[Hörbuch] Stefanie Mühlenhaupt – „Resistent – Sie werden uns kontrollieren“

Stefanie Mühlenhaupt
„Resistent – Sie werden uns kontrollieren“
Verlag: DP Audio (Digital Publishers)
ISBN: 9-783-968-17841-7
Länge: 7 Stunden 49 Minuten
Sprecher: Omid-Paul Eftekhari

– gehört im Juni 2022 –

Bienensterben, ein aktuelles Thema, welches auf den ganzen Haufen ökologischer Probleme obenauf kommt. So gesehen hat das Thema etwas topaktuelles und doch kann das Buch eine wirklich furchterregende Dystopie sein.

Klappentext: Wenn Widerstand die einzige Möglichkeit ist zu überleben … Bewegend und erschreckend realistisch: Der Thriller von Stefanie Mühlenhaupt. Im Auftrag einer Forschungsfirma entwickelt die Wissenschaftlerin Sophie Bergmann genetisch modifizierte Bienen, die gegen alle Umwelteinflüsse resistent sind. Seit vielen Jahren von dem Unternehmen gefördert und versorgt, arbeitet sie in dem festen Glauben, mit dessen Hilfe den Hunger in der Bevölkerung zu bekämpfen. Unerwartet stirbt eines der von ihr gezüchteten resistenten Bienenvölker. Sophie kann eine tödliche Mutation nachweisen, die sie bereits früher entdeckte, aber gezwungen wurde nicht weiter nachzuforschen. Anders als sie ihr ganzes Leben angenommen hat, scheint sich ihr Geldgeber nicht so sehr für das Bienensterben zu interessieren, sondern vor allem nach Macht zu streben. Erst als Sophie zusehen muss, wie ihr Kollege vom Sicherheitsdienst der Firma ermordet wird und sie selbst in die Schusslinie gerät, wird ihr klar, dass sie für sich und die Bevölkerung die Wahrheit herausfinden muss. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt … (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: Sophie Bergmann hatte in ihrem Leben Glück im Unglück. Nachdem ihre Eltern verstorben waren, kam sie mit ihrer Schwester zu ihrer Tante, die sie aber schlecht bis gar nicht versorgen konnte. Sophie hat jedoch in der Schule durch hervorragende Leistungen geglänzt, was Foodtec auf sie aufmerksam werden lässt. Sie kann durch sie eine weiterführende Ausbildung machen, studieren, muss sich aber dann als Forscherin für dieses Unternehmen verpflichten.
Zunächst scheint ihr Leben sehr gut zu verlaufen. Sie forscht an einem Bienenprojekt, mit dem sie die Bienensterblichkeit ausmerzen will, sie hat satt zu Essen und eine gemütliche Wohnung und mit ihrer Schwester schon lang gebrochen. Sie glaubt, dass sie mit ihrem Projekt gut etwas gegen den Hunger in der Bevölkerung tun kann.
Doch durch eine Suchanfrage im PC macht sie Foodtec auf sich und ihren Kollegen aufmerksam. Sie möchte einfach nur wissen, warum ein Bienenvolk nach nur einem Sommer stirbt und genau das will Foodtec aber verhindern. Ihr Kollege findet den Tod und sie selber landet beim Widerstand, wo sie nach langer Zeit wieder auf ihre Schwester Becca trifft.
Sophie muss begreifen, dass Foodtec nicht das ist, was sie immer gedacht hat. Foodtec ist nicht bereit, den Lebensmittelmarkt aufzugeben und Lebensmittel für alle bezahlbar zu machen. Foodtec will Macht und will sie auch durch die resistenten Bienen nicht verlieren. – Sophie muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht und wie es für sie weitergehen soll.

Fazit: Dieses Buch hat mich allein vom Thema her brennend interessiert. Es war mir einfach ein Rätsel, wie es sein kann, dass man durch Bienen jemanden in der Hand haben kann. Aber als die ganze Story dann los ging, war ich gefangen und habe einfach nur zuhören müssen.

Die Protagonistin ist Wissenschaftlerin. So viel ist von Anfang an klar. Sie forscht an oder mit Bienen und schnell wird klar, dass die ganze Sache zwar auf der Erde spielt, die Erde aber lang nicht mehr die ist, wie wir sie kennen.
Frau Mühlenhaupt hat hier einen Thriller geschrieben, der durchaus auch eine Dystopie sein kann. Die Erde hat klimatische Probleme, die die Menschheit in verschiedene Klassen einteilt. Da ganz armen, die reihenweise sterben, weil sie nicht genug zu Essen haben. Dann die Mittelschicht, von der man aber nicht viel erfährt. Nur, dass es sie eben gibt. Und dann haben wir da noch die Reichen und Angestellten von Foodtec.
Foodtec ist das Unternehmen, welches die Ernährung für die Menschen sicherstellen soll, aber am Ende auch nur hinter der Macht her ist. Reihenweise dubiose Machenschaften werden im Laufe der Story aufgedeckt und die Mitarbeiter werden mir immer unsympathischer.
In diese Dystopie wurde dann noch die Geschichte zweier Schwestern gepackt, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Ich wusste wirklich nicht, was ich von dieser Becca halten sollte, aber im Laufe der Handlung wurde sie mir immer sympathischer und ich habe begriffen, dass sie eigentlich diejenige ist, die auf der richtigen Seite steht.
Die Welt wird nicht so genau beschrieben, aber doch genau genug, dass ich wirklich furchterregende Bilder vor meinem geistigen Auge hatte. Dies hochtechnisierten Städte, die hungernde Bevölkerung. Tote und ausgedörrte Landschaften und über dem Ganzen ein wie Hohn strahlend blauer Himmel. Das ganze Buch über hat es nicht einmal geregnet. – Dieses ganze Bild der Nahrungsmittelproduktion war einfach nur erschreckend für mich. Um so realer, da ja derzeit auch hierzulande die Lebensmittelpreise immer mehr steigen und kein Ende in Sicht ist.

Das Thema Bienensterben ist wirklich brandaktuell und wurde hier richtig geschickt in eine spannende und mitreisende Story gepackt. Von Anfang bis Ende war ich gefesselt und habe mir am Ende sogar gewünscht, dass es doch bitte noch etwas länger gehen soll. Zu gern hätte ich gewusst, ob das Unternehmen den gewünschten Erfolg gezeigt hat und ob es für die Menschen etwas bewirken konnte.
Alles wurde gut beschrieben. Nicht zu viel und nicht zu wenig wurde beschrieben. Immer so, dass es immer irgendwie weiter ging und keine Längen entstanden sind. Es wurde der menschliche Faktor und auch der wissenschaftliche Faktor hier sehr gut bedient. Der Herzschmerz nahm nicht überhand, war aber in glaubhafter Menge vorhanden. Das Wissenschaftliche wurde durch den Kampf gegen diese allmächtige Firma geradezu bildhaft und unglaublich glaubhaft. – Die ganze Story war erschreckend real für mich. Ich sehe dieses Land in nicht so ferner Zukunft ganz genau da. Wir sind stramm auf den Weg dahin.

Ich bewerte dieses Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Ich war gefesselt, ich war fasziniert und ich hatte ein gewaltiges Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Dieses Buch ist ein wirklich gewaltiger Thriller, der durchaus Potential zum Wachrütteln hat.

[EBook] Kathy Reichs – „Knochenjagd“

Kathy Reichs
„Knochenjagd“
Reihe: Temperance Brennan (15)
Verlag: Heyne
ISBN: 9-783-453-43771-5
Länge: 400 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Von Toten Babys, die am Ende zu einen Betrug wegen Diamanten führen. – Die Welt spinnt!

Klappentext: Tempes neuester Fall beginnt wie ein Albtraum: In einer verlassenen Wohnung liegt, eingewickelt in ein Handtuch, die Leiche eines Neugeborenen. Und bald tauchen noch zwei weitere tote Babys auf. Die fi eberhafte Jagd nach der Mutter beginnt. Ist sie überhaupt die Mörderin? Ihre Spur führt Brennan und ihren Kollegen Ryan tief in die kanadische Einöde – und in das Revier eines eiskalten Killers … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Gleich zu Beginn erst einmal zwei tote Babys in einer Wohnung. Dazu Polizeiangehörige, die das Ganze mächtig mitnimmt. Nach der Hinzunahme eines Leichensuchhundes kommt auch noch ein drittes totes Baby dazu.
Die Ermittlungen bringen recht schnell eine Verdächtige zutage. Die ist aber inzwischen auf und davon.
Tempe und Ryan machen sich mit einem dritten Kollegen auf den Weg, um ihr zu folgen. In Yellowknife werden sie zwar fündig, doch es bringt ihnen nicht viel, da die Verdächtige genau dann erschossen wird, als sie reden will.
Tempe kommt der Lösung trotz einer Entführung in ein Bergwerk und einem weiteren toten Baby gefährlich nahe.

Fazit: Der Einstieg allein, mit den zwei toten Babys war schon mal typisch Brennan-Romane. Die Spladdereffekte, für die ich auch die Serie so liebe, dürfen natürlich auch im Buch nicht fehlen. Und zack, war ich in der Handlung mal direkt angekommen.
Allerdings bekommt man gleich zu Beginn der Handlung auch jede Menge französische Begriffe um die Ohren gehauen. Diese Tatsache hat mich auch in den vorangegangenen Bänden schon gestört. Und hier war das nicht weniger so.
Zeitweise hat es unendlich erscheinende wissenschaftliche Erläuterungen. Sei es vom Verwesungsprozess, von der Autopsie oder von der Funktionsweise irgendwelcher Maschinen vom Bergbau oder von Land, welches man bearbeiten will. Sachen, die zwar in dem Moment irgendwie zu Handlung gehören, aber mich in dem Moment auch komplett raus geschmissen haben. Das war ziemlich ärgerlich. Denn das Thema mit brutal ermordeten Kindern ging auch mir so ziemlich an die Nieren.
Außerdem hat es mich genervt, dass Frau Reichs die Kapitel immer und immer wieder mit einer Sensation beendet hat. Die Ermittler hatten etwas gefunden, was sie ein gutes Stück voran gebracht hat. Aber der Leser hat es nicht erfahren. Er war also gezwungen, auch das nächste und das darauf folgende Kapitel zu lesen. – Das hat auf der einen Seite gut zur Spannung beigetragen, aber es auch unheimlich schwierig gemacht, überhaupt mal eine Lesepause einzulegen. Und wenn ich dann gezwungen war aufzuhören, bin ich nur extrem schwer wieder ins Hier und Jetzt zurück gekommen. – Dafür nach der Lesepause aber um so schneller wieder in die Handlung hinein.
Handelnde Personen waren nicht viele da, sodass ich auch in die Namen recht schnell rein gekommen bin. Zwar war ich etwas verwirrt, weil eine Person gleich mehrere Namen hatte, aber am Ende fand ich es einfach nur interessant. Das Krankheitsbild werde ich auf jeden Fall mal googeln. Kann nur gut für die Allgemeinbildung sein…

Also ich war einfach nur noch begeistert. Einfach genial, was die Autorin hier für eine Handlung hin gezaubert hat. Man hätte auch total gelangweilt von den Ermittlungen lesen können. Statt dessen wird ein riesiger Betrugsfall daraus… Ja, ich spreche hiermit eine mehr als klare Leseempfehlung aus. Wobei es keinen abschrecken braucht, dass es sich hier um eine Buchreihe handelt. Das macht gar nichts, denn die Bücher sind jedes für sich eine eigene Story und ein abgeschlossener Fall. Auf die chronologische Reihenfolge braucht nicht geachtet zu werden.


[EBook] Kathy Reichs – „Fährte des Todes“

Kathy Reichs
„Fährte des Todes“
Reihe: Tempe Brennan (1)
Verlag: Blessing
ISBN: 9783641137946

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Eine Wasserleiche und Tempes Fähigkeiten führen zu einem schnellen Ende.

Klappentext: In den Wäldern um den Mountain Island Lake in North Carolina lauert der Tod besonders auf alle, die ins Beuteschema gefährdeter Raubvögel passen – denn für sie wurde in der Nähe das Carolina Raptor Center eingereichtet. Doch Edith Blankenship, eine junge Biologiestudentin, fand hier allem Anschein nach den Tod durch die Hand eines Artgenossen, ihre Leiche findet sich in einer alten Sporttasche. Tempe Brennan, als forensische Anthropologin mit der Untersuchung betraut, heftet sich an die Fersen eines offenbar skrupellosen Mörders – ohne zu ahnen, wie gut sich ihr Widersacher auf täuschen, tarnen und zuschlagen versteht… (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Tempe Brennan will sich einen schönen Tag mit einer Freundin machen. Allerdings kommt der Anruf dazwischen, dass etwas am Ufer eines Sees gefunden wurde.
Nach einer holprigen Fahrt kann Tempe einen Plastiksack mit einer Leiche ans Ufer bringen. Allerdings ist diese Leiche komplett und passt somit nicht zu den vier Knochen, die sie gerade im Labor untersucht.
Doch die Leiche kann als Studentin identifiziert werden. Diese hatte ein Verhältnis mit ihrem Professor, der aber verheiratet war. Das Opfer wurde stranguliert. Der Täter war auf jeden Fall kleiner als das Opfer. Dieser Fakt trifft auf die betrogene Ehefrau zu.
Doch des Rätsels Lösung ist eine andere. Die Täterin fühlt sich auch betrogen. Tempe kommt ihr gefährlich nahe und muss am Ende einmal mehr im ihr Leben fürchten.

Fazit: Es war auf jeden Fall ein kurzer Spaß. Das ganze Buch hatte gerade einmal 84 Seiten. Und davon waren auch noch welche für eine Leseprobe verwendet worden. Ich hatte das Buch in nicht mal 2 Stunden zu Ende gelesen. Und dann war ich leicht enttäuscht. Aber eben nicht wegen der Story, sondern eben weil sie so kurz war.
Von der Handlung her war es so, wie ich es von der Reihe gewohnt war. Auch wenn es kurz war, so waren doch alle Elemente vorhanden, die ich erwartet hatte.
Dann war alles so beschrieben, dass ich es ohne Probleme verstanden habe. Keine Fachbegriffe, keine Namen, die mich aus der Handlung hinaus geworfen hätten. Das absolute Lesevergnügen, wie es besser nicht hätte sein können. – Aber eben leider viel zu kurz.
Der Film in meinem Kopfkino lief in vielen farbenprächtigen Bildern. Ich habe die gefundene Leiche gesehen. Ich habe mit Tempe die Panik geschoben, als sie in Lebensgefahr war und ich habe diese armen Hunde in ihren viel zu kleinen Käfigen sehen müssen.

Auch wenn das Buch kurz war, so bekommt es doch trotz allem die volle Punktzahl. Ein kurzes und gutes Lesevergnügen.


[EBook] Simon Beckett – „Totenfang“

Simon Beckett
„Totenfang“
Reihe: David Hunter (5)
Verlag: Rowohlt
ISBN: 9-783-499-27531-9
Länge: 560 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Der Roman kommt nur schleppend in Fahrt. Aber ist er mal in Fahrt, dann wirds unaushaltbar spannend.

Klappentext: Hunter is Back!Leo Villiers ist spurlos verschwunden. Der Spross der einflussreichen Familie soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben – und wird verdächtigt, sie und sich selbst umgebracht zu haben. Als man an einer Flussmündung eine stark verweste Männerleiche findet, scheinen die Vermutungen bestätigt. Doch dem forensischen Anthropologen David Hunter kommen Zweifel. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, der definitiv zu einer anderen Leiche gehört. Während seiner Nachforschungen kommt Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus der Familie Trask unter, die ihm mit unverhohlener Feindseligkeit begegnet. Und sie scheinen nicht die Einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben.

Inhalt: Dr. Hunter glaubt, dass seine Laufbahn als forensischer Antropologe beendet ist. Selbst der Chef seiner Fakultät hat schon durchblicken lassen, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wird.
Doch ein Anruf ändert diesen Zustand rapide. Er wird zur Bergung einer Wasserleiche gerufen. Irgendwo, in einem kleinen Städtchen an der Küste. Und als ob eine Leiche noch nicht schlimm genug wäre, schaltet sich ein einflussreichen Geldsack mit ein, der ziemlich schnell den Deckel auf die Sache machen will.
Doch Hunter spielt der Zufall mit in die Tasche. Eine Autopanne bringt ihm eine dicke fette fiebrige Erkältung und die Bekanntschaft einer Frau. In Gesellschaft dieser Frau birgt er einen einzelnen Fuß aus einem Fluss der Backwaters. Dieser Fuß gehört zu der bereits geborgenen Leiche, passt aber nicht zur ersten Identifikation.
Das Unglück eines Kindes fördert eine weitere Leiche zutage. Hunter wird mehr über die mehr in den Fall hinein gezogen. Unter anderem auch, weil er glaubt, sich neu verliebt zu haben. Er tappt gemeinsam mit einem Kollegen in eine falsche Richtung. Dadurch wird eine lang vermisste Leiche gefunden, der Fall aber endgültig aufgeklärt. Allerdings such ein lang zurück liegender. Und der, der am Ende ungeschoren davon kommt, ist ausgerechnet ist der einflussreiche Geldsack…

Fazit: ¨Totenfang¨ ist auf keinen Fall das beste Werk von Simon Becket. Aber trotz allem kann man es ruhig mal gelesen haben.
Als erstes gibt es einmal den gewohnt spladderigen Einstieg. Der Leser bekommt erklärt, wie und in welcher Reihenfolge eine Wasserleiche in ihre Einzelteile zerfällt. Erst dann gibt es den Einstieg in die Handlung, die dann aber erst einmal so ziemlich seicht vor sich hin fließt. Dr. Hunter wird quasi nicht gebraucht und das lässt alles erst einmal ein wenig sinnlos wirken. – Aber auch das kommt noch.
Nachdem der Leser die Nebensächlichkeiten wie die Autopanne, die Krankheit und die ersten Feindseligkeiten überwunden hat, tut sich ihm eine ländliche Welt auf, wie sie typischer nicht sein kann. Die Leute wollen mit den ¨Städtern¨ eben nichts zu tun haben und lassen sie das auch spüren.
Dr. Hunter stolpert eher unabsichtlich mehr und mehr in die Handlung hinein. Fast so, als würde er das alles nicht wollen, aber das Schicksal mal so gar nicht auf ihn hört. Und als dann auch noch Gefühle ins Spiel kommen, wird es mal ganz verzwickt. Dr. Hunter ist hin und her gerissen, zwischen beruflicher Distanz und einer zarten aufkeimenden Liebe.

Die Handlung ist so beschrieben, dass dem Leser immer noch genügend Raum für die eigene Vorstellungskraft bleibt. – Ich hatte einen lebhaften Film in meinem Kopfkino laufen, der mich gerade zum Schluss hin dann total an die Handlung gefesselt hat. Es will schon etwas hießen, wenn ich meine übliche Schlafenszeit mal übergehe, weil ich noch wissen möchte, wie das Buch ausgeht. Nein gerade am Schluss wird es so spannend, dass ich einfach nicht in der Lage war, das Buch auf Seite zu legen.

¨Totenfang¨ ist ein Teil einer Reihe. Allerdings muss man die Hunter-Reihe nicht unbedingt der chronologischen Reihenfole entsprechend lesen. Die Bücher bauen zwar hier und da aufeinander auf, aber alles was man wissen muss, um das Gelesene zu verstehen, bekommt man grob noch einmal umrissen. So, dass es nicht langweilig wird, man aber genau weiß,worum es geht.
Ich würde dieses Buch jetzt nicht als Bestes der Reihe einstufen. Aber es ist schon lesenswert. Besonders, wenn man auf spladderige Einzelheiten steht. Dann ist das Buch ganz genau das Richtige!


[EBook] Sebastian Fitzek – „Das Paket“

Sebastian Fitzek
„Das Paket“
Verlag: Droemer
ISBN: 9-783-426-19920-6
Länge: 368 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Herr Fitzek einmal mehr in Höchstform und ich auf allen Irrwegen, die er für seine Leser eingebaut hat.

Klappentext: Der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek!

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den ‚Friseur‘ nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der ‚Friseur‘ könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Emma ist auf einem Kongress. Und als wäre die Notlüge, mit der sie sich gegen einen überheblichen Kollegen zur Wehr setzt, noch nicht genug, wird sie abends in ihrem Zimmer auch noch vergewaltigt.
Zumindest gaubt sie, sie wurde vergewaltigt.Sie verliert ihr Kind, entfernt sich von ihrem Mann und verliert so nach und nach ihren Verstand.
Genau das wollte der Täter aber nicht. Er wollte ihr doch nur helfen. Wollte ihr zeigen, dass ihr lieber Ehemann gar nicht so lieb ist, weil er sie nämlich betrügt und andere Frauen verführt und sogar ihre beste Freundin geschwängert hat.
Doch Emma sieht das nicht. Sie rutscht immer tiefer in eine Verkettung von unglücklichen Umständen, wird mehr und mehr zur Mörderin und ist am Ende mehr als überrascht, als sie erfährt, wer der wahre Täter ist und wie weit die Sache bereits zurück liegt.

Fazit: Kurze Kapitel. Damit immer wieder die Möglichkeit das Lesen zu unterbrechen und anschließend schnell wieder in die Handlung hinein zu kommen. Außerdem für Herrn Fitzek die Möglichkeit öfter mal in Ort und Zeit herum zu springen. Da das aber kenntlich gemacht war, bin ich schnell in die Handlung hinein gekommen. Habe den Sinn hinter den Sprüngen begriffen und einfach nur den Kopfkinofilm genossen, der sich mir bot.
Herr Fitzek bietet in dem Buch wieder viele Irrwege in den Ermittlungen an. Er lockt den Leser auf vollkommen falsche Fährten. Und ich bin diesen falschen Wegen ganz bereitwillig gefolgt. Genau so, wie es auch die Protagonistin tat. Um dann, am Ende, genau so entsetzt und verwirrt zu sein, wie es ¨Emma¨ war. Ich glaube, wenn ich das durch gemacht hätte, dann hätte man mich auch einliefern können.
Ich habe eben von Lesepausen gesprochen. Sagen wir mal so: Freiwillig waren die nicht! Das Leben war schuld. Wenn ich gekonnt hätte, wie gewollt, dann hätte ich das Werk auf einen Sitz verschlungen. Die Spannung war von Anfang an typisch Fitzek. Von Anfang an auf eine seltsame Art gefesselt. Ich konnte gar nicht mehr anders, als weiter lesen. Nach jeder Unterbrechung bin ich immer wieder schnell in die Handlung hinein gekommen und war gleich wieder in der Welt von Emma gewesen. – Keine schöne Welt, aber als Außenstehender gut zu wissen, dass ich nicht selber das Opfer in diesem perfiden Spiel gewesen bin.

Herr Fitzek hat sich einmal mehr selbst übertroffen. Mir bleibt also nur zu hoffen, dass das nicht sein letztes Buch war…


[EBook] Michael Crichton – „Sphere – Die Gedanken des Bösen“

Michael Crichton
„Sphere – Die Gedanken des Bösen“
Verlag: Goldmann
ISBN: 9-783-442-46153-0
Länge: 479 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Science Fiction, die sogar mich bei der Stange gehalten hat. Richtig gut!

Klappentext: Mitten im Pazifik, tief am Meeresgrund verborgen, wird ein Raumschiff entdeckt. Ein US-Expertenteam soll die technologisch hoch entwickelte Konstruktion untersuchen, doch das riesige UFO gibt den Forschern zahlreiche Rätsel auf: Messungen ergeben, dass es schon seit 300 Jahren dort unten im Meer liegt und während dieser Zeit eine tödliche Fähigkeit entwickelt hat … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Als Norman Johnson einen Aufruf bekommt, mit Leuten des Militärs in eine ihm bis dahin unbekannte Zukunft zu fahren, erscheint ihm das nicht sonderlich seltsam. Er bekommt nicht zum ersten Mal so von jetzt auf gleich einen militärischen Einsatz.
Auf der Insel angekommen, hat er Kontaktverbot nach außen, findet genau das Team vor, das er vor Jahren schon zusammen gestellt hat und wird dann noch selber auf einen Unterwassereinsatz vorbereitet.
Im Habitat angekommen, über 300 Meter unter dem Meeresspiegel, beginnen sie sofort mit einer Expedition in das Raumschiff, welches sie erkunden sollen. Doch finden die nicht etwa eine fremdartige Spezies vor, sondern ein leeres und absolut unbekannte Raumschiff. In diesem Raumschiff befindet sich eine Kugel, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Als sie dann die Kugel auf bekommen haben, häufen sich die seltsamen und gefährlichen Ereignisse. Es kommen Leute um, jeder gibt jedem die Schuld und alle glauben an einen Kontakt mit einem außerirdischen Wesen. – Die Situation spitzt sich mit zunehmender Zerstörung des Habitats zu und keiner traut dem anderen mehr.
So hat sich das die Navy sicher nicht vorgestellt.

Fazit: Science Fiktion, wie sie mir gefallen. Das Buch war nicht mit wissenschaftlichem Mist gespickt, bis ich keine Lust mehr darauf hatte. Hier habe ich dran gehangen, bin bei der Stange geblieben und wollte das Buch eigentlich nicht zur Seite legen. Die Handlung ist gut beschrieben. Nicht übermäßig und unverständlich mit Fachchinesisch gespickt, sondern so geschrieben, dass auch Otto Normalverbraucher alles versteht. Auch, und gerade nach Feierabend, wenn man angespannt und kaputt ist, ist das Buch gut zu verstehen.
Die Handlung ist nicht zerschnitten. Alles ist so beschrieben, dass noch genügend Platz für eigene Fantasie und Vorstellungskraft bleibt. Das hat dann wieder zur Folge, dass ich einen richtig guten Film im Kopfkino hatte. Und der hat dann wieder für Spannung gesorgt.
Die Menschheit scheint wohl noch immer von einem Kontakt mit Außerirdischen zu träumen. Davon, dass diese Wesen von einem anderen Stern unsere Probleme lösen können. – So jedenfalls, verstehe ich die Botschaft dieses Buches. Auch dieser Autor malt sich aus, wie es sein könnte und was er sich erhofft. Und ich muss sagen, dass das meinen Vorstellungen gar nicht mal so unähnlich ist. Auch ich wünsche mir manchmal, dass ich Besuch aus dem Himmel bekomme die mir irgendeine Macht verleihen. Aber das nur nebenbei.
Das Buch jedenfalls, kann ich nur wärmstens empfehlen. Es ist nicht mehr aktuellem Datums, aber das ist auch egal. Es lohnt sich wirklich, sich das mal anzutun. Wenn ihr an das Buch drankommen könnt, versucht es ruhig. Es soll zu eurem Schaden nicht sein.

[EBook] Kathy Reichs – „Blut vergisst nicht“

Kathy Reichs
„Blut vergisst nicht“
Reihe: Temperance Brennan (13)
Verlag: Heyne
ISBN: 9-783-453-43617-6
Länge: 400 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Eine Leiche führt zur anderen, Tempe mal wieder zwischen mehreren Fällen.

Klappentext: Du kannst leugnen, wer du bist. Doch Blut vergisst nicht

Ein Mann, der nicht ein-, sondern gleich zweimal den Tod gefunden zu haben scheint, gibt Forensikerin Tempe Brennan Rätsel auf. Seine Spur führt nach Hawaii. Hier wird Tempe prompt mit den von Haien verunstalteten, seltsam tätowierten Überresten eines Kleindealers konfrontiert. Das Inselparadies wird für Tempe schnell zum heißen Pflaster. Denn die örtlichen Drogenhändler reagieren auf neugierige Ermittlerinnen so instinktiv wie Haie auf einen blutigen Köder. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Tempe Brennan soll an einer seltsamen Wasserleiche mitarbeiten. Da hat sich doch wirklich ein Mann in Plastik eingewickelt und wollte sich in einem See unter Wasser einen runter holen . Doch es geht schief, und er ertrinkt.
So weit eigentlich kein Fall , es man ein großes Aufsehen machen muss. Aber bei der Identifizierung kommt heraus , dass es sich hier um einen Mann handelt, der schon längst beerdigt ist.
Tempe reist nach Hawaii , um vor Ort ermitteln zu können. Die Leiche, die nun wohl unter einem falschen Namen in einem falschen Grab liegt, soll exhumiert werden.
Kathy, die Tochter, reist mit. Sie hat einen Schwarm an den Krieg verloren und soll wieder runter und auf andere Gedanken kommen.
Auf Hawaii scheint das Chaos aber noch größer zu werden. Die existierte Leiche ist nicht die Person, die man dachte, sondern jemand ganz anderes. In einem Fallkarton taucht die Hundemarke des ersten Opfers süß und dann kommt noch der Anruf einer örtlichen Behörde Tempe soll sich gefundene Leichenteile ansehen.
Kathy begeht den Fehler und bloggt über den Fall, den ihre Mutter gerade bearbeitet. Eine offene und bitterböse Drohung ist das Ergebnis. Kurz nachdem Tempe von der Straße mir samt ihrem Auto ins Meer geschuppt wurde.
Ryan ist inzwischen auch auf Hawaii . Er hilft ihr da raus.

Fazit: Ich habe an der Lektüre förmlich geklebt. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass die bösen Buben endlich etwas gegen die Ermittlungen haben und ihr ans Leben wollen. Aber in diesem Fall wird ihre Tochter bedroht . Das bedeutet eine Abwechslung gegenüber den anderen Büchern.
So ganz kann die Autorin das Liebesthema wohl nicht sein lassen. Ryan, der Ex von Tempe, gräbt wieder an ihr rum. Allerdings steht ja diesem Fall der Mann ziemlich blöd da, weil Tempe nicht auf die Versuche anspringt . Verstärkt am Ende nur mein Bild von der
stärken Frau.
Ansonsten war alles super beschrieben . Die Handlung wurde zu keinem Zeit ausgebremst und floss immer schön kontinuierlich weiter. Beschreibungen und Erklärungen von Fachbegriffen waren gut in die Handlung integriert. Ich habe sie gelesen, verstanden und sie gehören eben zur Handlung dazu. – Kathy Reichs hat es eben einfach drauf. Das einzige, was ich nicht mehr lese, ist das Stück, wo sie aus ihren Akten berichtet. Das Buch war gut. Dabei lasse ich es auch bewenden. Da muss ich mir die Lobhudelei über ihren Fleiß nicht antun.

Alles in allem habe ich das Buch gern gelesen . Es hat Spaß gemacht und mich kaum kostenlos gelassen. Es ist schon etwas länger her, dass ich ein Buch wirklich so schnell durch hatte. Und ich habe mit einem strahlenden Gesicht endlich mal wieder eine Bewertung von 5 Sternen gegeben. Das hatte ich lang nicht.
Meine Angst, dass die Reihe irgendwann einmal langweilig wird, hat sich bis jetzt auch nicht bestätigt. Und das ist super so. Ich freue mich, wenn es für mich den nächsten Fall gibt.

[EBook] Paolo Bacigalupi – „Water – Der Kampf beginnt“

Paolo Bacigalupi
„Water – Der Kampf beginnt“
Verlag: Heyne
ISBN: 9-783-453-42178-3
Länge: 464 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Korruption und Verbrechen. Und alles dreht sich um den Wassermarkt. Und am Ende, gewinnen doch nur die Reichen.

Klappentext: Der US-amerikanische Südwesten kämpft erbittert um die letzten Wasserreserven und die Rechte am Colorado River. Das Gebiet wird von heftigen Sandstürmen heimgesucht, ganze Millionenstädte verelenden, Kriminalität und Korruption greifen um sich. Angel Velasquez gehört zu einem Spezialeinsatzkommando, das die Reservoirs des Bundesstaates verteidigt und notfalls auch mit illegalen Methoden erweitert. Als das Gerücht aufkommt, dass in Phoenix eine neue Wasserquelle aufgetaucht ist, wird er dort hingeschickt. Dabei trifft er die Journalistin Lucy Monroe, die der Quelle ebenfalls auf der Spur ist. Die beiden werden hineingezogen in einen Strudel aus Verrat und Gewalt, und Angel steht plötzlich im Fadenkreuz seiner eigenen Leute. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Marie will fliehen. Sie will über den Fluss. Ans andere Ufer, da wo Wasser noch ausreichend vorhanden ist und man als Mensch noch leben und arbeiten kann. Doch Marie fehlt das Geld dazu. Deshalb zieht sie ein kleines Wassergeschäft auf. Sie bezieht es günstig an einer Pumpe des roten Kreuzes und verkauft es teuer an die Bauarbeiter, die die neue Arkologie hoch ziehen.
Doch man kommt ihr in die Quere. Das große Geld verwandelt sich in Verlust und Maria schuldet ihrer Freundin nun Geld.
Um es ihr zurück zahlen zu können, geht sie mit zu dem Kunden ihrer Freundin und verkauft ihren Körper. Doch auch hier bleibt das große Geld aus. Statt dessen kommt sie an einen Schatz, von dem sie nicht mal etwas weiß.

Angel, ein Waterknife, weiß aber inzwischen von diesen mehr als wertvollen Papieren. Es sind uralte Wasserrechte der Indianer. Und jeder will sie haben.
Angel gerät zwischendrin aber in Ungnade bei seinem Boss, für die er diese Rechte beschaffen soll. Für sie würde es mehr Geld bedeuten U d für ihn ein bequemes Leben. Aber er hat die Rechte nicht. Statt dessen hat er Lucy. Die beiden verbindet eine Art Hassliebe. Und als Lucy die Tragweite dieser Rechte bewusst wird, will auch sie die Papier finden. Allerdings aus einem anderen Grund als Angel.
Es kommt zu einem gewaltigen Showdown. Und am Ende siegt doch die Bequemlichkeit und der Egoismus.

Fazit: Erschreckend real, war das Szenario, was der Autor hier entworfen hat. Irgendwie hat sich die ganze Zeit alles nur noch um Geld und Wasser gedreht. Etwas anderes hat die Menschen gar nicht mehr interessiert. Und der Autor hat das alles genau so beschrieben, als hätte er es selber erlebt. Ich dachte wirklich, dass er das genau so erlebt hat. Und genau diese Art zu Schreiben hat mich total gefesselt. Erst malt er erschreckende Bilder von Gewalt und d im nächsten Moment lieben sich zwei Menschen. Sind glücklich mit dem Augenblick und das Morgen ist vergesse. Geld regiert die Welt unter d der Rest der Menschheit scheint vergessen. Und in diesem Durcheinander kämpfen die Protagonisten im eine Zukunft, ums Überleben.
Ich war gefesselt. Von allen Anfang bis Ende war ich nicht in der Lage von dem Buch zu lassen. Ich wollte wissen wie es aus geht. – Aber leider hat mir das reale Leben auch Lesepausen beschehrt. Sie waren nicht willkommen, aber vielen leider an. Nach diesen Pausen bin ich aber immer wieder gut in die Handlung hinein gekommen. Der Film im Kolfkino lief genau da weiter, wo er aufgehört hatte.
Auf den Schreibstil des Autors musste ich mich allerdings erst einlassen. Das hat eine Weile gedauert. Aber dann war ich einfach nur noch schwer begeistert.

Ein Buch von und um Wasser. – Einfach erschreckend reales Buch. Aber genau deswegen ist es um so lesenswerter.

[EBook] Michael Crichton & Michaela Grabinger – „Enthüllung“

Michael Crichton & Michaela Grabinger
„Enthüllung“
Verlag: Goldmann
ISBN: 9-783-442-46812-6
Länge: 541 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Wenn man Ungerechtigkeiten nicht auf sich sitzen lässt und kämpft, geht man keinen leichten Weg, aber einen der Erkenntnis.

Klappentext: Tom Sanders, technischer Manager eines High-Tech-Unternehmens, bekommt einen neuen Chef: die attraktive Meredith Johnson. Mit Mühen kann er sich ihrer heftigen Avancen erwehren, zieht sich dadurch aber ihren Hass zu und muss sich wegen angeblicher sexueller Belästigung rechtfertigen. Auf seinem Handy entdeckt Sanders jedoch einen zufällig entstandenen Mitschnitt ihrer Annäherungsversuche und hat damit einen eindeutigen Beweis gegen Meredith. Er meint schon, gewonnen zu haben, doch eine anonyme E-Mail warnt ihn, dass es noch nicht vorbei ist-…

Inhalt: Tom Sanders kommt am wichtigsten Tag seines Lebens zu spät ins Büro. Gleich darauf erfährt er,  dass er die erhoffte Beförderung nicht bekommen hat und statt dessen nun eine Frau, seine Exfreundin, seine Chefin seine wird.

Die Zusammenarbeit der beiden steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Zum einen will das neue Laufwerk nicht so funktionieren, wie es beabsichtigt war, und zu anderen wird gleich das erste berufliche Zusammentreffen der beiden ein Problem für Tom. – Sie hat nämlich gar kein Fachgespräch im Kopf, sondern vielmehr ein Stelldichein wie in alten Zeiten.

Tom will die Bälle flach halten, flieht quasi vor ihr und denkt, die Sache ist erledigt. Doch schon am nächsten Tag erlebt er sein blaues Wunder. Er wird der sexuellen Belästigung bezichtigt, in der Firma geschnitten und sabotiert und man droht ihm mit dem Verlust seines Jobs.

Tom gibt aber nicht klein bei. Bei einem Kampf, der dem von David gegen Goliath gleicht, kämpft er für sein Recht, um seine Familie und sein Leben. Eine riesige Verschwörung war gegen ihn im Gang.

Fazit: Michael Crichton hat sich ja auf so gerichtliche Geschichten spezialisiert. Genau das merkt man auch an seinen Büchern. Auch diese Story hatte einfach Hand und Fuß und hat von vorne bis hinten Sinn gemacht.
Leider war es so, dass die ganzen Diskussionen etwas ausführlich geschrieben waren. Dadurch hatte ich stellenweise das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt und nicht wirklich voran macht. Aber die Neugier über den Ausgang hat mich bei der Stange bleiben lassen. Ich musste einfach wissen, ob nun das Geld oder die Ehrlichkeit siegt.
Was ich etwas lustig fand, war die Tatsache, dass hier technische Errungenschaften gefeiert worden sind, die heutzutage schon so ziemlich uralt sind. Aber das liegt wohl an der Tatsache, dass dass Buch schon etwas älter ist. Trotzdem musste ich schmunzeln.
Wo ich auch schon bei meiner Warnung wäre. Denn ohne jeden Fachbegriff kommt die Handlung nicht aus. Ein absoluter Computerleie hat meiner Meinung nach nicht den Hauch einer Chance, da gut mit zu kommen. So ein paar Begriffe sollte der Leser dann wirklich kennen.
Trotzdem habe ich das Buch absolut gern gelesen und kann es nur empfehlen. Nach Lesepausen bin ich immer wieder sehr gut in die Handlung hinein gekommen. Einen Film hatte ich leider nicht vor meinem geistigen Auge, aber dafür hat das Buch auf andere Weise fasziniert.

Es hat mich fasziniert, auf der anderen Seite aber auch wieder nicht. Im Großen und Ganzen war es aber ein gutes Buch.

[Hörbuch] Jenny Blackhurst – „Mein Herz so schwarz“

Jenny Blackhurst
„Mein Herz so schwarz“
Verlag: Lübbe Audio
ISBN: 9-783-838-79718-2
Länge: 9 Stunden 47 Minuten
Sprecherin: Sabine Arnold

Spotify meinte zu mir, dass es schon wieder ein neues Album von Jenny Blackhurst gibt. Da ich dieser Autorin seit Neuestem folge und ihre Bücher wirklich gern höre, habe ich mir dieses neue Werk gleich mal in die Hörliste von Spotify gepackt. Und nun war es an der Zeit.

Klappentext: Ein lauer Sommertag in Cornwall. Am Abend ihrer Hochzeit stürzt sich Evie White von einer Klippe in den Tod. Ihr Bräutigam ist fassungslos: Was hat Evie dazu gebracht, ihr Leben ausgerechnet an diesem Tag so plötzlich zu beenden? Nur ihre beste Freundin Rebecca weiß um die dunklen Geheimnisse in Evies Leben. Doch erst als Rebecca Botschaften erhält, die sie immer mehr in Bedrängnis bringen, ahnt sie, dass sie die Abgründe im Leben ihrer Freundin gefährlich unterschätzt hat … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Eine beschauliche und eigentlich fröhliche Hochzeitsfeier endet abrupt, als sich die Braut von einer Klippe stürzt. Die Polizei sucht nach ihrer Leiche, kann sie aber nicht finden.
Während der Ermittlungen kommt heraus, dass Evie sich mit einem Mann an der Klippe gestritten hat. Ihr Bräutigam war es sicher nicht, aber mit wem hat sie sich gestritten. Und was hat sie dazu bewogen, sich außgerechent am Tag iher Hochzeit in den Tot zu stürzen?
Rebecca war die beste Freundin von Evie. Sie kümmert sich um den frisch verheirateten Witwer und muss dabei sehr aufpassen, dass sie nicht die dunklen Geheimnisse aus Evie ihrer Vergangenheit ausplaudert. – Doch die laufenden Ermittlungen bringen mehr und mehr Einzelheiten ans Licht. Auch Sachen, von denen selbst Rebecca nichts wusste. – Was waren das nur für dunkle Geheimnisse in Evie ihrem Leben, die sie zu diesem Schritt bewogen haben.

Fazit: Dieses Buch ist in jedem Fall ruhig. Es glänzt nicht durch Action oder viel Blut. Vielmehr ist es das Drama, welches sich im Laufe der Handlung so nach und nach auftut und immer mehr klar werden lässt, dass die Braut wohl nicht dieses unbeschwerte Leben geführt hat, was alle immer geglaubt hatten.
Im Endeffekt verfolgt der Hörer hier lediglich die laufenden Ermittlungen zu einem Fall von Selbstmord, woran aber weder der Vater noch der Bräutigam glauben. Lediglich die beste Freundin wusste um das eine oder andere dunkle Geheimnis der toten Braut. Diese Geheimnisse werden für den Hörer hier nach und nach aufgedeckt, indem immer wieder Begebenheiten aus ihrer Jugend und anderweitigen Vergangenheit erzählt werden. – Mir ist jedenfalls augenblicklich klar geworden, dass diese Braut als junges Mädchen schon ein Trauma erlitten hat, welches eigentlich behandelt hätte werden müssen. Aber am Ende war der Vater nur hinter erfolgreichen Geschäften her und die Mutter durch eine „Krankheit“ nicht zurechnungsfähig.
Die Polizeiarbeit wird hier stellenweise sehr detailreich dargestellt. Das lässt den Hörer dann sehr schnell mitkriegen, mit was für Tricks die ermittelnden Beamten teilweise arbeiten, um an die Informationen zu kommen, die sie haben wollen. Allerdings bekommt man dann auch mit, dass diese beste Freundin dem verwitweten Bräutigam etwas vormacht. Sie quält sich selber mit dem was sie weiß, aber niemandem erzählen darf.
Wie gesagt, die Spannung ist hier mehr unterschwellig. Immer wieder habe ich darauf gelauert, dass dieses ominöse Geheimnis doch endlich gelüftet werden sollte und wenn mir dann Lösungen angeboten wurden, wollte ich es nicht recht glauben. Schnell war mir klar, dass wohl jede hier handelnde Person irgendwas an sich hatte, was nicht ehrlich war. Das wurde dann aber nicht bei jedem so offensichtlich, wie bei der Protagonistin und das Ganze zu einem schlüssigen Verbund zusammen zu setzen, war schon gleich zweimal nicht möglich. So gesehen war ich sauer, dass ich hier so lang hingehalten wurde.

Zum Ende hin zieht sich das Ganze dann leider ziemlich in die Länge. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Frau Blackhurst hier nur noch versucht hat, so viele Seiten wie möglich in dieses eine Werk einzubauen. So ist es mir leider zu spät aufgefallen, dass sie doch jetzt wirklich aufs Finale zuschreitet und versucht, endlich mit diesen ganzen Andeutungen aufzuräumen.
Wenn ich das Buch gelesen hätte, hätte ich in jedem Fall aufgegeben. Dafür war einfach zu wenig Action da. Allerdings hat die fehlende Action dazu geführt, dass ich auf Arbeit schön von meinen Gedanken um die ungewisse Zukunft meines Arbeitsplatzes und meines Lebens ans ich abgelenkt wurde.
Die Sprecherin macht einen super Job. Frau Arnold kann einfach vieles richtig super gut lesen. Ich habe sie schon bei Kinderbüchern als richtig super empfunden, als auch bei diesem Werk. Die Frau hat einfach nur eine sehr gute Stimme, die sie dem jeweiligen Stoff richtig gut anpassen kann. Da bleibt kein Wunsch offen.
Der Grundgedanke hinter dieser Story ist schon ziemlich harter Tobak. Wenn die eine Freundin der anderen dann doch nicht so wohl gesonnen ist und am Ende so eine Intrige spinnen will. Dumm nur, dass man sich gegenseitig durchschaut hat. – Für den Leser, bzw. Hörer hat es hier dann in jedem Fall ein Werk, welches so seinen ganz eigenen Reiz ausstrahlt und was man sich ruhig mal antun kann.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Das Spiel mit der Psyche war wirklich sehr gut. Ich war gefesselt, aber nicht so tief, dass es mich komplett der Realität entrissen hätte. Gelesen hätte ich es in jedem Fall abgebrochen, aber als Hörbuch war das Ganze vollkommen in Ordnung.