[Hörbuch] Astrid Pfister – „Trauma – Niemand wird dich retten“

Astrid Pfister
„Trauma – Niemand wird dich retten“
Verlag: DP Audiobooks
ISBN: 9-783-968-17765-6
Länge: 5 Stunden 46 Minuten
Sprecher: Irene Weber

– gehört im Januar 2022 –

Dieses Buch habe ich im Rezensentenportal von Digital Publishers gefunden. Da es das auch als Hörbuch gab und auch bei Spotify zu finden war, habe ich es gehört. Das ging schneller, als es auf meinen Sub zu setzen.

Klappentext: Nimm dich in Acht, dann überlebst du vielleicht … Nach einem traumatischen Einbruch befindet sich Leah mit ihrem Mann Maik in einem renommierten Reha- und Trauma-Zentrum. Ihr selbst ist bei dem Einbruch nichts passiert, doch Maik wurde angeschossen und wäre daraufhin fast gestorben. Um das Geschehen zu verarbeiten, nimmt Leah widerwillig an den wöchentlichen Traumasitzungen teil. Dabei wird ihr schnell klar, dass mit dem Reha-Zentrum irgendetwas nicht stimmt, denn auf einmal verändert sich Maik und Leah schafft es kaum noch, Zugang zu ihm zu finden. Hängt es mit den Medikamenten zusammen, die Maik einnimmt, oder steckt womöglich noch viel mehr dahinter? (Quelle: Thalia.de)

Inhalt: Lea und ihr Mann haben schreckliches durchgemacht. In ihre Wohnung wurde eingebrochen, wobei ihr Mann Mike niedergeschossen wurde und dabei so schwer verletzt wurde, dass er über neun Stunden lang operiert werden musste. Auch sie selber ist mit ihrem schwangeren Körper gegen ein Tischchen gestoßen und dann gefallen. Dadurch hat auch sie sehr gefährliche Verletzungen erlitten und musste operiert werden. – Doch nun erholen sich beide in einem hervorragenden Traumazentrum von ihrem Schicksalsschlag. – So meint Lea wenigstens.
Lea legt sich aufgrund ihres Traumas ihr Schicksal so zurecht, wie sie es am besten aushalten kann. Sie nimmt keine Psychopharmaka, sondern Schwangerschaftsvitamine, sie hat ihrer Meinung nach kein Trauma und ist der Meinung, dass sie und ihr Mann schon längst hätten entlassen werden müssen.

Was Lea allerdings nicht weiß: Sie hat wirklich ein Trauma und ist auch in der Klinik nicht wirklich außer Gefahr. Denn einer der Einbrecher hat sich auch einweisen lassen, um herauszubekommen, was Lea noch weiß und ob sie eine Gefahr für die Bande darstellt.

Fazit: Mit seinen etwas über fünf Stunden ist dieses Buch ein eher kürzeres unter den Hörbüchern. Die Autorin war mir im Vorfeld nicht bekannt, sodass ich am Ende komplett ohne jede Vorstellung und komplett unbedarft an diese Reihe herangegangen bin.
Als die Handlung losgeht, lernt man Lea kennen. Eine ziemlich symphatische Protagonistin, bei der ich von Anfang an gut mitfühlen konnte. Ich habe sie vor mir gesehen, wie sie sich mit ihrem Schwangerschaftsbauch durch die Klinik walzt und sich bei den Therapiesitzungen quälte und immer wieder behauptet, dass sie kein Trauma habe. – Allerdings habe ich auch gleich gemerkt, dass bei dieser scheinbar heilen Welt etwas nicht stimmen kann. Die Vorwürfe, die Ärztin würde Lea ein Trauma einreden fand ich von Anfang an suspekt und mir war klar, dass da noch etwas kommen musste.
Die Handlung ist viel auf wörtlicher Rede aufgebaut. – In einer psychischen Klinik wird in den Therapien nun einmal viel geredet. Das ist da quasi die Hauptbeschäftigung, trotzdem kamen mir der Ehemann und auch der andere Patient mehr als suspekt vor. Vor allem, was ist das denn bitte für ein Traumazentrum, in dem auch Physiotherapie gemacht wird. Gibt es so etwas wirklich? – Ich kann mir vorstellen, dass die Patienten Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung gegeben werden, aber direkt als Physio?
Der Mitpatient spielt ein mehr als falsches Spiel und dabei wird der Leser, bzw. Hörer sehr intensiv mitgenommen. Als er Lea sein Familiendrama erzählt hat, war ich sehr mitgenommen und drauf und dran, diesem Mann mein Vertrauen zu schenken. Das hat sich dann allerdings geändert, als er das Handy aus seinem Versteck geholt hat und mit dem Gespräch seine wahre Identität mitgeteilt hat.
Die Handlung springt die ganze Zeit zwischen Klinikalltag und dem Einbruch hin und her. Dadurch ergab sich mir ein Bild des Tathergangs und wie es sein konnte, dass die Protagonistin nun genau da ist, wo sie ist. Trotzdem war da immer noch eine gewisse Unstimmigkeit. Irgendwie passte das alles nicht.
Bis zum großen Finale spielt die Autorin hier mit ihren Lesern. Die ganze Zeit lässt sie keinen Zweifel daran, dass alles genau so ist, wie man es hier hört, bzw. liest und am Ende kommt die große Wendung. Mit viel Spannung, Missverständnissen, purer Dramatik und Trauer lässt sie dann die Bombe platzen. Erst dann bekommt man mit, was hier wirklich fakt war und am Ende hat mir die Protagonistin nur noch mehr leidgetan. – Die Story hat hier insgesamt einige Umwege genommen, war aber im Ganzen äußerst spannend. Die Spannung war hier irgendwie unterschwellig, nicht so offensichtlich und man musste schon versuchen, hinter die Kulissen zu schauen, wollte man hier einen Sinn in dem finden, was die Autorin hier erzählt hat.
Da mir die Hörbuchversion vorlag, muss ich auch die Sprecherin noch einmal erwähnen. – Sie hat hier einen sehr guten Job gemacht. Wobei mir ihre Stimme anfangs erst weniger sympathisch war, hat sich das dann aber im Laufe der Handlung geändert. Sie hat jeden Charakter so eine kleine eigene Nuance in ihrer Stimme gegeben. Nicht übertrieben viel, aber immer war da etwas im Tonfall oder in der Art zu sprechen, dass man den Charakteren ihre Rolle immer voll abgekauft hat. Nur so war es wohl möglich, dass auch ich wirklich erst ganz am Ende dahinter gekommen bin, was hier nun eigentlich genau passiert ist. – Und das ist mal der pure Wahnsinn und so nah am Leben, dass es fast schon erschreckend ist.

Ich bewerte das Buch mit den vollen 5 von 5 möglichen Sternen.
Auch wenn ich am Anfang mit der Art zu erzählen und mit der Story selber erst warm werden musste, habe ich die Protagonistin auf ihre Art dann irgendwann lieb gewonnen und habe mit ihr gefiebert. Ich wollte einfach nur, dass für sie alles gut wird und am Ende war es dann doch alles andere als ein Happy End.
Dieses Buch hatte so seine ganze eigene Art von Spannung. Der Stil war nicht 08/15 und das Gesamtpaket hat sich durchaus gelohnt.

3 Kommentare zu „[Hörbuch] Astrid Pfister – „Trauma – Niemand wird dich retten“

  1. Warum sollte es in einer Traumaklinik keine Physiotherapie geben? Es soll ja auch Menschen geben, die körperlich nicht so ganz gesund sind und während einer Trauma-Therapie ihre Physio fortsetzen „müssen/sollen“ …. ??!

    LG Babsi (die in einer Praxis für Physiotherapie arbeitet)

    Gefällt 1 Person

      1. Trauma ist auch nicht immer nur psychisch sondern ganz oft auch körperlich …. ein Trauma kann z. B. durch einen Unfall ausgelöst werden, und dann braucht es erst recht Physio. 🙂

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s