[EBook] Robert Harris – „Konklave“

Robert Harris
„Konklave“
Verlag: Heyne
ISBN: 9-783-453-43903-0
Länge: 368 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Eine Konklave, wie sie wohl nie Außenstehender erleben wird. Es sei denn, man liest dieses Buch.

Klappentext: Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner … Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt … (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Der Papst ist tot. Sofort tritt ein altes Szenario in Kraft, das jedes mal gleich ist, wenn ein Papst verstorben ist. Die Wohnung wird versiegelt, die Geschäfte ruhen und der Papst wird einbalsamiert, beigesetzt und schon steht ein Konklave an.
Bei einem Konklave wetteifern Menschen aus den verschiedensten Ländern um das höchste Amt der Kirche. Jeder Favorit ist darauf bedacht, sich im besten Licht darzustellen. Kein Skandal der Vergangenheit darf ans Licht gelangen. Doch diese Skandale gibt es nun einmal. Es handelt sich hier schließlich auch nur um Menschen.
Kurz bevor das Konklave beginnt, schlägt ein Kardinal auf, den keiner kennt. Der Papst hat ihn ernannt, ohne jemanden einzuweihen.
Der Neue scheint harmlos zu sein. Ruhig und bescheiden scheint er sich in die Gemeinschaft einzufügen. Doch es steckt mehr in diesem kleinen Phillipino.
Trotz eines Bombenanschlages und diverser Abweichungen der alten Vorschriften und Statuten kann sich am Ende ein Skandal abwenden lassen. Oder ist die Entscheidung wirklich eine Gute?

Fazit: Dieses Buch hat mich gefordert. Es hat mich aber auch gefördert und gefesselt. Eben genau so, wie man es sich bei einem guten Buch vorstellt.
Zunächst einmal muss gesagt werden, dass es sich hier um ein Buch handelt, was im Endeffekt ein Konklave beschreibt, wie es wirklich ist. Langwierig, geprägt von Jahrhunderte alten Riten und Vorschriften. Dem entsprechend zäh gestaltete es sich auch, bis ich in der Handlung drin war. Aber als es dann voran ging, kamen auch die ersten Fehltritte der Kardinäle ins Spiel. Es sind halt am Ende auch nur Menschen, die ein Leben vor der Kirche hatten. Und genau diese kleinen Katastrophen machen dieses Buch so interessant.
Ich glaube, dieses Buch musste so ausführlich be- und geschrieben werden. Nur so war es wohl möglich das alles so darzustellen. Dem Leser das Gefühl zu geben, wirklich dabei gewesen zu sein.
Beschrieben war alles so, dass ich zwar nicht durchgehend, aber doch zumindest ausschnittsweise einen Film in meinem Kopfkino laufen hatte. Hin und wieder bin ich über das lateinische Zeugs gestolpert. Oder über die teilweise sehr schwer formulierten Gebete und Bibelstellen. Aber auch daran habe ich mich dann schnell gewöhnt. Es war nicht wichtig für die Handlung, also konnte ich es auch ruhigen Gewissens überlesen.
Das Buch war anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Deswegen war es in gewisser Weise ein Experiment. Denn sind wir mal ehrlich, die Kirche interessiert mich nicht wirklich. Die will ja am Ende auch nur mein Geld. – Aber diese alten Zeremonien, dieses starre Festhalten an alten Traditionen… Das kann doch nicht weltoffen und modern sein.

Ich habe es gern gelesen. Und ich wünsche mir mehr von dieser Sorte Bücher.

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