[Hörbuch] Kai Meyer – „Das gläserne Wort“

Kai Meyer
„Das gläserne Wort“
Reihe: Merle-Zyklus (3)
Verlag: Hörcompany
ISBN: 9-783-935-03646-7
Länge: 7 Stunden 30 Minuten
Sprecher: Simon Jäger

– gehört im Mai 2022 –

Laut Hörliste sollte nun die Merle-Trilogie zum Abschluss gebracht werden. – Ich bin mit recht großen Erwartungen und vielen Fragen an die Lektüre herangegangen. – Meine Erwartungen wurden nicht zu 100 Prozent erfüllt, aber die Fragen waren dann doch am Ende alle beantwortet.

Klappentext: Während Venedig unter dem Angriff der Mumienkrieger zerbricht, machen sich Merle und die Fließende Königin auf die Reise ins Land der Sphinxe. Doch die ägyptische Wüste liegt begraben unter tiefem Schnee. In der Spiegelfestung der Sphinxmagier, treffen Hexen und Horuspriester, alte Götter und neue Tyrannen zur entscheidenden Schlacht aufeinander. Merle kommt dem Schlüssel zur Rettung der Welt so nah wie nie zuvor: Sie stößt auf das Mysterium des Gläsernen Worts – und auf einen verloren geglaubten Freund. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Merle ist mit dem steinernen Löwen und der fließenden Königin noch immer auf der Suche nach der Lösung für die Probleme. Doch während Merle mit ihren Gefahren kämpft und verzweifelt nach einer Lösung sucht, ist in Venedig selber der Kampf gegen die Mumienkrieger ausgebrochen. – Zwar kann hier ein Sieg errungen werden, aber der Preis ist hoch.
Im Land der Sphinxe, wo sich Merle gerade befindet, ist auch alles nicht mehr so, wie es sein sollte. Das Land, welches eigentlich vor Hitze brodeln müsste, ist unter tiefem Schnee begraben. Das Eis und die Kälte drohen Merle den Tod zu bringen. Doch ans Aufgeben denkt sie nicht. Stattdessen trifft sie verloren geglaubte Freunde wieder. Menschen, die sie an diesem Ort gar nicht erwartet hat.
Im großen Finale kann zwar die richtige Partei den Sieg erringen, jedoch ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der wiedererweckte Sohn der Mutter kann das Ruder für alle noch einmal ganz herum reisen. – Das gilt es zu verhindern. Dazu braucht die fließende Königin aber ihren Körper zurück, welcher aber schon lang tot ist. Sie braucht neue Lebenskraft, die sie gedenkt, von Merle zu nehmen.
Merle bekommt den ersten Kuss ihres Lebens, jedoch ist auch der nicht das, was er zu sein scheint. Zu spät bemerkt sie es und ein anderer muss das Opfer für sie bringen.

Fazit: Teil drei dieser Reihe knöpft in jedem Fall genau an den zweiten Band an. Somit ist es unbedingt erforderlich, die drei Teile der chronologischen Reihenfolge nach zu hören, da ansonsten die ganze, eigentlich gigantische Welt, nicht in vollen Zügen gesehen werden kann. – Das wäre schade und würde eine ganze Menge vom Gesamtverständnis und von der ganzen Weltenkonstruktion wegnehmen.
Das ganze Weltenkonstrukt strotzt vor Einfallsreichtum und nutzt schon bestehende Mythen und Legenden, legt sie nur ganz anders aus, als wir das hier in unserem Alltag tun. – Das fasziniert und bringt, zusätzlich zur eigentlichen Handlung, noch einmal jede Menge Farbe in den laufenden Kopfkinofilm.
Ich hatte den Film in meinem Kopfkino, fast die ganze Zeit, laufen. Die Realität war komplett außen vor und ich war einfach nur fasziniert davon, dass es in der Wüste schneit, dass Sommer und Winter zwei Personen sind, die sich lieben und so ganz nebenbei für den Wechsel der Jahreszeiten sorgen und vieles mehr. – Hier wurden stellenweise wirklich bestehende Tatsachen so geschickt in Fantasy umgewandelt, dass man sie durchaus für bare Münze nehmen konnte.
Stellenweise war es leider so, dass ich vor lauter Erklärungen etwas abgeschaltet habe. Dann hatte ich immer wieder Mühe, in die Handlung rein zu kommen. Und sicher ist es auch so, dass mir das eine oder andere Stück der Handlung fehlt. Allerdings hat das nicht so große Löcher gerissen, dass ich am Ende vielleicht gar nicht mehr rein gefunden hätte. – ja, stellenweise hat ich diese ganze Erklärerei etwas genervt, was am Ende leider auch einen Stern Abzug bringen wird, aber so ganz ohne wäre es dann wohl auch nicht gegangen. Was muss, das muss eben.

Meine Fragen sind beantwortet worden. Das Böse scheint besiegt und alles wird logisch zu Ende gebracht, in dem auch erwähnt wird, dass Venedig neu organisiert werden muss. Dass die Schäden beseitigt werden müssen und und und. Nicht zufrieden bin ich allerdings mit dem Ende, welches die Protagonistin und ihre Mutter haben. Hier bleibt vollkommen unklar, was aus den beiden wird.
Altersmäßig kann ich diesen Zyklus nicht wirklich einschätzen. Würde ich den ersten Teil auch einem Kind zum Hören geben, sieht das bei den zwei folgenden dann schon anders aus. Man kann sagen, dass es recht friedlich startet, und dann in einem brutalen Krieg ausartet. Keine Ahnung, ob ich das einem jüngeren Kind wirklich zumuten wollen würde. Mal ganz abgesehen davon, ob sie es überhaupt verstehen, was sie da lesen.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Es war Fantasie vorhanden. Die meiste Zeit war ich auch komplett in der Handlung gefangen und hatte ein buntes und interessantes Kopfkino vor meinem geistigen Auge. In jedem Fall aber, ist eine ganze Menge Fantasie vorhanden, die ihresgleichen sucht.

[Hörbuch] Kai Meyer – „Das steinerne Licht“

Kai Meyer
„Das steinerne Licht“
Reihe: Merle (2)
Verlag: HÖRCOMPANY
ISBN: 9-783-935-03645-0
Länge: 9 Stunden 12 Minuten
Sprecher: Simon Jäger

– gehört im Mai 2022 –

Ich habe mir mehr versprochen, als ich am Ende bekommen habe.

Klappentext: Seit der Zauber der Fließenden Königin den Mächten des Bösen weichen musste, herrschen in Venedig Furcht und Trauer. Alle ahnen, dass einzig Merle das Schicksal der Lagunenstadt wenden kann. Während die Freunde in den Palästen Venedigs um ihre Freiheit kämpfen, fliegt Merle auf dem Rücken eines Löwen aus Stein durch kilometertiefe Abgründe bis zur Achse der Welt. Hier, im Reich des Steinernen Lichts, muss sie eine Entscheidung treffen – zwischen alten Freundschaften und dem Frieden für eine ganze Welt. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Die Handlung teilt sich im zweiten Band auf zwei Stränge auf. Der Hörer verfolgt einmal die gefährliche Reise von Merle, auf dem steinernen Löwen. Sie reisen in die Unterwelt, um dort den Herrn des Lichts zu treffen. Sie können dort das steinerne Licht sehen, der steinernen Löwe stürzt hinein und Merle trifft eine alte Freundin wieder, die aber nicht mehr die ist, die sie mal war.
In Venedig will der Herr der Unterwelt an die Macht. Die Macht der fließenden Königin ist aus der Stadt verbannt und man glaubt, dass es nun sehr leicht wird, die Macht in der Stadt an sich zu reisen.

Fazit: Das Buch war laut Hörbuchliste an der Reihe. Teil 1 hat mir in jedem Fall super gefallen, sodass ich an den zweiten Band große Erwartungen gestellt habe. – Die wurden aber leider nicht erfüllt. Kai Meyer ist wieder in seinen ausschweifenden Erzählstil verfallen und hat mir so das Hörvergnügen mächtig verhagelt.

Die Handlung knüpft in jedem Fall direkt an den ersten Band an und ist außerhalb der chronologischen Reihenfolge nur schwer nachvollziehbar.
Die Handlung ist von dem einen Strang in zwei aufgeteilt worden. Ansonsten läuft die Story genau da weiter, wo sie im ersten Band angehalten hat. Also ist Merle mit dem steinernen Löwen und der fließenden Königin auf den Weg in die Unterwelt. Was sie dort will, ist mir zu keinem Zeitpunkt wirklich klar gewesen. Was sie da allerdings gefunden hat, war von der Fantasie her eine wirklich großartige Leistung. Die wirklich fantastischen Wesen, die da leben, muss man sich auch erst einmal ausdenken.
Der zweite Strang spielt in der Zeit in Venedig selber, wo der große Kampf beginnt. Doch nicht Soldaten kämpfen, sondern die Kinder aus den Werkstätten in der Gasse der Ausgestoßenen. Ihnen schließt sich noch die Meerjungfrau mit den Beinen an. Sie erleben es, wie ein Sammler über dem Friedhof der Stadt nicht etwa Leichen einsammelt, sondern einen riesigen toten Sphinx hebt. – Genau das wollte die Sphinx, mit der sie unterwegs sind, aber verhindern. – Diese Truppe strandet am Ende auf der treibenden Leiche einer Meerhexe.

Vom Einfallsreichtum her steht dieser Teil dem ersten in nichts nach, allerdings hat es hier mehrere Stellen gehabt, bei denen die Handlung stehen geblieben ist, weil zu viel erklärt worden ist. Zu viel und zu lang. Das waren dann die Stellen, wo ich abgeschaltet habe und später nicht mehr wirklich rein gekommen bin. –
Was ich genau von dem ganzen Buch halten soll, ist mir mehr als schleierhaft. Denn die Idee hinter der ganzen Sache ist wirklich grandios und zeugt von jeder Menge Einfallsreichtum. Aber das war es dann auch schon wieder. Denn die Umsetzung hat leider ihren Jugendbuchcharme verloren.
Stellenweise bin ich wirklich der Meinung, dass es auch ein klein wenig weniger dick hätte aufgetragen sein können. Es wurde wirklich eklig und für eine jüngere Altersgruppe nicht mehr wirklich geeignet. – Aber das ist nur meine Meinung.

Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Ich habe mehr erwartet, als ich am Ende bekommen habe. Insgesamt gesehen war ich mehr enttäuscht, von dem, was ich da bekommen habe. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann habe ich auf den dritten Teil auch nicht mehr wirklich Lust, da ich irgendwie den Anschluss verloren habe.

[Hörbuch] Kai Meyer – „Die fließende Königin“

Kai Meyer
„Die fließende Königin“
Reihe: Merle-Zyklus (1)
Verlag: Argon Verlag
ISBN: 9-783-732-44217-1
Länge: 6 Stunden 30 Minuten
Sprecher: Simon Jäger

– gehört im April 2022 –

Weiter geht es in den Hörbuchern von Kai Meyer.
Bei dem Lesestoff, den ich mir vornehme, kann ich das unmöglich alles lesen. Deswegen finde ich es einfach klasse, dass es auch Hörbücher auf Spotify gibt.

Klappentext: Die Merle-Trilogie zum ersten Mal ungekürzt als Hörbuch!
Merles Welt ist voller Magie. In einem Venedig, in dem Zauberei nie gestorben ist, flüstert jedermann von der Fließenden Königin – doch allein das Waisenmädchen Merle gewinnt ihre Freundschaft. Als die Mächte des Bösen die phantastische Königin jagen, entbrennt im Labyrinth der Gassen und Kanäle ein atemberaubender Kampf. An der Seite von Meerjungfrauen und geflügelten Löwen, Meisterdieben und Zauberspiegelmachern, gerät Merle in einen Krieg zwischen Mächten, die alles bedrohen, was sie liebt.

Kai Meyer wurde am 23. Juli 1969 in Lübeck geboren und ist im Rheinland aufgewachsen. Er hat in Bochum einige Semester Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Germanistik und Philosophie studiert. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre als Journalist und Redakteur für eine Tageszeitung. Sein erstes Buch veröffentlichte er im Alter von 24 Jahren. Seit 1995 ist er freier Schriftsteller und gelegentlicher Drehbuchautor. Kai Meyer hat eine Vielzahl von Romanen veröffentlicht, darunter Bestseller wie „Das Buch von Eden“, „Die Fließende Königin“, „Die Wellenläufer“, „Die Vatikan-Verschwörung“ und „Herrin der Lüge“. 2005 erhielt er für „Frostfeuer“ den internationalen Buchpreis Corine. Die „Fließende Königin“ hat in England den renommierten „Marsh Award“ als „Bestes übersetztes Kinderbuch“ gewonnen; verliehen wurde er am 24.01.2007 an die Übersetzerin Anthea Bell. Kai Meyer lebt mit seiner Familie in einer Kleinstadt am Rande der Eifel. (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: Merle ist ein Waisenkind und soll in der Gasse der Ausgestoßenen eine Lehre bei dem Spiegelmacher anfangen. Dabei ist ihre Freundin, ein blindes Mädchen aus einem anderen Waisenhaus, welches auch eine Lehre beginnt.
Ihr Meister entpuppt sich als ein alter, gütiger aber auch strenger Lehrmeister. Die Mädchen müssen ihre Aufgaben genau so erledigen, wie es die Jungen auch tun. Einzig die Haushälterin des Meister ist eine komische Person, da sie ständig eine Maske trägt.
Bei einem Fest geht Merle mit einem Jungen mit, der sie in ein verlassenes Haus führt, wo sie ein Gespräch zwischen Ehrenmännern und eines ägyptischen Gesandten belauschen. Demnach soll Venedig verraten und ganz fies verkauft werden. Die Bevölkerung leidet auch so schon unter der Belagerung der ägyptischen Sonnengarde. Aber wenn dieser Pakt zum Tragen kommt, bekommen die Reichen noch mehr und armen noch weniger.
Merle und ihr Freund werden entdeckt und müssen fliehen. Auf dieser Flucht Können sie den Verrätern noch eine Phiole stehlen, in der sich die Essenz der fließenden Königin befindet, und dort langsam aber sicher stirbt.
Merle muss sie retten. Nur so ist Venedig, den Meerwesen und auch der fließenden Königin noch zu helfen.

Fazit: Ich hatte absolut keine Vorstellung, was mich bei diesen Büchern von Kai Meyer erwarten sollte. Allgemein bin ich aber von diesem Autor ein klein wenig abgerückt, weil mir seine Fantasy inzwischen zu gewaltig und zu weit hergeholt wirkte. Selten, dass ich noch ohne Probleme in seinen Handlungen mitgekommen bin. – Hier allerdings habe ich eine sehr angenehme Überraschung erlebt. Positiv überrascht war ich, als ich wirklich mal richtig einfach mitgekommen bin. Ich habe verstanden, was passiert ist, ich hatte ein buntes und sehr lebendiges Kopfkino vor meinem geistigen Auge und somit ein wirklich sehr angenehmes Hörvergnügen.
Kai Meyer entführt seinen Leser hier in ein sehr alternatives Venedig. Die Stadt selber wird im Prinzip beschrieben, wie sie ist. Das verschmutze Wasser, die feierwilligen Menschen. Es hat Glasbläser, Spieglmacher, Händler und Handwerker aller Art. Die Palazzi stehen noch, sind aber stellenweise verlassen und verfallen. Und da hinein wurde die Fantasy sehr geschickt adaptiert. So wurden die Boote von Meerjungfrauen gezogen. Es gab Handwerker, die mit Magie ihre Ware aufpimpen und dann die Belagerung durch die ägyptische Sonnengarde. – Das alles schafft eine sehr magische und fantastische Atmosphäre, in die Merle mit ihrer verborgenen Besonderheit sehr gut hinein passt.
Kleine magische Begebenheiten am Rande, wie das Heilen einer Blinden vervollkommnen die Welt in ihrer Konstruktion nur noch.

Das Hörbuch wurde eingelesen von Simon Jäger. Ein Sprecher, den ich mag. Er hat eine wunderbare Märchenonkelstimme, der man gern zuhört. Dann schafft er es, seine Stimme in all ihren Klangfarben so einzusetzen, dass man glauben könnte, man höre hier stellenweise ein Hörbuch.
Die einzelnen Kapitel sind durch kurze instrumentale Musikstücke unterteilt, was die einzelnen Kapitel gut voneinander trennt. Außerdem sind sie eine Hilfe, wer hier gerade wo handelt. Auf diese Art und Weise sind einzelne Personen, Personengruppen und Orte der Handlungen klar voneinander getrennt. – Insgesamt kann man sagen, dass das ganze Hörbuch sehr liebevoll gestaltet ist.
Die Altersempfehlung dieses Buches liegt hier bei 12 Jahren. Ich hingegen, würde es als alterslos beschreiben. Die Geschichte ist so lebhaft und hörenswert, dass man das durchaus auch als erwachsener hören kann.

Alles in allem bin ich sehr angenehm überrascht, was den Beginn dieser Reihe angeht. Ich freue mich schon auf die nächsten Bände und bin wirklich sehr neugierig, was aus der Protagonistin wird und wie sich das noch weiter entwickelt. Vielleicht erfährt man ja am Ende auch noch etwas mehr über ihre Vergangenheit und ihre Eltern. Und wie sie zu dem geworden ist, was sie nun einmal ist.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Die Fantasy ist wirklich sehr gut in eine tatsächlich existierende Stadt integriert. Der Handlung konnte ich super folgen und zu viele Namen prasseln auch nicht auf mich ein. Ein Buch, ganz nach meinem Geschmack.

[Hörbuch] Kai Meyer – „Blutbuch“

Kai Meyer
„Blutbuch“
Reihe: Die Seiten der Welt (3)
Verlag: Argon Verlag
ISBN: 9-783-839-84117-4
Länge: 13 Stunden 33 Minuten
Sprecher: Simon Jäger

– gehört im April 2022 –

Dieses Buch war halt dran, weil es auf der Spotify-Hörliste stand. So zu einundert Prozent hat mich diese Reihe zu keinem Zeitpunkt überzeugt. Aber der Vollständigkeit halber wollte ich eben auch den dritten Band noch anhören.

Klappentext: »Schreibe etwas in den Büchern der Schöpfung um, und du veränderst die Vergangenheit. Und mit ihr die Gegenwart und Zukunft. Du hast die Macht, diese Welt zu einer besseren zu machen. Wer schlägt so eine Chance aus?«
»Ich«, sagte Furia. »Ich muss nicht mal drüber nachdenken.«

Das Sanktuarium ist untergegangen, aber schon wird die bibliomantische Welt von einer neuen, übermächtigen Gefahr bedroht. Die Ideen steigen aus dem goldenen Abgrund zwischen den Seiten der Welt auf und verschlingen ein Refugium nach dem anderen. Bald ahnt Furia, dass sie die einzige ist, die die Vernichtung der Welt stoppen kann und dass sie dafür womöglich einen sehr hohen Preis zahlen muss.

Simon Jäger ist neben seiner Arbeit als Hörbuchsprecher auch als Dialogautor, Regisseur und Synchronsprecher tätig. Neben vielen anderen leiht er seine Stimme regelmäßig Matt Damon und Josh Hartnett. Als Hörbuchsprecher hat er eine riesige Fangemeinde, die seine Lesungen wegen seiner spannungsgeladenen, aber immer auch emotionalen und humorvollen Interpretation schätzen. Seine eindringliche Stimme ist für Furias Geschichte wie gemacht und hat die Hörer des ersten beiden Teile begeistert! (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Das Finale dieser Serie steht in Sachen Schreibstil den anderen beiden Bänden in nichts nach. Kai Meyer versucht den Leser in langen, fast öden Dialogen über die Welt und seine Eigenheiten aufzuklären. Die Handlung ist allerdings schnell erklärt.
Furia ist mit Siebenstern unterwegs, um die Refugien vor dem Untergang durch die Ideen zu retten. Ganz besonders haben es hier die Tintlinge in der missratenen Welt angetan.
Über Umwege findet Furia heraus, was Siebenstern ihr für Möglichkeiten eingeräumt hat und wie sie die Welt nach ihren Einfällen gestalten und verändern kann. Furia findet mit großem Schrecken heraus, wer für die Ideen verantwortlich ist. Ganz klar, dass das geändert werden muss. Das allerdings geht nur mit einem, sehr radikalen Schritt, den sie mit Hilfe ihres Bruders geht.
Die Folgen sind nicht so schlimm, wie anfangs befürchtet, aber das ganze Ausmaß dieses Schrittes kommt dann auch erst so nach und nach raus.

Fazit: Das Blutbuch ist eine neue Facette in dieser ganzen Reihe. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat jeder Bibliomant so etwas. So können seine Hinterbliebenen weiter mit dem verstorbenen Kommunizieren und sich Rat von ihm holen. – Auf der einen Seite faszinierend, diese Möglichkeit zu schaffen. Auf der anderen Seite aber fällt es in dieser ganzen Reihe nicht weiter auf.
Auch wenn die Leseratten nur einen sehr kurzen Auftritt hatten, haben sie mich in diesem Teil dann doch am meisten fasziniert. Endlich hat mal ein Autor eine Leseratte wirklich ins bibliomantische Leben befördert. Auch wenn sie nicht gerade Gutes im Sinn hatten, so waren sie doch zumindest mal kurz dabei. Und, sie sahen aus, wie ich mir Leseratten immer vorgestellt hatte.
Ansonsten hat Herr Meyer hier einmal mehr sein Faible für Konversation bewiesen. Auch hier hatte es ewig scheinende Dialoge, die die Handlung zum Stehen gebracht haben und mich aus der Handlung katapultiert haben. Die Dialoge sollten wohl zum besseren Verständnis für die Welt an sich gelten, aber so wirklich hilfreich waren sie nicht und ich habe es schnell aufgegeben, diesen dann wirklich folgen zu wollen. – Leider habe ich dann auch den Einsatz verpasst, als die Handlung weiterging, und schon habe ich nur noch die Hälfte mitbekommen und die ganze Story war nur noch halb so spannend für mich, wie sie vielleicht ansonsten gewesen wäre.
Großartig etwas Neues hat dieser dritte Band der Reihe jetzt nicht gebracht. Allerdings wurde auch ein Spoiler zurückgelassen. Ich könnte mir vorstellen, dass ich hier einen Fehler gemacht habe. Dass diese Serie vor der anderen mit Furia kam und ich diese Reihenfolge einfach nicht eingehalten habe. Die Welten, in denen die Handlungen spielen sind sich einfach zu ähnlich. Das muss einfach so sein.

Der Sprecher hat einen großartigen Job gemacht. Nicht nur, dass ich die Stimme von Vornherein absolut mag und als sehr angenehm empfinde, liest Herr Jäger auch in einem sehr angenehmen Tempo und mit einer Betonung, die nicht übertrieben ist. Zwar verstellt er seine Stimme hier und da, aber auch nicht so übertrieben viel, dass es am Ende vielleicht sogar noch lächerlich wirken würde. Am besten fand ich, ist ihm das Schnabelbuch gelungen. Die Stimme, die Betonung… am niedlichsten fand ich es, wenn es wütend geworden ist.
Ansonsten konnte Herr Jäger ja auch nur das lesen, was Herr Meyer geschrieben hat. Somit blieb dem Sprecher keine große Wahl.

Der Schreibstil von Herrn Meyer hat sich meiner Meinung nach ganz schön verändert, über die Jahre. Seine anfänglichen Werke haben sich noch wie Butter weggelesen und haben ein übelstes Kopfkino bei mir hervorgerufen. – Allerdings hat sich das hier beendet. Die Fantasy in seinen Werken wurde viel gewaltiger. Es wird viel erklärt, was die Handlung stoppt.
Meiner Meinung nach ist gerade diese Welt so stark ausgearbeitet, dass es zu viel ist. Wenn ich dieses Buch gelesen hätte, hätte ich schon den ersten Band abgebrochen und die Folgebände gar nicht erst in Angriff genommen. – Schade eigentlich, aber Herr Meyer hat für seinen Erfolg eben auch den Preis des Verlagsstandarts und der Masse zu zahlen.

Ich bewerte dieses Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Der Schreibstil macht mich einfach nur fuchsig. Das ist so eine Hassliebe, weil die Story an sich ja spannend ist, aber komplett übererklärt ist.
Herr Meyer hat bei mir wirklich nur noch einen Namen, weil ich immernoch seine älteren Werke im Kopf habe, die mich komplett gefesselt und begeistert haben. Die neuen Sachen sind einfach zu sehr gängiger Standard.

[Hörbuch] Kai Meyer – „Nachtland“

Kai Meyer
„Nachtland“
Reihe: Die Seiten der Welt 2
Verlag: Argon Hörbuchverlag
ISBN: 9-783-839-84102-0
Länge: 15 Stunden 37 Minuten
Sprecher: Simon Jäger

– gehört im März 2022 –

Band 2 dieser seltsamen bibliomantischen Welt stand an. – Allerdings war es kein reines Vergnügen.

Klappentext: Die Reise ins Herz der Bücherwelt – Bücher sind wirklich, keine Phantasie
Das Abenteuer um die Macht und die Magie der Bücher von Bestsellerautor Kai Meyer geht weiter!

»Schon seit Wochen roch Furia nach Büchern: Sie war auf dem besten Weg, eine erstklassige Bibliomantin zu werden.«

Immer tiefer dringt Furia in die magische Welt der Bücher vor. Das Reich uralter Bibliotheken und phantastischer Geschichten wird von den tyrannischen Drei Häusern regiert. Von einem geheimen Ort, dem Sanktuarium, aus herrschen sie über die Geschicke aller Bibliomanten und Exlibri. Doch Furia und ihre Gefährten leisten Widerstand. Um ihre Welt von den Unterdrückern zu befreien, begeben sie sich auf die gefährliche Suche durch die verborgenen Refugien nach dem Zentrum der Macht – und stoßen dabei auf das größte Geheimnis der Bibliomantik.

Sprecher Simon Jäger hat eine riesige Fangemeinde, die seine Lesungen wegen seiner spannungsgeladenen, aber immer auch emotionalen und humorvollen Interpretation schätzt. Seine eindringliche Stimme ist für Furias Geschichte wie gemacht und hat die Hörer des ersten Teils begeistert! (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Furia hat es sich mit ihrem Bruder und ihren neuen Freunden in der Residenz so gemütlich wie nur irgendwie möglich gemacht. Sie werden finanziell unterstützt vom Vater einer Exlibri und können sich so in aller Ruhe überlegen, wie es im Kampf gegen die Akademie und ihrer harten Herrschaft weitergehen soll.
Eine Abordnung der Widerständler macht sich auf die Suche nach dem Sanktuarium. Dem Zentrum der Macht der drei Häuser und somit der Akademie. Aber das ist kein Orte, den man mal eben so findet. Zahlreiche Kämpfe und Buchsprünge sind nötig, um dem gut gehüteten Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Allerdings wissen die Widerständler zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es Haus „Himmel“ ist, die mit Furia ihrem Schicksal am Ende so eng verknüpft ist. Und dass dieses Haus am Ende ganz andere Ansichten hat, als es die anderen haben.
Machtgier und Gewissenlosigkeit bringen Furia und ihre Freunde in viele schlimme Situationen und bescheren ihnen einige Verluste.

Fazit: Band zwei dieser Reihe spielt eine geraume Weile nach dem Ende des ersten Bandes. Geschehnisse aus dem ersten Band werden allerdings nicht erwähnt oder irgendwie noch einmal erklärt, aber als Wissen vorausgesetzt. Hat man dieses Wissen nicht, hat man als Leser leider auch keine Chance, die Handlung komplett zu erfassen und das Gelesene zu verstehen. Es ist also in jedem Fall erforderlich, die Reihe der chronologischen Reihenfolge nach zu lesen.

Ich komme mit Kai Meyer nicht immer sehr gut klar, was seinen Schreibstil angeht. Auch in diesem Buch habe ich das wieder merken müssen.
Herr Meyer hat in jedem Fall eine blühende Fantasie. Das merkt man in dieser von Literatur geprägten Welt in jedem Fall. Es kommen neue Charaktere, neue Lebensformen ins Spiel, die sich wunderbar einfügen und die Handlung dadurch bereichern. Es gibt actionreiche Kämpfe, bei der eine Form von Magie eingesetzt wird, die auch nur in dieser literarischen Welt funktionieren kann, und ich war unheimlich fasziniert. Auf der anderen Seite ergeht sich der Autor aber auch in sehr detailreichen Erklärungen der Situation, der Umgebung oder der Personen, dass die Handlung stehen bleibt und langweilig wird.
Stellenweise versucht er, Erklärungen auch in lange und detailreiche Dialoge zu packen. Aber auch das täuscht nicht darüber hinweg, dass er einfach seine konstruierte Welt erklärt und die Handlung in dem Moment nicht weiter geht. – Wenn ich dieses Buch gelesen hätte, hätte ich es definitiv abgebrochen.
Gesprochen wurde das Buch von Simon Jäger. Ein Mann mit einer sehr angenehmen Stimme, der man gern zuhört und die einen stellenweise richtiggehend einlullt. Aber eben angenehm einlullt. Nur der Sprecher hat das Buch noch einmal etwas aufwerten können.

Für meinen Geschmack hat es hier leider zu viele Kämpe, Niederlagen und Tode gegeben. Einige Charaktere, die ich irgendwie lieb gewonnen hatte, mussten ihr Leben lassen und andere schienen sich von der Gruppe abgewendet zu haben. – Das war alles aber so schnell, dass ich nicht wirklich Zeit hatte, mich wirklich gänzlich auf alles einzulassen, und somit fehlten mir da die Emotionen und somit auch ein gewisser Teil Faszination.
Leider ist hier dieses Phänomen des zweiten Bandes nur allzu deutlich hervorgekommen. Der Autor wollte noch mehr wie im ersten Band. Mehr Action, mehr Fantasy und mehr soziale Interaktion und ist dabei vollkommen über das Ziel hinaus geschossen. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Ich bewerte dieses Buch mit 2 von 5 möglichen Sternen.
Mehr war mir hier leider nicht möglich. Zu oft habe ich gedacht, dass es doch bitte endlich weitergehen oder eben vorbei sein möge. Es hat sich wie ein zäher Kaugummi angefühlt, der mehr und mehr in die Länge gezogen wird, statt zu reisen.

[Hörbuch] Kai Meyer – „Der Pakt derBücher“

Kai Meyer
„Der Pakt der Bücher“
Reihe: Die Spur der Bücher (2)
Verlag: Argon Hörbuchverlag
ISBN: 9-783-839-84187-7
Länge: 9 Stunden 48 Minuten
Sprecher: Simon Jäger

– gehört im Februar 2022 –

Etwas stößt mich von dieser Reihe ab, und etwas anderes zieht mich an. Ich kann es nicht erklären. – Deswegen habe ich als Hörbuch mit dieser Reihe weiter gemacht. Wenn ich Kai Meyer lesen sollte, komme ich nicht mehr so wirklich mit ihm klar.

Klappentext: Wer entscheidet, was Fiktion und was reale Welt ist?

Londons Straße der Buchhändler – Labyrinthe aus Regalen, Läden voller Geschichten auf vergilbtem Papier. Mercy Amberdale führt hier das Antiquariat ihres Stiefvaters und praktiziert die Magie der Bücher. Als man sie zwingt, das letzte Kapitel des verschollenen Flaschenpostbuchs an den undurchsichtigen Mister Sedgwick zu übermitteln, gerät das Reich der Bibliomantik aus den Fugen. Vergiftete Bücher und nächtliche Rituale, ein magisches Luftschiff und ein mysteriöser Marquis reißen Mercy in einen Strudel tödlicher Intrigen. Denn wer alle Kapitel des Flaschenpostbuchs vereint, kann die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion niederreißen. Wenn Mercy ihre Gegner nicht aufhält, droht ihrer Welt der Untergang – und die Invasion der Antagonisten.

Überbordende Phantasie, Tempo und Humor – Kai Meyers Romane sind eine Steilvorlage für Simon Jäger. Seine Fangemeinde schätzt ihn u. a. als die deutsche Stimme von Josh Hartnett und Matt Damon und für seine spannungsgeladenen Hörbuchlesungen. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Mercy Amberdale lebt inzwischen mit ihren Freunden in Londons Straße der Buchhändler und führt da das Antiquariat ihres Stiefvaters weiter. Doch es wirft noch nicht genug ab, als dass sie davon auch schon leben könnte. Deswegen ist sie auf ihre vorhergehenden Tätigkeiten als Nebenerwerb angewiesen.
Eines nachts bekommt sie das letzte Kapitel des Flaschenpostbuches in die Hand gedrückt. Eben jenes, welches sie der Königin des chinesischen Viertels entwenden wollte, was aber schief gegangen ist. – Sie wird richtiggehend gezwungen, es dem ominösen Mr. Sedgwick zu übergeben. – Dieser gibt sich als Polizist aus und meint, das Buch für die Aufklärung eines sehr alten Falles zu brauchen.
Mercy übergibt das Buch und wird dadurch zwischen die Fronten gerissen. Ein mysteriöser Marquis will, dass sie Mr. Sedgwick das Buch wieder abnimmt. Ein seltsames Luftschiff taucht über London auf, an Bord eine Frau, die auch nicht ganz durchsichtig ist und dann soll sie Mr. Sedgwick auch noch mit einem vergifteten Buch schädigen.
Mercy steht zwischen ihren Interessen. Sie muss es schaffen, dass die Invasion der Antagonisten nicht stattfindet, aber auch, dass die Straße der Buchhändler weder abgerissen, noch niedergebrannt wird.

Fazit: Auf jeden Fall knüpft der zweite Band direkt an den ersten an. Meiner Meinung nach sollte man die Bücher unbedingt der chronologischen Reihenfolge nach hören. Ansonsten hat man komplett verloren und versteht nicht, was hier eigentlich abgeht und wie die Welt aufgebaut ist. Und das wäre absolut schade. Denn der Weltenaufbau, die Wesen und die spezielle Magie ergeben ein gut durchdachtes und farbenfrohes Universum. Ich habe alles genau vor meinem geistigen Auge gesehen und hätte nicht übel Lust, mal durch die Antiquariate in der Straße zu bummeln und mich mit den Händlern zu unterhalten.
Über Mr. Sedgwick musste ich meine Meinung in diesem Band etwas revidieren. War er im ersten Band ein Arbeitgeber von Mercy, der ihren totalen Bankrott quasi verhindert hat, entpuppt er sich in diesem Band als eine sehr zwielichtige Person, der ich nicht mehr so ganz über den Weg getraut habe.
Mercy hat sich allerdings sehr zu ihrem Vorteil entwickelt. Es scheint mir fast so, als wäre sie aus der Trotzphase heraus und ein ganzes Stück Erwachsener geworden. Fast hat es mir leid getan, dass sie dann doch wieder in so eine Story hineingezogen wird und einfach nicht zur Ruhe kommen darf.

Alles ist sehr gut beschrieben. Nicht zu viel und nicht zu wenige Fakten wurden angegeben und die Handlung ist für Erklärungen jedenfalls mal nicht stehen geblieben. Es ging immer schön voran, mündete in ein fulminantes Finale und hat mir die ganze Zeit ein richtig geniales und sehenswertes Kopfkino beschert. Ich habe die Kämpfe vor mir gesehen, ich habe die Verzweiflung und die Liebe gespürt und hatte stellenweise ein unbändiges Verlangen, den Protagonisten zu helfen.
Dazu noch der Sprecher. Simon Jäger ist so schon ein Meister seines Fachs und seine Stimme von Natur aus einfach nur richtig gut. Aber hier spielt er so geschickt mit den Nuancen seiner Stimme, dass er jedem Charakter so seine eigene Stimme und Tonlage verleiht. Das alles aber ohne übertrieben zu wirken oder sich zu verzetteln. Dazu noch das angenehme Lesetempo und das Spiel mit laut und leise und schon ist ein nahezu perfektes Hörerlebnis kreiert.
Einzig der Einstieg in einige Kapitel hat mich ein wenig irritiert. Aber das ist scheinbar eine Macke von Kai Meyer. Er reiht erst einmal sämtliche Begriffe hintereinander auf, die sich dann am Ende als eine Art Inhaltsangabe entpuppen. – Mich persönlich hat das aus der Handlung gerissen und mich ungeduldig werden lassen, wie es denn nun in der Handlung weiter geht. – Eine Sache, die es nun wirklich nicht braucht.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Durch diese seltsamen Kapiteleinstiege gibt es leider einen Stern Abzug. Aber im Großen und Ganzen hat sich hier wieder eine großartige Story offenbart. Fantasie ohne Ende und eine nahezu perfekt konstruierte Welt. – Besonders in Erinnerung ist mir die Lesezeit in Erinnerung geblieben. Das wäre es doch, man inhaliert etwas, während man liest und die Zeit bleibt einfach stehen. Man erkauft sich mit diesem Fläschchen quasi Zeit zum Lesen. Das hätte ich gern.

[Hörbuch] Kai Meyer – „Die Unsterbliche“

Kai Meyer
„Die Unsterbliche“
Reihe: Die Alchimistin (2)
Verlag: Lübbe Audio
ISBN: 9-783-785-74408-6
Länge: 4 Stunden 31 Minunten
Sprecher: Dietmar Wunder & Yara Blümel

– gehört im Dezember 2021 –

Klappentext: Aura Institoris hat das Geheimnis der Unsterblichkeit entdeckt, aber ihre große Liebe ist daran zerbrochen. 1914 lebt sie einsam in Paris. Doch das mörderische Vermächtnis ihres Vaters lässt Aura keine Ruhe – die Mächte, die er einst gerufen hat, bedrohen jetzt ihren Sohn Gian. Während die Welt in einen großen Krieg taumelt, treiben blutige Zeichen und grausame Morde die Alchimistin auf eine Hetzjagd quer durch Europa – und in einen Kampf gegen ihre eigene Vergangenheit. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Aura Institoris lebt inzwischen in Paris. Sie ist unsterblich. Ihre große Liebe hat sie auch unsterblich gemacht und sie so verloren. – Auch Unsterblichkeit ist nicht so erstrebenswert, dass man alles dafür geben würde.
Aura hat die Forschungen ihres Vater weiter betrieben, hat sein Labor genutzt und ist hinter das Geheimnis der Alchemie gekommen. Doch genau diese Mächte führen jetzt ihren Sohn Gian in Versuchung und Gefahr. Sie muss ihn finden, um Schlimmeres zu verhindern.
Gleichzeitig beginnt der große Krieg auf der Welt und Aura sieht sich durch mehrere Faktoren bedroht. Wem kann sie noch trauen?

Fazit: Dieses zweite Hörspiel von Kai Maier umfasst Band 5 bis 8 der Reihe „Die Alchimistin“ und ist somit dann auch abgeschlossen.
Alles in allem muss ich leider sagen, dass mich dieser zweite Teil nicht mehr so komplett überzeugen konnte, wie es noch beim ersten Teil der Fall war. Ja, die Szenen waren genauso düster und effektreich in Szene gesetzt. Ich hatte stellenweise ein richtig böses und dunkles Kopfkino. Trotzdem ist mir durch den enormen Zeitsprung in der Handlung leider auch vieles entgangen, was mich nicht mehr so gut hat mitkommen lassen.
Außerdem finde ich es weiterhin schade, dass man auch hier die vielen Sprecher nicht mal namentlich erwähnt hat und auch im Internet dazu nicht findet. Das ist unfair gegenüber allen Beteiligten. Man hätte sie wenigstens als Sprecher der Personen deklarieren können.
Kai Meyer ist seinem Stil in jedem Fall treu geblieben. Die Handlung geht irgendwie weiter. Sie ist düster und weiterhin auch von der zweifelhaften Kunst der Alchemie überschattet. Es geht um die Unsterblichkeit. Unsterbliche Menschen kommen aus ihren Löchern gekrochen und Aura lernt noch einige mehr von ihnen kennen. Alle sehen in dieser Tatsache nicht immer alles Gut, zeigen ihr auch die Schattenseiten auf. Und genau diese Schattenseiten machen das alles wieder so verdammt glaubwürdig.
Die Protagonistin kommt in diesem Band weit rum. Aber weiterhin fand ich das düster Schloss auf der Ostseeinsel am faszinierendsten. Hier hat Herr Meyer die Realität so richtig faszinieren verboten. Zu gern würde ich dieses Schloss wirklich einmal besichtigen. Wenn es das denn wirklich gäbe.
Die Sprecher haben allesamt einen sehr guten Job gemacht und haben die Geschichte sehr lebendig gestaltet. So als Hörspiel hat so ein Stoff noch einmal eine ganz eigene Tiefe, als wenn es „nur“ ein Hörbuch gewesen wäre. – Ich finde es für mich nur schade, dass ich nicht mehr so gut mitgekommen bin. Zwar habe ich mitbekommen, dass es ein ziemlich zweifelhaftes Happy End gab, aber so wirklich zufrieden hat mich das nicht zurückgelassen.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Den einen Stern ziehe ich ab, weil ich nicht mehr so gut mitgekommen bin. Ich habe den Faden irgendwie verloren, was leider vom Lesevergnügen etwas weggenommen hat. Aber im Großen und Ganzen war es schon ein sehr schönes Lesevergnügen.

[Hörbuch] Kai Meyer – „Die Alchimistin“

Kai Meyer
„Die Alchimistin 1-4“
Verlag: Lübbe
ISBN: 9-783-785-74155-9
Länge: 5 Stunden 1 Minuten
Sprecher: Friedhelm Ptok

– gehört im November 2021 –

Im Moment habe ich Kai Meyer auf Spotify in der Mangel und versuche mir mal einige Werke von ihm anzuhören. Darunter war auch dieser Titel, der mich erst einmal nicht so wirklich gereizt hat. Mich hat die Bezeichnung „Sammelbox“ abgeschreckt. Aber dann habe ich es mir doch angetan.

Klappentext: Die letzten Tage des 19. Jahrhunderts. Im düsteren Schloss ihrer Ahnen wächst Aura Institoris inmitten eines Labyrinths endloser Gänge und Säle heran. Als ihr Vater, der Alchimist Nestor Nepomuk Institoris, im Auftrag seines ärgsten Widersachers Lysander ermordet wird, gerät Aura unversehens zwischen die Fronten eines Konflikts, dessen Wurzeln weit zurück ins Mittelalter reichen. Denn Aura ist die Erbin eines uralten Rätsels, der Rezeptur des Steins der Waisen, der Unsterblichkeit verspricht. An der Seite ihres verhassten Stiefbruders Christopher nimmt das junge Mädchen den Kampf gegen den alten Feind ihres Vaters auf, der in den Katakomben unter der Wiener Hofburg seine Ränke schmiedet. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Die Alchimistin ist eine Buchreihe, die hier in einer Sammelbox als Hörspiel vorlag.
Christopher kommt ins Schloss auf der Felseninsel in der Ostsee. Er ist Adoptivkind und kommt in eine mehr als seltsame Familie. Der Vater lässt sich nie blicken, der eine Bruder und die Schwester sind seltsam, scheinen ein Verhältnis miteinander zu haben und im Dachgarten lauert ein Geheimnis.
Christopher sucht Kontakt zu seinem Adoptivvater und wird ihm als Alchemie-Schüler angenommen. Allerdings ist das nicht von langer Dauer, denn er wird von einem Widersacher umgebracht. Christopher will lernen, beerdigt seinen „Lehrer“ und nutzt das Laboratorium für seine eigenen Studien.
Bis zu dem Tag, an dem seine kleine Adoptiv-Schwester entführt wird und sich die beiden Jungs gemeinsam auf die Suche nach ihrer kleinen Schwester machen.
Aura, die inzwischen aus dem Internat geflohen ist, befindet sich auch in Wien, wo sich die Geschwister zufällig wieder begegnen und nun gemeinsam ihre Schwester finden wollen und dem Feind ihres Vaters das Handwerk legen wollen.
Eine spannende Verstrickung von Alchemie, den Tempelrittern und alten Legenden beginnt.

Fazit: Diese Ausgabe umfasst gleich vier Folgen einer Serie. Ursprünglich war es eine Buchserie mit drei Bänden, laut Lovelybooks. Allerdings habe ich ja beschlossen, dass ich Kai Meyer erst einmal nur noch in Hörbuchform konsumieren werde. Seine Fantasy ist zu gewaltig, zu episch, zu langatmig, als dass ich da noch die Geduld hätte, die Bücher zu lesen.
In diesem Fall allerdings lag mir das Hörspiel vor. Die einzige Möglichkeit bei Spotify, die Bücher zu hören. Wobei ich aber sagen muss, dass dieses Hörspiel jetzt nicht gerade die schlechteste Variante war. – Störend finde ich hier nur, dass ich keine genaue Auflistung der Synchronstimmen finden konnte. Überall wurde einzig der Sprecher erwähnt. Nicht gerade fair, da hier durchaus auch einige mehr mitgewirkt haben. Die sollten zumindest namentlich erwähnt werden. Was Recht ist, sollte das auch bleiben.
Von Anfang an herrscht eine düstere, eine bedrohliche Stimmung. Der Ort der Handlung, das Schloss auf einer Insel in der Ostsee, das seltsame Verhalten von den Kindern und der arme Junge, der da mitten hinein adoptiert wird und gleich merkt, dass er wohl nicht unbedingt sehr willkommen ist.
Klar wird auch, dass mit der ganzen Familie etwas nicht stimmt. Die Mutter geht fremd mit einem Mann, den der Vater kennt und der Vater weiß um die Umtriebe seiner Frau, schließt sich aber in seinem höchst seltsamen Laboratorium im Dachgarten ein.
Von Anfang an habe ich gewaltige und düstere Bilder vor meinem geistigen Auge gehabt. Ich war gefesselt, ich habe mitgerätselt und wollte unbedingt wissen, was hinter den einzelnen Charakteren steckt und wo sich das alles noch hin entwickelt.
Je weiter ich in den Hörspielen voran gekommen bin, desto unheimlicher und alchimistischer wurde das alles. Herr Meyer hat hier wirklich in keiner Weise mit den alten Aberglauben und Gedankengängen gegeizt. Unsterblichkeit, der große Traum der Menschheit. Jeder wollte ihn haben und hier sollte er am Ende Wirklichkeit geworden sein. – Diese Vorstellung hat durchaus etwas kruseliges.

Die Vier Hörspiele sind auch innerhalb dieses Sammelbandes klar voneinander abgetrennt und man wird fast immer aus der Handlung herausgerissen, wenn eine neue Folge startet. Allerdings hat man hier eben nicht die quälende Wartezeit, die man hätte, wenn man alles direkt nach dem Erscheinen gehört hätte. Somit hat sich mir hier eine gewaltige und spannende Geschichte ergeben, die auch noch eine sehr angenehme Lauflänge hatte. Nicht zu lang und nicht zu kurz. Bequem zum Anhören an nur einem Arbeitstag, nebenher bei der Arbeit. – Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um ein Hörspiel handelte und somit jeder Charakter eine einzelne Stimme hatte, konnte ich die handelnden Personen aber auch sehr gut auseinanderhalten. Es entstanden keinerlei Verständnisprobleme. Ich musste mich zwar auf die alchimistische Denkweise einlassen und mir klar machen, dass das alles in längst vergangenen Zeiten spielte, doch dann hat sich mir hier ein wunderbares Bild und eine sehr spannende Geschichte ergeben.

Ich bewerte diesen Sammelband mit 5 von 5 möglichen Sternen.
Ich war gefesselt, ich bin gut hinterher gekommen und habe mir alles sehr gut vorstellen können. Jeder Charakter hat in meinem Kopfkino am Ende ein eigenes Gesicht gehabt und somit war ich komplett drin in der Handlung und stellenweise sogar so fasziniert, dass ich fast das Pausenklingeln überhört habe. *lach

[Hörbuch] Kai Meyer – „Die Spur der Bücher“

Kai Meyer
„Die Spur der Bücher“
Reihe: Die Spur der Bücher (1)
Verlag: Argon Verlag
ISBN: B074QPCN72
Länge: 10 Stunden 46 Minuten
Sprecher: Simon Jäger

– gehört im November 2021 –

Klappentext: Eine Stadt im Bann der Bücher. Mercy Amberdale ist in Buchläden und Antiquariaten aufgewachsen. Sie kennt den Zauber der Geschichten und besitzt das Talent der Bibliomantik. Für reiche Sammler besorgt sie die kostbarsten Titel, pirscht nachts durch Englands geheime Bibliotheken. Doch dann folgt sie der Spur der Bücher zum Schauplatz eines rätselhaften Mordes: Ein Buchhändler ist inmitten seines Ladens verbrannt, ohne dass ein Stück Papier zu Schaden kam.

Mercy gerät in ein Netz aus magischen Intrigen und dunklen Familiengeheimnissen, bis die Suche nach der Wahrheit sie zur Wurzel aller Bibliomantik führt. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Lucy Amberdale beschafft für reiche Kunden sehr wertvolle Bücher. Nicht immer auf legalem Weg, aber immer ohne die Bibliomantik zu nutzen. Der hat sie nach dem Tod eines guten Freundes abgeschworen. Sie hat den Buchläden und Antiquariaten den Rücken gekehrt und lebt nun am unteren Rand der Gesellschaft, aber nach ihrer Fasson.
Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein Buchhändler, ein guter Bekannter, ist in seinem Buchladen verbrannt. Nur er ist zwischen den Bücherregalen verkohlt aufgefunden worden. Den Büchern ringsherum ist allerdings nichts passiert. – Für Lucy ist klar, dass hier nur Bibliomantik im Spiel gewesen sein kann. Anders ist das nicht zu erklären. – Sie will den Mörder finden und den Fall aufklären.
Während sie im viktorianischen London mit allen ihr möglichen Tricks und Kniffen versucht den Fall aufzuklären, deckt sie unfreiwillig auch vieles über ihre eigene Herkunft auf. Ihre Mutter taucht wieder aus der Versenkung auf, doch ist sie eine andere, als Lucy das gern gehabt hätte.
Sie besinnt sich ihres Ziehvaters und kehrt in den Buchladen zurück. Doch aus ihrer Haut kann sie nicht. Sie ist eine Bibliomantin und sie besorgt Bücher für reiche Kunden.

Fazit: Ich kann nicht sagen, woran es liegt, aber im Großen und Ganzen tue ich mich mit Kai Meyer von Buch zu Buch schwerer. Ich weiß noch, dass ich das erste Buch von ihm, ich kann den Titel gar nicht mehr nennen, noch in den höchsten Tönen gelobt hätte, hätte ich da bereits einen Blog geführt. Aber diese Begeisterung hat sich dann leider mehr und mehr abgeflacht und ich konnte meine anfängliche Begeisterung nicht mehr wirklich verstehen.
Auch in diesem Buch hatte ich wieder das Problem, dass mir seine Fantasy zu abgehoben, zu durcheinander war. Der Leser bzw. Hörer landet hier im viktorianischen London. Die Zeit und das Leben seinerzeit ist auch ziemlich gut und glaubhaft dargestellt. Allerdings kommt dann die fantastische Komponente hinzu, indem er seinen handelnden Figuren Kräfte gibt, die er „Bibliomantik“ nennt und die diese Menschen zu allerlei magischen Dingen befähigt. Geschickt eingewoben hier der stete Kampf von Arm gegen Reich und dieses ewige Vorurteil, dass alle armen Menschen im Leben zu nichts kommen werden, weil sie eben arm sind.
Ein weiteres Problem bestand für mich hier auch in den vielen Namen, die mir hier um die Ohren. Die waren kompliziert und dann hatten die handelnden Figuren teilweise auch noch Name und Vorname und schon war das Durcheinander perfekt. – Leider hat dieses Durcheinander dann dazu geführt, dass ich stellenweise nicht wirklich in der Lage war der Handlung zu folgen, weil ich dann immer wieder gerätselt habe, wer denn das jetzt nun ist.

Allerdings habe ich so viel verstanden, dass die Protagonistin am Ende das Geheimnis um ihre Herkunft lüften kann. Sie ist eben nicht genau das, was sie immer dachte, sondern eigentlich jemand ganz anderes. Aus einem ganz anderen Stand, als sie ursprünglich gedacht hat.
Die Geschichte hat mich auf der einen Seite komplett fasziniert und ich wollte schon wissen, wie das Ganze denn nun am Ende ausgehen soll. Auf der anderen Seite wurde ich aber auch von dem scheinbaren Durcheinander abgestoßen, weil ich immer das Gefühl hatte, dass ich nicht wirklich hinterhergekommen bin, wer denn jetzt gut und wer böse ist. – Für mich hat sich am Ende scheinbar vieles zum Guten gewendet, aber eben nicht alles. Altlasten sind eben aufgetaucht, die vorher nicht da waren. Das ist dann genau der Stoff für den nächsten Band der Reihe.

Der Sprecher, Simon Jänger, hat einen guten Job gemacht. Er hat ja von vornherein schon einmal eine richtig angenehme Märchenonkelstimme und trägt so schon einmal einen ganzen Teil dazu bei, dass der Hörer sich hier wohl fühlt. Und dann hat er die Stimme des einen Fieslings so richtig gut hinbekommen. Er hat plötzlich gelispelt, einen komplett verschlagenen Tonfall angeschlagen und schien ein ganz andere zu sein. Die anderen Figuren hat er jetzt nicht so explizit dargestellt, aber das hat dann der Text gemacht.
Am Ende kam eine Spielzeit von etwas weniger als 11 Stunden heraus und die waren als Hörbuch ganz in Ordnung. – Ich musste allerdings feststellen, das sich das Buch, hätte ich es selber gelesen, mit Sicherheit abgebrochen hätte. Somit es schon an sich einmal ein Glücksfall, dass es eben auch Hörbücher gibt. Bei Herrn Meyer werde ich wohl bei dieser Version der Bücher bleiben.

Ich bewerte das Buch mit 3 von 5 möglichen Sternen.
Für die volle Punktzahl hat es leider nicht gereicht, das ich zu oft zu verwirrt war und mir so mit Sicherheit eine ganze Menge entgangen ist.
Ansonsten aber eine vor Fantasie nur so sprühende Story, die ihresgleichen sucht.

[Ebook] Kai Meyer – „Die Winterprinzessin“

Kai Meyer
“Die Winterprinzessin”
Reihe: Brüder Grimm (2)
Verlag: Aufbau Digital
ISBN: 9-783-841-21209-2
Länge: 249 Seiten

– gelesen im August 2021 –

Obwohl ich nach wie vor der Meinung bin, dass dieser Kai Meyer nicht der ist, von dem ich behaupte, ein Fan zu sein, wollte ich auch diesen Teil der Reihe gern lesen.

Klappentext: Inhalt: Die Brüder Grimm sind auf dem Weg nach Karlsruhe. Der Herzog dort ist Vater eines Sohnes geworden und sucht für den Prinzen einen Lehrer.
In Karlsruhe werden die beiden informiert, dass das Kind verschwunden ist. Man vermutet seinen Tod. – Die Brüder finden das Verhalten der involvierten Leute sehr merkwürdig und machen sich auf die Suche nach dem Prinzen. Dabei stoßen sie aber auf sehr merkwürdige Menschen mit Tiermasken, dienen einem seltsamen Kult angehören und eine indische Prinzessin mit magischen Fähigkeiten.
Die Brüder geraten in Lebensgefahr, können sich nach Weimar retten und sehen ihren Freund Goethe in alles involviert. (Quelle: Lovelybooks.de)

Fazit: Von einer so eingängigen Fantasy zu einem Roman in dieser doch sehr altbackenen Sprache, war es ein ganz schöner Sprung. Aber ich hatte mir die Lektüre vorgenommen und kneifen gilt nicht. Also rein in die Story.
Vom Potential her, war in jedem Fall eine ganze Menge da. Der Autor nimmt historische Persönlichkeiten her, Leute die tatsächlich gelebt haben, und steckt sie in eine ganz neue Geschichte, die er sich ausgedacht hat. Das alles in einem authentischen aber nicht einfachen Schreibstil. – Auf jeden Fall wird das Erzählte so glaubhafter.
Ich habe auch herausgefunden, dass es sich hier wirklich um genau den Kai Meyer handelt, den ich meint. Mit diesen Büchern kenne ich nun eine weitere Facette von ihm. der Mann hat wirklich einiges drauf, wenn man mal so über seine Werke schaut.
In diesem Buch hat er wieder tatsächliche historische Figuren genommen und hat sie in eine frei erfundene Geschichte gesteckt. Dabei hat er Leute und Kulturen ferner Länder hergenommen und einer im Mittelalter spielenden Geschichte einen exotischen Hauch verliehen. Auch Magie und die Märchenwelt spielen eine nicht unerhebliche Rolle.
Das alles war in einem zwar passenden, aber sehr umständlichen Stil geschrieben. Genau so umständlich und scheinbar gehoben, wie die Menschen im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert geredet habe. – Das hat die Geschichte glaubhafter und runder gemacht, aber auch das Verständnis nicht unbedingt erleichtert. Ich musste mich beim Lesen doch sehr konzentrieren und möglichst ohne Ablenkung sein. Dann ging es am besten. – Nach einem anstrengenden Arbeitstag fiel mir die Lektüre jedenfalls ziemlich schwer.
Kopfkino hatte ich leider nur teilweise. Lag wohl daran, dass auch ziemlich viel erklärt wurde und ich dann den Eindruck von ereignislosen Längen hatte. Wenn dann aber richtig Action war, hatte ich auch einen Actionfilm vor Augen.
Alles in allem bin ich mit diesem Buch aber mal wesentlich besser klar gekommen, als mit dem ersten Band. Zum einen hatte ich mich wohl schon auf den Stil eingestellt und wusste, was auf mich zukommt, und zum anderen fand ich diese Geschichte auch eingängiger als die vorherige.
Diese Reihe endet dann leider aber auch hier. Jetzt, wo ich mich an den Stil gewöhnt habe, ist das Vergnügen auch schon vorbei. Ziemlich schade eigentlich, denn Potential ist in jedem Fall noch jede Menge vorhanden.

Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 möglichen Sternen.
Dieses Buch war in jedem Fall eingängiger, als der erste Band. Aber zu einhundert Prozent war ich dann doch nicht überzeugt. Das Lesen war anstrengend, da es eine hohe Konzentration erforderte und der Film in meinem Kopfkino wurde auch immer wieder unterbrochen. – Im Großen und Ganzen aber eine super Fantasy.