[Hörbuch] Albert Camus – „Die Pest“

Albert Camus
“Die Pest”
Verlag: Steinbach (Sprechende Bücher)
ISBN: 9-783-869-74153-6
Länge: 3 Stunden 11 Minuten
Sprecher: Ulrich Matthes

– gehört im November 2020 –

Ein kleiner Zufallsfund für zwischendurch, der mich dann aber angenehm überrascht und mit genommen hat.

Klappentext: In Oran kriechen die Ratten ans Tageslicht und verenden. Die Pest ist ausgebrochen. Oran wird von der Außenwelt abgeriegelt, die Bewohner setzen alles daran, die Stadt, die zum Grab wird, zu verlassen. Rieux und einige andere tun alles, um zu helfen, leidenschaftlich und mit wachsender Verzweiflung angesichts der apokalyptischen Zustände. (Quelle: Lovelybooks.de)

Inhalt: In der Stadt Oran bricht die Pest aus. Angekündigt durch Ratten, nehmen die Bewohner das Problem zunächst nichts ernst. Doch als dann vermehrt Krankheitsfälle mit gleichem Verlauf auftreten, muss man reagieren.
Die Kranken werden isoliert und so gut als möglich betreut, doch es werden immer mehr Krankheitsfälle. Das Ganze geht soweit, bis die ganze Stadt abgeriegelt wird. Nichts geht mehr raus und nichts geht mehr rein. Das führt dazu, dass auch Tarrou in der Stadt fest sitzt. Zunächst sucht er noch nach einer Möglichkeit der Abriegelung zu entkommen, aber irgendwann hilft er bei der Pflege und bleibt.
Die Zeit ist begleitet von vielen Toten. Ein Junge, der Pater der Stadt und zum Schluss auch Tarrou. Fast unmerklich stirbt auch die Ehefrau des Arztes, der sich am Schluss als Verfasser dieser Chronik zu erkennen gibt.
Eine Erzählung in leichter Sprache, aber mit keinem einfachen Stoff.

Fazit: Fakt ist mal, dass ich hier etwas ganz anderes bekommen habe, als ich es erwartet habe. Aber am Ende war ich positiv überrascht. 
Die Erzählung spielt sich komplett in ein und derselben Stadt ab. Die Stadt Oran steht in ihrer Blüte und wird durch die ausgebrochene Pest komplett ausgebremst. Es ist super gut dargestellt, wie das Leben so Stück für Stück lahm gelegt wird. Wie langsam die Erkenntnis in der breiten Masse eine Wirkung zeigt. Irgendwie habe ich mich in erschreckender Weise an die momentane Corona-Situation erinnert. Da waren so viele Parallelen zum Pandemie-Verhalten der Regierung und der Bevölkerung. – In dem Moment hat mir aber leider die Flucht aus der Realität gefehlt, die Bücher bei mir sonst hervorrufen.
Trotzdem, es war eine nicht sehr actionreiche Handlung, aber unter Strom gehalten hat sie mich doch. Besonders das Schicksal des Reporters hat mich mitgenommen. Es musste ja nun wirklich nicht so enden.
Ob die Pandemie, die hier beschrieben wurde, wirklich so passiert ist, konnte ich nicht heraus finden. Allerdings habe ich in Erfahrung gebracht, dass Albert Camus ein Veteran des 2. Weltkrieges war und gerade in dieser Story so eine Art Horror über den Nationalsozialismus verarbeitet hat. Demnach gehe ich mal davon aus, dass es zwar die hier beschriebene Stadt gibt, die Story selber aber frei erfunden ist.
Der Sprecher macht einen super Job. Er hat eine lockere, fast flapsige Art, zu lesen. Das stellt die Story noch einmal in einem ganz anderen Licht dar. Wertet sie in keiner Weise ab, sondern gibt dem allem noch etwas ganz Besonderes. Der Mann beherrscht seinen Job einfach und ich glaube, ich sollte mir den Namen mal merken.
Ein kurzes Hörvergnügen war es in jedem Fall. Aber so kann eben keine Langeweile aufkommen. – Anders als erwartet, aber in jedem Fall positiv zu bewerten.

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 möglichen Sternen. Ich war angenehm überrascht ob der Kürze und der Würze. Von der einfachen, aber doch eindringlichen Story. 
Eine sehr nette Abwechslung für Zwischendurch.

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