[EBook] Lorenz S. Beckhardt – „Der Jude mit dem Hakenkreuz“

Lorenz S. Beckhardt
“Der Jude mit dem Hakenkreuz”
Verlag: Aufbau Digital
ISBN: 9-783-841-20811-8
Länge: 395 Seiten

– gelesen im Mai 2021 –

Ein Buch, in das ich mich voller Interesse und in Erwartung einer spannenden Lebensgeschichte gestürzt habe, was mich dann aber am Ende komplett enttäuscht hat. – Ich habe abgebrochen.

Klappentext: Erschütternd und provokant Die Geschichte einer ungewöhnlichen deutsch-jüdischen Familie – von aufstrebenden Kaufleuten im 19. Jahrhundert über den Großvater Fritz Beckhardt, den glühenden Patrioten und mutigen Piloten im Ersten Weltkrieg, bis zur Generation, die nach 1945 einen Neuanfang im Land der Täter wagt. Lorenz S. Beckhardt, in einem katholischen Internat erzogen, erfährt erst als Achtzehnjähriger, dass er Jude ist. Allmählich erhellen sich ihm das Leben seiner Vorfahren, ihr Streben nach Anerkennung als vollwertige Bürger und nach wirtschaftlichem Aufstieg. Sein Großvater Fritz, gelernter Textilkaufmann, war aus dem Ersten Weltkrieg als der höchst dekorierte Jude auf deutscher Seite zurückgekehrt. Nach 1933 wurde er wegen Rassenschande inhaftiert, kam aber mit Hilfe seines ehemaligen Geschwaderkameraden Hermann Göring aus Buchenwald frei und konnte mit seiner Frau emigrieren. Sohn Kurt und Tochter Hilde gelangten mit Kindertransporten nach England. Andere Verwandte wurden deportiert und ermordet. Nach dem Krieg pochte er auf die Einlösung des Versprechens, das er dem Schwiegervater beim Abschied gegeben hatte: „Papa, Hitler wird den Krieg verlieren. … wir kommen zurück; auch nach diesen ‚tausend Jahren‘ wird es noch Juden am Rhein geben.“ Selbst die Nazis hatten seine Kämpfernatur nicht gebrochen. Das vermochte erst die Wiedergutmachungsbürokratie der frühen Bundesrepublik. Bewegend schildert Lorenz Beckhardt die Schicksale seiner Verwandten und die eigene Selbstfindung, die Folgen von Schweigen, Verdrängen, den schweren Neubeginn in der alten Heimat, die alltäglichen Demütigungen durch Nachbarn und den zermürbenden Streit um die Rückerstattung des Eigentums. „Papa, Hitler wird den Krieg verlieren. … wir kommen zurück; auch nach diesen ‚tausend Jahren‘ wird es noch Juden am Rhein geben.“ (Quelle: Lovleybooks.de)

Inhalt: Lorenz S. Beckhardt erfährt erst spät, dass er eigentlich Jude ist. Dass seine Familie eine bewegte jüdische Vergangenheit hat. Als Journalist macht er sich auf die Suche nach seinen Ahnen, nach Begebenheiten, und Verbrechen, die seine Familie erleben musste.
Was als ziemlich interessante Familiengeschichte angekündigt ist, gerät zu einem zu gut recherchierten mit Fakten vollgestopften Buch.

Fazit: Jap, ich bin hier voll motiviert heran gegangen. Ich wollte wieder etwas mehr über die Gräueltaten an einer Glaubensgemeinschaft lernen und bin dann doch so enttäuscht worden. Zunächst fängt die Geschichte super interessant an. Es ist die Rede von diesem “Fritz”, der ein hoch dekorierter Pilot im ersten Weltkrieg ist. Schon damals hat er das Hakenkreuz als eine Art Talisman getragen. – Das war es dann aber auch, was ich noch halbwegs interessiert gelesen habe. Denn dann fing es an stinklangweilig zu werden. Der Autor ergeht sich in geschichtlichen Einzelheiten, lässt wohl alle seine Recherchen einfließen und liefert hier ein Buch ab, was vor Fakten nur so überquillt, dass die eigentliche Familiengeschichte komplett untergeht. Ich war enttäuscht auf ganzer Linie, weil dieses Buch so ganz anders war, als ich es erwartet habe. Ich war so angepisst, dass ich bei Seite 100 aufgegeben habe. Ja, ich habe abgebrochen.
Am Anfang gab es ein nicht enden wollendes Vorgeplänkel, dann ergeht sich Herr Beckhardt seitenlang in allgemeiner jüdischer Geschichte. Er lässt Fakten einfließen, was ihm während der Recherchen so widerfahren ist und braucht zu lang, bis er in die eigentliche Materie eindringt und so richtig loslegt. Und dann ist er drin und kommt immer wieder raus, weil er zu viele kleine Einzelheiten mit einfließen lässt.
Zwar sind alte Fotos mit abgedruckt, die einen Eindruck der Familie, von einzelnen Personen vermitteln und wohl auch den Text auflockern sollen. Aber das gelingt nicht so ganz. Ich habe gelesen und gelesen und hatte doch das Gefühl, dass ich einfach nicht vorwärts gekommen bin. Scheinbar sind die Seiten im gedruckten Exemplar so klein gedruckt, dass man wohl eine Lupe zum Lesen verwenden sollte.
Ich habe lang mit mir gerungen, ob ich dem Buch weiter eine Chance geben sollte oder ob ich es abbrechen soll. Aber meine Unlust mich noch weiter durch etwas zu quälen, was mich null interessiert hat mich dann abbrechen lassen. Ich bin mir sicher, dass die Bewertung am Ende dem Stoff an sich nicht gerecht wird. Aber ich muss meiner Enttäuschung über das Abgelieferte Rechnung tragen.

Ich bewerte das Buch mit einem von fünf möglichen Sternen.
Den einen Stern gibt es auch nur, weil null Sterne nicht möglich sind. – Mir ist bewusst, dass man das, was den Juden in der Nazizeit geschehen ist, nicht in den Dreck treten sollte, aber ich habe hier einfach nicht das bekommen, was ich erwartet hatte. Ich wollte was über diesen Flieger erfahren, über seine Familie und sein Schicksal und genau das wurde nur angedeutet. Statt dessen ist das hier nichts weiter als eine Erklärung, was politisch in dieser Zeit abgegangen ist.

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