[Resensionsexemplar] Elisabeth Marienhagen – „Jahre des Umbruchs“

Elisabeth Marienhagen
„Jahre des Umbruchs“
Reihe: Die Winzerfrauen (2)
Verlag: Digital Publishers
ISBN: 9-783-968-17042-8
Länge: 375 Seiten

– gelesen im Januar 2023 –

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung hat dieser Umstand nicht beeinflusst.

Klappentext: Das Glück einer jungen Frau droht zu zerbrechen
Die fesselnde Familiensaga um Winzertochter Magdalena geht weiter

1919: Magdalena und Matthias sind endlich vereint, doch schon bald wird das junge Liebesglück bedroht. Nicht nur fühlt Magdalena sich durch die Sticheleien ihrer kaltherzigen Schwiegermutter im neuen Heim nicht willkommen, auch die Eifersucht gegenüber Matthias‘ früherer Verlobten flammt erneut auf. Zudem machen der jungen Winzerin finanzielle Schwierigkeiten zu schaffen. Von ihrem Mann bekommt sie wenig Unterstützung, hat sie ihm doch versprochen, den Familienfrieden zu wahren. Einziger Trost sind die Arbeit im Weinberg und der neue Lehrer des Ortes, Eugen Burger, dessen Plan nach Amerika auszuwandern, Magdalena fasziniert. Bald ist ihr klar, dass sie in ihrer Ehe nicht glücklich ist … Wird sie ihre Familie und die alte Heimat hinter sich lassen? (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: Nach dem ersten Weltkrieg hält Magdalena Hochzeit und zieht mit ihrem frisch gebackenen Mann in sein Elternhaus. Doch schon auf den Hochzeitsfeierlichkeiten wird klar, dass die Schwiegermutter mit der Wahl ihres Sohnes alles andere als zufrieden ist. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen und Magdalena wird in ihrer jungen Ehe immer unglücklicher. Das gipfelt in der Flucht Magdalena zu ihrem Bruder. Eine hinterhältige Magd lässt den Brief von Magdalena noch verschwinden.
Doch der junge Ehemann reist ihr hinterher, die beiden Reden miteinander und erfährt endlich von seinem Kind. Die Eheleute finden wieder zusammen. – Doch wird es jetzt etwas mit dem trauten Familienglück?

Fazit: Das farbenfrohe Cover spricht Bände. Eine Frau steht vor einem Geländer und blickt auf eine wirklich herrliche Gegend herunter. Weinreben, ein kleines Örtchen, alles wirkt so friedlich und wie ein Familienidyll. – Ich habe mich auf die Lektüre gefreut, zumal ich ja auch den ersten Band bereits gelesen hatte.
Gleich am Anfang hatte es eine Art Triggerwarnung. Das fand ich sehr interessant, denn Worte wie „Neger“ oder „Krüppel“ sowie „Irrenanstalt“ waren ganz normale Worte in der Zeit, als dieser Roman spielt. Jetzt müssen sich Autoren rechtfertigen, wenn sie in einem authentischen Wortlaut schreiben. – Wann ist das mit unserer Sprache passiert?

Gleich zu Anfang landet der Leser auf einer ausgelassenen und typischen Hochzeit. Hier erfährt der Leser von den Engpässen durch den verlorenen Krieg, bekommt aber auch sehr eindrücklich mit, was trotz allem alles möglich gemacht wurde. Das typische Leben seinerzeit mit Höhen und Tiefen wird glaubhaft und unterhaltsam dargestellt.
Als Stellvertreterschicksal vieler junger Bräute seinerzeit, muss „Magdalena“ herhalten. Auf der einen Seite bekommt man das Glück mit, dass der Krieg ihr nicht ihren Verlobten genommen hat. Auf der anderen Seite wird aber auch deutlich, wie sehr sich die Schwiegermutter in das Leben des Brautpaares einmischt und unter welch vielseitigem Druck so eine Braut gestanden hat.
Die Rolle der Frau war seinerzeit auch so ein Thema. Willige Befehlsempfängerin sollten sie sein. Kinder kriegen und funktionieren. – Auch dieses Thema ist unterschwellig sehr gut herausgearbeitet.
Die Protagonistin, also Magdalena, tut mir ziemlich leid. Sie hat nun wirklich gemacht und getan und war ma Ende doch immer die unfähige Schwiegertochter. Gerade das Ding mit dem versalzenen Brot hatte die Handschrift eines Neiders. Und dass die Schwiegermutter am Ende genau dieses Schicksal ereilt hat, gibt eine Menge Luft für den nächsten Band dieser Reihe. Dürfen die Eheleute dann endlich mal auf ihre Art glücklich werden? Schön wäre es ja.

Das ganze Buch ist sehr authentisch geschrieben. Nicht nur von den oben schon genannten Wörtern her, sonder auch die ganze Situation ist so dargestellt, dass es genau so hätte passieren können. Die wörtliche Rede ist stellenweise in Platt oder auch Französisch geschrieben. Das waren dann Stellen, an denen ich gestolpert bin. Aber an das Platt habe ich mich schnell gewöhnt und das Französisch war an nur einer Stelle und ich konnte es einfach überfliegen. Dafür hatte ich aber die ganze Zeit über wirklich herrliche Bilder in meinem Kopfkino. Ich habe das dörfliche Leben vor mir gesehen und ich habe mich vor allem sehr gut in die Protagonistin hineinfühlen können. – Es ist einfach nur ein Wahnsinn, was diese junge Frau alles durchleben musste. Von allen Seiten hat sie es bekommen und konnte sich am Ende nicht wehren. Fair geht anders!
Die ganze Handlung ist ehrlich, bildhaft und sehr unterhaltsam. Nicht spannend, weil alles rasend schnell ging, sondern weil die Autorin tatsächliche geschichtliche Ereignisse mit eingebaut hat. Oftmals nur als beiläufige Zeitungsmeldung oder Gesprächsthema, aber ich konnte mich in die Situation wirklich sehr gut hinein versetzen und habe die Bedrohung durchaus gespürt.
In jedem Fall bin ich sehr sehr gespannt, wie die Sache denn nun weiter geht und hoffe so sehr auf einen glücklichen Ausgang für Magdalena.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Trotzdem der Stoff frei erfunden war hätte man doch glauben können, dass das auch wirklich so passiert ist und mich würde es nicht wundern, wenn es auch wirklich so passiert ist. Irgendwo in Deutschland.
Vom Schreibstil her leichte Kost und vom Inhalt oftmals ein wirklich guter Grund zum Nachdenken über das eigene Handeln oder Denken.

[EBook] Monika Held – „Trümmergöre“

Monika Held
„Trümmergöre“
Verlag: Eichborn
ISBN: 9-783-847-90570-7
Länge: 240 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Eine richtig gute Story, die nicht wirklich gut verpackt war…

Klappentext: Jula ist ein kleines Mädchen in der Hamburger Nachkriegszeit. Für sie sind Trümmer und halbe Häuser normal. Sie spielt „Der Russe kommt“, „Wir bauen ein KZ“ oder „Opa hat sein Bein verloren“. Am liebsten ist sie auf dem Platz, wo ihr Onkel Gebrauchtwagen verkauft, ihre Schularbeiten macht sie in der Kneipe auf der Reeperbahn. Als sie zwölf wird, holt sie ihr Vater – der im diplomatischen Dienst und deshalb abwesend war -, um aus der „versauten Göre“ eine höhere Tochter zu machen. Und Jula beginnt ein perfektes Doppelleben zwischen Alstervilla und Ganovenkiez. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Ein kleines Mädchen wird in der Nachkriegszeit von ihrem Vater zur Oma gebracht. Der Vater arbeitet für das auswärtige Amt und muss beruflich auf Reisen gehen. Er glänzt nun jahrelang durch Abwesenheit und lässt lediglich durch Postkarten von sich hören.
Das Mädchen wächst jedoch in eine Welt hinein, die weder Vater noch Großmutter für sie vorgesehen haben. Sie wäscht auf dem Platz ihres Onkels Autokennzeichen, lernt kennen was Autos ausmacht. Sie verkehrt in nicht gerade salonfähigen Personenkreisen und wird zur so genannten Göre.
Sie begreift aber auch nie, warum Großmutter und Onkel nicht miteinander reden. Die beiden wohnen in der selben Wohnung und sehen sich doch nie.
Als der Vater zurück kommt, holt er seine Tochter erneut in eine ganz neue Welt. Sie soll plötzlich die wohl erzogene und fleißige geben….
Jula funktioniert nur noch. Sie will es ihren alten Freunden recht machen, aber auch ihrem Vater gefallen…
Eine ziemlich verwirrende Geschichte im Nachkriegsdeutschland.

Fazit: Zunächst einmal bin ich nur schwer bis gar nicht in die Story rein gekommen. Da war anfangs lediglich ein totales Durcheinander von Gegenwart und Vergangenheit. Es hat bis mindestens zur Hälfte des Buches gedauert, bis ich daraus schlau geworden bin, welche Story genau hier erzählt wird. Und bis da hin habe ich mich dann logischerweise schon nur noch durch gequält, weil ich angelesene Bücher nicht mag.
Im Nachhinein betrachtet habe ich mit dem Buch eigentlich lediglich meine Lebenszeit vergeudet… Klar, es hatte schon seinen Reiz in die Seele eines Menschen zu blicken, der durch seine Kindheit traumatisiert scheint, aber die Umsetzung war meiner Meinung nach einfach nur grottig. So viel Durcheinander, so viele Wiederholungen von ganzen Textpassagen, die in dem Moment wohl Gedankensplitter darstellen sollten. – Mies, und langweilig.
Das Kopfkino hat mir bei der Lektüre fast komplett gefehlt. Ab und zu habe ich mal ein paar Bilder vor mir gesehen. Seltsamerweise aber immer nur dann, wenn sich die Autorin in seitenlangen Beschreibungen ergangen hat. Das waren die Passagen, in denen ich zum einen verstanden habe, was hier eigentlich erzählt werden soll, und zum anderen waren das gegebene Tatsachen. Mit den restlichen verschrobenen Einzelheiten konnte ich mal gar nichts anfangen.
Ich will das Buch jetzt auf keinen Fall in Grund und Boden reden. Es mag sicher für einige Leute seinen Reiz haben, aber ich bin mit der Psyche der handelnden Personen sicherlich einfach nicht klar gekommen. Die hatten durch den Krieg wohl jeder so seinen Klatsch weg, soviel glaube ich mitgeschnitten zu haben, aber das Lesen hat so eben nicht wirklich Spaß gemacht. Vielleicht, wenn man das Thema anders umgesetzt hätte….

Schade um den Stoff. Den besser verpackt, hätte das eine richtig geile Story werden können. Oder ich war einfach zu doof, das zu verstehen, was die Autorin hier von mir wollte… man weiß es nicht….

[EBook] Clive Cussler – „Eisberg“

Clive Cussler
„Eisberg“
Reihe: Dirk Pitt (2)
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9-783-641-15186-7
Länge: 274 Seiten

– gelesen im August 2022 –

Dirk Pitt geht in die 2. Runde. Ich habe mich mit dem Charakter angefreundet und bin gespannt, was er noch alles so erlebt und was da noch kommt.

Klappentext: Ein mörderisches Unternehmen beginnt für den legendären Dirk Pitt, Chef der NUMA, als er mit seinem Hubschrauber auf einem riesigen Eisberg landet, der durch den Nordatlantik treibt. Im Inneren des Kolosses ist ein Schiff eingeschlossen, das es zu bergen gilt. Dies jedoch weiß eine weltweit operierende Verschwörung skrupelloser Spionageorganisationen zu verhindern. Die totale Zerstörung der Welt steht auf dem Plan – und eine verwirrend schöne Frau, die Dirk Pitt zum Schicksal wird… (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Ein Eisberg wird gefunden. In diesem Eisbrocken eingeschlossen, befindet sich ein Schiff. Gemeinsam mit einem Forscher soll Dirk Pitt dieses Erkunden und seine Bergung vorbereiten.
Was Dirk Pitt allerdings nicht weis, ist die Tatsache, dass sowohl der Doktor, der bei ihm ist, als auch eine weltweit handelnde Organisation ihn hier von etwas ablenken wollen, was tatsächlich passiert ist.
In einem spannenden Anfang startet die Story in ein wirklich interessantes Abenteuer, um dann irgendwie in ein politisches und machtgieriges Wirrwarr abzudriften, was ein Eingreifen von Dirk Pitt notwendig macht.

Fazit: Auf dem Titelbild ist ein Uboot zu sehen, welches durch eine geschlossene Eisdecke bricht. Das hat zum Einen mit dem Titel nicht viel zu tun und dann taucht auch in der gesamten Story nicht ein Uboot auf. Deswegen frage ich mich, was sich der Coverdesigner hier gedacht hat. Und dass auch der Verlag dieser Lüge hier nicht Einhalt geboten hat. Man hätte doch ein Eisberg mit einem inliegenden Schatten abbilden können … warum das falsche Bild?
Außerdem sind auch im zweiten Band von Dirk Pitt der eine oder andere Rechtschreib- oder Druckfehler zu finden. Die haben mich dann in meinem Lesefluss unterbrochen und mich stellenweise auch einfach nur den Kopf schütteln lassen. – Bitte wie kann man denn so schlampig arbeiten, dass ein solcher Text wirklich an die Öffentlichkeit gerät.

Die Story startet wirklich spannend und hat mich komplett fasziniert. Der Fund des Eisberges mit dem Boot, seine Erforschung und der erste Trubble mit den anderen Leuten hatten etwas, was mich sehr bei der Stange gehalten hat. Aber leider ist das eben nicht so geblieben. Die Handlung ist von dem Schiff dann komplett abgekommen und wurde zu einem Intrigenspiel, welches zugunsten einer neuen Weltordnung ausgefochten werden sollte.
Die Figuren wurden zu viele, die Namen konnte ich nicht mehr auseinander halten. Dann kommt diese wirklich sehr seltsame Organisation ins Spiel. Das entdeckte Schiff gerät komplett in Vergessenheit und ein machtbesessener Kerl versucht sämtliche Leute um die Ecke zu bringen, die etwas zu sagen haben.
Dirk Pitt rettet einmal mehr die Welt. Er wird selber verletzt, klettert mit einer gebrochenen Rippe noch eine Klippe hoch und schleppt sich stundenlang durch eiskaltes Niemandsland … – wer es glaubt, wird selig und wer nicht, kommt auch in den Himmel.
Die einzige Figur mit Tiefe und wirklich einer Rolle ist die von Dirk Pitt selber. Alle anderen Gestalten verblassen fast ungehört und bleiben flach und gesichtslos. – Um ehrlich zu sein, habe ich im zweiten Teil ganz schön das Interesse an der Story verloren.
Am Ende hat sich die Rolle des Schiffes noch aufgeklärt, aber ich kann nicht behaupten, dass mir das Ende gefallen hat. Irgendwie war auch hier durchschaubar, dass diese Organisation ihr Ziel nicht erreichen würde. Schließlich war ja Dirk Pitt mit von der Partie. Aber als Happy End würde ich das hier nicht bezeichnen. – Der Einsatz war für Pitt beendet, aber das war es dann auch schon.

Leider gab es im Text auch hier wieder zahlreiche Fehler. Rechtschreibfehler und stellenweise auch im Satzbau. An den Stellen bin ich dann extra noch einmal aus der Handlung geflogen und musste mich dann erst wieder rein kämpfen.
Das Titelbild fand ich zur Story mehr als unpassend und alles in allem hat mich dieses gesamte Buch nicht überzeugt. Das hat Herr Cussler in jedem Fall auch schon einmal besser gemacht. – Es ist ja auch sehr bezeichnent, dass ich fast zwei Wochen für die paar Seiten gebraucht habe. Sowas habe ich auch schon einmal schneller erlebt.

Bewertung: 3 von 5.

Ich bewerte dieses Buch mit 3 von 5 Sternen.
Eine volle Anzahl Sterne ist hier nicht möglich. Zu viele Abstriche und zu wenig Interesse im zweiten Teil machen mir das unmöglich.
Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn die Story weiter um das Schiff gegangen wäre und vielleicht ein Wissenschaftsthriller daraus geworden wäre.

[EBook] James Bowen – „Bob, der Streuner“

James Bowen
„Bob, der Streuner“
Reihe: Bob der Streuner (1)
ISBN: 9-783-404-60882-9
Länge: 496 Seiten

– Rezension aus der Kramkiste –

Zufallsfreundschaften können durchaus auch die besten sein. Oder wer behauptet, dass streunende Katzen Abfall sind?

Klappentext: Bewegend und voller Hoffnung – jetzt die ganze Geschichte im Doppelband

Als James Bowen den verwahrlosten Kater vor seiner Wohnungstür fand, hätte man kaum sagen können, wem von beiden es schlechter ging. James schlug sich nur mit Mühe als Straßenmusiker durch, aber den abgemagerten Kater wollte er nicht abweisen. Er nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und ließ ihn wieder laufen – doch Bob liebte sein neues Herrchen mehr als die Freiheit und blieb.
In seinem zweiten Buch erzählt James, wie Bob ihm in harten Zeiten und selbst in lebensgefährlichen Situationen immer wieder den Weg weist. Mit seiner Klugheit, seinem Mut und seinem Humor hat der Kater ihn gelehrt, was Freundschaft, Loyalität und Glück wirklich bedeuten. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Im Grunde geht es hier um zwei gescheiterte Existenzen. Der eine, ein junger Mann, ist durch Gleichgültigkeit und eine Drogenkarriere im Prinzip selber dran schuld und der andere, ein streunender Kater, ist eben als Streuner unterwegs.
Bob, die rote Katze, sucht sich den jungen Mann quasi als Retter in der Not aus. Er schleicht sich quasi in sein Herz.
Der junge Mann hat gerade eine Drogenkarriere hinter sich und kämpft sich mit einem Metadon-Programm zurück in ein geregeltes Leben. Ihm kann nichts besseres passieren, als dieser Kater, der seine Hilfe braucht und ihm dafür Liebe und Dankbarkeit schenkt.
Die Tatsache dass er, zum ersten Mal in seinem Leben, nicht mehr nur für sich selber verantwortlich ist, hilft ihm sehr, bei dem Kampf gegen Sucht und Drogensumpf.

Fazit: Das Buch war nicht nur lustig, es beinhaltete irgendwie sämtliche Paletten der menschlichen Gefühswelt. Von verzweifelter Ausweglosigkeit bis hin zur puren Freude war alles vorhanden. Ich habe beim Lesen nicht selten aufgelacht, weil es gerade eine lustige Anekdote gab. Aber auch zum Heulen war mir. Nämlich genau dann, wenn James gerade die totale Panik oder eben Angst um Bob hatte.
Auf jeden Fall hat mir die Lektüre geholfen, mich in einen Drogensüchtigen hinein zu versetzen, der erst alles quasi mit Absicht verloren hat, weil er den Abgrund nicht gesehen hat, in den er sich hinein manövriert. Und dann wird er war und will sich aus da wieder raus kämpfen. Das ist nicht einfach und James hat mit Bob einfach nur ein unheimliches Glück gehabt, meiner Meinung nach.
Ich will bei diesem Buch nicht von einem leichten Stoff reden. Das wäre falsch. Hier muss man wirklich differenzieren, dass sich um einen ein an sich ziemlich harter Stoff, nämlich dem puren Leben, handelt. Es ist zwar ein harter Stoff, den man da liest, aber man liest ihn leicht und schnell. Alles ist leicht verständlich und auch die Fachbegriffe, die verwendet werden, sind sehr gering gestreut und zum großen Teil auch noch allgemein bekannt. Hier meine ich zum Beispiel „Metadon“. – Wenn ich nicht gerade durch aktuelle Geschehnisse im realen Leben so abgelenkt gewesen wäre, hätte ich das Buch mit Sicherheit noch wesentlich schneller durch gehabt.
Ich habe das Buch auf jeden Fall gern gelesen und bereue die Lektüre so gar nicht!
Am Ende das Buch sind noch ein paar Fotos aus den verschiedenen Phasen des Lebens von Bob und James abgedruckt. Aus der Zeit als Straßenmusiker, aus der Zeit als Zeitungsverkäufer und auch Bilder vom Filmdreh. Die fand ich ja mal besonders spannend. Und wenn es irgendwie möglich ist, werde ich mir den Film auf jeden Fall mal noch antun.

Ich war begeistert und kann dieses Buch einfach nur aus vollem Herzen empfehlen. – Auch wenn es schon etwas älteren Datums ist, tut das dem Vergnügen und den wirklich erfreulichen Tatsachen absolut keinen Abbrauch. Die menschlichen Facetten des Seins sind zahlreich von allem vertreten und ich hatte zum Beispiel mit dem Neid und er Missgunst der Menschen zu kämpfen, denen es eigentlich viel besser geht als James…
Volle Punktzahl, ein so genanntes Volltrefferbuch!

[EBook] Ken Follett – „Eisfieber“

Ken Follett
„Eisfieber“
Verlag: Lübbe
ISBN: 9-783-404-15668-9
Länge: 464 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Das passiert, wenn in der Absicht Gutes zu tun, Scharlatane mit falschen Ansichten großen Schaden anrichten.

Klappentext: Ein tödliches Virus verschwindet aus einem privaten Forschungslabor. Für die junge Sicherheitschefin Toni Gallo ist dies eine Katastrophe. Sie ahnt nicht, dass der Dieb aus dem engsten Kreis um den Firmengründer Stanley Oxenford kommt. In dessen verschneitem Landhaus im schottischen Hochland entbrennt ein dramatischer Kampf, bei dem mehr auf dem Spiel steht als ein einzelnes Leben … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Ein junger Laborassistent erkrankt an einem super gefährlichen Virus, welches wenig erforscht aus dem Labor entwendet wurde. In diesem Fall jedoch kann eine größere Katastrophe abgewendet werden. Viel schlimmer ist der in der Weihnachtsnacht folgende Einbruch in das Labor. – Könnten diese beiden Fälle in einem Zusammenhang stehen?
Es handelt sich auf jeden Fall um das selbe Virus. Jemand hat es darauf abgesehen, da er eine Epidemie auslösen will.
Die Sicherheitschefin dieses Labors, eine ehemalige Polizistin, setzt Himmel und Hölle in Bewegung. Sie will die Katastrophe und auch ein Familiendrama verhindern.

Fazit: Gleich zu Beginn geht es voll in die Handlung rein. Das Virus is verschwunden und die Chefin des Labors macht gleich die totale Panik.
Das stellt sich allerdings als genau richtig heraus, denn der Laborassistent liegt in seinem Geräteschuppen blutig im sterben. – Blut in rauen Mengen. Der Stoff, aus dem spannende Stories sind.
Nach diesem Vorfall jedoch, fällt die Story etwas ab. Ich habe eine blutige Epidemie erwartet, aber so weit lässt es der Autor nicht kommen. Viel mehr arbeitet er mit der unterschwelligen Bedrohung einer solchen. Ich bin mehr als einmal vor Schreck zusammen gezuckt, wenn die absoluten Leien mit dem Virus so lachs umgegangen sind.
Auch diese skrupellose Verbohrtheit des Sohnes – einfach nur unglaublich, wie borniert so ein Geldsacksohn sein kann.
Eine ziemlich nette Idee war auch die eingeflochtene Jugendliebe. Fast nebenbei bekommt der Leser mit, wie ein Junge und ein Mädchen das zarte Pflänzchen der Liebe für sich entdecken. Und dann diese harte Prüfung, durch die die jungen Leute müssen…
Bis auf eine kleine Flaute habe ich das Buch förmlich gefressen. Immer und immer wieder gab es einen Anreiz, dass die Katastrophe doch noch verhindert werden kann. Dass sich das Blatt noch wendet und die Gerechtigkeit siegt. Aber dann wurde es immer wieder zunichte gemacht. Einfach nur total spannend, das alles.
Auch vom Verständnis her war alles super. Man bekommt kein Fachchinesisch um die Ohren gehauen und auch Otto Normalverbraucher hat hier die pure Spannung und das totale Lesevergnügen.
Es war wirklich alles vorhanden, was ein gutes Buch braucht. Spannung auf mehreren Ebenen, Liebe jeden Alters und dann die gewisse Portion Dummheit, die den Gangstern das Genick bricht und die Polizei gewinnen lässt.
Herr Follett versteht sein Handwerk einfach nur. Keine Ahnung, wie ich diesen Mann so lang keine Beachtung schenken konnte.

Einzig gebremst durch den Anfall akuter Leseunlust, habe ich das Buch recht schnell durch gehabt. Es hat mich gefesselt und unterhalten. Vor allem war es mal wieder ausreichend dick, um auch etwas länger anzuhalten. Was will Frau mehr?

Und weil ich meine Lust am Lesen wieder habe, werde ich mich auch gleich ins nächste Abenteuer stürzen…

[EBook] Mirjam Mous – „Virus“

Mirjam Mous
„Virus“
Verlag: Arena
ISBN: 9-783-401-60217-2
Länge: 280 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Ein Buch, das sein Geld nicht wert ist. Langeweile und fehlende Spannung garantiert!

Klappentext: Auf ihrem Road Trip durch Spanien stranden die Cousins Kris und Hopper in dem kleinen Bergdorf Ódrin. Während sie in einer Kneipe die gutaussehende Ana kennenlernen, merken sie, dass nicht alle Dorfbewohner den Fremden so aufgeschlossen begegnen. Ungeklärte Todesfälle halten den Ort seit einiger Zeit in Atem. Ein Virus greift um sich, von dem man nicht weiß, woher es kommt. Kris und Hopper versuchen hinter die Fassade zu schauen und merken zu spät, dass dies ein tödlicher Fehler war. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Es sollte eigentlich eine normale Urlaubsreise für di Jungen werden. Doch schon die Tatsache, dass Hopper einen Menschen überfährt und abhaut ist für Kris die absolute Krise. Er leidet am Tourette-Syndrom und hat es schwer, seinen Körper und das Auto unter Kontrolle zu halten.
Das Auto landet in einem Entwässerungsgraben und die Jungen in Odrin.
Was auf den ersten Blick wie ein verschlafenes spanisches Dorf wirkt, entpuppt sich nach einer Weile als „Versuchslabor“ einer durchgeknallten Wissenschaftlerin, die ihr Zulassung schon lang eingebüßt hat und mit einem gestohlenen Virus auf eigene Faust weiter macht.

Fazit: Auch wenn ich dem Buch zugute halte, dass es eigentlich ein Kinderbuch sein sollte, bin ich komplett enttäuscht. Der Titel verspricht einiges, doch geboten bekommt man so gut wie nichts. Lediglich die Hoffnung, dass es noch spannend wird, hat mich bei der Stange bleiben lassen. Und dann war es auch schon wieder zu Ende. – Nicht mal ein wirkliches Happy End hat es gegeben. Hier kann man nur sagen, dass irgendwie soweit alles gut gegangen ist…
Die Autorin hat einem der Protagonisten das Tourett-Syndrom gegeben. Und das hat sie auch in den zu lesenden Text eingebaut. Allerdings wirkt es am Anfang störend, wenn man noch nicht weiß, wo der Hase lang läuft, und später ist es nur noch langweilig. Immer und immer wieder werden die Zwänge und Ticks in die Handlung irgendwie eingebaut. Daraus entstehen auch die einen oder anderen Probleme, aber im Großen und Ganzen war es meiner Meinung nach eindeutig zu viel des Guten. Es hat gestört!
Einen Kopfkinofilm hatte ich nicht. Am Anfang war es unheimlich schwer für mich, in die Handlung rein zu kommen und dann hat die Spannung absolut gefehlt. Das Thema, moderne Menschen treffen auf Ursprünglichkeit und anders herum, ist komplett ausgelutscht und bringt keine Sensationen mehr hervor.
Das Ende hat mir eine leichte Überraschung beschert. Aber auch wirklich nur eine leichte. Zu viele Klischees wurden bis dahin heran gezogen und nach Bedarf zurecht gebogen.
Es ist ein Kinderbuch, das ist mir schon bewusst, aber dann auf jeden Fall eines, was nicht unbedingt Lust zum Lesen macht. Auch Kinderbücher dürfen durchaus spannend sein.
Die Art zu Schreiben ist schon auf das jüngere Publikum ausgelegt. Und auch der wissenschaftliche Teil ist weg gelassen worden. Aber gerade das hätte dann wohl Spannung erzeugt. Statt dessen hat man halbherzige Erkundungen, ein paar harmlose, religiöse Bräuche und gegenseitiges Unverständnis.

So einen Flop habe ich schon lang nicht mehr vor meinen lesenden Augen gehabt. Ich war so hochgradig enttäuscht, dass ich das jetzt kaum in Worte fassen kann. – Und die Frau hat echt Geld für dieses Machwerk bekommen? Heutzutage kann wohl jeder einfach mal so ein Buch veröffentlichen…

[EBook] Mechthild Borrmann – „Trümmerkind“

Mechthild Borrmann
„Trümmerkind“
Verlag: Droemer
ISBN: 9-783-426-30492-1
Länge: 304 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Abgründe der Menschheit und dann wieder miteinander und füreinander. – Ich war geflasht!

Klappentext: Hamburg 1946/47 – Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel.
Der 14jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47.
Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote – und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens in Hamburg auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau inmitten der Trümmer verfolgt ihn in seinen Träumen.
Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist …

In ihrem neuen Roman „Trümmerkind“ beschreibt die mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann das Leben eines Findelkinds in der Nachkriegszeit und im vom Krieg zerstörten Hamburg von 1946 / 1947. Spannung und historisches Zeitgeschehen miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann, die auch für den renommierten Friedrich-Glauser-Preis nominiert war, wie keine andere deutsche Autorin. Dies stellt sie mit ihren Bestsellern „Wer das Schweigen bricht“, „Der Geiger“, „Die andere Hälfte der Hoffnung“ und ihrem neuen Roman „Trümmerkind“ , mit dem sie monatelang unter den Top 20 der Spiegel-Bestsellerliste stand, eindrucksvoll unter Beweis.

Inhalt: Hanno und Wibke haben, gemeinsam mit ihrer Mutter den Krieg überstanden. Zurück in Hamburg versuchen sie gemeinsam, sich wieder ein neues Leben aufzubauen.
Hanno und Wibke sind regelmäßig in den Trümmern unterwegs, um Brennholz oder Ware für den Schwarzmarkt zu suchen. Dabei finden Sie eines Tages einen kleinen Jungen. Er ist halb erfroren und spricht nicht. Diesen kleinen Jungen behalten sie bei sich, nennen ihn Joost und integrieren ihn in ihre Familie.
Dieser kleine Junge hat allerdings eine Vergangenheit, die alles andere als leicht war und erst ans Licht kommt, als in den Jahren 1992/93 Gut Anquist renoviert werden soll und er als Architekt beteiligt ist.
Eine Mutter, die ihre Tochter über ihre Vergangenheit jahrelang angelogen hat, kann helfen, das große Geheimnis lüften. Und das hat es in sich!

Fazit: Dieses Buch war eine Falle. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich es eigentlich nur anfangen wollte, und es am Ende dann doch komplett auf einen Sitz durchgelesen habe. – Ok, es war jetzt nicht besonders dick, aber trotzdem ist es wirklich nicht so oft, dass ich sowas mal schaffe.
Die Handlung ist mehr so beschrieben, als wenn ein Beobachter alles erzählt. Aber genau das lässt auch alles recht schnell voran kommen. Wörtliche Rede kommt zwar vor, aber man muss sich nicht durch seitenlange Dialoge quälen. Vielmehr hat es einen kurzen und knackigen Dialog und die Handlung geht auch schon weiter. – Das lässt einen am Ball bleiben.
Mir persönlich ging es so, dass von Anfang an ein gewisses Interesse da war, ich aber mit den drei Handlungssträngen erst einmal nichts anfangen konnte. Dieser Zusammenhang ergibt sich dann erst so nach und nach im Laufe der Handlungen. Und der dritte Strang fügt sich sogar erst ziemlich zum Schluss mit ein. – Vom Ende jedenfalls war ich komplett geflasht. Das habe ich so nicht erwartet, aber ab einem gewissen Zeitpunkt kommen sehen. Der allerdings war jetzt nicht so wirklich weit entfernt von der wirklichen Auflösung des Falles.
Alles war leicht verständlich beschrieben. Gerade die Orte der Handlung sind zwar gut und recht ausführlich beschrieben worden, aber das hat sich super in die Handlung eingefügt und wirkte weder stoppend noch störend. Vielmehr war es so, dass sich einige Handlungen dann haben nachvollziehen lassen und sich vieles auch von allein erklärt hat. Warum die Protagonisten jetzt das eine so und das andere so gemacht haben.
Die komplette Handlung hindurch hatte ich ein Kopfkino, dass sich gewaschen hat. Zwar waren die Bilder von den zerbombten Städten die, welche man in den Dokus immer sieht, aber die Personen in den Trümmern hatten ihr eigenes Aussehen. Die „Figuren“ hatten für mich eine Seele. Ich habe mit ihnen gelacht und geweint, gehofft und gelitten.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich nun der absolute Fan von Frau Borrmann bin. Dazu kenne ich sie selber und andere ihrer Bücher noch zu wenig, aber das Buch hier, ist auf jeden Fall mal richtig gelungen und hat für mich durchaus den Titel „Bestseller“ verdient. – Das Thema sollte uns alle angehen, hier ist es einmal fair und ehrlich verarbeitet und glaubhaft dargestellt.

Dieses Buch bekommt von mir nicht nur die vollen 5 Sterne, sondern auch eine absolute und unbedingte Leseempfehlung. Der Stoff an sich liefert ja schon Ereignisse ohne Ende, aber was die Autorin da noch für eine Handlung raus gestampft hat… – ohne Worte.
Ganz einfach, lest dieses Buch! Und wenn eure Bibliothek das Werk nicht hat, dann wechselt! – Diese Bibo taugt dann mal gar nichts!

[Taschenbuch] Victoria Hislop – „Insel der Vergessenen“

Victoria Hislop
„Insel der Vergessenen“
Verlag: Diana TB
ISBN: 9-783-453-35444-9
Länge: 432 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Ich befürchtete ein schmalziges Familiendrama und bekam glaubhaft beschriebene Geschichte, die mich gefesselt hat.

Klappentext: Auf den Spuren der Vergangenheit ihrer Familie reist die Archäologin Alexis nach Kreta. Nicht weit entfernt vom Heimatdorf ihrer Mutter entdeckt sie die Insel Spinalonga, bis 1957 Griechenlands Leprakolonie. Endlich erfährt sie, welche Rolle die Insel der Vergessenen über Generationen hinweg im Leben ihrer Familie gespielt hat. Noch ahnt sie nicht, wie stark das Geflecht aus Intrigen, Verrat und enttäuschter Liebe auch ihr eigenes Leben bestimmt … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Alexis, eine junge Archäologin macht mit ihrem Freund Urlaub auf Kreta. Sie weiß, dass die Wurzeln ihrer Familie auf dieser griechischen Insel zu finden sind. Ihre Mutter jedoch, hüllt sich in Schweigen, was ihre Vergangenheit angeht. Also will Alexis auf diesem Weg etwas über ihre Vergangenheit erfahren.
Durch eine Freundin ihrer Mutter, die noch immer in Plaka lebt, erfährt sie alles über die tragische Vergangenheit ihrer Familie. Sie erfährt vom tragischen Tod ihrer Urgroßmutter, von der Krankengeschichte ihrer Großmutter und sie erfährt, warum ihre eigene Mutter so wenig über sich und ihre Familie sprechen will.
Ihre Familie ist eine tragische Mischung aus Lepra und dem Leben auf Spinalonga, Verrat und Intrigen, Mord und grenzenloser Leidenschaft.

Fazit: 429 Seiten aus Papier und Pappe lassen sich ganz schön unbequem halten, wenn man lange Zeit nichts als Ebooks gelesen hat. Die sind schon wesentlich bequemer. Und wenn man dann noch nicht in der Lage ist, dem Buchrücken einen Schaden zuzufügen, wird es gleich noch einmal schwieriger.
Trotzdem habe ich mich mit Feuereifer an die Lektüre gestürzt. Ich war auf Kreta, ich hatte von Plaka gehört und Spinalonga besucht. Das hat der ganzen Story noch einmal einen besonderen Kick gegeben, weil ich ja an einigen Schauplätzen selber gewesen bin und mir so besser vorstellen konnte, wie es auf Spinalonga ausgesehen hat. Welche Wege die Protagonisten wann zurück gelegt haben und wie anfällig die Insel für den Wind war.
Aber auch so hat die Story viel Spannendes an sich gehabt. Der Leser bekommt das Gefühl, dass die Autorin selber auf der Insel gelebt hat, weil sie von der Lepra geheilt worden ist. Der erste Schreck, als die Lepra am eigenen Körper entdeckt wurde, die Angst vor der unbekannten Kolonie und dem Elend und dann die Hoffnung der Menschen, als bekannt wurde, dass man nah an einem Heilmittel dran ist. Das alles ist so super beschrieben, dass ich es vor meinem geistigen Auge komplett miterlebt habe.
Als die Leute dann die Insel alle verlassen konnten, musste ich beim Lesen sogar eine Träne verdrücken. Das alles war so dermaßen emotional, dass ich gar nicht anders konnte, als ein Tränchen zu verdrücken.
Kein Wunder also, dass ich das Buch in genau zwei Anläufen durch hatte. Vorgenommen hatte ich mir ein Wochenende, aber gebraucht habe ich einen Freitag Abend und einen halben Sonnabend. – Eigentlich eine Schande, wenn man bedenkt, wie lang so ein Autor an einem Buch schreibt…
Trotzdem habe ich mich schnell an den Umstand mit dem physischen Buch gewöhnt. Die Seitenaufteilung war sehr augenfreundlich und Dauerlesen in dem Moment gar kein Problem. Die Schrift war angenehm groß und auch an den Stil der Autorin hatte ich mich sehr schnell gewöhnt. Und schon war ich einer komplett anderen Welt, habe mit den Protagonisten gelitten, gebangt und geliebt.
Nach der einen Leseunterbrechung bin ich auch ganz schnell wieder in die Handlung hinein gekommen. Die Kapitel waren zwar recht lang, wären meiner Meinung nach aber auch nicht nötig gewesen. Sie haben lediglich die Handlung etwas übersichtlicher gestaltet, weil es dann irgendwann drei Orte waren, an denen die Protagonisten verteilt waren.

Die volle Punktzahl für ein Buch, was mich so dermaßen gefesselt hat, wie ich es lang nicht mehr erlebt habe. Es war einfach nur das pure Lesevergnügen, trotz des doch recht ernsthaften Hintergrundes.
Ich bereue diese Lektüre nicht und ich spreche ganz ausdrücklich eine Leseempfehlung aus. Es lohnt sich. Man taucht in eine ganz eigene Welt ab, die durch Weltkrieg, Weltanschauungen und die Lepra so viel Leid erfahren hat und doch noch heute ihre Traditionen wahrt und ehrt.


[EBook] John Grisham – „Das Fest“

John Grisham
„Das Fest“
Verlag: Heyne
ISBN: 9-783-453-41286-6
Länge: 208 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Anders als erwartet, aber eine sehr unterhaltsame Lektüre. Humor, Spannung und Unterhaltung inklusive.

Klappentext: Wie wäre es, Weihnachten einmal ausfallen zu lassen?

Ein Dezember ohne Weihnachten? Der Weihnachtsboykott wird für das amerikanische Ehepaar Luther und Nora zu einem regelrechten Spießrutenlauf, verstößt er doch gegen die gesellschaftlichen Konventionen ihrer kleinen Gemeinde. Mit seiner urkomischen Weihnachtskomödie beweist John Grisham, dass er auch als Humorist unschlagbar ist. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Die Tochter nabelt sich ausgerechnet dann ab, als Weihnachten schon in Sicht ist, die Ehefrau ist nur noch am Heulen und Walt hat so gar keinen Bock auf Weihnachten. – Er bucht eine Kreuzfahrt in die Südsee. Inselhopping, gutes Essen, ganz viel Sonne und KEIN Weihnachten.
Die Vorbereitungen laufen. Die Diät schlägt an, sie werden im Solarium schön braun und zum Gespött der Nachbarschaft. Ihre Weihnachtsverweigerung kann keiner verstehen.

Und dann… einen Tag vor der Angst, ruft die Tochter an, dass sie nach Hause kommt und ihren Verlobten mitbringt. Die ganze himmlische Ruhe ist dahin. Denn nun muss alles im Eiltempo erledigt werden. Die Tochter soll nie im Leben von der aberwitzigen Weihnachtsverweigerung erfahren.

Fazit: Es war definitiv anders, als ich es erwarte hatte. Gibt es nich einen zweiten, einen humoristische Autor, der John Grisham heißt? Anders kann ich mir diese Art Buch mit diesem Namen nämlich nicht erklären.
Auf jeden Fall ist das Buch nicht sehr umfangreich. Es lässt sich sehr einfach lesen. Eine einfache und seichte Unterhaltung ist es eben. – Ich konnte dem Ehepaar alles so gut nachempfinden. Sie wollten raus, sie wollten Weihnachten mal anders… Und dann kommt es wieder anders. – Aber warum haben sie ihrer Tochter nicht einfach gesagt, was Sache ist.
Kleine Nebenhandlungen, die dann aber immer schnell in die Haupthandlungen wieder einfließen, beleben alles ein wenig. Dieser Umstand hat mich bei der Sache bleiben lassen. Ansonsten wäre alles wohl flach und langweilig geworden.
Eine höhere Bildung ist für diese Lektüre nicht nötig. Alles ist beschrieben, dass auch Otto Normalverbraucher alles ohne Problem versteht. Die Lektüre war sogar als Feierabendlektüre bestens geeignet. Einfach los lesen, abschalten und entspannen.
Zum Schluss flossen sogar ein paar Tränen der Rührung. Die Nachbarn konnten schon richtig fies und verständnislos sein, aber als es dann darauf ankam, klappte alles super. Da war kein Fragen und kein Betteln nötig. Es klappte einfach.

Auch wenn dieses Buch so ganz anders war, als ihr es von ihm gewohnt seit, kann ich es euch trotz allem ans Herz legen. Es war wirklich alles da. Humor, Klischee, Unterhaltung und Kurzweil. Alles war einfach zu lesen, auch wenn man kaputt und abgeschlafft vom Tag war.
Ok, das Buch ist vom Erscheinungsdatum her nicht mehr das Jüngste. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. – Ich war jedenfalls angenehm überrascht. Versucht es doch auch mal.


[EBook] Clive Cussler – „Der Schatz des Piraten“

Clive Cussler & Robin Burcell
„Der Schatz des Piraten“
Reihe: Fargo-Reihe (8)
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9-783-734-10510-4
Länge: 448 Seiten

– gelesen im Juni 2022 –

Nach einem wirklich gigantischen Rezi-Exemplar, führte mich mein Sub mal wieder zu einem schon etwas älteren Werk.
Clive Cussler ist bereits verstorben, hat seiner Nachwelt aber jede Menge guten Stoff hinterlassen.

Klappentext: Faszinierende historische Fakten, packende Action, mitreißende Charaktere

Die Schatzjäger Sam und Remi Fargo wagen etwas Neues: einen Erholungsurlaub! Doch als sie durch Zufall nicht nur auf eine Leiche, sondern auch noch auf eine Schatzkarte stoßen, können sie nicht widerstehen. Die Spur führt sie von Kalifornien nach Arizona, von Jamaica nach England. Ihr Gegner im Rennen: ein von diesem Schatz besessener Milliardär. Er ist Sam und Remi immer einen Schritt voraus, und sie kommen ihm nicht näher. Immer wieder werden ihre Anstrengungen sabotiert. Das lässt für sie nur einen Schluss zu: In ihrem Team ist ein Verräter!
Archäologie, Action und Humor für Indiana-Jones-Fans! Verpassen Sie kein Abenteuer des Schatzjäger-Ehepaars Sam und Remi Fargo. Alle Romane sind einzeln lesbar. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Eigentlich wollten Sam und Remi Fargo wirklich nur Urlaub machen. Zu keiner Zeit hatten sie den Schatzkartenfund beabsichtigt. – Und doch stürzen sie sich in das Abenteuer.
Gefakte Bootsbesatzungen bringen sie in Lebensgefahr, und doch winden sie sich da wieder raus. Selma ist es, die das Buch als das Original erkennt, was Remi eigentlich nicht erworben hat und schon ist ihr Gegenspieler auf den Plan gerufen.
Sam und Remi scheinen einen Verräter in ihren Reihen zu haben, können den aber nicht finden und geben dann doch nicht auf.
Ein spannendes Abenteuer, was Sam und Remi ihren Urlaub immer wieder aufschieben lässt und sie von Amerika bis nach England führt.

Fazit: Ich habe lang gebraucht, bis ich mitbekommen habe, dass es sich bi den Büchern von Cussler um Serien handelt. In diesem Fall ist es eben das Ehepaar Fargo, welche sein Abenteuer nach dem anderen erlebt. Allerdings ist jede Folge für sich genommen ein abgeschlossenes Abenteuer ,und die chronologische Reihenfolge muss nicht zwingend eingehalten werden.
Dieses Buch start mit einer langen Liste von Namen, aus verschiedenen Zeitepochen und Bereichen. Und die Liste war nicht gerade kurz, was mir ein wenig Angst gemacht hat. – So viele Namen und dazu meine Namensschwäche. Das versprach heiter zu werden.
Die Handlung startet dann aber moderat mit einem Prolog, bei dem ich bereits sehr gut den Bezug zum Titel herstellen konnte. Die Richtung der Handlung war somit klar und nicht untypisch für die Fargos.
Aufgefallen ist mir hier, dass sich eine Art Running Gag durch fast die komplette Handlung zieht, bei dem die Fargos ihren Urlaub wieder und wieder verschieben. Der kommt wirklich in den unpassendsten Momenten und ich konnte immer wieder darüber schmunzeln.
Ansonsten schraubt sich die gesamte Handlung mit einem stetigen Auf und Ab dem großen Finale zu. Dabei verschläft es die Protagonisten fürs Finale nach England. Burgen und Schlösser hat es hier in jedem Fall genug, um das Geheimnis eine sagenumwobenen Schatzes einzubauen.

Von Anfang an hatte ich hier ein farbenfrohes Kopfkino mit einer mehr als spannenden Handlung vor meinem geistigen Auge. Da wurde ich nur raus katapultiert, als ich über Tippfehler gestolpert bin. Da sieht man mal wieder, dass in den Verlagen auch lediglich Menschen beschäftigt sind. Und so ein Mensch ist eben nun mal nicht perfekt.
Wie bei der langen Namensliste anzunehmen war, bin ich ab und an mal über die Namen gestolpert. Allerdings nicht so krass, dass ich komplett ins Straucheln geraten wäre. Es hat nie lang gedauert, da war ich auch schon wieder drin im Geschehen und hatte am Ende ein wirklich lohnenswertes und tolles Kopfkino.

Ich bewerte dieses Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Spannung von Anfang bis Ende, immer wieder Stellen zum Schmunzeln und doch glaubwürdig und historisch belegt.
Herr Cussler hatte es eben einfach drauf!