wie ich, darauf bedacht ist, bloß keine Leserillen im Buch zu hinterlassen.
Das ganze Buch ist stabil aber sehr beweglich gebunden. Es lag als Taschenbuch wirklich sehr angenehm und leicht in der Hand und zumindest, was das Halten angeht, hatte ich keine Probleme. Zum Lesen habe ich dann wohl oder übel meine Brille herausholen müssen.
Das Buch habe ich als absoluten Pageturner empfunden. Ich konnte kaum von dem Stoff lassen und die ganze Zeit kam es mir wirklich vor, als würde ich in einer Runde mit Herrn Tsokos sitzen und er erzählt das alles von Angesicht zu Angesicht. Die Fälle waren alle sehr fesselnd und ich habe es abstoßend, aber auch überaus spannend gefunden.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Was für ein Buch. Für einen Rechtsmediziner Alltag, für mich aber unheimlich faszinierend einerseits und abstoßend und schockierend andererseits. In jedem Fall aber lesenswert und lehrreich.

[Taschenbuch] Michael Tsokos – „Der Totenleser“

Michael Tsokos
„Der Totenleser“
Verlag: Ullstein
ISBN: 9-783-548-377730-8
Länge: 251 Seiten

– gelesen im Oktober 2024 –

Prof. Dr. Michael Tsokos kann sein Wissen und Erleben in seinem Beruf als Rechtsmediziner unheimlich spannend wiedergeben. 12 weitere Fälle, nicht immer ohne Kopfschütteln.

Klappentext: Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner und Bestsellerautor Michael Tsokos hat es täglich mit Toten zu tun, die auf spektakuläre Weise ums Leben gekommen sind. Die hier erzählten Todesfälle dienen als Grundlage einer großen SAT.1-Produktion, die unter dem Titel »Dem Tod auf der Spur — Die Fälle des Prof. Tsokos« ausgestrahlt wird. Darin zeigt uns Michael Tsokos, wie faszinierend die Rechtsmedizin ist und dass die Wirklichkeit spannender sein kann als jeder Krimi. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: In diesem Buch lässt Prof. Dr. Michael Tsokos seine LeserInnen an seinem Berufsleben teilhaben. Anhand einiger auserwählter Fälle schildert er, welches Untersuchungsergebnis die Ermittlungen wie beeinflusst hat und was man aufgrund von Verletzungen und Befunden alles schlussfolgern kann.
Todesfälle sind auch in Deutschland sehr verschieden und einzigartig. Sei es ein Freitod, ein plötzlicher Todesfall aufgrund einer unerkannten Krankheit oder ein sexueller Mord, aufgrund von Wut. – Auch tote Menschen können noch viel von ihrem Schicksal erzählen.

Fazit: Im Original erschien dieses Buch im Jahr 2010. Damals gingen aber das Thema und auch der Mann komplett an mir vorbei. – Als er seine ersten Thriller auf den Markt gebracht hat, wurde ich dann auch buchtechnisch auf ihn aufmerksam.
Das ist das zweite Buch über seine Fälle in der Rechtsmedizin. Und ich muss schon sagen, dass so ein Rechtsmediziner ganz schön was sieht, in seinem Berufsalltag.

Die Warnung im Worwort, dass einem die Fälle durchaus an die Nieren gehen können, hat mich schon irgendwie auf das Buch freuen lassen. – Ich finde , dass man gerade bei diesen Abgründen durchaus mal seine Menschenkenntnis überprüfen kann.
12 Fälle, des Prof. Dr. Michael Tsokos. Jeder auf seine Art unbegreiflich und einzigartig. – Der Mann berichtet in einem sachlichen, aber nicht emotionslosen Tonfall genau das, was er in jenen Situationen und Fällen erlebt und gesehen hat.
Die Fälle sind so ausgewählt, dass der Leser auch immer irgendwie etwas lernen kann. So ist zum Beispiel das, was nach Freitod aussieht, nicht immer einer. Es kann sich auch um einen Unfall im Rahmen der Lustgewinnung handeln.
Es handelt sich hier, im Prinzip, um ein Sachbuch, liest sich aber absolut nicht so. Der Mann hat eine Art zu schreiben, die bei mir in den unmöglichsten Situationen Bilder im Kopf hat entstehen lassen. Ja, ich hatte hier stellenweise ein eher nicht so angenehmes Kopfkino. – Aber ich hatte eines. Und das bei einem Sachbuch. Das muss man auch erst einmal schaffen.
Fachbegriffe lassen sich bei diesem Thema leider nicht vermeiden. Trotzdem liest man hier eben kein medizinisches Fachlatein. Wenn dann doch mal ein lateinischer Begriff unumgänglich ist, wird er direkt erklärt und verständlich gemacht.

Ich hatte mir hier das Taschenbuch gegönnt. Dieses war zwar ordentlich fest und stabil gebunden, aber auch geschmeidig genug, um es relativ bequem in der Hand zu halten.
Die Seitenaufteilung war sehr angenehm und augenfreundlich. Die Schriftgröße war relativ groß und der Zeilenabstand auch sehr großzügig bemessen. – Das hat mich in die Lage verletzt, dauerhaft zu lesen, ohne meine Augen dauerhaft zu überanstrengen. Das war auch gut so, denn im Grunde habe ich das Buch in nur zwei Sitzungen durchgelesen. Und die Unterbrechung war am Ende auch nur der Arbeit geschuldet, auf die ich dann zwischendurch mal gehen musste.
Der Schreibstil ist sehr angenehm. Die Fälle sind alle im normalen, nicht dozierenden, Tonfall erklärt und man versteht auch als Laie, was der Herr Professor da gerade erzählt. Trotzdem es sich hier um ein Sachbuch handelt, kann man sagen, dass dieses Buch aber sowas von ein Pageturner ist. Der pure Wahnsinn!

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Sofern man ein Sachbuch überhaupt mit einer Sternebewertung versehen kann, hat es dieses Buch mehr als verdient. Der Laie bekommt hier ein nicht gerade alltägliches Thema nahe gebracht und kann nebenbei noch eine ganze Menge lernen.

[Ebook] Clive Cussler – „Geheimakte Odessa“

Clive Cussler
„Geheimakte Odessa“
Reihe: Dirk Pitt (24)
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9-783-641-20565-2
Länge: 458 Seiten

– gelesen im August 2024-

Klappentext: Dirk Pitt, der Direktor der NUMA, unterstützt im Schwarzen Meer die Bergung eines Ottomanischen Schiffwracks. Da erreicht ihn der verzweifelte Hilferuf eines Frachters, der angegriffen wird! Aber als Pitt und sein Partner Al Giordino den Schauplatz erreichen, entdecken sie nur noch Leichen. Pitt und Giordino stoßen auf auf einen Zusammenhang mit Schmugglern von radioaktivem Material, einem brillanten Entwickler von Kampfdrohnen und ukrainischen Rebellen. Diese Kombination wird zur größten Bedrohung, der Dirk Pitt jemals gegenüber stand! (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Dirk und sein Kumpel helfen ihren neuen Bekannten von Europol, die auf der Suche nach illegalem radioaktiven Material sind, das spurlos verschwunden zu sein scheint. Sie vermuten die Verpackungskiste auf einem erst kürzlich gesunkenen Boot. Doch bei der Untersuchung eben jenes Wracks, werden sie mit einem Greifarm absichtlich angegriffen und müssen um ein Haar ihr Leben lassen. Sie kommen natürlich lebend da raus, ohne zu ahnen, dass sie quasi in ein Wespennest gestochen haben. Sie hetzen von einer Verfolgungsjagd zur Nächsten, stoßen immer wieder auf versunkene Wracks aus dem ersten und zweiten Weltkrieg und kommen doch immer eine winzige Weile zu spät.
Fast zu spät begreifen sie, welches Spiel hier gespielt wird und was sie nun wirklich verhindern müssen. – Unter Einsatz seines Lebens kann Dirk die entscheidende Detonation der größten Bombe im Spiel noch verhindern, Millionen Menschenleben retten und eine der größten Öko Katastrophen verhindern.
Als allerdings klar wird, warum er das alles inszeniert hat, fragt man sich, was es rechtfertigt, einend dritten Weltkrieg zu riskieren.

Fazit: Der letzte Band der Dirk Pitt-Reihe aus dem Jahr 2016. Wahnsinn, mit der Reihe hat der Mann eine ganz schöne Fleißarbeit abgeliefert.
Am Anfang hatte es ein Personenverzeichnis mit Angabe ihrer Funktion in der Handlung. Schon allein die Latte ließ auf eine action- und ereignisreiche Show schließen, die mir hier bevorstand.

Vom Stil her ist es eigentlich schon irgendwie eine typische Folge von Dirk Pitt. Allerdings ist mir hier mal wieder zu wenig Archäologie und zu viel Politik im Spiel gewesen.
Was die vielen Namen angeht, ging es mir ganz genau so, wie ich das am Anfang vermutet hatte. Es waren schlicht und ergreifend zu viele und ich bin kaum hinterher gekommen, wer jetzt wer war und wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört.
Pitt war mal wieder der absolute Tausendsassa. Er hat sich aus wirklich vielen unmöglichen Situationen wieder heraus manövriert und das mit den unmöglichsten Tricks und Kniffen. Mehr als einmal hätte er schlicht und ergreifend einfach nur tot sein können, ist es aber nie gewesen, was fast schon wieder wie ein Märchen klingt. Am Ende habe ich die Story hier gelesen, einfach nur, um sie gelesen zu haben. Das bedeutet aber nicht, dass hier wirklich restlos alles wirklich ganz genau verfolgt habe. Um ehrlich zu sein, waren mir die ganzen Kampfszenen einfach zu viel. Die habe ich überlesen, ohne sie zu verfolgen. – Trotzdem ist mir die Story schon einigermaßen klar gewesen. Sie bestand im Wesentlichen aus Kriechling von einem Wrack zum Nächsten und vielleicht auch mal von einer Höhle zur nächsten. So lang, bis eben alles irgendwie zu einem Ende gekommen ist.
Die Kinder von Pitt haben zwar auch wieder mitgespielt, die hatten in dieser Folge allerdings eine eher untergeordnete Rolle. – Um ehrlich zu sein, bin ich darum auch ganz froh. Pitt jr. hat einfach nicht den Schneid und die Erfahrung wie sein Vater und gerät mir zu oft in Situationen, in denen er Hilfe braucht.

Leider hatte ich bei diesem Buch kein Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Die Faszination ging hier eher von der Frage aus, warum der Initiator so scharf auf die ganzen Funde ist und was ihn antreibt. – Mit deren Auflösung wartet der Autor aber wirklich bis ganz zum Schluss, sodass ich wirklich auch bis zum Ende am Ball bleiben musst.
Dieser letzte Band der Reihe hat mich leider nicht so wirklich fesseln können und ich hake ihn wirklich unter “ferner liefen” ab. Da war mir zu viel McGiver und zu wenig Indianer Jones im Spiel. Es gab Folgen, da war das andersherum, die haben mir besser gefallen.
Vom Schreibstil her, bleibt sich Herr Cussler in jedem Fall treu. Er streut jede Menge Fachbegriffe aus der Seefahrt ein, erklärt sie nur zum Teil und lässt einen absoluten Leien stellenweise einfach nur ratlos zurück. – Ich finde das schon irgendwie bedauerlich. Ich schlage doch nicht jeden Begriff nach, den ich nicht kenne. Ich erwarte, dass der dann auch erklärt wird. Schön in die Handlung eingebettet. – War hier nun leider nicht der Fall. Aber vom Verständnis her tut das der Handlung keinen Abbruch. Das geht schon in Ordnung.

Bewertung: 4 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Zu der vollen Anzahl hat es leider nicht ganz gereicht. Das käme mir den Büchern gegenüber nicht fair vor, die ich einfach nur gefressen und in Rekordzeit gelesen habe. – Der Grundgedanke war interessant, keine Frage. Das Handeln hätte eine riesige Katastrophe auslösen können, aber die Umsetzung war mir zu wild.

[Buch] Andreas Eschbach – „Kelwitts Stern“

Andreas Eschbach
„Kelwitts Stern“
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 3-404-23232-1
Länge: 444 Seiten

– gelesen im August 2024 –

Ein Fund aus dem öffentlichen Bücherregal, der mich dann am Ende aber irgendwie erstmal komplett überrascht und dann gefesselt hat.

Klappentext: Auf dem Planeten Jombuur ist es üblich, jedem Neugeborenen einen Stern zu schenken. Später dann besucht der junge Jombuuraner diesen Stern, um dort wie von einem Orakel zu erfahren, was das Leben für ihn bereithält.
Eines Tages bekommt auch der unbekümmerte Kelwitt seinen Planeten geschenkt: die Erde
. Auf seiner Orakelfahrt soll Kelwitt die Erde eigentlich nur umkreisen. Doch als er entdeckt, dass sie bewohnt ist, beschließt er entgegen allen Warnungen zu landen und bekommt es prompt mit Geheimdiensten und neugierigen Wissenschaftlern zu tun. Unterschlupf findet er auf der schwäbischen Alb, bei Familie Mattek, was die Probleme nicht kleiner macht … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Kelwitt lebt auf dem Planeten Jombuur, steht kurz vor seiner Großjährigkeit und will vorher eine Orakelreise machen. Es stößt auf einige Missbilligung, dass er diese längst nicht mehr gebräuchliche Tradition leben möchte.
Kelwitt hat die Sonne zu seiner Geburt geschenkt bekommen und möchte sich dort nun ein wenig umsehen. – Er startet seine Reise, stößt bei der Besichtigung der Sonne auf die Erde und auf die Tatsache, dass sie bewohnt ist. Er will das näher erkunden, gerät zu nah an das Gravitationsfeld der Erde und stürzt auf der schwäbischen Alb ab.
Kelwitt will die Gegend erkunden, wo er schon mal hier ist und gerät dadurch in einige Dinge hinein. Zunächst wird er von einem Geheimdienstler aufgelesen, muss mit diesem einen Autounfall durchstehen, trifft dann auf Vater und Tochter Mattik, die ihn mit nach Hause nehmen und beherbergen wollen, bis seine Leute ihn wieder abholen.
Doch Kelwitt fühlt sich nach einer Weile nicht mehr wohl, er klagt über Schmerzen, lässt sich sogar von einem Arzt untersuchen und verursacht außerdem unbewusst einiges Aufsehen rund um die Welt.
Doch gerade, als es fast schon zu spät ist, kann er dann wieder nach Hause entkommen. – Ob er allerdings so viel aus dieser Reise herauslesen kann, steht in den Sternen.

Fazit: Das Buch ist alt. Im Jahr 2001 erschienen und ich habe es aus den Tiefen eines öffentlichen Bücherregals gezogen. Seitdem fristet das Buch sein Dasein in meinem Bücherregal und ich dachte mir, dass ich es doch jetzt mal in Angriff nehmen kann.
Das Buch ist muffig. Ein Taschenbuch, wenig abgegriffen aber mit vergilbten Seiten und das Papier riecht irgendwie muffig. Zum Glück haben wir gerade Sommer und ich kann es draußen, an der Luft lesen. – Ich mag ja den Papiergeruch, auch alten, aber der hier ist dann doch etwas sehr stark ausgeprägt. Und ich glaube, ich werde das Buch nach der Lektüre auch wieder in einem öffentlichen Bücherschrank entsorgen.

Ich bin so ziemlich ohne jede Erwartung an das Buch herangegangen. Ich habe seinerzeit nur gesehen, dass es von Andreas Eschbach ist und dachte mir, dass man es ja mal versuchen kann. Zumal Science-Fiction immer so ein Ding ist. Wenn es ein komplett durchtechnisiertes Szenario ist, interessiert es mich dann eher weniger und ich breche ab. – Aber hier weiß ich nicht so recht, ob es jetzt wirklich Science-Fiction oder Humor sein soll.
Kelwitt selber scheint nicht das geschickteste Wesen auf seinem Planeten zu sein. Es kommt, wie es kommen muss, und er landet auf der Erde. Dort bekommt er es mit einem wirklich sehr ungeschickten und scheinbar vertrottelten Geheimagenten zu tun, der aber auch nicht locker lässt.
Ist seine Reise auf dem Planeten Erde zunächst noch amüsant und locker, spitzt sich die Lage aber zum Ende des Buches hin immer mehr zu. Es baut quasi alles so aufeinander auf. Aus Gerüchten werden Tatsachen, aus einem Geheimnis ein Forenbeitrag und aus einem Arzt, der es mit der Schweigepflicht nicht so genau nimmt, ein Durcheinander aus den Ideen eines geldgierigen Geschäftsfuzzis und den Interessen der Familie, die nur das Beste für Kelwitt wollen. – So gesehen, ist die Story zwar mächtig an den Haaren herbei gezogen, aber eben doch auch wirklich gut durchdacht. Herr Eschbach hat sich in jedem Fall genau Gedanken gemacht, wie so etwas ablaufen könnte.
Kelwitt als Wesen war wirklich sehr interessant. Das fing bei der Lebensweise und den Ernährungsgewohnheiten an und hörte bei seiner Lernfähigkeit und Wissbegierigkeit auf. Es wirkt so glaubhaft, als dann auch Unsicherheiten aufgetaucht sind. Im Prinzip nicht anderes, als auch die Menschen.
Der Abschied von dem lieb gewonnenen Außerirdischen hatte dann aber durchaus Parallelen zu dem, wie man es in den ganzen einschlägigen Filmen auch schon gesehen hat. Das Raumschiff, der Transportstrahl … – Einzig die humorige Seite hat mich hier mal wieder zum Schmunzeln gebracht.
Aber so eine Augenöffnerblume bräuchte es mal wirklich auf der Erde. Die Erkenntnis, die den Leuten dann hier so gekommen ist, wäre für jeden sicherlich sehr heilsam. Da braucht es nicht so ein Durcheinander, das geht auch im Alltag.

Alles war leicht verständlich geschrieben. Selbst die Beschreibung von Jombuur und den Wesen da, waren sehr gut nachzuvollziehen.
Ein Kopfkino hatte ich dann aber erst ab dem Zeitpunkt, als Kelwitt auf der Erde war und dort in ein Abenteuer nach dem anderen gestürzt ist. Ich konnte mir die entsetzen Gesichter der Personen richtiggehend vorstellen. Und obwohl besagte Grundschullehrerin nur eine kleine Rolle hatte, konnte ich mir gerade diese verkniffene Person wirklich sehr gut vorstellen. – Menschen, bei denen man auch mit Ehrlichkeit keinen Pfifferling gewinnen kann.
Die Schreibweise war einfach, gut verständlich und flüssig. Keinerlei Erklärungen haben die Handlung gestoppt oder langweilige Längen entstehen lassen. – Die Tatsache, dass das hier herrschende Problem wirklich von vielen Seiten beleuchtet worden ist, macht klar, dass es kaum bis gar nicht möglich ist, ein Geheimnis unter mehreren Personen wirklich geheim zu halten.
Der Stoff selber, war jetzt in dem Sinne nicht neu. Das Thema mit den Außerirdischen, die auf der Erde landen und dann verfolgt werden, ist so alt wie die SkyFi, aber irgendwie fand ich dieses Buch wirklich genial. Es hat mich super unterhalten und ich hatte in jedem Fall meinen Spaß damit.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Schnell, spannend, interessant, nie langweilig und doch irgendwie emotional und herzerwärmend. – Ich mochte das Buch einfach. Punkt!

[Buch] Michael Tsokos – „Dem Tod auf der Spur“

Michael Tsokos
„Dem Tod auf der Spur“
Verlag: Ullstein
ISBN: 9-783-548 -37713-1
Länge: 260 Seiten

– gelesen im September 2024 –

Der Tod ist mannigfaltig. Gewollt oder nicht, aber oftmals ungewollt spektakulär. Dieses Buch hat mich emotional komplett gefordert.

Klappentext: Verkohlte Skelette, erschreckende Funde in vernachlässigten Möbelstücken, eine Wasserleiche in ungewöhnlicher Kleidung, verstümmelte Körperteile – täglich hat es Prof. Dr. Michael Tsokos mit Toten zu tun, die mitunter auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen sind.

Dreizehn spannende, wahre und ungewöhnliche Verbrechen – detailreich erzählt von Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner und spannender als ein Krimi.

Die Koryphäe der Rechtsmedizin Prof. Dr. Michael Tsokos wird zu Rate gezogen, wenn festgestellt werden muss, ob Selbstmord, ein Unfall oder doch Mord die Todesursache war. Seine rechtsmedizinische Expertise trägt maßgeblich zum Erfolg der Ermittlungsarbeit der Behörden bei. So ist der Rechtsmediziner regelmäßig als Experte im In- und Ausland tätig, beispielsweise für das BKA bei der Identifizierung der Opfer von Terrorangriffen und Massenkatastrophen. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Michael Tsokos ist wohl Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner. In diesem Buch lässt er den Leser hinter die Kulissen seines Berufes blicken. Anhand von 10 Fällen klärt er auf, wie ein Rechtsmediziner vorgeht, wenn er eine Leiche auf den Tisch bekommt. Der Leie bekommt aufgezeigt, anhand welcher Befunde man was ablesen kann und warum es den perfekten Mord im Grunde nicht gibt.
Fachbegriffe fließen mit ein und werden fast nebenbei erklärt. – Für mich hat sich hier ein Bild von einem Berufsalltag ergeben, was die komplette menschliche Gefühlspalette umfasst.

Fazit: Ich habe schon neuere Werke von Michael Tsokos im Regal stehen. Aber irgendwie war ich der Meinung, dass ich alle seine Bücher lesen möchte. Schön in der Reihenfolge, wie sie erschienen sind.
Meine Reise startet mit diesem Buch, aus dem Jahr 2009. – Himmel! Der Mann auf dem Cover erschien da noch Blutung! Und ich musst hart nach dem Buch suchen, und habe es am Ende nur noch gebraucht bekommen. Aber ein sehr guter Zustand. Somit konnte ich damit leben.

Das Buch hat mich von Anfang an komplett gefesselt und in seinen Bann gezogen. Das lag aber auch daran, dass Herr Tsokos einfach unheimlich spannend erzählen kann. Faszinierend beschreibt er seinen Arbeitsalltag. Nüchtern und sachlich beschreibt er Fälle und ist dabei doch nicht emotionslos.
In jedem Fall kommen hier knallharte Fakten auf den Tisch. Wie und wo wird die Leiche gefunden. Wie ist ihr Zusant, welche Untersuchungen sind möglich und welche wurden gemacht. – Fast war es mir, als wäre ich selber an der Aufklärung der Morde beteiligt gewesen. Aber in jedem Fall war ich emotional hier ganz schön gefordert. Es handlet sich schlicht nicht um Fiktion, sondern um die knallharte Realität.
Von allen hier besprochenen Fällen ha mich der de kleinen Jessica am meisten mitgenommen. Ich kann absolut nicht verstehen, wie die eigene Mutter ihr Kind so vernachlässigen kann.
Aber auch Selbstmordfälle bergen so manches Geheimnis und verraten den Grad der Ernsthaftigkeit hinter der Absicht.
Ein spannender, lesenswerter und sehr gut erklärter Einblick in die Arbeit des Rechtsmediziners, der kein Pathologe ist, wie anfangs gleich aufgeklärt wird.

Ich hatte hier ein Taschenbuch in der Hand, welches aber sehr angenehm geklebt war. Es lies sich wirklich sehr gut und angenehm einfach handeln und auch die Seitenaufteilung mit der Schriftgröße war sehr augenfreundlich. – Dauerlesen war absolut kein Problem und somit hatte ich das Buch in quasi zwei Sitzungen durchgelesen.
Die einzelnen Fälle waren sehr gut und sehr bildlich erklärt und ich hatte stellenweise Bilder vor meinem geistigen Auge, die ich lieber nicht gehabt hätte. – Die Seiten sind unter der Lektüre nur so dahingeflogen und eins fix drei war das Buch auch schon wieder zu Ende.
Die ganze Zeit bin ich hier zwischen Fassungslosigkeit und Faszination hin und her gewechselt. Es war spannend, wie verzweifelt Menschen sein können, um solche Taten zu begehen.
Fachbegriffe, die bei diesem Thema unvermeidbar sind, wurden sehr gut erklärt und am Ende bin ich mir fast wie ein kleiner Experte in diesen teilweise verwirrenden lateinischen Begriffen vorgekommen.
Der Mann und sein Beruf faszinieren mich einfach nur total. Ich kann mich einfach nur dazu beglückwünschen, seine Bücher endlich in Angriff genommen zu haben und mir nun jeden Monat eines gönnen zu können.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Ich weiß nicht, wann mich ein Fachbuch so fasziniert hat. Das hier hat mich jedenfalls komplett geflasht und dafür gesorgt, dass ich nun noch überzeugter vom Content dieses Mannes bin.