[EBook] E.M. Forster – „Die Maschine steht still“

E.M. Forster
„Die Maschine steht still“
Verlag: Hoffmann und Campe
ISBN: 9-783-455-40571-2
Länge: 42 Seiten

– gelesen im Juni 2022 –

Überraschen kurz, das Ganze.

Klappentext: In E. M. Forsters Dystopie leben die Menschen in einer unterirdischen, abgekapselten Welt mit allem Komfort: Das ganze Leben ist durch die Dienstleistungen der »Maschine« perfekt geregelt. Die Menschen haben kein Bedürfnis mehr nach persönlichen Begegnungen, man kommuniziert nur über die Maschine, die über allem wacht. Ihr Handbuch ist zu einer Art Bibel geworden, die Menschen sind gefangen in ihrer absoluten Abhängigkeit von der Technik, die sie nicht mehr kontrollieren können. Doch nach und nach geht das Wissen, das hinter der Maschine steckt, verloren und das System wird anfällig für Pannen …
E. M. Forsters visionäres Werk wirft Fragen auf, die von großer Aktualität sind: Wie kann der Mensch seine Selbstbestimmung wahren gegenüber Maschinen, die immer stärker unser Leben bestimmen? (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Vashti lebt ihr Leben in ihrer Wabe. Bereitwillig lebt sie einen Rhythmus, den die Maschine ihr vorgibt.
Ein Anruf ihres Sohnes Kuno verändert ihr Leben. Er will mit ihr reden, jedoch nicht über die Maschine, sondern von Angesicht zu Angesicht.
Nicht nur die Reise ist beschwerlich, sondern wirklich auch das, was Kuno ihr zu sagen hat. Er hat vollkommen nicht maschinelles Gedankengut. Sie kann nicht verstehen, wie er so aus der Art schlagen konnte. Sie will Kuno nie mehr sehen.
Doch eines Tages passiert das, was niemand sich jemals vorstellen konnte. Die Maschine bleibt stehen. Nichts geht mehr. Die Menschen verlieren alle ihre Annehmlichkeiten und bemerken, wie sinnlos ihre Abhängigkeit doch war.

Fazit: Ich habe ja zunächst Wunder was gedacht, wie toll dieses Buch sein würde. Und dann stellt sich das Ganze als eine eigentlich uralte Story heraus. Die Erstveröffentlichung war 1909 und ich habe meine Erwartungen erst einmal ein ganzes Stück zurückgenommen. Und das alles noch, bevor ich die Lektüre überhaupt begonnen hatte …

Die Story startet direkt mitten im Geschehen, wie es für eine Kurzgeschichte nicht unüblich ist. Und die jetzt konstruierte Welt ist die pure Science-Fiction. Die Menschen haben sich einander und der Natur abgewandt. Elterliche Pflichten enden mit der Geburt und die Menschen erzeugen Ideen.
Von der hier herrschenden Technologie kann man teilweise heute noch nur träumen und alles in allem scheint mir das hier beschriebene Leben nicht sonderlich erstrebenswert. Der Mensch hängt komplett von einer Maschine ab. Die Maschine sorgt für Luft, Unterhaltung, für den Schlafplatz und einiges mehr. Der Mensch bekommt seine Bedürfnisse komplett erfüllt und muss sich um nichts einen Kopf machen.
Wenn ich es nicht genau gewusst hätte, das es sich hier um so ein altes Werk handelt, wäre ich im Leben nicht drauf gekommen.
An der Schreib- bzw. Ausdrucksweise hat man gemerkt, dass jetzt nicht ganz so modern ist, aber ansonsten hat sich alles sehr gut lesen lassen. Ich hatte ein wirklich faszinierendes Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Die Bilder, die da entstanden sind, hatten wirklich etwas von einer Apokalypse. Richtiggehend faszinieren.
Wenn das Ganze jetzt noch ein Roman mit mehr Umfang gewesen wäre, hätte man da aber etwas richtig Gewaltiges daraus machen können. – Vielleicht eine Fanfiction?
Das Format des Ebooks war ein seltenes PDF, aber die Seitenaufteilung war auch für das relativ kleine Display eines normalen Readers sehr gut geeignet. Da hatte ich wirklich absolut keine Probleme. Es war eben wirklich einfach nur zu kurz.

Ich bewerte dieses wirklich sehr kurze Ebook nicht mit voller Punktzahl. Der Stoff hat ein richtiges Buch verdient. Zu gern wäre ich noch mehr in diese Welt eingetaucht und hätte gern mehr über den Zustand der Erde und der Menschheit erfahren. So war es eben nur eine Art Betthupferl.

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