[EBook] Sebastian Fitzek – „Das Paket“

Sebastian Fitzek
„Das Paket“
Verlag: Droemer
ISBN: 9-783-426-19920-6
Länge: 368 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Herr Fitzek einmal mehr in Höchstform und ich auf allen Irrwegen, die er für seine Leser eingebaut hat.

Klappentext: Der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek!

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den ‚Friseur‘ nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der ‚Friseur‘ könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Emma ist auf einem Kongress. Und als wäre die Notlüge, mit der sie sich gegen einen überheblichen Kollegen zur Wehr setzt, noch nicht genug, wird sie abends in ihrem Zimmer auch noch vergewaltigt.
Zumindest gaubt sie, sie wurde vergewaltigt.Sie verliert ihr Kind, entfernt sich von ihrem Mann und verliert so nach und nach ihren Verstand.
Genau das wollte der Täter aber nicht. Er wollte ihr doch nur helfen. Wollte ihr zeigen, dass ihr lieber Ehemann gar nicht so lieb ist, weil er sie nämlich betrügt und andere Frauen verführt und sogar ihre beste Freundin geschwängert hat.
Doch Emma sieht das nicht. Sie rutscht immer tiefer in eine Verkettung von unglücklichen Umständen, wird mehr und mehr zur Mörderin und ist am Ende mehr als überrascht, als sie erfährt, wer der wahre Täter ist und wie weit die Sache bereits zurück liegt.

Fazit: Kurze Kapitel. Damit immer wieder die Möglichkeit das Lesen zu unterbrechen und anschließend schnell wieder in die Handlung hinein zu kommen. Außerdem für Herrn Fitzek die Möglichkeit öfter mal in Ort und Zeit herum zu springen. Da das aber kenntlich gemacht war, bin ich schnell in die Handlung hinein gekommen. Habe den Sinn hinter den Sprüngen begriffen und einfach nur den Kopfkinofilm genossen, der sich mir bot.
Herr Fitzek bietet in dem Buch wieder viele Irrwege in den Ermittlungen an. Er lockt den Leser auf vollkommen falsche Fährten. Und ich bin diesen falschen Wegen ganz bereitwillig gefolgt. Genau so, wie es auch die Protagonistin tat. Um dann, am Ende, genau so entsetzt und verwirrt zu sein, wie es ¨Emma¨ war. Ich glaube, wenn ich das durch gemacht hätte, dann hätte man mich auch einliefern können.
Ich habe eben von Lesepausen gesprochen. Sagen wir mal so: Freiwillig waren die nicht! Das Leben war schuld. Wenn ich gekonnt hätte, wie gewollt, dann hätte ich das Werk auf einen Sitz verschlungen. Die Spannung war von Anfang an typisch Fitzek. Von Anfang an auf eine seltsame Art gefesselt. Ich konnte gar nicht mehr anders, als weiter lesen. Nach jeder Unterbrechung bin ich immer wieder schnell in die Handlung hinein gekommen und war gleich wieder in der Welt von Emma gewesen. – Keine schöne Welt, aber als Außenstehender gut zu wissen, dass ich nicht selber das Opfer in diesem perfiden Spiel gewesen bin.

Herr Fitzek hat sich einmal mehr selbst übertroffen. Mir bleibt also nur zu hoffen, dass das nicht sein letztes Buch war…


[EBook] Malal Yousafzai – „Ich bin Malala“

Malala Yousafzai
„Ich bin Malala“
Verlag: Droemer
ISBN: 9-783-426-27629-7
Länge: 400 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Malala berichtet erschreckend real von ihrem Schicksal und ihrem Mut. So etwas gehört unterstützt und ermutigt.

Klappentext: Ihre Geschichte sorgte international für Erschütterung: Am 9. Oktober 2012 wird die junge Pakistanerin Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg von Taliban-Kämpfern überfallen und brutal niedergeschossen. Die Fünfzehnjährige hatte sich den Taliban widersetzt, die Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen. Obendrein führte sie für die BBC ein vielbeachtetes Blog-Tagebuch über ihren Alltag unter den Islamisten. Damit war ihr Todesurteil gefällt. Die Kugel traf Malala aus nächster Nähe in den Kopf; doch wie durch ein Wunder kam das mutige Mädchen mit dem Leben davon.
Schon kurz danach hat sie erklärt, dass dieser Anschlag sie nicht davon abhalten wird, auch weiterhin für die Rechte von Kindern, insbesondere Mädchen, einzutreten. Dies ist ihre Geschichte. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Jeder kennt Malala, das kleine tapfere Mädchen, welches von den Taliban erschossen werden sollte, weil sie für das Recht auf Bildung für Mädchen kämpft. – In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte. Von dem Vorfall selber, zumindest was sie selber noch davon wusste, von ihrer Geburt und ihrer schulischen Laufbahn und sehr viel auch von ihrem Vater und davon was er durchmachen musste, bis er da stand, wo er heute steht.
Es geht um viel um die Geschichte ihres Landes und man bekommt erklärt, wie die Ereignisse eins zum anderen führt.

Als es dann zum eigentlichen Ereignis, den Schuss, kommt, wird das das Buch nur noch dramatischer und die Ereignisse haben sich förmlich überschlagen.
Malala berichtet aus ihrem Leben, von ihrem Land, von sich selber und dem, was sie alles gelernt hat, aus den Dingen die passiert sind.

Fazit: Zugegeben, ich hatte von dem Buch eine etwas andere Form erwartet. Aber irgendwie hat es dann doch so seinen eigenen Charme versprüht und mich an sich gebunden. Ich hatte erwartet, dass Malala mehr von ihrem eigenen Schicksal berichtet. Das sie das Hauptaugenmerk mehr auf sich selber richtet. Aber da habe ich Malala wohl komplett falsch eingeschätzt. Nicht nur ihr eigenes Schicksal ist für sie wichtig, sondern auch das ihres Landes. Und genau aus diesem Grund hat sie wohl auch von ihrem Land berichtet, bevor sie auf sich selber gekommen ist.
Als die Sprache dann auf sich selber, lief es mir mehr als einmal eiskalt den Rücken herunter. Ich war ergriffen und gefesselt und konnte einfach nicht fassen, was für ein Hass in den Taliban wüten muss. Wo holen sie das nur her, dass eine Frau keine Ausbildung genießen darf oder ähnliche Dinge, die einfach nur Unsinn sind. So steht das nicht im Koran und so sollte man keinen gläubigen Menschen unterjochen.

Alles war in einer einfachen, jedoch nicht kindlichen Sprache geschrieben. – Als Feierabendlektüre hat es sich zwar gut lesen lassen, aber entspannend war es aufgrund des Inhalts nicht wirklich. Ich wurde zum Nachdenken angeregt und habe etwas länger gebraucht, bis ich das Gelesene verdaut und verarbeitet hatte.

Ich will das Buch jetzt nicht komplett zerreden und werde deshalb einfach nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Tut euch dieses Buch einfach mal an! Ein Fehler ist es garantiert nicht!

[EBook] Sebastian Fitzek – „Der Insasse“

Sebastian Fitzek
„Der Insasse“
Verlag: Droemer Verlag
ISBN: 9-783-426-43981-4
Seiten: 412
erschienen: 24.10.2018

– gelesen im Februar 2020 –

Ich mag Fitzek. Wann immer mir etwas von ihm in die Finger kommt, verschlinge ich es förmlich. Deswegen kann ich es eigentlich nicht verstehen, dass ich mit diesem Buch so lang gewartet habe, bis ich es gelesen habe. – Aber eigentlich ist das egal. Ich habe es ja nun gelesen und war einmal mehr komplett begeistert.

Klappentext: Seit drei Monaten wird der kleine Max Berghoff vermisst. Nur einer weiß, was mit ihm geschah: der Kindermörder Guido T. Doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt. Da macht ein Ermittler der Mordkommission Max’ Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn als Insassen in die Klinik ein, damit er Guido T. so nah wie möglich kommen und ihm ein Geständnis entlocken kann. Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit. Dachte Max’ Vater. Bis er die grausame Wahrheit erfährt …

Inhalt: Till Berghoff, Vater von Max, ist verzweifelt. Sein Sohn wird vermisst, keiner weiß, was passiert ist und die Polizei macht nichts mehr. Er lässt sich aus lauter Verzweiflung in genau die Nervenklinik einliefern, in der auch der Täter gefangen ist, um von ihm selber zu erfahren, was passiert ist.
Die Identität, die ihm sein Schwager verschafft hat, ist aber nicht gerade ideal. Vom Arzt wird er für einen Simulanten gehalten. Sein Zimmergenosse ist gewalttätig und schlägt ihn schon in der ersten Nacht ordentlich zusammen und dann bekommt er eine Chemo verabreicht, obwohl er doch gar kein Krebs hat. Denkt er.
Er kann aber etwas erreichen. Er kommt an den Täter heran und er kann mit ihm einen Deal aushandeln, wie er erfährt, wo sein Sohn ist. Und mit einer geringen Chance ist er sogar noch „warm“. – Doch ist Till Berghoff wirklich der er er zu sein glaubt? Ist der Junge, den er retten will, sein Sohn?

Fazit: 412 Seiten Sebastian Fitzek, von denen ich am Ende nicht mal 3 Tage etwas hatte. Trotz zweiter Schicht habe ich dieses Buch fast schon in Rekordzeit verschlungen. Zumindest für meine Verhältnisse. Aber es war eben von Fitzek. Da flogen die Seiten beim Lesen nur so dahin. Ich habe gelesen, war voll in der Geschichte gefangen, habe alles um mich herum vergessen und als mein Blick dann zufällig mal auf die Seitenzahl viel, war ich verblüfft, wie schnell das Buch so dahin geht.
Alles war einfach geschrieben. Die Erklärungen haben gut in die Handlung gepasst und sie nicht aufgehalten, sondern sich irgendwie nahtlos eingefügt. Beim Lesen hatte ich ein grandioses Kopfkino vor meinem geistigen Auge und habe die Dinge, die dem Protagonisten passiert sind, fast am eigenen Leib gespürt.
Die Handlung hat sich schön kontinuierlich dem Ende zu bewegt und wurde dabei immer rätselhafter. Und am Ende, als ich glaubte, alles wird gut, war da noch einmal dieser Haken, der mich ins Grübeln geraten lies. Und somit habe ich dann auch die letzten 12 Seiten mit Spannung gelesen. – Ich fand ganz witzig, dass Herr Fitzek in diesem Fall auch die Danksagung in Form einer Kurzgeschichte gestaltet hat. Dass ich ein Nachwort mit so viel Interesse gelesen habe, ist mir auch noch nicht passiert.
Das Buch bestand aus einem Hauptstrang, der von dem (vermeintlichen) Protagonisten erzählt hat. Daneben hatte es immer mal wieder kleine Nebenstränge, die sich dann aber schnell in den Hauptstrang eingefügt haben. Somit haben sie schnell Sinn ergeben. Das brachte Abwechslung und Kurzweil in die Story. Und so wurde das Gesamtbild rund und stimmig.

Mir lag dieses Buch in Form eines Ebooks vor. Wobei wir auch schon bei dem ersten und einzigen Manko wären. Denn irgendwie hat mein Reader ein Problem gehabt. Er hat Kapitelanfänge oder teilweise Seiten unterschlagen. Ich musste dann immer wieder in die Einstellungen gehen und wieder raus. Dann hat es wieder gestimmt. Aber nervig war das schon. Es hat eine Weile gebraucht, bis ich den Bogen raus hatte, das sich am besten auf der Leerseite pausiere, die immer zwischen den Kapiteln war. – Ob die Leerseite der Punkt war, dass mir die Lektüre so kurzweilig und schnell vorkam? Möglich wäre es in jedem Fall *schulterzuck.
Lesepausen…. in dem Fall höchst unbeliebt, aber leider nötig. Ich musste zwischendurch immer mal wieder etwas arbeiten. Aber so gesehen waren die kein Problem. Die Kapitel waren kurz gehalten und immer wenn ich wieder eingestiegen bin, war ich eins fix drei wieder drin in der Handlung. – Genau so, wie das immer sein sollte.

Ich bewerte das Buch in jedem Fall mit den vollen 5 von 5 möglichen Sternen. Bis auf die Darstellung auf meinem Reader habe ich absolut gar nichts daran auszusetzen gehabt. Kurzweiliges Lesevergnügen pur!