[Resensionsexemplar] Elisabeth Marienhagen – „Jahre des Umbruchs“

Elisabeth Marienhagen
„Jahre des Umbruchs“
Reihe: Die Winzerfrauen (2)
Verlag: Digital Publishers
ISBN: 9-783-968-17042-8
Länge: 375 Seiten

– gelesen im Januar 2023 –

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung hat dieser Umstand nicht beeinflusst.

Klappentext: Das Glück einer jungen Frau droht zu zerbrechen
Die fesselnde Familiensaga um Winzertochter Magdalena geht weiter

1919: Magdalena und Matthias sind endlich vereint, doch schon bald wird das junge Liebesglück bedroht. Nicht nur fühlt Magdalena sich durch die Sticheleien ihrer kaltherzigen Schwiegermutter im neuen Heim nicht willkommen, auch die Eifersucht gegenüber Matthias‘ früherer Verlobten flammt erneut auf. Zudem machen der jungen Winzerin finanzielle Schwierigkeiten zu schaffen. Von ihrem Mann bekommt sie wenig Unterstützung, hat sie ihm doch versprochen, den Familienfrieden zu wahren. Einziger Trost sind die Arbeit im Weinberg und der neue Lehrer des Ortes, Eugen Burger, dessen Plan nach Amerika auszuwandern, Magdalena fasziniert. Bald ist ihr klar, dass sie in ihrer Ehe nicht glücklich ist … Wird sie ihre Familie und die alte Heimat hinter sich lassen? (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: Nach dem ersten Weltkrieg hält Magdalena Hochzeit und zieht mit ihrem frisch gebackenen Mann in sein Elternhaus. Doch schon auf den Hochzeitsfeierlichkeiten wird klar, dass die Schwiegermutter mit der Wahl ihres Sohnes alles andere als zufrieden ist. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen und Magdalena wird in ihrer jungen Ehe immer unglücklicher. Das gipfelt in der Flucht Magdalena zu ihrem Bruder. Eine hinterhältige Magd lässt den Brief von Magdalena noch verschwinden.
Doch der junge Ehemann reist ihr hinterher, die beiden Reden miteinander und erfährt endlich von seinem Kind. Die Eheleute finden wieder zusammen. – Doch wird es jetzt etwas mit dem trauten Familienglück?

Fazit: Das farbenfrohe Cover spricht Bände. Eine Frau steht vor einem Geländer und blickt auf eine wirklich herrliche Gegend herunter. Weinreben, ein kleines Örtchen, alles wirkt so friedlich und wie ein Familienidyll. – Ich habe mich auf die Lektüre gefreut, zumal ich ja auch den ersten Band bereits gelesen hatte.
Gleich am Anfang hatte es eine Art Triggerwarnung. Das fand ich sehr interessant, denn Worte wie „Neger“ oder „Krüppel“ sowie „Irrenanstalt“ waren ganz normale Worte in der Zeit, als dieser Roman spielt. Jetzt müssen sich Autoren rechtfertigen, wenn sie in einem authentischen Wortlaut schreiben. – Wann ist das mit unserer Sprache passiert?

Gleich zu Anfang landet der Leser auf einer ausgelassenen und typischen Hochzeit. Hier erfährt der Leser von den Engpässen durch den verlorenen Krieg, bekommt aber auch sehr eindrücklich mit, was trotz allem alles möglich gemacht wurde. Das typische Leben seinerzeit mit Höhen und Tiefen wird glaubhaft und unterhaltsam dargestellt.
Als Stellvertreterschicksal vieler junger Bräute seinerzeit, muss „Magdalena“ herhalten. Auf der einen Seite bekommt man das Glück mit, dass der Krieg ihr nicht ihren Verlobten genommen hat. Auf der anderen Seite wird aber auch deutlich, wie sehr sich die Schwiegermutter in das Leben des Brautpaares einmischt und unter welch vielseitigem Druck so eine Braut gestanden hat.
Die Rolle der Frau war seinerzeit auch so ein Thema. Willige Befehlsempfängerin sollten sie sein. Kinder kriegen und funktionieren. – Auch dieses Thema ist unterschwellig sehr gut herausgearbeitet.
Die Protagonistin, also Magdalena, tut mir ziemlich leid. Sie hat nun wirklich gemacht und getan und war ma Ende doch immer die unfähige Schwiegertochter. Gerade das Ding mit dem versalzenen Brot hatte die Handschrift eines Neiders. Und dass die Schwiegermutter am Ende genau dieses Schicksal ereilt hat, gibt eine Menge Luft für den nächsten Band dieser Reihe. Dürfen die Eheleute dann endlich mal auf ihre Art glücklich werden? Schön wäre es ja.

Das ganze Buch ist sehr authentisch geschrieben. Nicht nur von den oben schon genannten Wörtern her, sonder auch die ganze Situation ist so dargestellt, dass es genau so hätte passieren können. Die wörtliche Rede ist stellenweise in Platt oder auch Französisch geschrieben. Das waren dann Stellen, an denen ich gestolpert bin. Aber an das Platt habe ich mich schnell gewöhnt und das Französisch war an nur einer Stelle und ich konnte es einfach überfliegen. Dafür hatte ich aber die ganze Zeit über wirklich herrliche Bilder in meinem Kopfkino. Ich habe das dörfliche Leben vor mir gesehen und ich habe mich vor allem sehr gut in die Protagonistin hineinfühlen können. – Es ist einfach nur ein Wahnsinn, was diese junge Frau alles durchleben musste. Von allen Seiten hat sie es bekommen und konnte sich am Ende nicht wehren. Fair geht anders!
Die ganze Handlung ist ehrlich, bildhaft und sehr unterhaltsam. Nicht spannend, weil alles rasend schnell ging, sondern weil die Autorin tatsächliche geschichtliche Ereignisse mit eingebaut hat. Oftmals nur als beiläufige Zeitungsmeldung oder Gesprächsthema, aber ich konnte mich in die Situation wirklich sehr gut hinein versetzen und habe die Bedrohung durchaus gespürt.
In jedem Fall bin ich sehr sehr gespannt, wie die Sache denn nun weiter geht und hoffe so sehr auf einen glücklichen Ausgang für Magdalena.

Bewertung: 5 von 5.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Trotzdem der Stoff frei erfunden war hätte man doch glauben können, dass das auch wirklich so passiert ist und mich würde es nicht wundern, wenn es auch wirklich so passiert ist. Irgendwo in Deutschland.
Vom Schreibstil her leichte Kost und vom Inhalt oftmals ein wirklich guter Grund zum Nachdenken über das eigene Handeln oder Denken.

[Rezensionsexemplar] Diana Schon-Rupp – „Befreie dich und stärke dein Selbstwertgefühl“

Diana Schon-Rupp
„Befreie dich und stärke dein Selbstwertgefühl“
Verlag: dielus
ISBN: 9-783-982-30327-7
Länge: 186 Seiten

– gelesen im September 2022 –

Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezenzionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hierfür meinen herzlichen Dank. Meine Meinung hat dieser Umstand aber nicht beeinflusst.

Klappentext: WEIL DU JEMAND BIST, DER ES WERT IST

Du musst nichts akzeptieren, was nicht zu dir passt oder dir nicht gefällt. Es ist deine Aufgabe und dein Recht, dein Leben in deinem Sinne zu gestalten – denn du bist einzigartig. Du hast es verdient, ein glückliches Leben zu führen.
Mit diesem Buch kannst du mögliche Selbstzweifel überwinden. Es wird dir dabei helfen, dich neu zu definieren und dein Leben selbstbewusster zu gestalten.

Du wirst Mut und Kraft entwickeln und alte Rollen ablegen, in denen du dich vielleicht schon lange nicht mehr wohlfühlst.
Dieses Buch führt dich durch sieben Phasen zu einem stärkeren Selbstwertgefühl. Zahlreiche praktische Übungen werden dich dabei unterstützen, dich zu einer respektierten und glücklichen Persönlichkeit zu entwickeln. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Dieses Selbsthilfebuch zeigt interessierten Menschen auf, wie sie ihren eigenen Weg zu einem gesunden Selbstwertgefühl beschreiten können. Sehr sympathisch kommt es an, dass die Autorin so ziemlich ihren eigenen Weg dabei beschreibt. Auch sie war nicht immer auf dem Punkt, auf dem sie heute ist, sondern musste sich ihren jetzigen Standpunkt sehr hart erarbeiten.
An ihrem Weg erklärt Frau Schon-Rupp, was jeder selber tun kann, um sich ein gesundes Selbstwertgefühl zu erarbeiten. Hierzu gibt es freundliche Erklärungen und Anleitungen zu praktischen Übungen.
Selbsthilfe wie sie sein sollte.

Fazit: Ich habe eine nette Email von dem Verlag bekommen, in der mir dieses Buch als Neuerscheinung vorgeschlagen wurde. Und um ehrlich zu sein, hat mich schon der Titel extrem neugierig gemacht. Wenn ich ehrlich zu mir selber bin, ist auch mein Selbstwertgefühl nicht so groß, dass es groß erwähnenswert wäre.
Das Buch ist ein Taschenbuch in einem etwas größeren Format. Nicht besonders dick, aber sehr angenehm zu halten. Es ist nicht zu schwer, aber qualitativ hochwertig verarbeitet und auch von der Seitenaufteilung wirklich sehr augenfreundlich gestaltet. Die Schriftgröße ist angenehm groß und auch die Seitenränder sind sehr angenehm gesetzt. Der Buchrücken ist nach dem Lesen noch ohne jede Leserille und das ist ganz genau meins.

Vom Inhalt war ich von Anfang an gefesselt. Schon allein die Art, wie Frau Schon-Rupp hier mit ihren Lesern redet, ist wirklich sehr angenehm. Freundlich und offen lässt sie eben nicht die Überlegene raus hängen, sondern macht dem Hilfesuchenden erst einmal klar, dass auch sie einen steinigen Weg geschritten ist, bevor sie da war, wo sie heute steht. Und ganz genau diese Tatsache haben das alles so glaubwürdig gemacht.
Ihre Ausführungen sind sehr gut mit Praxisbeispielen veranschaulicht und immer wieder bekommt man Gelegenheit zur Übung, um das Gelesene dann für sich selber umzusetzen. – Ok, ich würde nie in ein gedrucktes Buch selber etwas hinein schreiben, aber man kann die Übungen auch eben auf einem separaten Zettel machen. Das steht jedem Leser frei.

Frau Schon-Rupp ist eine Entspannungspädagogin, die als Coach arbeitet. Allerdings lässt sie bei ihrer Schreibweise eben nicht die Überlegene raus hängen. Sie schreibt mit einfachen Worten, schmeißt nicht die ganze Zeit mit irgendwelchen Fachbegriffen um sich. Der Leser fühlt sich eben nicht als arme bedauernswerte Wurst, sondern bekommt wirklich die ganze Zeit den Rücken gestärkt. Man bekommt mit, dass es nie zu spät ist, sein Leben noch zu ändern und einen anderen Weg zu gehen.
Augenfreundlich gestaltete Seiten haben es mir erlaubt, dieses Buch in nur zwei Sitzungen zu lesen. – Nein, ich habe zu dem Zeitpunkt noch keine der Übungen gemacht. Aber generell bin ich hier der Meinung, dass es ratsam ist, das Buch erst einmal ganz in Ruhe nur zu lesen und es dann durchzuarbeiten. Die Übungen zu machen und seinen Weg zu gehen.
Mir hat schon allein die Lektüre eine ganze Menge gegeben und es ist zu erwarten, dass sich da bei mir eine ganze Menge bewegen wird, wenn ich dann wirklich die Übungen für mich selber machen werde. In gewisser Weise freue ich mich schon drauf. Wer weiß, was sich da für mich noch für Möglichkeiten ergeben werden.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Für ein Selbsthifebuch ist alles wirklich sehr herzlich und persönlich geschrieben. Man bekommt wirklich den Eindruck, mit seinen Problemen nicht allein zu sein und gewinnt schon beim „nur Lesen“ einige wirklich sehr interessante Einblicke und Anregungen.

[Rezensionsexemplar] Paul Decrinis – „Blutiges Gelübde“

Paul Decrinis
„Blutiges Gelübde“
Verlag: Digital Puplishers
ISBN: 9-783-968-17567-6
Länge: 399 Seiten

– gelesen im März 2022 –

Ich hatte mich einmal mehr für ein Rezensionsexemplar von digital Publishers entschieden. Und laut meiner erstellten Liste sollte es das Blutige Gelübde sein. – Ich war nicht zu einhundert Prozent überzeugt.

Klappentext: Ein kaltblütiger Attentäter und zwei Ermittler im Wettlauf gegen die Zeit …
Der atemberaubende Thriller für Fans von Sebastian Fitzek

Graz: Ein unbekannter Täter erschießt den Rektor des Bischöflichen Gymnasiums. Die Mordkommission um Sabrina Mara und Kurt Hutnagl nimmt sofort die Ermittlungen auf, und das gefährliche Spiel beginnt. Obwohl sie die Identität des Täters aufdecken können, stehen die beiden vor einem Rätsel: Was ist sein Motiv? Und wie kann er gestoppt werden? Als weitere Menschen getötet werden, findet Mara eine unerwartete Verbindung zwischen den Opfern – eine Verbindung, die zu einem alten Ritterorden führt. Bald merkt sie, dass sie einer tödlichen Verschwörung auf der Spur ist. Und die Gefahr ist viel näher, als sie denkt …

Dies ist eine Neuauflage des bereits erschienenen Titels Verdacht. (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: In einem Gymnasium unter kirchlicher Leitung wird der Direktor ver der Versammelten Mannschaft erschossen. Die Schule war gerade bei einer Art Morgenandacht und gerade als sie dem gnädigen Herren huldigen, kommt ein Mensch daher und verletzt eines der 10 Gebote.
Sabrina Mara hat eigentlich ihren freien Tag, doch aus dem wird in diesem Fall nichts, da sie sich nun mit ihrem Chef um diesen Mordfall kümmern soll.
Während die Polizei im Dunkeln tappt, die Öffentlichkeit etwas von einem verhinderten Amoklauf erzählt bekommt, macht der Täter mit seinem Plan weiter.
Es war kein Amoklauf. Es war eine gezielte Rache eines ehemaligen Schülers dieses Gymnasiums. Ein Mensch, der sich gelenkt, fehlgeleitet und nicht geduldet fühlt. Er allein fühlt sich berufen, den geheimen kirchlichen Ritterorden und seine Machenschaften auffliegen zu lassen. Er will seinem Peiniger alles heimzahlen und so wie Phönix aus der Asche emporsteigen und endlich als das gesehen werden, was er seiner Meinung nach ist.
Die Ermittlungen gehen nur schleppend voran, während der Täter immer mehr auf die Tube drückt und zum Schluss die ganze Stadt auslöschen will.
Kann Sabrina Mara das verhindern?

Fazit: Alles in allem war ich von dem Buch nicht wirklich zu einhundert Prozent überzeugt. Das lag aber nicht an der Story, die es ursprünglich wohl mal sein sollte. Denn dieses Ganze große Ding, dass auch die Kirche Dreck am Stecken hat, das auch in der Kirche Korruption und Schieberei an der Tagesordnung sind, ist nichts Neues und auch in der Realität glaube ich fest daran. – Wie kann es sonst sein, dass ein Vatikan zu solch unvorstellbaren Reichtümern gelangt? Das fing seinerzeit mit dem Ablasshandel an und endet heute mit den Kirchensteuern, die noch immer einige freiwillig und schön brav und artig zahlen. (Das nur am Rande)
Die ursprüngliche Tat passiert in einem Gymnasium, welches hochgradig von der Kirche gelenkt und geleitet ist. Die Schüler werden im Sinne eines kirchlichen Alltags erzogen und der Täter, wie sich herausstellt, war auch einst Schüler dieses Hauses. Allerdings hatte er Probleme.
Immer wieder interessant sind die Ausflüge in die Vergangenheit. Hier wird aufgezeigt, wie die Protagonisten und Antagonisten in die Situation gekommen sind, in der sie heute stecken. So erfährt der Leser von den Problemen, die der Täter seinerzeit hatte. Er erfährt von den Ungerechtigkeiten in der Erziehung der Schüler und er erfährt auch von einer geheimen kirchlichen Organisation.
Nicht so gut war dieses ganze kirchliche Gedöns, was sonst noch in die Handlung eingeflossen ist. Der Autor hat zweifellos sehr gut recherchiert, wie die ganze kirchliche Hierarchie organisiert ist, wann welches Gebet stattfindet und wie welches Brauchtum zustande gekommen ist. Allerdings schmeißt das einen Atteisten, wie ich einer bin, komplett aus der Handlung raus. Man merkt es schon an dem Wort „Gedöns“. Für mich ist die Kirche eine vollkommen überblähte und veraltete Glaubensgemeinschaft, die absolut nicht mit der Realität zu tun hat. Und genau aus diesem Grund haben mich diese Erklärungen komplett gelangweilt und aus der Handlung geschmissen. – Wenn man diese Fakten gekürzt hätte, wäre die Handlung in jedem Fall kompakter, schneller und packender geworden und das Buch selber um mindesten 50 bis 90 Seiten kürzer.
Wenn man überlegt, dass der Zeitraum der gesamten Handlung gerade einmal einen Tag andauert, finde ich die Seitenanzahl schon etwas viel. – Aber am Ende habe ich mit Erleichterung festgestellt, dass ein Großteil auch auf Erklärungen von Begriffen abfällt und die Story an sich da schon beendet ist.
Das Ende der ganzen Story ist endgültig. Der große Krach allerdings, hat mir gefehlt. Die Spannung am Ende hat mich nicht erreicht und irgendwie war alles auch vorhersehbar. Der Spannungsbogen war irgendwann einfach abgerissen und ich habe das Buch ausgelesen, weil ich es noch rezensieren wollte. – Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich schon irgendwann in der Mitte aufgegeben und auf ein anderes Buch umgeschwenkt.
Die Beschreibung der Handlung war gespickt mit allen möglichen kirchlichen, lateinischen und anderweitigen Fachbegriffen. Nur stellenweise wurden sie im Laufe des Textes erklärt. Deswegen wohl auch die Begriffserklärung am Ende. – Allerdings habe ich mir nicht die Mühe gemacht, diese Begriffe alle nachzuschlagen. Das hat dazu geführt, dass ich nie wirklich in der Handlung gefangen war, mich das Buch nicht zu einhundert Prozent catchen konnte und ich gerade mal am Anfang, als die Tat selber passiert ist, einen Film vor Augen hatte. Als dann die Ermittlungen begannen, war ich im Prinzip schon raus.

Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Anhand der Story wäre hier wirklich ein granatenstarkes Buch möglich gewesen. Allerdings ist der Autor mit seinen Recherchen, den Fachbegriffen und den vielen Erklärungen von und über die Kirche zu weit über das Ziel hinaus geschossen.
Die handelnden Personen, bis auf den Täter, waren mir zu flach und haben stellenweise unverständlich gehandelt.
Schade, ich hätte mir mehr erhofft.

[Rezensionsexemplar] Tina Lundgren – „Tödliches Vergessen“

Tina Lundgren
„Tödliches Vergessen“
Verlag: Digital Publishers
ISBN: 9-783-968-17422-8
Länge: 300 Seiten

-gelesen im Februar 2022 –

Dieses Buch wurde mir vom Verlag freundlicherweise zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank. – Meine Meinung über dieses Buch hat dieser Umstand in keiner Weise beeinflusst.

Klappentext: Die Schuld findet dich, egal wie schnell du rennst …
Der packende Survival-Thriller für Fans von Loreth Anne White
Als Strafverteidiger Tim Eichner sich auf ein letztes Treffen mit seiner Exfreundin Vanessa einlässt, hätte er nicht ahnen können, was ihn erwartet. Denn am nächsten Morgen wacht er in ihrem Bett auf, neben sich die blutüberstömte Leiche seiner Exfreundin. Panisch flieht Tim in eine einsame Waldhütte, denn eins weiß er sicher: Niemand wird ihm glauben, dass er sich an nichts erinnern kann. Bald schon ist ihm die Polizei auf der Spur, doch die junge Kriminalbeamtin Miriam Waltz, eine Bekannte von Tim, zweifelt an seiner Schuld. Kann sie den Fall lösen, bevor Tim den zehrenden Kampf gegen die Wildnis verliert?

Tina Lundgren, Jahrgang 1985, hat einen Bachelor in Kulturwissenschaften mit den Schwerpunkten Literatur und Geschichte. Unter ihrem Klarnamen Bettina Lausen erschienen nach mehreren Kurzgeschichten in Anthologien ein Kriminalroman und ein historischer Roman. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Haan und liebt es, mit ihrer Familie in den Wäldern wandern zu gehen. (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: Tim erfährt von einer Affäre, dass er Vater werden soll. Gemeinsam wollen sie in ihrer Wohnung alles bereden, doch am nächsten Morgen liegt das Mädchen tot neben ihm und ihm fehlt jede Erinnerung an das, was geschehen sein könnte.
Tim ist der Meinung, dass nur er der Schuldige sein kann und will sein Heil als Eremit in den Wäldern Deutschlands suchen.
Schnell wird das Mädchen von ihrer Freundin gefunden und die Ermittlungen beginnen. Zunächst konzentriert sich alles auf Tim. Seine DNA überwiegt am Tatort und alles spricht gegen ihn. Einzig Miriam, noch neu im Polizeiteam, glaubt an seine Unschuld und ermittelt mit großem Widerstand in sämtliche Richtungen.
Während Tim sein Kräfte in den Wäldern Deutschlands mehr und mehr verlassen, wird der wahre Täter gestellt und überführt. Nun muss nur noch Tim davon erfahren, dass er in Wirklichkeit unschuldig ist.

Fazit: Dieses Buch hatte mich von Anfang an komplett in seinem Bann. Da war so etwas Unwirkliches in dem ganzen Geschehen. Dass so eine Flucht heutzutage wirklich noch möglich sein soll, kann ich irgendwie nicht so ganz glauben.
In jedem Fall hat sich in dem Protagonisten wirklich ein Mann entpuppt, der irgendwie noch immer an den Geistern seiner Kindheit zu knuppern hat. Er hat sich mit seinem Beruf sein Gewissen frei geschaufelt, lebt sein Leben, wie er es sich für sich gut vorstellen kann und wie er sich wohl fühlt und gerät dann in eine Situation, die unglaubwürdiger nicht sein kann.
Mal ehrlich, du wachst neben einer Ex-Liebe auf und findest sie blutüberströmt und mit einem Messer im Bauch vor. Du weißt, dass du allein mit ihr in der Wohnung warst und andere Erinnerungen sind komplett weg. – Ist doch logisch, dass du denkst, du seihst es gewesen.
Die Flucht ist sehr glaubhaft als eine Art Übersprungsreaktion dargestellt. – Auch ich hatte zu Hartz-Zeiten den Gedanken, die Gesellschaft auf ähnliche Weise einfach hinter mir zu lassen. Aber das war vor meiner Therapie. Von daher konnte ich den Protagonisten so gut verstehen. – Das er es dann allerdings wirklich in die Tat umsetzt, zeugt von einer unheimlichen Panik. Er will lieber im Wald zugrunde gehen, statt im Gefängnis zu schmoren.
Nun teilt sich die Handlung sehr interessant auf. Wir haben auf der einen Seite Tim, den der Leser sehr gut auf seiner Flucht verfolgen kann. Immer wieder wird erzählt, in welcher Situation er sich gerade befindet, wie er Lösungswege sucht und wie er mehrmals davor ist, endlich aufzugeben, weil er keinen Sinn mehr in dem Ganzen sieht.
Parallel dazu haben wir dann aber auch die Ermittlungen. Miriam, die Neue im Team, muss sich erst profilieren. Hat ihre privaten Probleme, kennt Tim flüchtig und kann nicht verstehen, wie ihre Kollegen sich einfach nur auf diesen einen Täter versteifen können. Sie kann sich diesen smarten Typen einfach nicht als Mörder vorstellen.
Die ganze Zeit geht es hier nicht nur um die typischen und langweiligen Ermittlungen, sondern immer wieder tauchen auch private Probleme auf. – Auch hinter einem Polizisten steckt ein Mensch mit privaten Problemen.

Dieses Buch strahlt auf seine Art eine komplett eigene Faszination aus. Diese zwei Stränge sind von irgendwie von Anfang an miteinander verknüpft, laufen aber doch auf sehr interessante Weise nebeneinander her. Das bringt eine hochinteressante und abwechslungsreiche Story zutage. Gespickt ist das alles mit wirklich sehr interessanten Charakteren aller Gesellschaftsschichten.
Alles ist mit einfachen Worten, aber so eindringlich und gefühlsbetont wie nötig, beschrieben und ich hatte die ganze Zeit ein wirklich actionreiches Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Leseunterbrechungen waren wirklich sehr unwillkommen und ich habe das Buch immer nur mit großem Widerwillen zur Seite gelegt. Allerdings bin ich auch nach Leseunterbrechungen immer wieder super in die Handlung rein gekommen und der Film lief weiter, wo er aufgehört hatte.
Da die Kapitel stellenweise sehr lang waren, musste ich zwischendrin immer mal aufhören. Aber das stellte auch kein Problem dar. Sogar mitten im Satz war das möglich, ohne dass es bei mir Verständnislücken gegeben hätte.
Ein Werk, das mich wirklich sehr überzeugt hat. Von solchem Stoff sollte es eindeutig mehr geben.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Die Story war unglaubwürdig glaubwürdig, logisch erklärt und für mich als Leser wirklich sehr gut nachvollziehbar. Ich war von Anfang bis Ende komplett gefesselt, in der Handlung gefangen und konnte den Stoff kaum zur Seite legen und am Ende wurde alles noch ordentlich und sauber aufgeräumt. Jeder Handlungsstrang führte zu einem Finale und ich bin komplett aufgeklärt und ruhig zurückgeblieben. – So stelle ich mir das vor.

[Rezensionsexemplar] Daniela Tappeiner – „Mädchenseelen“

Daniel Tappeiner
“Mädchenseelen”
Verlag: Digital Publishers
ISBN: 9-783-968-17298-9
Länge: 255 Seiten

– gelesen im Oktober 2021 –

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Digital Publishers zur Verfügung gestellt. Dafür herlichen Dank. – Meine Meinung hat das aber nicht beeinflusst.

Klappentext: Ein grausames Psychospiel aus der Vergangenheit sucht dich heim …

Der fesselnde Thriller für Fans von Jilliane Hoffman

Die siebzehnjährige Tamara wird in einem Waldstück von einem maskierten Mann vergewaltigt und kann nur knapp entkommen, bevor er sie töten will. Obwohl der Unbekannte danach noch ein weiteres Mädchen missbraucht und ermordet, wird er nie gefasst. Völlig traumatisiert nimmt sich Tamara das Leben.

Einundzwanzig Jahre später ist Psychologin Lorena das Ebenbild ihrer älteren Schwester Tamara. Als sie eine flüsternde Audiobotschaft bekommt, läuft es ihr eiskalt den Rücken runter: Es ist der Mörder von damals. Und er ist hinter Lorena her. Zusammen mit einem ihrer Patienten, dem gutaussenden Polizisten Domenico, beginnt Lorena tief in ihrer Vergangenheit zu graben und merkt schon bald, dass der psychopathische Killer näher ist als sie denkt … (Quelle: Lovelybooks)

Inhalt: Lorena ist inzwischen erwachsen und eine sehr angesehene Psychiaterin, die in ihrer Praxis unter anderem Domenico behandelt. Dieser arbeitet undercover bei der Polizei und muss sich bei seinem Job schrecklichen Dinge ansehen lassen, muss dabei aber seine Emotionen verbergen. – Das zehrt an seinen Nerven. Zu allem Übel kommt er auch noch dahinter, warum ihn seine Mutter behandelt hat, wie sie es getan hat und woher sein großes Bedürfnis nach Geborgenheit kommt.
Als der Vergewaltiger von Tamara (Lorenas ältere Schwester) wieder aus der Versenkung auftaucht und es eindeutig auf auf Lorena abgesehen hat, bittet sie Domenico um Hilfe.
Zunächst scheint es, als wäre der Nachbar der damalige Vergewaltiger, aber am Ende ist es ein ganz anderer, ziemlich gerissener und verschlagener Mensch, der aber an seinem Schicksal auch einiges zu tragen hat.

Fazit: Schon zu Anfang geht es spannend und fesselnd los, als der Leser die Vergewaltigung selber miterlebt und erfährt, was aus dem armen Opfer geworden ist. Dann lernt man erst die Protagonistin kennen, die zunächst nichts Besonderes zu sein scheint. Eine Psychiaterin, die eben ihrem Job nachgeht und dabei einige verkorkste Leute kennen lernt.
Auch wie Domenico in die Handlung eingeführt wird, birgt fast eine Geschichte in der Geschichte und könnte gut für sich selber geschrieben sein. – So wie das alles geschrieben ist, könnte man meinen, dass der Autor selber Psychologie studiert hat und dieses Wissen nun auf sein Buch übertragt. Aber dem ist nicht so. Also entweder hat er einfach nur eine Gabe unheimlich tiefenpsychologisch zu schreiben, oder er hat wirklich sehr sehr gut recherchiert. Denn stellenweise ist die Handlung vor lauter Gedanken- und Gefühlsbeschreibungen stehen geblieben.  Was auch leider zu einem Stern Abzug führt. Vieles war einfach zu gut beschrieben, dass nicht wirklich Platz für eigene Fantasie geblieben ist und somit gab es dann leider auch keinen Film in meinem Kopfkino.
Kopfkino hatte ich leider nur an den brutalen Stellen. Da, wo am Anfang die Vergewaltigung stattgefunden hat und auch am Ende, als es auf das große Finale zu ging. Den Rest des Buches leider nicht. – Allerdingshat mich eine Art Neugier immer wieder dazu angetrieben, doch weiter zu lesen. Ich habe mit gerätselt, er denn nun der Irre ist und habe dann aber genau wie die Protagonisten, einfach mal grandios falsch gelegen.

Wie schon gesagt, das Buch hat jetzt nicht unbedingt eine außergewöhnliche Handlung. Vielmehr ist es so, dass hier viel Spannung über die Psyche erzeugt wird. Wie Menschen von Instinkten oder Annahmen geleitet werden und das dann eben doch nicht unbedingt richtig ist.
Geschrieben war alles leicht verständlich, nur zu sehr beschrieben, dass es öfter einfach nur Längen hatte, in denen es um nichts weiter als Gedankengänge ging. In dem Moment ist die Handlung dann stehen geblieben und ich bin Gefahr gelaufen, dass ich das Interesse an dem Buch verloren hätte. Zum Weiterlesen hat mich am Ende nur die Neugier auf den Ausgang getrieben.Alles in Allem bewerte ich das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
An sich war es eine sehr gute, leicht verständliche Lektüre, die man nur etwas anders hätte schreiben müssen. Der Thrill war da und ich bin gut unterhalten worden.

[Rezensionsexemplar] Sabine Haupt – „Lichtschaden. Zement“

Sabine Haupt
“Lichtschaden. Zement”
Verlag: Die Brotsuppe
ISBN: 9-783-038-67036-0
Länge: 315 Seiten

– gelesen im Mai 2021 –

Dieses Buch wurde mir vom Verlag “Die Brotsuppe” freundlicherweise zur Verfügunge gestellt. Meine Meinung hat dieser Umstand aber nicht beeinflusst.

Klappentext: »Lichtschaden. Zement« ist ein philosophischer Liebeskrimi und intellektueller Frauenroman, sein Schauplatz das Schweizer Oberwallis.
Wo ist die Verbindung von Liebe und Religion? Wie ist das Verhältnis von Geist und Materie? Gibt es so etwas wie eine Seele? Was steckt hinter dem geheimen Projekt der lokalen Sand- und Zementmafia? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Vernichtung von Menschen und dem Raubbau an der Erde?
Solchen über- und unterirdischen Fragen versuchen Hella und Raffaele auf den Grund zu gehen. Sie als Hotelmanagerin, er als ehemaliger Priester und Magazinverwalter eines Zementwerks.
Dass auf und unter der Erde aber noch ganz andere Geheimnisse auf sie warten, erfahren sie schliesslich durch Angelo, Raffaeles schizophrenen Bruder, der sich für einen unterirdischen Dämon hält und die Erde zum Beben bringt.
»Ein anregender und kurzweiliger Abend, der Lust machte, dieser klugen Autorin und ihrem spannenden und vielschichtigen Roman zu folgen.« Bericht über eine Lesung im süd­deutschen Donaukurier (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Hella und Raffaelle können unterschiedlicher nicht sein. Sie eine Hotelmanagerin, er ein ehemaliger Priester, jetzt Lagerverwalter in einer Zementfabrik. Gemeinsam verbringen sie so manche Liebesnacht, philosophieren, erstellen Thesen, verwerfen sie wieder undn wollen vor allem der Zementmafia auf die Finger klopfen.
Gerade wollen sie in einem Datensicherheitsraum in einem ausgedienten Bunker, gefährliche Daten sichern, da bricht Raffaelle sein schizophrener Bruder aus der Psychiatrie aus und bringt alles durcheinander.

Fazit: Ich bin auf das Buch direkt vom Verlag per E Mail aufmerksam gemacht worden. Das, was da geschrieben stand, hat mich schon irgendwie neugierig gemacht und ich habe das Rezensionsexemplar schnell zugeschickt bekommen.
Das Hardcoverbuch ist qualitativ hochwertig und fest gebunden. So schnell fällt das nicht auseinander, war aber leider auch ziemlich steif, als ich es zum ersten Mal aufgeschlagen habe. Dafür ist das Papier aber hochwertig und dick.
Das Cover ist sehr schlicht gestaltet. Da stehen einfach nur auf grauem Grund alle Fakten, die auf ein Buchcover gehören. Also Autorenname, Titel und Genre. – Es handelt sich um einen Roman.


Laut Klappentext handelt es sich hier um einen philosophischen Liebeskrimi und ich hatte anfangs ein paar Probleme, in die Handlung rein zu kommen. Allerdings war das nur am Anfang so und ich hatte schnell heraus, dass die Seiten so viel Handlung am Ende gar nicht beinhalten, sondern über vieles philosophisch nachgedacht wird. In dem Fall hat die Handlung dann immer gestockt, um an anderer Stelle wieder fortzufahren. – Gegen Philosophie an sich ist nichts einzuwenden. Es war auch hier so, dass ich auf den einen oder anderen Gedankengang durchaus angesprungen bin und mir meine eigenen Gedanken zum Thema gemacht habe. Allerdings mit diesem ganzen Kirchengedöns, welches halt auch vorkam, absolut gar nichts anfangen konnte.

Nachdem ich mich an den Schreibstil und die philosophischen Ausreißer eingelassen hatte, hat sich mir eine durchaus spannende Geschichte offenbart. Die neue Wellness Idee war ja ganz besonders abenteuerlich. Da muss man auch erst einmal darauf kommen. Und dann diese Befürchtungen mit der Betonmafia, den krummen Machenschaften innerhalb der Firma… ziemlich geschickter Schachzug. Dieser Stoff hätte auch ohne Philosophie durchaus einen ziemlichen guten Thriller abgegeben.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Den einen Stern Abzug gebe ich für das Kirchengeschwafel. Nur weil was philosophisch ist, muss da nicht unbedingt die Kirche dabei sein. Das waren  Passagen, mit denen ich absolut nichts anfangen konnte. Und das möchte ich hiermit auch noch einmal ganz klar sagen.
Der Rest war aber spannend und durchaus anregend. Ich habe mir viele eigene Gedanken gemacht und das Buch wird wohl noch eine Weile länger nachwirken.