[EBook] Romain Puértolas – „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikeaschrank feststeckte“

Romain Puértolas
„Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikeaschrank feststeckte“
Verlag: Fischer
ISBN: 9-783-596-03028-6
Länge: 304 Seiten

– eine Rezension aus der Kramkiste –

Geistiger Dünnschiss oder einfach nur eine Verunglimpfung aktueller Probleme, die weltweit für Schlagzeilen sorgen…

Klappentext: Aya, charmanter Hochstapler in Turban und Seide, reist eines Tages aus seinem kleinen indischen Dorf nach Paris. Er möchte dort das Objekt seiner Begierde erstehen: ein brandneues Nagelbett von Ikea. Kaum angekommen und mit nichts als einem falschen Hundert-Euro-Schein in der Tasche, nistet er sich über Nacht in einer Ikea-Filiale ein. Prompt gerät er in einem Schrank auf eine turbulente Reise quer durch Europa, die seinen Blick auf die Welt für immer verändern wird. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: Ein Betrüger, der sich als Fakir bezeichnet, kommt nach Frankreich, um sich ein Nagelbett zu kaufen. – Da er kein Gelf ür ein Hotelzimmer hat, übernachtet er in der Filiale des schwedischen Möbelriesen.
Doch genau in dieser Nacht wird im Ausstellungsraum umgebaut. Weichen muss auch der Schrank, in dem sich der Fakir versteckt hat.
Im Lkw wird er von illegal reisenden Flüchtlingen aus dem Schrank befreit. Doch die Gruppe wird von der Polizei aufgefirffen und der Fakir tritt eine wahre Abschiebeoddyssee an.
Während er noch von einem „Opfer“ gesucht wird, trifft er auf Wohltäter. So beschließt er, dass auch er sein Leben ändern will.

Fazit: Auf jeden Fall scheint der Autor ein Fan von Ikea zu sein. Es hätte ja auch ein ganz beliebiger Billigschrank sein können, in dem der Betrüger seine Reise macht.
Ja, der Protagonist ist im Grunde ein Betrüger. Er hat die Leute in seinem Dorf belogen und einen Taxifahrer um den Fahrpreis geprellt…
Doch der seltsame Reisende sieht im Laufe des Buches ein, dass er auf der Schiene nicht weiter machen kann. Er besinnt sich eines Besseren, schreibt mal eben einen Roman und verdient damit auf Anhieb richtig gutes Geld.

Die Geschichte ist auf ihre Art genial. Die Handlung scheint nur so dahin zu rasen. – Deswegen hatte ich das Buch wohl auch in Rekordzeit durch.
Was mir allerdings etwas aufstößt, ob es richtig sein kann, das Flüchtlingsproblem so derart zu verunglimpfen und zu missbrauchen…. Das wird teilweise richtig heftig ins Lächerliche gezogen.
Außerdem arbeitet der Autor stellenweise mit richtig krassen Zufällen. Ich glaube kaum, dass man einem flüchtig Bekannten mal eben so in einem ganz anderen Land begegnet. Und dann die Sache, dass der Protagonist mal eben so einen Roman schreibt und den Vorschuss in Bar ausgezahlt bekommt…
Ich schwanke hier extrem zwischen genial abgedreht oder geistigem Dünnschiss.
Außerdem merkt man dem Text stellenweise stark an, dass der Autor krampfhaft versucht lustig zu sein. An der Stelle schwer zu beurteilen, ob das an der Übersetzung liegt, oder im Originaltext auch schon so war.
Ich habe auf jeden Fall nicht den Hauch einer Ahnung, wie so etwas auf der Bestsellerliste landen konnte. Da hat wohl irgendeine geschickte Marketingkampagne ihren Teil dazu beigetragen.

Einmal gelesen und gut. Nicht mehr und nicht weniger.

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